Schwangere am Herbsttag

11./12. Schwangerschaftswoche

Eine Frau, die sich bereits in der 11./12. Schwangerschaftswoche befindet, hat sozusagen die Risiken, die in einer Frühschwangerschaft auftreten können, überstanden. Mutter und Kind haben die kritischen Phase, in der es am häufigsten zu Abgängen kommt, also nun hinter sich gelassen. Zudem ist auch bereits die Zeit der Anlage, aller wichtigen Organe vollzogen und abgeschlossen. Was nun kommt betrifft nur noch die Ausbildung und das Wachstum der Organe.

Tipp: Spätestens jetzt sollte euer Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert werden.

Euer Körper

Die Mutter bekommt andere Bedürfnisse

Dass der Körper der Frau sich in der Schwangerschaft komplett umstellt, wissen wir ja bereits. Doch ab der 11. SSW startet ein neuer Prozess: Der Körper beginnt damit, das Baby immer mehr über die Plazenta zu versorgen und das bedeutet, dass mehr Blut produziert werden muss. Bis hin zum Ende der Schwangerschaft, besitzt das Blutvolumen etwa Ganze 50 Prozent mehr als vor der Schwangerschaft. Durch diesen Prozess verändern sich natürlich auch die Beschwerden und Bedürfnisse der werdenden Mama. Schwangere kämpfen vor allem in dieser Phase vermehrt mit Kreislaufproblemen und Müdigkeit. Auch der Pulsschlag kann sich eindeutig erhöhen. In dieser Zeit ist es für die werdende Mutter also wichtig, viele Ruhepausen einzulegen. Sollten die Kreislaufprobleme zu lange andauern, dann sollte der Arzt aufgesucht werden. Die erhöhte Blutproduktion hat außerdem oft zur Folge, dass die Frau mehr Durst hat. Diesem solltet ihr auch auf jeden Fall nachkommen: Trinkt viel und häufig. Durch die erhöhte Flüssigkeitszufuhr kann es dabei aber nicht nur zu vermehrtem Harndrang, sondern auch zu vorübergehenden Durchfall kommen. Dies wird sicher aber legen, sobald sich der Körper auf die erhöhte Flüssigkeitszufuhr eingestellt hat.
Übrigens:  Es gibt auch etwas Positives, denn durch die bessere Durchblutung des Körpers ist es so, dass eine Frau die vor der Schwangerschaft sehr häufig gefroren hat, dieses Problem nicht mehr haben wird..

Vorsorgeuntersuchungen

Sollte es bisher noch zu keiner Untersuchung gekommen sein, dann ist es jetzt ganz wichtig. Dabei wird es immer zu einem ausführlichen Check der Mutter kommen. Sicher wird ein Blutbild erstellt und auch der Urin wird untersucht. Das Baby wird außerdem per Ultraschall kontrolliert: So können Größe, Lage und Herzschlag des Kindes überprüft werden. Zudem können ab sofort spezielle Untersuchungen vorgenommen werden, in denen geprüft wird, ob das Baby eine Fehlbildung oder einen genetischen Defekt hat. Bestehen erbliche Vorbelastungen, dann werden diese Untersuchungen von den Krankenkassen erstattet. Ansonsten müssen die Kosten von den Eltern, selbst getragen werden. Ab der 11. Schwangerschaftswoche, ist es übrigens vorgesehen einmal im Monat einen Termin beim Arzt oder alternativ auch bei der Hebamme zu haben.

Entwicklung des Babys

Größe des Fötus

Mit Beginn der 11. SSW ist die Größe des Babys in Anbetracht der kurzen Zeit schon ganz beachtlich. Der heranwachsende Fötus bekommt immer mehr menschliche Züge und es lässt sich bereits erkennen, was da im Bauch wachsen wird. Der Kopf des Kindes ist immer noch der größte Teil des Fötus, doch nun werden auch Arme und Beine normal proportioniert. Es beginnt eine enorme Wachstumsphase des Kindes. Die Frage, wie groß das Baby ist, kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden, aber man kann davon ausgehen, dass es in etwa 15 Gramm wiegt und eine Länge von 4 bis 6 Zentimeter besitzt. Das Baby beginnt sich nun auch zu bewegen. Die Bewegungen werden jedoch erst ab der 16. SSW zu spüren sein.

