Schwangerschaftsbauch mit Strickschuhen drauf

Die 39./40. Schwangerschaftswoche

Wahrscheinlich kommen viele gar nicht bis zu diesem Artikel über die 39./40. Schwangerschaftswoche. Viele haben bereits vorher entbunden. Wenn ihr euer Würmchen noch nicht in den Händen haltet, lasst euch gesagt sein: Nicht mehr lang! Ihr habt es fast geschafft ♥ Nun kann es sich wirklich nur noch um wenige Tage handeln.

Wie ihr bereits wisst, ist euer errechneter Geburtstermin ja nur ein Anhaltspunkt. Babys die 10 Tage vor oder 10 Tage nach diesem Termin zu Welt kommen, gelten als termingerecht.

Ihr habt sicherlich ständig Angst, dass es in einem sehr ungünstigen Moment losgeht, richtig? Zum Beispiel, dass die Fruchtblase platzt, wenn ihr grade im Supermarkt steht. Oder dass ihr dringend ins Krankenhaus müsst, wenn euer Mann geschäftlich unterwegs ist… es gibt sicher noch mehrere Zeitpunkte, die nicht ganz passend sind, außerdem wollt ihr doch noch die Kuscheldecke fertig genäht, das Buch über Babys erstes Jahr zu Ende gelesen und natürlich das Kinderzimmer komplett eingerichtet haben. Die ToDos vor der Geburt nehmen ein ganz schön großes Ausmaß an. Mal davon abgesehen, dass ihr euch grade jetzt nicht so viel zumuten solltet, genießt die Zeit und lasst euch auf keinen Fall stressen. Ihr und euer Baby seid wichtig, alles andere kann warten!

Euer Körper

Eigentlich gibt es keine großartigen Veränderungen in eurem Körper. Klar, die Schwangerschaftsbeschwerden, die ihr bisher hattet, werden bis zur Geburt bleiben. Vielleicht habt ihr sehr stark mit Wassereinlagerungen zu tun.

runder babybauch

Karpaltunnelsyndrom: Wenn die Hände dick werden

Wenn ihr Probleme mit Wassereinlagerungen habt, ihr viel zugenommen habt oder verstärkt an Rückenschmerzen leidet, dann kann es euch auch treffen, das Karpaltunnelsyndrom. Viel Flüssigkeit in den Händen, lässt diese anschwellen und auf den Karpal-Tunnel drücken. Taubheit, Schmerzen und mangelnde Koordination der Finger sind die Folge. Normalerweise ist das Karpaltunnelsyndrom nichts Ernsthaftes und verschwindet nur wenige Tage bis Wochen nach Der Geburt von alleine. Dem Entgegenwirken könnt ihr mit einer guten Ernährung. Viel Obst und Gemüse, Ballaststoffe und Proteine, wenig Zucker, Salz und Fette. Wie immer ist auch Trinken das A und O, mindestens 8 Gläser Wasser pro Tag. Wenn es euch trotzdem erwischt hat, sprecht mit eurer Hebamme, wahrscheinlich hat sie eine natürliche Lösung parat.

Tipp: Zur ersten Linderung hilft es eure Hände in eine Schüssel mit eiskaltem Wasser zu halten. Auch das nach oben halten der Hände oder eine sanfte Massage können das Blut und die Flüssigkeit zirkulieren lassen.

Kann man selber nachhelfen und die Wehen fördern?

Genau jetzt hört ihr sicher von allen Seiten schlaue Sprüche a la „Trink ein Glas Wein“, „Nimm ein Vollbad“ oder „Geschlechtsverkehr hat bei mir auch geholfen, dass das Baby kam“. Wein zu trinken, wurde früher tatsächlich empfohlen. Heute ist man schlauer und weiß, dass Alkohol dem Baby schadet, also Finger weg! Ihr wartet und wartet und wartet, da ist es nur verständlich, dass ihr selber ein wenig nachhelfen möchtet. Denn nun zieht sich die Zeit in die Länge wie Kaugummi. Ein Wundermittel „zur Einleitung“ gibt es nicht, denn unser Körper lässt sich nicht austricksen. Meistens ist es sogar so, dass sehr akribische Frauen, die alles ausprobieren um das Kind rauszujagen, damit bestraft werden, dass sich die Geburt noch weiter nach hinten verschiebt.

