Männer- und Frauenhände auf Babybauch

27./28. Schwangerschaftswoche

In der 27. und 28. Schwangerschaftswoche ist der Scheidepunkt zum letzten Drittel erreicht. Ihr lasst sowohl den siebten Monat, als auch das zweite Trimester hinter euch! Endspurt! Jetzt wird’s noch mal etwas anstrengend, aber auf die letzten Meter habt ihr euer Ziel immer mehr vor Augen. Nur noch 3 Monate.

Jetzt wird sicherlich auch so langsam euer Nestbaubetrieb starten. Ihr richtet das Zimmerchen ein und besorgt Dinge, die euer kleiner Schatz benötigt. Viele Schwangere stellen die ganze Wohnung auf den Kopf, putzen und beginnen schon sie babysicher zu machen. Das ist ganz normal!

Euer Körper

Nach der eher entspannten Phase der Schwangerschaft, kann es in der 27. Und 28. Schwangerschaftswoche langsam zu einer Verstärkung der – in den letzten Wochen als noch hinnehmbar empfundenen – Beschwerden kommen. Denn die inneren Organe und auch der Brustraum haben zusehends unter dem Druck zu leiden, der von der wachsenden Gebärmutter ausgeübt wird. Hinzu kommt, dass in einem relativ kurzen Zeitraum größer gewordene Gewicht. Im gleichen Zeitraum hat sich aber zum Beispiel die Muskelmasse der Frau nicht vergrößert, was nun häufiger zu einem Gefühl der Schwäche führt.

Stimmung

Neben der stärker werdenden körperlichen Beanspruchung kann es durch den Einfluss der Schwangerschaftshormone nun auch verstärkt zu seelischen Schwankungen kommen. Es ist Dadurch, dass der Geburtstermin immer näher rückt und das Mama-Sein somit immer realer wird, taucht neben all der Vorfreude vielleicht nun auch etwas Angst auf. Ihr habt vielleicht das Gefühl, der Mutterrolle nicht gewachsen zu sein. Diese Gedanken quälen die meisten werdenden Mamis zum Ende der Schwangerschaft. Im Bereich der 27./28. Schwangerschaftswoche kann es bei manchen Frauen sogar zu Albträumen kommen, die sehr intensiv und dramatisch sein können. Macht euch aber nicht all zu viele Sorgen um eure Stimmungsschwankungen, Zweifel oder Träume. Das ist alles ganz natürlich und normal.

Sollte sich der seelische Zustand aber zusehends verschlechtern und auch noch lange nach der Geburt anhalten, könnte es sich um den sogenannten Baby Blues oder sogar Postnatale Depressionen handelt.

Gewicht und Bewegungseinschränkungen

Im letzten Schwangerschaftsdrittel werdet ihr noch mal stark zulegen, da in dieser Zeit auch das Baby hauptsächlich mit Wachsen beschäftigt ist. Durchschnittlich 5 Kilogramm mehr sind also durchaus normal und kein Grund zur Sorge. Euer Bauch kann nun bereits eine Dimension angenommen haben, durch die die Beweglichkeit im Alltag deutlich eingeschränkt wird. Da hilft dann nur, sich nicht drüber zu ärgern, sondern sich für alles einfach etwas mehr Zeit zu lassen. Auch die zusätzlichen Fettpölsterchen, die eine schwangere Frau nun zusehends an sich entdeckt, gehen in Ordnung. Sie sind gewissermaßen ein Vorrat für später, wenn das Kind gestillt wird.

Beste Schlafhaltung

Nun kann es für einige Schwangere auch schwierig werden, sich auf den Rücken zu legen. Denn dabei liegt die Gebärmutter mit all ihrem Gewicht auf der größten Körpervene (Vena Cava). Dadurch kann sie abgedrückt werden, wodurch der Rückfluss des Blutes zum Herzen gestört wird. Dies löst dann Übelkeit aus. Seit einigen Wochen wird eure beste Schlafhaltung wohl die Seitenlage.

Untersuchungen beim Frauenarzt

In dieser Zeit werdet ihr bei der Untersuchung beim Frauenarzt neben den üblichen Urin- und Ultraschalluntersuchungen auch zwei weitere Tests durchlaufen.