Die Feinarbeit

Die Organe des Kindes wurden bereits in den Wochen zuvor angelegt. Doch was folgt als nächstes? Man könnte sagen, in der 11. SSW beginnt die Feinarbeit am Baby: Unter anderem werden sich jetzt Finger und Zehen so langsam voneinander trennen und Finger- und Zehennägel beginnen langsam zu wachsen. Zudem trennen sich die Ohren vom Hals und wandern in ihre endgültige Position. Am Zahnfleisch beginnen die Milchzähne herauszublicken.  Die Haare beginnen zu sprießen, einschließlich Augenbrauen und Wimpern. Zudem sind nun die Augenlider vollkommen ausgebildet, aber geschlossen.

Doch es erfolgen noch einige weitere Entwicklungsschritte: Rückenmark und Gehirn entwickeln sich nun immer mehr aus dem embryonalen Neuralrohr heraus. Zusätzlich werden nun die Geschlechtsorgane ausgebildet. Das Skelett, das bis hin zur 11. SSW nur eine knorpelige Masse war, beginnt sich nun langsam aber sicher zu verhärten und zu verknöchern. Der Brustkorb, der bisher geöffnet war, beginnt sich zu schließen. Auch die Haut des Fötus, welche bisher sehr transparent war, beginnt sich zu verändern und wird weniger transparent. Ab der 12. SSW fängt außerdem die Schilddrüse eures Babys an zu arbeiten.

Bestimmung des Geschlechts schon möglich?

Bei Ultraschalluntersuchungen kann unter Umständen sogar schon der Penis gesehen werden, sofern das kleine Wunder ein Junge ist. Aber sicher kann das Geschlecht noch nicht bestimmt werden.

Obstsalat – Fötusgröße im Vergleich

Wie auch in den Wochen zuvor, ist für viele Mamas schwer, sich die Größe des Babys bildlich vorzustellen. Daher greifen wir wieder auf den Obstvergleich zurück. Das ermöglicht euch zumindest etwas besser das Ausmaß eures Knirpses zum jetzigen Zeitpunkt vorzustellen. In der 11./12. Schwangerschaftwoche ist euer Baby etwa so groß wie eine Himbeere.

Himbeerenherz

Kann es zu Beschwerden kommen?

Anfangsprobleme der Schwangerschaft nun Adé?

Die Hormonumstellung ist zum größten Teil vollzogen und demnach sollte sich vor allem die anfängliche Übelkeit nun langsam legen. Außerdem ist auch die Gefahr einer Fehlgeburt ist nun zum größten Teil überstanden. Dennoch kann man nicht oft genug betonen, dass jede Schwangerschaft individuell verläuft. Demnach kann es bei einigen Frauen durchaus sein, dass die Probleme und Beschwerden der ersten Wochen auch in der 11. und 12. SSW weiterhin bestehen bleiben.

Rückenschmerzen

Mit Beginn der Schwangerschaft sorgen die Hormone dafür, dass die Frau bestens auf die Geburt vorbereitet wird. Das lässt auch die Knochen und Gelenke weicher und nachgiebiger werden. Dabei kann es auch leider vorkommen, dass sich die Bandscheiben verschieben und es darunter zu sehr unangenehmen Rückenschmerzen kommen kann.

Hinzu kommt noch, dass das Kind mit zunehmender Schwangerschaft immer größer und schwerer wird. Das bedeutet der Rücken muss noch mehr Last aushalten. Besonders heftig kann es dann werden, wenn schon vor der Schwangerschaft Rückenprobleme bestanden haben. Gute Tipps um Rückenschmerzen vorzubeugen:

  • immer versuchen einen aufrechten und geraden Stand zu halten.
  • das Becken sollte immer hinten gehalten werden. Es ist also zu vermeiden, dass das Becken nach vorne kippt.
  • beim sitzen kann der Rücken mit einem Kissen gestützt werden.
  • Die ideale Schlafposition finden, auch Hilfsmittel können gerne eingesetzt werden.
  • Das heben von Gewichten sollte nicht mehr als 5 Kilo überschreiten.

