Babybauch

35./36. Schwangerschaftswoche

It’s the final countdown! Summt die Melodie im Kopf und freut euch, denn ihr habt nur noch ungefähr 6 Wochen vor euch. Vielleicht auch mehr oder weniger. Wer weiß das schon so genau? Niemand! Weder euer Frauenarzt, noch euer Baby werden euch sagen können, wann der Tag aller Tage sein wird.

Wenn ihr noch keinen Urlaub vorher oder sogar ein Beschäftigungsverbot hattet, dürft ihr es euch ab sofort daheim gut gehen lassen: Willkommen im Mutterschaftsurlaub! Endlich Zeit für euch, für euren Partner, für euer Baby. Auch wenn euch alles schwer fällt und ihr an manchen Tagen keine Lust habt raus zu gehen, jetzt habt ihr noch genügend Zeit, eure Zweisamkeit zu genießen. Geht ins Kino, oder ins Restaurant, trefft euch mit Freunden, geht shoppen, faulenzt auf der Couch, lest ein Buch. Die Zeit bis ihr euren kleinen Liebling im Arm haltet, vergeht jetzt wie im Flug!

Euer Körper

Man sagt immer, eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Darüber könnt ihr vielleicht nur lachen. Die Schwangerschaftsbeschwerden, bringen euch an eure Grenzen und am liebsten würdet ihr den ganzen Tag jammern. Denn es darf ruhig jeder wissen, dass schwanger sein eine große Belastung für Körper und Geist ist. Für die meisten werdenden Mamas sind Sodbrennen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, unruhige Füße und Hämorrhoiden ständige Begleiter in der Schwangerschaft. Wieso sollte sich Frau also die Zähne zusammenbeißen und aushalten, wenn beim Mann eine einfache Erkältung schon das große Aus bedeutet? Mädels, ihr habt es bald geschafft. Hier noch einige Infos, die euch die Geburt und den Umgang mit eurem Körper danach erleichtern sollen.

Gebärmutter und Gebärmutterhals

Stellt euch eine Glühbirne vor und dreht sie so, dass sie falsch herum steht. Der gewölbte obere Teil aus Glas ist eure Gebärmutter, darin liegt euer Baby. Das Gewinde soll in diesem Beispiel den Gebärmutterhals oder Zervix darstellen. Zwischen der Gebärmutter und dem Gebärmutterhals, also zwischen dem Glaskörper und dem Gewinde, gibt es eine schmale Stelle, die Gebärmutterenge, oder auch Isthmus genannt. In der Frühschwangerschaft, hat diese Gebärmutterenge keine Bewandtnis. Sie geht mit dem Gebärmutterhals ineinander über und ist von außen gar nicht zu differenzieren. In der Zeit um die 36. Woche (wie immer bei manchen früher, bei manchen später, bei einigen sogar erst kurz vor der Geburt), werdet ihr Senkwehen bekommen. Mit diesen Senkwehen entfaltet sich die Gebärmutterenge und euer Baby kann tiefer ins Becken rutschen. Mit diesem „Tieferrutschen“ ändert sich auch eure Bauchform. Außerdem bringt es auch etwas Positives mit sich, ihr könnt endlich wieder entspannt durchatmen.

Beckenboden

Stellt euch vor, ihr müsst dringend auf die Toilette und spannt eure inneren Muskeln an, damit nichts entwischt. Genau diese Muskeln gehören zum Beckenboden. Anatomisch betrachtet, besteht euer Beckenboden aus drei Muskelschichten. Von Scheide bis zum After, sieht sich die kleinste Muskelschicht wie eine 8. Die zweite Muskelschicht verläuft quer zu euren Sitzhöckern. Die dritte Schicht ist die Größte und zieht sich wie ein Fächer vom Schambein zum Kreuzbein. Sie ist außerdem mit der Rücken- und Bauchmuskulatur verbunden. Euer Beckenboden soll eurer Körpermitte Stabilität geben. Ist er allerdings untrainiert, wird er schlaff und gibt nach.

