Schwangere hält ihren Bauch

31./32. Schwangerschaftswoche

In der 31./32 Schwangerschaftswoche schaut ihr wahrscheinlich entspannt und voller Vorfreude auf den Geburtstermin. Noch gut 9 Wochen, vielleicht auch ein bisschen mehr oder weniger. In diesen Wochen lasst ihr hoffentlich alle Sorgen und Ärgernisse hinter euch. Eure gute Laune habt ihr den Hormonen zu verdanken, die dafür sorgen, dass ihr euch ab jetzt nur noch auf euer Baby konzentriert und euch nichts anderes mehr aus der Ruhe bringt.

Emotional seid ihr dafür wahrscheinlich sehr angeschlagen. Ein trauriger Film oder ein melancholisches Lied und ihr heult los wie ein Schlosshund. Vielleicht seid ihr selbst von euch überrascht, wie emotional euch die kleinsten Kleinigkeiten lassen werden.

Pärchen im Urlaub, erwartet ein Baby, 31./32. Schwangerschaftswoche

Euer Körper

Keine große Überraschung hingegen: Das alltägliche Leben wird auch weiterhin immer beschwerlicher mit wachsendem Bauch. Einfache Dinge, wie zum Beispiel Treppensteigen oder während des Gehens zu sprechen, bringen euch schnell aus der Puste. Macht langsam und eventuell mit einigen Pausen zwischendurch. Ebenso wie euer Bauch kann es auch sein, dass euer Busen noch mal ein gutes Stück größer wird.

Brüste und Milchfluss

Ebenso wie euer Bauch kann es auch sein, dass euer Busen noch mal ein gutes Stück größer wird. Und sicher habt ihr auch schon längst bemerkt, wie unheimlich sensibel und empfindlich eure Brüste geworden sind. Vielleicht habt ihr sogar auch schon einen Ausfluss aus der Brust festgestellt. Diese sogenannte Vormilch ist ganz normal und wenn sie nicht kommt ist das auch ganz normal. Sie hat nichts mit der richtigen Milchproduktion, wenn das Baby da ist, zu tun. Euer Körper „übt“ nur sozusagen. Eventuell braucht ihr jetzt schon Stilleinlagen, die ihr in den BH legt. So vermeidet ihr peinliche Flecken auf dem T-Shirt. Von Brustmassagen zur Vorbereitung auf das Stillen, wird heutzutage abgeraten. Die Massage eurer Brust kann rund um den Entbindungstermin Wehen auslösen.

Tipp: Kleidet euch bequem und locker, damit ihr euch in eurem Körper trotz alledem wohlfühlt. ♥

Stillen

So richtig kann man sich nicht auf das Stillen vorbereiten. Wichtig ist dass ihr für euch entscheidet ob ihr überhaupt stillen möchtet oder nicht. Ihr wisst sicher bereits, dass Stillen das Beste für euch und euer Baby ist. Es bringt so viele Vorteile mit sich. Wenn ihr das aber total abstoßend findet und euch absolut nicht vorstellen könnt, lasst euch sagen, dass auch Flaschenbabys groß werden. Ansonsten ist es einen Versuch vollkommen wert! Die Anfangszeit kann aber auch durchaus etwas schwierig sein. Wunde Brustwarzen, Milchstau und schmerzende Brüste gehören in vielen Fällen leider dazu. Aller Anfang ist schwer und die Pflegekräfte auf den Wochenbettstationen tragen meistens leider nicht zu einer Besserung bei. Fragt man zum Stillen 10 verschiedene Leute, hört man 10 verschiedene Meinungen und grade junge Mütter kann das sehr verunsichern.

Tipp: Sucht euch eine erfahrene und kompetente Person, die euch alle fragen zum Stillen beantwortet und hört nur auf diese. Viele Köche verderben den Brei, so ist das auch beim Stillen. Eure Hebamme oder eine Stillberaterin unterstützen euch mit Sicherheit gern, denn Frauen die hinter dem Stillen stehen, tragen das auch gern an andere Mamis weiter. Wenn ihr Jemanden gefunden habt, dem ihr vertraut ist die anfängliche holprige Phase ein Klacks und ihr könnt schon bald eine tolle Stillbeziehung zu eurem kleinen Schatz aufbauen!

stillende Mutter

Ihr lauft aus: Fruchtwasser oder Urin?