Die richtige Schlafposition

Zu einem großen Problem in der Schwangerschaft kann zudem das Schlafen werden. Denn es ist mit dem kleinen Wurm im Bauch nicht unbedingt einfach, die geeignete Schlafposition zu finden. Frauen, die vor der Schwangerschaft gerne auf dem Rücken oder Bauch gelegen haben, werden das nun nicht mehr problemlos machen können. Denn mit fortschreitender Schwangerschaft ist es nicht empfehlenswert, in Rücken- oder Bauchlage zu schlafen. Bauchlage deshalb, weil der Bauch immer größer wird und auch die schmerzende Brust sicherlich die Bauchlage nicht erlauben wird. Der Rücken kommt nicht in Frage, weil das komplette Gewicht auf die Organe drückt und das kann zu Schmerzen und weiteren Komplikationen führen.

Es ist daher empfehlenswert schon von Beginn an, die seitliche Schlafposition zu wählen, denn so könnt ihr euch am Besten an diese gewöhnen. Die seitliche Position ist optimal für das Kind. Denn so ist sichergestellt, dass das Kind bestens über die Plazenta versorgt werden kann. Zudem werden die Organe werden nicht belastet und können ungestört ihre normale Arbeit verrichten. Wer Partout nicht in der Seitenlage liegen bleiben kann, der sollte den Trick mit dem Schwangerschaftskissen (Stillkissen) versuchen. Dieses wird zwischen den Beinen eingerollt und somit wird verhindert, dass man sich automatisch wieder in den falsche Position legt. Ein ganz einfaches aber auch sehr wirksames Mittel.

Übrigens: Laut Statistiken haben Frauen in Seitenlage weniger Fehlgeburten als Schwangere, die in Rücken- oder Bauchlage schlafen.

Der Ultraschall

Im Ultraschallbild werdet ihr nun natürlich deutlich mehr sehen. Zusätzlich zu dem Herzschlag können vielleicht schon kleine Bewegungen wahrgenommen werden. Auch sind Finger, Zehen und Ohren deutlicher zu erkennen, da diese nun definierter sind und sich so langsam abspalten.

Der Kopf eures Baby ist im Vergleich zum Körper, wie auch zuvor, immer noch verhältnismäßig groß. Die Stirn und Nase sind nunmehr  ab ca. der 12. SSW jedoch gut zu erkennen.

Euer Bauchumfang

Gewichtszunahme

In dieser Zeit ist es so, dass der Uterus nun das komplette Becken für sich beansprucht und so langsam in den Bauch hineinwachsen wird. In der 11. SSW wird die Gewichtszunahme etwa 1,5 Kilogramm betragen, wenn sich die Frau weiterhin ganz normal ernährt. Essen für Zwei muss nicht sein und abgenommen werden sollte in der Schwangerschaft ohnehin nicht. In der Regel ist äußerlich aber noch nicht allzu viel zu sehen. Dennoch kann es Schwangere geben, die in dieser Zeitspannen schon einen sichtbar vergrößerten Bauchumfang haben. Heißt also:  Es gibt für den Wachstum des Bauchumfang keine festen Werte. Solange der Arzt sagt, dass alle Werte und Entwicklungen normal sind, müsst ihr euch definitiv keine Gedanken machen.

11.-SSW-Geburtsvorbereitungskurs

Geburtsvorbereitungskurse

In dieser Zeit ist immer noch nicht viel von einer Schwangerschaft zu sehen. Aber da die kritische Phase nun vorbei ist, sollten sich die werdenden Mamas und Papas spätestens jetzt ganz intensiv mit der Schwangerschaft beschäftigen. Die Väter spielen eine bedeutende Rolle, denn diese sollten die Frau so intensiv wie möglich unterstützen. Es sollte geplant werden und zudem ist es auch wichtig, dass der Papa mit zu dem Vorsorgeuntersuchungen geht, denn schließlich kann dieser seinen Nachwuchs nun schon live auf den Ultraschallbildern sehen.