Blutgruppe des Kindes

Da nun die Entwicklung des Babys so weit voran geschritten ist, dass es im Mark seiner Knochen sein eigenes Blut herstellen kann, könnte sich ein Problem ergeben. Welche Blutgruppe das Kind haben wird, ist genetisch bedingt. Das heißt, es hat nicht automatisch die Blutgruppe der Mama. Unter bestimmten Umständen kann es nun sein, dass sich das Blut des Kindes nicht mit dem der Mutter verträgt. Dann würden sich im Blut der Mutter Antikörper bilden, die ihre Wirksamkeit allerdings erst bei einer eventuellen weiteren Schwangerschaft entfalten würden. Wenn dann erneut Unstimmigkeiten bei bestimmten Blutmerkmalen gegeben wären, würden sich diese Antikörper an die roten Blutkörperchen im Blut des Kindes anheften und sie zerstören. Schlimmstenfalls kann das Kind daran sterben.

Daher wird im Zeitraum zwischen der 24. und der 27. Schwangerschaftswoche bei der werdenden Mutter ein Test durchgeführt, um eine solche Rhesusunverträglichkeit ausschließen. Sollte der Test positiv ausfallen, kann eine Rhesusprophylaxe durchgeführt werden, durch die die geschilderte Körperreaktion bei weiteren Schwangerschaften ausbleibt.

Schwangerschaftsdiabetes

Zwischen der 25. und der 28. Schwangerschaftswoche kann die Schwangere durch ihren Arzt auch einen Test auf Schwangerschaftsdiabetes durchführen lassen. Dazu bekommt ihr eine Glukoselösung verabreicht. Eine Stunde später erfolgt eine Blutuntersuchung. Liegt der Blutzuckerspiegel dann bei über 135 mg/dl, dann deutet das auf eine Schwangerschaftsdiabetes hin. Davon spürt die Schwangere selbst gar nichts, aber für das Kind können daraus schwerwiegende Folgen entstehen. Es kann zu vergrößerten aber unterentwickelten inneren Organen kommen. Das Blut des Kindes kann Schaden nehmen und eine zu geringe Kalziumkonzentration sowie einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel aufweisen. Schlimmstenfalls kann es zu einer Fehlgeburt kommen.

Die Ursache kann in falscher Ernährung, aber auch im Übergewicht der Mutter selbst liegen. Sie kann aber auch genetisch bedingt sein. Wird eine Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, so wird es in leichteren Fällen genügen, die Ernährung umzustellen. Trotz möglichen Übergewichts der Mutter wird jedoch keine allgemeine Diät verordnet, denn dann kann unter Umständen nicht mehr sicher gestellt werden, dass das Kind genügend Nährstoffe erhält. Das Gewicht soll also nicht reduziert werden, sondern die veränderte Ernährung soll verhindern, dass das Eigengewicht noch weiter zunimmt. In schwereren Fällen kann es soweit kommen, dass der werdenden Mutter bis zur Geburt Insulin gespritzt werden muss. Auf jeden Fall wird der Blutzuckerspiegel dann fortlaufend im Auge behalten, denn auch zuviel Insulin kann wiederum schaden und zu einer Unterzuckerung führen.

Übrigens: Die Schwangerschaftsdiabetes gehört zu den häufigsten Komplikationen während einer Schwangerschaft. Da daraus keine unmittelbaren Beschwerden für die Schwangere selbst resultieren, wird sie oft zu spät oder gar nicht bemerkt.

Wassereinlagerungen

Eine normalgewichtige Frau braucht sich über den Gewichtszuwachs während der Schwangerschaft keine Gedanken zu machen. Neben den angelegten Fettreserven können sich um die 27. Schwangerschaftswoche auch verstärkt Wassereinlagerungen an den Extremitäten einstellen. Sie werden nach der Schwangerschaft wieder verschwinden. Insofern sollte man nicht versuchen, die Einlagerungen selbst zu behandeln, weil sie unangenehm sind. Entwässerungskuren, entsprechende Tees oder andere Mittel sind gar nicht notwendig und würden eventuell sogar dem Kind schaden. Euer Frauenarzt achtet sicher auch sehr auf eventuelle Wassereinlagerungen und wird euch bei akuten Beschwerden schnell Thrombosestrümpfe verschreiben.

Entwicklung eures Babys

In der 27. Und 28. Schwangerschaftswoche ist es sehr wahrscheinlich, dass das Baby nun ungefähr 1 Kilo wiegt. Und das bei einer Körperlänge von etwa 36 Zentimetern. Natürlich sind dies nur Durchschnittswerte, die eine Vorstellung über die fortschreitende Entwicklung liefern sollen. Das Wachstum und die Steigerung des Gewichts werden immer individueller, je näher man dem Geburtstermin kommt. Eine Abweichung von diesen Durchschnitten ist in einem gewissen Rahmen nicht besorgniserregend.