Hin und wieder kann es vorkommen, dass sich eure Unterhose nass anfühlt. Jetzt gilt es Ruhe zu bewahren. In den allermeisten Fällen handelt es sich um Urin. Grade im letzten Schwangerschaftsdrittel ist euer Beckenboden teilweise überlastet. Beim Niesen, Lachen, Husten oder einfach über Nacht kann es vorkommen, dass ihr tröpfchenweise auslauft. Ist der Ausfluss allerdings eher schwallartig und könnt ihr ihn mit dem Beckenboden nicht aufhalten, solltet ihr schnell einen Arzt aufsuchen, da es sich eventuell um einen Riss in der Fruchtblase handeln könnte. Wenn ihr euch trotzdem nicht sicher seid und Sorgen macht, besorgt euch Lackmuspapier. Legt es in die Flüssigkeit, wenn es blau wird, ist es Fruchtwasser. Dann ist der Gang zum Frauenarzt unbedingt notwendig.

Kleiner Tipp: Dreht beim Niesen und Husten euren Oberkörper zur Seite, das bewirkt Wunder.

Worüber niemand redet: Dammmassage

Falls noch nicht geschehen, solltet ihr ab jetzt euren Damm auf die Strapazen der Geburt vorbereiten. Mit einem speziellen Dammmassageöl massiert ihr regelmäßig den kurzen Steg zwischen Scheide und After. Das soll diesen weich und dehnbar machen, damit er während der Geburt nicht reißt.

Für die Dammmassage nehmt ihr einfach reichlich Öl auf eure Finger und führt die Daumenspitze in die Scheide ein. Mit den Fingern streicht ihr in kreisenden Bewegungen über den inneren und äußeren Dammbereich. Als nächstes führt ihr den ganzen Daumen ein und schiebt mit ihm beim Ausatmen in Richtung After. Das könnt ihr mehrmals wiederholen, gern auch in alle Richtungen. Zum Abschluss massiert ihr den Damm zwischen Scheide und After sanft. Dabei dürft ihr keine Schmerzen verspüren. Sollte euch etwas wehtun, dann lasst das einfach aus. Ihr könnt euch auch vertrauensvoll an eure Hebamme oder euren Frauenarzt wenden.

Fitness

Immer nur Ausruhen und vieles Liegen kann auch anstrengend sein. Ihr fühlt euch vielleicht ein wenig eingerostet. Die meisten Frauen beginnen deshalb in dieser Phase ihrer Schwangerschaft mit Yoga und Pilates. Diese Sportarten sind geprägt durch ruhige und sanfte Bewegungsabläufe.

Auch regelmäßige Schwimmbadbesuche werden eine Wohltat für euch sein. Das Wasser nimmt euch die größte Last ab und ihr werdet euch für den Moment leicht und unbeschwert fühlen.

Euren Füßen wird es nicht so sehr gefallen, aber ausgedehnte Spaziergänge an der frischen Luft sind gut für Körper, Geist und Seele. Vielleicht habt ihr ja  eine schwangere Freundin, mit der ihr zusammen den inneren Schweinehund überwinden und Spazieren gehen könnt.

Tipp: Lest euch dazu auch unseren Ratgeberartikel Fitness in der Schwangerschaft durch – dort haben wir alle Tipps, Empfehlungen und No Go’s ausführlich beschrieben.

Die Entwicklung eures Babys

Spätestens bis zur 32. Schwangerschaftswoche steht die letzte große Ultraschalluntersuchung an. Ihr werdet euch wundern, wie groß euer Würmchen geworden ist. Hat es doch letztes Mal noch fast vollständig auf das Ultraschallbild gepasst, so können jetzt nur einzelne Körperausschnitte unter die Lupe genommen werden. Lasst euch die einzelnen Ausschnitte gut von eurem Frauenarzt erklären. Vielleicht könnt ihr auch noch einen Blick auf das Gesichtchen eures Babys erhaschen!

Gewicht und Größe

Euer Spatz hat nun ungefähr eine Länge von 42-43 Zentimetern und wiegt zirka 1500-1800 Gramm. Bis zur Geburt könnt ihr ungefähr 150-200 Gramm pro Woche rechnen. Also eine Verdopplung des Gewichts ist noch drin.