Zudem kann jetzt schon damit begonnen werden, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen. Im besten Fall findet das immer zusammen mit dem Partner statt. Geburtsvorbereitungskurse haben in der Regel relativ lange Wartezeiten. Daher ist es gut, sich so früh wie möglich anzumelden, damit der Platz auch sicher ist. Denn diese Kurse sind für viele von euch bestimmt sehr wichtige Vorbereitung auf die Geburt

Die werdende Mama wird sich sicherlich schon jetzt Gedanken darüber machen, wie sie ihr Baby auf die Welt bringen möchte. Auch da gibt es verschiedenen Möglichkeiten, wo die Geburt erfolgen kann:

  • Geburtshäuser
  • Krankenhäuser
  • Hausgeburten

Ihr solltet euch frühzeitig zu allen drei Optionen informieren. Dazu gehört auch die Einrichtung gegebenenfalls zu besichtigen, denn nur so wisst ihr, ob ihr euch dort wohl fühlen könnt während der Geburt. Selbstverständlich ist es aber auch wichtig, die Geburt den Verhältnissen anzupassen, d: Besteht beispielsweise die Gefahr einer Risikogeburt, dann ist es sicherlich besser, sich für die Variante Krankenhaus zu entscheiden. Auch hier werden die unterschiedlichsten Geburtsvorgänge angeboten. Diese gilt es immer genau zu durchleuchten. Die Mama muss sich immer ganz sicher sein, diese Methode auch als die Beste für sich und für ihr Baby zu empfinden.

Im Überblick

Selbstverständlich verläuft keine Schwangerschaft wie die Andere. Es gibt immer wieder Unterschiede. Aber dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die Entwicklung der Babys immer in etwa gleichbleibend ist. Die einen Frauen haben keinerlei Probleme, andere wiederum haben echt zu kämpfen mit den ganzen Umstellungen des Körpers. Was aber immer gleich sein sollte sind folgende Punkte:

  • mit eintreten der 11./12. Schwangerschaftswoche ist die Phase der Frühschwangerschaft nun endgültig abgeschlossen. Das Baby beginnt nun mit der Feinentwicklung. Alle Organe und auch die Knochen bekommen nun einen enormen Wachstumsschub.
  • das Kind wird nun immer mehr beweglich und die Organe können voll funktionieren. Dennoch werden diese sich in den nächsten Wochen noch weiterentwickeln.
  • spätestens jetzt ist es an der Zeit sich an den Frauenarzt oder eine Hebamme zu wenden. Denn genau jetzt muss die erste große Untersuchung von Mama und Kind stattfinden.
  • eine werdende Mama hat nun die schlimmste Zeit überstanden, denn die anfänglichen Problem ebben nun ab. Aber es kann nun durch die vermehrte Blutbildung kurzfristig zu Problemen mit dem Kreislauf kommen. Diese jedoch sind schnell vorbei.

Die freudige Nachricht überbringen

Nach Bestätigung der Schwangerschaft, sollte nicht gleich jedem erzählt werden, dass ein Baby unterwegs ist. Es ist viel besser damit zu warten, bis die Frühphase der Schwangerschaft und somit die kritische Zeit überstanden ist. Nun ist es auch an der Zeit, den Arbeitgeber zu informieren, denn dieser muss sich auf die Umstände ebenso einstellen können, wie die werdenden Eltern selbst. Die schwangere Frau darf nicht mehr alle Arbeiten verrichten, denn ab sofort steht sie unter einem besonderen Schutz.

Sagt Freunden und Bekannten am besten, dass euer Geburtstermin etwas später ist. So spart man sich in der letzten und sicherlich auch der schwersten Phase der Schwangerschaft ständige Nachfragen, wenn es denn nun endlich soweit ist.


Theresa

Ich bin Theresa, 25 Jahre alt und (noch) kinderlos. Ich bin aber in einer großen, bunten Familie aufgewachsen und liebe Kinder - deswegen macht mir die Arbeit (wenn man das überhaupt so nennen darf ;-)) an und mit MeinBaby123 sehr viel Spaß!

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