Viele Versuche Wehen auszulösen, können eine lange Geburt mit schlechtem CTG, Saugglocke, Zange oder Dammschnitt begünstigen. Im schlimmsten Fall könnte sogar ein Kaiserschnitt anstehen. Wenn ihr euch so gar nicht mehr gedulden könnt, oder gar ein Einleitungstermin ansteht, dann versucht bitte nur harmlose Tricks aus. Sprecht sie mit eurer Hebamme ab. Seht von Alkohol und Abführmitteln ab!

Die Tricks werden vermutlich auch nur den fehlenden Anreiz schaffen wenn Mutter und Baby bereit sind, also eher wehenbegünstigend sein als wehenfördernd:

  • lange Spaziergänge
  • Treppensteigen
  • Bauchtanz 🙂
  • warmes Bad in der Badewanne
  • Sex, es heißt Spermien sind wehenfördernd
  • Homöopathische Mittel – fragt eure Hebamme
  • Reflexzonenmassage und Akupunktur – die Hebamme hilft euch weiter
  • Zimt, Nelken und Ingwer

Medizinische Stimulation der Wehen

Manchmal kann eine Geburt sehr lange dauern. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • ungünstige Lage des Babys
  • schwache Wehen
  • Becken der Mama nicht optimal
  • Angst
  • psychische Anspannung

Schaut es also nach einer sehr langen Geburt aus, könnte der behandelnde Arzt oder eure Hebamme eingreifen und den Muttermund manuell stimulieren, um so die Wehen zu fördern. Ziel ist es, die Hormone, die für die Eröffnungswehen verantwortlich sind, freizusetzen. Auch das Zerplatzen lassen der Fruchtblase, kann Hormone freisetzen, die die Geburt vorantreiben.

Wenn es nicht richtig vorangeht und ihr bereits sehr erschöpft seid, oder die Herztöne eures Babys nicht mehr zufriedenstellend sind, können wehenfördernde Medikamente gegeben werden:

  • Prostaglandine als Vaginalzäpfchen oder Gel: darauf können heftige Wehen folgen
  • Wehentropf aus Syntocinon (Version des Still- und Kuschelhormon Oxytocin): schlagartige Steigerung der Wehentätigkeit und Wehenschmerzen. Es wird zur PDA geraten
  • naturheilkundliche Verfahren durch Hebammen um Geburtsstart und Verlauf zu fördern

Darüber hinaus sind natürlich auch noch andere Faktoren wichtig. Ganz einfach aber ebenso wirksam, kann auch eine Positionsänderung sein. Wichtig ist auch dass ihr gestärkt seid, also essen (kleine Snacks) und trinken nicht vergessen!

Vor allem was die psychische Anspannung betrifft, spielen auch auch euer Partner, Freundin oder Mutter (je nachdem wen ihr mit dabei haben möchtet) sowie liebevolles Geburtspersonal eine bedeutsame Rolle. Denn all diese Menschen dienen eurer Unterstützung und bestenfalls auch eurer Entspannung.

PS: Wenn ihr euch schon vorher viele Gedanken macht und Angst vor der Geburt verspürt, lest unsere Hinweise zum Hypnobirthing in Schwangerschaftswoche 31./32.

Wie lange wird meine Geburt dauern?

Darüber wird sich jede Mama Gedanken machen, hat man ja doch schon viele Horrormärchen von 30 Stunden andauernden Geburten gehört. Letztendlich kann euch das niemand vorher sagen, warum also verrückt machen? Als Geburtsbeginn wird der Zeitpunkt genannt, wenn die Wehen starten, die die Öffnung des Muttermundes bewirken. Normalerweise verringert sich die Dauer der Geburt auch, je mehr Babys eine Frau schon bekommen hat. Das heißt, dass es beim ersten am Längsten dauern kann. Durchschnittlich kann es ca. 10-15 Stunden dauern, aber auch weitaus weniger oder mehr sind möglich. Egal wie lang, ihr schafft das! Das haben schon ganz Andere geschafft!

Die Entwicklung eures Babys

Ab der 40. Schwangerschaftswoche findet alle zwei Tage eine Untersuchung beim Frauenarzt statt. Es wird überprüft ob die Versorgung des Kindes weiterhin gewährleistet ist, das Fruchtwasser ausreichend und OK ist und am CTG wie es mit der Wehentätigkeit und den Herztöne des Kindes aussieht.