Eine Schwangerschaft und die anschließende Geburt ist eine reine Strapaze für euren Beckenboden. Etwa in der 35./36. Schwangerschaftswoche bewirkt das Schwangerschaftshormon Relaxin und das Gewicht eures Babys, dass sich die Gelenke eures Beckens weiten. Ein leichtes Ziehen in diesem Bereich ist also vollkommen normal. Euer Körper bereitet sich also auf die Schwangerschaft vor. Tut ihr aktiv auch etwas für euch, genauer gesagt für euren Beckenboden. Mit dieser Phase kommt es nämlich verstärkt vor, dass ihr Urin verliert. Es schadet nichts, das Beckenbodentraining, das ohnehin nach der Geburt ansteht, jetzt schon zu starten.

  • bei Husten, Niesen oder Lachen, den Beckenboden anspannen und den Oberkörper zur Seite drehen
  • versucht eure Blase immer komplett zu entleeren
  • Trinken ist trotz allem unabdingbar und auch in ausreichenden Mengen sehr wichtig
  • versucht mal ruhig zu atmen und beim Ausatmen die Muskeln eures Beckenbodens anzuspannen, ohne eure Schultern zu heben
  • diese Übung könnt ihr überall machen, denn euch sieht niemand an, dass ihr euren Beckenboden trainiert 😉
  • am Anfang wird es euch schwer fallen, Atmung und Anspannung zu koordinieren, aber mit der Zeit werden die zwei Komponenten mit euch ein eingespieltes Team, dann könnt ihr die Übung steigern:
  • die Spannung der Muskeln halten, während ihr weiter ein- und ausatmet.
  • die Bauchmuskeln, vor allem die oberen haben nichts mit dieser Übung zu tun
  • verliert ihr die Kontrolle zwischen Atmung und Anspannung, beginnt von vorne

Baby Blues

Wir haben in den vergangenen Schwangerschaftswochen schon oft darüber berichtet: Der Baby Blues. Manche Mamis kennen dieses Gefühl schon aus der Schwangerschaft. Durch die vielen Hormone in eurem Körper spielen eure Gefühle und Gedanken manchmal verrückt. Das ist völlig normal! Den richtigen Baby Blues werdet ihr um den 3. Tag nach der Geburt erleben. Nichts ist mehr so wie es war und das ganz plötzlich. Eure Hormone verändern sich (das betrifft vor allem ein Stopp der Ausschüttung der glückseligen Schwangerschaftshormone) und die Milchproduktion beginnt. Ihr fühlt euch von der Geburt noch berauscht, habt euch schon mit eurem kleinen Wunder angefreundet. Gleichzeitig aber seid ihr erschöpft und emotional aufgerieben. Ihr landet in einem Stimmungstief, seid launisch, weinerlich oder habt sogar Angst, dass ihr eurer Rolle als Mama nicht gerecht werden könnt. Willkommen im Baby Blues. Und dieser findet ausgerechnet am dritten Tag statt, genau der Tag, an dem die meisten aus dem Krankenhaus entlassen werden. Sehr aufregend ist das alles! Dieses Wirrwarr in eurem Kopf ist ganz normal und sollte nach einigen Tagen wieder verschwindet. Tipp: Bereitet vielleicht jetzt schon mal euren Partner auf die Zeit nach der Entbindung vor. Dieser kann eure Gefühle vielleicht nicht ganz verstehen und Männer sind sowieso leicht überfordert, wenn ihre Frauen gefühlstechnisch nicht ganz auf der Höhe sind. Eine kleine Vorwarnung ihm gegenüber wäre fair und erleichtert euch beiden so Einiges. Halten die Baby Blues Symptome über einen längeren Zeitraum an, oder werden sogar intensiver, vertraut euch einem Arzt an. Wochenbettdepressionen sind keine Seltenheit und eine Behandlung wird euch helfen, wieder klar zu denken.

Pärchen im Urlaub mit Babybauch

Entwicklung eures Babys

Euer Baby ist komplett! Sollte es sich jetzt schon auf den Weg machen, wird es in den meisten Fällen nicht mehr aufgehalten. Auch das Verabreichen von Lungenreifemittel ist nun meistens nicht mehr notwendig. Die Lungen haben genügend Surfactant produziert, sodass die Lungen eigenständig euer Kleines mit Sauerstoff versorgen können.

Größe und Gewicht

Euer Würmchen misst jetzt ungefähr 46 bis 47 Zentimeter und bringt 2450 bis 2750 Gramm auf die Waage. Bis zur Geburt wird es noch etwas an Gewicht zulegen. Auch der ein oder andere Zentimeter wird noch hinzukommen.

