Baby mit Haarreif

37./38. Schwangerschaftwoche

Ihr habt es fast geschafft, hr seid mit der 37./38. Schwangerschaftswoche nun im Endspurt angekommen. Nun beginnt der zehnte Schwangerschaftsmonat. Ein Säugling, der nach der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird, gilt nicht mehr als Frühchen. Ihr könnt euch also freuen, auch diese Hürde bewältigt zu haben.

Übrigens: Die meisten Kinder werden etwa in einem Zeitraum von 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach dem errechneten Entbindungstermin geboren. Die Entbindung kann also jeden Moment losgehen – es kann aber auch noch einige Wochen dauern. Viele von euch werden diesen Moment natürlich sehnlichst erwarten. Zum einen, um den Beschwerden der späten Schwangerschaft zu entgehen, zum anderen um euren kleinen Schatz endlich in den Armen halten zu können.

Wichtige Information: Solltet ihr einen Kaiserschnitt planen, oder durchführen müssen, wird dieser meistens in der 38. SSW durchgeführt.

Euer Körper

Euer Schatz liegt in den meisten Fällen ab der 37. SSW bereits fest im Becken. Das heißt, es ist bestens für die Geburt vorbereitet.

Anzeichen der Geburt

Um sich ein wenig vorstellen zu können, wie es sich anfühlt, wenn die Geburt beginnt, geben wir euch hier ein paar Orientierungspunkte:

  • das Platzen der Fruchtblase – Die Geburt steht eindeutig bevor, macht euch sofort auf den Weg ins Krankenhaus
  • Der Muttermund wird sich öffnen, bis zu 10 cm! Keine Sorge, dass kann eure Hebamme oder euer Arzt feststellen
  • Starke Wehen mit kurzen Abständen

Das Platzen der Fruchtblase

Viele Frauen fragen sich immer wieder, wie es sich wohl anfühlt wenn die Fruchtblase platzt. Sie haben irgendwie Angst, das Ereignis zu verpassen. Oftmals fragen sie sich ob das Scheidensekret vielleicht schon etwas Fruchtwasser ist. Vielleicht handelst es sich hierbei auch um Urin.

Keine Sorge – Das Ereignis werdet ihr bestimmt nicht verpassen. Ganz selten kommt es vor, dass es aus der Fruchtblase ganz leicht vor der Geburt „tröpfelt“ und die Fruchtblase wegen der bevorstehenden Geburt ein Riss gekommen hat. Wirklich wirklich selten.

Das eigentliche Platzen könnt ihr nicht verpassen. Stellt euch einfach einen vollen Wassereimer oder großen Luftballon gefüllt mit Wasser vor. Ihr verliert -mit einem mal- einfach eine riesige Menge an Wasser! Im Übrigen ist es kein Muss, dass die Fruchtblase vor der Entbindung platzt. Oftmals wird sie auch während der Geburt von der Hebamme „gesprengt„. Auch das werdet ihr deutlich merken. Es tut nicht weh und gefährdet euer Kind auch nicht, aber ihr verliert sehr viel Wasser. Natürlich erklärt euch eure Hebamme auch immer, was genau sie tut. Also keine Sorge.

Nestbauinstinkt

Solltet ihr ihn noch nicht an euch entdeckt haben, tritt er doch oftmals in der 37. Schwangerschaftswoche ein – der Nestbauinstinkt. Die Wohnung und das Zimmerchen werden für den kleinen Engel vorbereitet. Es wird geputzt und gewaschen und gekauft. Es ist irgendwie etwas Beruhigendes und Schönes – die Vorfreude ist jetzt auch in der Wohnung vollkommen zu entdecken.

schlafendes Baby

Die Entwicklung eures Babys

Das Gewicht eures Babys liegt nunmehr um die 2.950  – 3.200 Gramm. Die Gewichtszunahme des Wonneproppens liegt zwischen 20 – 30 Gramm täglich.

Die Käseschmiere, über die ihr bereits bestens aus dem Artikel der 17./18. Schwangerschaftswoche Bescheid wisst, verschwindet so langsam.

Die erste feste Ausscheidung eures Babys nennt sich Kindspech. Es ist eine Zusammensetzung der im Darm gelagerten Sekrete und Substanzen zusammen mit er Käseschmiere. Die Verdauung des Säuglings setzt mit der Aufnahme der ersten Muttermilch ein.

Wusstet ihr ? Die sogenannten Senkwehen oder auch Übungswehen genannt, massieren euer Baby leicht und beruhigen es. Es ist als ob es wüsste, dass euer Körper perfekt für seine Geburt vorbereitet wird.

Entwicklung / Größe zum Geburtstermin?