Durchschnittswerte im Mutterpass

Im Mutterpass werden Länge und Gewicht in graphischen Darstellungen festgehalten, die sehr gut anzeigen, ob und in wie weit die Werte des erwarteten Kindes den gegebenen Durchschnittswerten entspricht. Dabei gibt es auch jeweils Ober- und Untergrenzen. Liegen die Werte des Babys darüber oder darunter, wird besondere Beobachtung durch den Arzt erforderlich sein.

Tipp: Lasst euch durch die Werte bloß nicht verrückt machen, es sind nur Schätzwerte, die aus Berechnungen entstehen. Nicht selten liegen die Ärzte hier auch mal total daneben.

Fettpolster als Wärmespeicher

Die sich immer weiter ausbildenden Fettpölsterchen sorgen dafür, dass die Haut immer glatter und weniger runzelig wird. Das Fett wird nach der Geburt dafür sorgen, dass das Baby die eigene Körperwärme halten kann. Bis zum Geburtstermin wird sich davon allerdings noch erheblich mehr bilden, als das, was jetzt bereits da ist. Ohne das Fett würde das Baby außerhalb des Bauches der Mutter sehr schnell auskühlen.

Das Gehirn

Das Gehirn des Babys wies während seiner frühen Entwicklung eine glatte Oberfläche auf. In der 27. Schwangerschaftswoche bilden sich langsam die typischen Furchen aus. Das Gehirn hat nun in seiner Struktur immer mehr Ähnlichkeit mit dem eines Erwachsenen. Natürlich ist es noch sehr viel kleiner. Die Veränderungen gehen mit einer starken Hirnaktivität einher. Außerdem nimmt man an, dass Babys in diesem Alter auch anfangen zu träumen. Eine interessante Vorstellung, wenn man sich fragt, wovon ein Baby im Mutterleib wohl träumt 😉

Weitere Entwicklungsschritte

Langsam entwickeln sich immer mehr Bausteine, die das Kind zur selbstständigen Erhaltung seiner Lebensfähigkeit brauchen wird. So sind der Aufbau und die Verhärtung der Knochen mittlerweile soweit gediehen, dass das Knochenmark nun mit der Blutbildung begonnen hat. Damit ist der Organismus des Kindes nun in der Lage eigenes Blut zu bilden. Zunächst wird damit das Blut der Mutter, mit dem das Kind durch die Nabelschnur versorgt wird, ergänzt. Letztlich ist dies jedoch eine der vielen erforderlichen Vorbereitungen auf das Leben außerhalb des Mutterleibes. Euer Baby kann jetzt auch schon blinzeln und hell und dunkel unterscheiden.

Obstsalat – Fötusgröße im Vergleich

Euer Baby ist zusammengerollt nun so groß wie eine Honigmelone. Schaut mal was da in dem letzten halben Jahr passiert ist – von der Heidelbeere zur Honigmelone! Wahnsinn oder?

Brettchen mit Obst: Pflaumen, Honigmelone und Heidelbeeren

Vorbereitungen

Sicher startet euer Geburtsvorbereitungskurs in den nächsten Tagen. Dieser wird euch auf alles, was kommt so gut es geht vorbereiten. Ihr werdet erfahren, was der Körper direkt vor und während der Geburt durchmacht, welche verschiedenen Möglichkeiten zum Geburtsstart es gibt, Schmerzmittel, Geburtspositionen und was bei der Geburt selber passiert. Außerdem werdet ihr erfahren, wie die ersten Vorsorgeuntersuchungen am Baby aussehen, ihr bekommt hilfreiche Infos zum Thema Säuglingspflege und Wochenbett.

Sehr sinnvoll ist es auch, wenn euer Partner zumindest für eine Stunde zum Vorbereitungskurs mit darf. Dabei geht es dann viel weniger um das gemeinsame Hecheln lernen (wie man es aus den Filmen kennt) als vielmehr darum, ihn mit der komplett neuen Welt vertraut zu machen. Wie kann er euch bei der Geburt unterstützen? Wie läuft die Geburt zeitlich ab? Was ist im Umgang mit dem Baby wichtig? Diese und weitere Fragen werden dort geklärt.

Des Weiteren ist es sinnvoll, wenn ihr euch jetzt Krankenhäuser und Geburtshäuser anschaut. Wisst ihr schon, wo die Geburt stattfinden soll? Achtung, für manche Krankenhäuser, gerade in den Großstädten gibt es eine Anmeldepflicht!

Tipp: Den Papierkram solltet ihr auch lieber jetzt schon auf dem Radar haben. Bereitet alle Dokumente bezüglich Mutterschutz und Elternzeit/Elterngeld schon mal vor. Überlegt euch mit eurem Partner wie ihr die Elternzeit aufteilen wollt und nehmt eventuell eine Beratung für junge Familien diesbezüglich in Anspruch.


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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