Lungenreifung

Euer Baby hat seine Lungen nun schon fast vollständig entwickelt. Es produziert in großen Mengen das Surfactant. Das ist ein Oberflächenprotein (Tensid), welches dafür da ist, die Lungen am Zusammenfallen und Zerkleben zu hindern. Sollte euer Kleines jedoch jetzt schon zur Welt kommen, so muss trotzdem ein Mittel zur Lungenreifung verabreicht werden. Höchstwahrscheinlich produziert es nämlich noch nicht genug Surfactant. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Lungenbläschen kollabieren und nicht mehr am Gasaustausch teilnehmen können. Euer Kleines erleidet einen Sauerstoffmangel und Atemnot und muss intubiert und künstlich beatmet werden.

Kindsbewegungen

Wie im Beitrag der Schwangerschaftswochen 29/30 bereits geschildert, werden die Bewegungen eures Babys immer häufgier. Diese spürt ihr zwar nicht mehr so häufig, wenn ihr sie aber doch wahrnehmt, dann um so intensiver. Da es eventuell schon mit dem Kopf im Becken liegt, können euch Tritte nach oben, also ins Zwerchfell, auch gerne mal die Luft abschneiden.

Süße Vorstellung: Wahrscheinlich fällt euch zudem ab und zu mal ein rhythmisches Zucken in eurem Bauch auf. Warum? Euer Baby hat Schluckauf. Man vermutet das passiert wenn es zu viel Fruchtwasser schluckt.

Schlafrhythmus

Euer Krümel hat auch schon einen schönen Schlaf-Wach-Rhythmus entwickelt und ist jetzt ungefähr 15-20 Stunden am Tag im Schlummerland unterwegs. Beneidenswert oder?

Reflexe

In den Wachphasen übt das kleine Würmchen fleißig Greifen und Atmen und bildet weitere Reflexe aus. Ihr werdet feststellen, dass es immer, wenn es Essen gab, besonders aktiv ist. Das hat mit dem Anstieg eures Blutzuckerspiegels zu tun, der ja auch an euer Baby übertragen wird.

Obstsalat: Fötusgröße im Vergleich

Wie eine schöne große Ananas  so groß ist euer Baby jetzt ungefähr.

Ananas, Fötusvergleich 31./32. Schwangerschaftswoche

Hypnobirthing – eine Überlegung wert?

Bestimmt habt ihr euch schon viele Gedanken gemacht, wie und wo ihr eure Geburt gestalten wollt. Vielleicht habt ihr euch sogar schon in einem Krankenhaus angemeldet. Oder ihr habt eine tolle Hebamme und möchtet es im Geburtshaus, oder gar in den eigenen vier Wänden probieren.

Vielleicht habt ihr im Zuge dieser ganzen Überlegungen auch schon vom Hypnobirthing gehört. Spezielle Techniken, die euch helfen sollen, die Geburt so schmerzarm wie möglich zu erleben. Der Ansatz des Hypnobirthing geht nämlich davon, dass Wehen keine Schmerzen auslösen und nur durch das Gerede Anderer als schmerzlich erwartet werden. Wir verkrampfen, sind angespannt und haben Angst. Eine schmerzvolle Geburt ist so vorprogrammiert.

Die 31./32. Schwangerschaftswoche ist perfekt für einen Start des Hypnobirthing Kurses. Ihr hört positive Geschichten, lasst eure Gedanken auf Reise gehen und erlernt Meditationstechniken, die die Angst vor der Geburt nehmen sollen. Während der Geburt greift ihr auf das Erlernte zurück und könnt euch so in einen tranceartigen Zustand versetzen, der euch eine schmerzarme Geburt beschert.

Natürlich „erlebt“ jede Frau die Geburt anders und verschiedene äußere Faktoren tragen zum Verlauf bei. Manche Faktoren können wir auch gar nicht beeinflussen. Hypnobirthing versucht aber die beeinflussbaren Faktoren so zu drehen, dass sie zu unseren Gunsten stehen und uns weniger Schmerzen erleiden lassen. Wer hier tiefer ins Detail gehen möchte, dem empfehlen wir den Hypnobirthing Kurs einfach durchzuführen. Auch ein erstes Einlesen in das Thema, kann schon zu ersten Erfolgen führen. Marie F. Mongan veröffentlichte das Konzept 1989 als Erste. In ihrem Buch „HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt: Die Mongan-Methode – 10000fach bewährt! Mit Audio-CD!“ erfahrt ihr mehr!


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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