Zur Geburt wiegen die kleinen Sprösslinge zwischen 2.700 – 3.800 Gramm. Ihr seht, das kann wirklich vollkommen unterschiedlich sein. Jungs sind meistens etwas größer und wiegen etwas mehr. Der Kopfdurchmesser beträgt derzeit etwa 10 cm.

Obstsalat: Fötusgröße im Vergleich

Euer Sprössling ist inzwischen ca. 49 – 50 Zentimeter groß. Es hat jetzt etwa die Größe einer Wassermelone.

Melone und Äpfel

 

Euer Bauch

Durch die Größe wird euer Bauch und vor allem eure Haut stark strapaziert. Durch die starke Dehnung der Haut kann ein unangenehmer Juckreiz entstehen.

Tipp: Eine Massage mit Massageöl hilft. Auch das Einreibung mit kühlem Apfelessig wird euch den Juckreiz nehmen.

Hausmittelchen und Hilfen

Wie auch oben schon erwähnt ist das kühle Apfelessig für den gespannten Bauch wohl eher ein kleines Hausmittelchen. Auch für die Vorbereitung der Geburt gibt es solche kleinen Tipps und Tricks von uns für euch.

Himbeerblätter-Tee

Es klingt komisch, aber es soll helfen. Achtet aber darauf, dass ihr nicht den einfachen Himbeerblätter-Tee aus dem Supermarkt holt, sondern tatsächlich in Form von Absud aus dem roten Himberblatt. Sollte eure Drogerie oder euer Supermarkt das nicht führen, fragt einfach in eurer Apotheke nach. Auch eure Hebamme wird euch bestimmt gerne darüber informieren.

Was bewirkt der Tee? Der Tee soll die Muskulatur der Gebärmutter stärken, dadurch solltet ihr schöne und gleichmäßige Wehen erhalten. Dadurch soll, laut führender Studien, die Austreibungsphase, also die Zeit der Presswehen kürzer verlaufen. Kurz gefasst, die Geburt soll einfacher und schneller für euch ablaufen.

Wichtig: Ihr solltet, falls ihr euch dafür entscheidet, den Tee ab jetzt regelmäßig trinken, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Der Tee ist jedoch kein Genussmittel! Es handelt sich hierbei wirklich um eine Arznei, wenn auch aus der Natur. Ihr solltet nicht mehr als drei Tassen am Tag trinken. Sollten sich Vorwehen verstärken, reduziert bitte die Dosis und sprecht mit eurer Hebamme.

Wann sollte kein Himbeerblätter-Tee getrunken werden?

Nicht in jeder Situation sollte der Tee getrunken werden. Solltet ihr einen Kaiserschnitt planen, ist definitiv davon abzuraten. Sollte euer erstes Kind per Kaiserschnitt geboren sein, euer jetziger Schatz soll aber auf dem „normalen Wege“ geboren werden, solltet ihr vorher auch mit eurer Hebamme sprechen. Solltet ihr Zwillinge oder Mehrlinge erwarten oder Vaginalblutungen haben, ist der Tee ebenfalls nicht zu empfehlen. Er sollte außerdem nicht vor der 34. SSW getrunken werden. Sprecht bitte mit eurer Hebamme.

Zubereitung: 25g getrocknete Himbeerblätter mit 600 ml kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Faustformel: einen Teelöffel Himbeerblätter pro Tasse.

Akupunktur

Die Akupunktur soll die Elastizität des Geburtskanals und des Muttermundes fördern. Beginnen könnt ihr damit 3-4 Wochen vor dem eigentlichen Entbindungstermin.

Was soll die Akupunktur bewirken?

Wie auch der Himbeerblätter-Tee soll die Akupunktur die Geburt an sich erleichtern und verschnellern. Der Gebärmutterhals soll sich direkt bei den ersten Wehen schneller öffnen.

Wie oft findet die Akupunktur statt?

Die Akupunktur wird von eurer Hebamme einmal die Woche durchgeführt. Die 37. Schwangerschaftswoche ist der letzte sinnvolle Zeitpunkt um damit zu beginnen. Am besten wäre es also schon eher damit anzufangen.

Die 4 Phasen der Geburt

Phase 1

Hier geht es mehr oder weniger noch um die Vorbereitung. Der Geburtskanal soll geöffnet werden. Der Muttermund soll sich ebenfalls öffnen, am Ende wird die Öffnung ca. 10 cm groß sein. Auch der Gebärmutterhals ändert sich. Er wird immer kürzer und weicher.
Das alles passiert bereits vor den ersten Wehen. Ein kleines Zeichen dafür ist das Lösen des Schleimpropfes. Wenn ihr nicht mehr genau wisst, was das ist, lest doch einfach in unserem Artikel über die 33./34. SSW darüber nach. Hier steht es nochmal wunderschön erklärt.