Neugeborenes Baby

Größe und Gewicht

Die Länge eures Würmchens hat sich in den letzten Wochen immer langsamer vergrößert und kann zwischen 49-51 Zentimeter betragen. Das Gewicht wird ungefähr zwischen 3000 und 3500 Gramm liegen. Der Unterschied zu anderen Babys kann grade jetzt zum Schluss ziemlich groß sein. Es gibt kleine zarte Babys, die termingerecht grade mal 3000 Gramm auf die Waage bringen und große schwere, die auch gut über 4 Kilogramm wiegen. Macht euch keine Gedanken, euer Kleines ist genau so groß und schwer wie es sein möchte.

Lage und Position

Laut Lehrbuch sollte euer Baby jetzt mit dem Kopf nach unten, fest im Becken liegend und Blick zu eurem Rücken gerichtet liegen. Aber in den vergangenen Wochen habt ihr ja schon viele Problemstellungen kennen lernen dürfen, die so auch nicht im Lehrbuch stehen. Deshalb heißt auch hier die Devise, macht euch keine Gedanken. Rausgekommen sind sie bisher alle. Klar wünscht sich jede Mami eine komplikationslose einfache Geburt aber das kann leider niemand beeinflussen. Fakt ist, dass euer Würmchen sicherlich großen Platzmangel hat und kaum Spielraum für Bewegungen hat. Es wird zusammengerollt mit angezogenen Beinchen und verschränkten Armen in eurem Bauch kauern. Genau so wird es in der ersten Zeit auch außerhalb eures Bauches noch liegen ♥.

Obstsalat: Fötusgröße im Vergleich

Ein großer Halloweenkürbis mit ganz süßem Gesichtchen befindet sich in eurem Bauch. Natürlich nur symbolisch gesehen 😉 Aber die Größe eines Kürbis hat euer Baby nun ungefähr erreicht!

Baby schaut Halloweenkürbis an

Was erlebt mein Baby bei der Geburt?

Das ist eine sehr gute Frage, es kann sich wohl kaum noch jemand an seine eigene Geburt erinnern, um zu berichten, wie das war. Heutzutage weiß man, dass euer Baby auf alle Fälle schon ein fühlendes und voll erlebendes kleines Menschlein ist. Im Bauch lernt es die Gefühlswelt seiner Mama kennen und nimmt lange vor und während der Geburt alles auf seine Weise wahr. Forscher meinen sogar, dass Babys vor und nach der Geburt ihre sensibelste Lebenszeit erleben. In dieser Zeit wird das Menschlein komplett geprägt, seine Gefühle und sein Bewusstsein, seine Emotionen, sein Denken und auch die Bindung zu anderen Menschen. Somit wissen wir, dass es die Geburt in vollstem Ausmaß mitbekommt. Wie mag das wohl sein? Die Eröffnungswehen bewirken eine Kontraktion der Gebärmutter, die das Baby massieren und es immer weiter nach unten drücken. Mit aller Kraft schiebt es sich in den Geburtskanal und die Geburt beginnt. Viele Babys schreien, jammern, seufzen wenn sie das Licht der Welt erblicken. Was sie wohl denken? Denkt daran, es war 9 Monate lang bei euch im Bauch, hat mit euch gefühlt und die Schwangerschaft erlebt. Eine außerplanmäßige Geburt oder Trennung von der Mama, wäre jetzt nicht im Sinne eures Kleinen.

Folgende Faktoren, können die Kleinen verstören oder sogar traumatisieren:

  • Geburtshilfsmittel wie Zange oder Saugglocke
  • Medikamente (schmerzstillend oder wehenfördernd)
  • eine verfrühte Trennung von der Mutter: Frühgeburt
  • Kaiserschnitt
  • eine lange schwere Geburt, mit Komplikationen
  • lieblose Behandlung bei Blutentnahme und Untersuchungen
  • sofortige Trennung von der Mutter

Leider könnt ihr manche Punkte nicht beeinflussen. Bei der Geburt zählen die Gesundheit von Mutter und Kind und das wird jeder Arzt und jede Hebamme mit allen Mitteln versuchen. In Deutschland kommen nur ca. 8% der Babys ohne jegliche dieser Hilfsmittel zur Welt. Auch euer Verhalten, wenn ihr traurig über den Ablauf der Geburt seid, oder euch selbst Vorwürfe macht, kann dem Baby gegenüber negativ sein. Kopf hoch und macht das beste draus!

Zum genauen Ablauf eines Kaiserschnitts informieren wir euch in den Schwangerschaftswochen 41./42. ausführlich!


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

Kommentar verfassen

Bild zum Kommentar hinzufügen (JPG, PNG)