Was euer Baby jetzt schon kann?

Noch nicht mal das Licht der Welt erblickt, hat euer Baby schon eine Reihe von Fähigkeiten und körperliche Funktionen fertig ausgebildet, die es auf das Leben da draußen vorbereiten:

  • Nieren sind entwickelt
  • Leber ist entwickelt und arbeitet bereits
  • im Darm lagert sich immer mehr Kindspech an
  • sein Immunsystem funktioniert unabhängig eurer Abwehrkräfter
  • Bewegungen kann es immer besser koordinieren
  • ausgeprägte Sinneswahrnehmungen
  • Ausbildung von Reflexen, zum Beispiel wendet es sich dem Licht zu
  • es träumt bereits und die Rapid Eye Phase, das ist die Schlafphase mit hoher Traumaktivität ist bereits vorhanden
  • seine Körpertemperatur regelt es so gut es geht selbst
  • seine Haut ist glatter geworden und der Körper insgesamt fülliger

Kindspech

Das heißt nicht etwa, dass euer Kleines Pech haben wird. Nein, als Kindspech wird die dunkle, zähe Masse bezeichnet, die sich jetzt über die Zeit im Darm ansammelt. Das ist eine Mischung aus: Haut- und Schleimhautzellen, verschluckten Haaren, Käseschmiere und eingedickter Galle. Dieses Gemisch wird es in den ersten 24, spätestens 48 Stunden seines Lebens ausscheiden.

Tipp: Sollte das Kindspech auf der Haut landen, sollte es sofort entfernt werden, da es sich nach dem Eintrocknen nur noch schwer abrubbeln lässt.

Obstsalat: Fötusgröße im Vergleich

Langsam haben wir die Königsklasse an der Größe von Obst und Gemüse erreicht. Momentan habt ihr symbolisch gesehen einen Kohlkopf in eurem Bauch. Bis zur Wassermelone ist noch Luft nach oben.

Kohlkopf

Was ist, wenn es jetzt schon losgeht?

Wenn ihr eine Wehentätigkeit verspürt, die anders ist als bisher, regelmäßig und intensiver, oder Fruchtwasser verliert, dann macht euch auf den Weg ins Krankenhaus. Beziehungsweise ruft den Notdienst. Eins ist nämlich absolut wichtig: Liegt der Kopf eures Babys schon fest im Becken? Vermutlich hat der Frauenarzt oder eure Hebamme bei der letzten Untersuchung davon gesprochen? Falls nicht, fragt ihn unbedingt das nächste Mal. Sollte das Köpfchen noch nicht fest im Becken liegen, müsst ihr bei einem Blasensprung unbedingt den Rettungsdienst rufen.

Dieser sollte euch möglichst liegend, das Becken erhöht, in den Krankenwagen schaffen und auch so ins Krankenhaus bringen. Grund ist, dass bei einer gerissenen oder gesprungenen Fruchtblase die Nabelschnur unter das Baby geraten kann. Besonders hoch ist die Gefahr eben, wenn sich das Köpfchen eures Kindes noch nicht fest im Becken befindet. Das Fruchtwasser lässt durch sein schwallartiges Austreten einen Sog entstehen, der wie ein Strudel alles mitreißt, wie zum Beispiel die Nabelschnur. Diese Information kann also Leben retten, denn wenn die Nabelschnur unter euer Baby rutscht, wird diese durch das Gewicht des daraufliegenden Kindes abgeklemmt und kann es nicht mehr mit Sauerstoff versorgen. Dann zählt jede Minute. Ihr müsst also versuchen, solltet ihr euch in solch einer eher seltenen Situation wiederfinden, das Baby gar nicht erst nach unten (auf die Nabelschnur) rutschen zu lassen, sondern weit oben im Bauch zu positionieren. Das Kind wird dann sofort per Kaiserschnitt geholt.

Akupunktur?

Ab der vollendeten 36. Woche, könnt ihr mit einer 4-maligen Akupunkturanwendung starten. Eure Hebamme wird euch dazu beraten. Mehr Informationen dazu findet ihr in der 37./38. Schwangerschaftswoche.


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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