Phase 2

Einmal vor ab. Hierbei handelt es sich um die schwierigste Phase der Geburt. Die Phase beginnt wenn der Muttermund auf etwa 8 Zentimeter geweitet ist. Sie endet, wenn er die 10 Zentimeter erreicht hat. In dieser Phase werden die Wehen meistens weniger, dauern aber länger und sind daher schwerer „zu ertragen“. Denn darum geht es hierbei: Ihr müsst die Wehen aushalten und könnt noch nicht mit dem Pressen beginnen. Unter Schmerzen warten und ruhig bleiben ist wirklich nicht einfach. Daher ist es auch die schwierigste Phase. Viele Frauen durchleben in dieser Phase Gefühlsschwankungen von Wut zu Müdigkeit.

Wenn ihr die Schmerzen nicht mehr ertragen könnt, helfen euch homöopathische Mittel, Akupunktur, schmerzlindernde Medikamente (Meptid, Pethidin) oder – bei sehr starken Schmerzen – eine Epidural-Anästhesie.

Wie lange die Phase genau dauert, kann niemand sagen. Das ist bei jedem unterschiedlich. Zudem erfolgt oftmals der Blasensprung in dieser Phase.

Phase 3

Ab hier könnt ihr endlich mitarbeiten und das Warten hat ein Ende. Hierbei handelt es sich um die sogenannte Austreibungsphase. Euer Körper wird euch sagen – Es ist Zeit zum Pressen. Auch wenn es eure erste Geburt sein sollte, oftmals wisst ihr sogar vor den Hebammen, dass ihr diese Phase erreicht habt. Wenn ihr also das Gefühl habt unbedingt Pressen zu müssen – sagt ihr eurer Hebamme sofort Bescheid, sie wird dann euren Muttermund überprüfen und euch sagen, ob ihr loslegen dürft.

Zwischen den Wehen könnt ihr durchatmen. Es kann sein, dass wenn ihr während des Pressens die Luft anhaltet, ihr ein wenig „Sternchen“ seht. Keine Sorge, dass ist normal. Eure Hebammen werden euch gut durch diese Phase leiten.

Die Phase dauert meistens zwischen fünf und zwanzig Minuten. Sie sollte jedoch niemals länger als zwei Stunden dauern.

Phase 4

Während ihr euren kleinen Schatz in den Armen halten könnt, ist die Geburt noch nicht beendet. Es folgt die Nachgeburt. Ihr werdet immer noch Wehen haben, wenn auch nur schwach. Diese Wehen sorgen dafür, dass auch die Plazenta ausgestoßen wird.

Im Nachhinein zieht sich eure Gebärmutter stark zusammen, das soll starkes Nachbluten verhindern. Ihr werdet aber trotzdem noch einige Wochen nach der Geburt ziemlich viel bluten. Sobald euer Schatz zum stillen angelegt wird, produziert euer Körper außerdem starke Hormone, die das Abstoßen der Plazenta unterstützt.

Baby

Was es noch Interessantes zu wissen gibt:

Vielleicht wusstet ihr es nicht: Euer Bauch ist nach der Geburt nicht sofort wieder flach. Bis  zu einige Wochen nach der Geburt werdet ihr wohl so aussehen, als seid ihr noch im 6. Monat schwanger. Das Bindegewebe wurde schließlich stark beeinflusst und muss nunmehr seine Arbeit tun.

Ihr werdet noch einige Wochen nach der Geburt stark bluten. Diese Blutungen nennen sich Wochenfluss und werden sich im Laufe der Zeit verändern und weniger werden. Eure Hebamme wird das Ganze „überwachen“. Hierzu stellt sie euch meistens Fragen nach Aussehen und Konsistenz. Solltet ihr dabei Angst haben wird sie euch sicherlich gut über das Wochenbett aufklären. Weil die Infektionsgefahr sehr hoch ist, solltet ihr in dieser Zeit nicht Schwimmen oder Baden gehen, keine Tampons benutzen und keinen Geschlechtsverkehr haben. Eure Hebamme wird euch auch über bestimmte Bäder informieren um euch zu reinigen. Damit ist nicht gemeint ihr legt euch in die Badewanne, sondern ihr lasst eine Mischung aus warmen Wasser, Honig und Lavendel oder Kamille über euren Unterleib und zwischen den Beinen her bei jedem Stuhlgang fließen. Diese Dinge könnt ihr euch auch schon vor der Geburt besorgen!


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.

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