Rosa und blau Babyschuhe

9./10. Schwangerschaftswoche

Ab der 9. SSW. seid ihr offiziell im 3. Monat schwanger! Eine Schwangerschaft ist ein echtes Wunder. Es ist immer wieder faszinierend, wie schnell sich der Embryo im Mutterleib verändert und entwickelt. In jeder Schwangerschaftswoche, so auch in der 9. und 10. SSW, erwarten die werdenden Eltern neue Dinge, die dafür sorgen, dass die Schwangerschaft zu keiner Zeit auch nur im Ansatz langweilig ist.

Euer Körper

In der SSW 9/10 steht für viele Frauen die erste große Vorsorgeuntersuchung an. Hierbei gilt es, sowohl die Mutter als auch das ungeborene Kind auf Herz und Nieren zu prüfen. Freut euch auf diese Untersuchung, sie wird euch viele neue Erkenntnisse über euer Kind und eure Schwangerschaft liefern. Bei der ersten großen Vorsorgeuntersuchung wird unter anderem Folgendes untersucht und festgehalten:

  • Gewicht der Mutter
  • Blutdruck der Mutter
  • Untersuchung des Urins (Keime, Zucker, etc.)
  • Lage der Gebärmutter
  • Lage des Kindes
  • Bewegungen des Kindes
  • Herzaktivität des Kindes
  • Größe des Kindes (Scheitel-Steiß-Länge)
  • Entwicklung der Organe und Gliedmaßen
  • Blutuntersuchung der Mutter (u.a. Feststellung der Blutgruppen, Eisenwerte und Rhesusfaktor)

Im Zusammenhang mit dieser großen Vorsorgeuntersuchung werdet ihr als Mutter auch immer ausführlich über den weiteren Verlauf eurer Schwangerschaft informiert. Hierbei ist es vollkommen normal, dass ihr auch über etwaige Risiken und Komplikationen aufgeklärt werdet. Macht euch deswegen aber keine Gedanken. Es handelt sich hierbei wie gesagt um eine reine Vorsichtsmaßnahme und ist ein fester Teil dieser Untersuchung durch euren Gynäkologen.

Tipp: Bereitet euch auf diesen Termin beim Frauenarzt vor. Nehmt euch an diesem Tag eventuell Urlaub und überlegt euch, wer euch begleiten soll. Wenn euer Partner keine Zeit hat, können auch die Mutter oder die beste Freundin mitgenommen werden.

Mundhygiene ist wichtig für Mama!

Während der Schwangerschaft seid ihr anfälliger für Karies und Zahnfleischentzündungen. Die Probleme mit den Zähnen können verschiedene Ursachen haben. Die Zusammensetzung des Speichels ändert sich durch die vermehrten und unterschiedlichen Hormone im Körper, dadurch können sich Bakterien schneller vermehren. Solltet ihr unter Übelkeit und Erbrechen leiden, können Zahnprobleme auch an der häufigen Magensäure liegen. Kalziummangel kann ebenfalls ein weiterer Anhaltspunkt sein, das ungeborene Kind „entzieht“ der Mutter Kalzium, da es dieses zur Entwicklung benötigt. Daher ist es wichtig von Anfang an wichtig verstärkt auf die Mundhygiene zu achten.

In der Schwangerschaft an sich gibt es zur Sicherheit eures Kindes außerdem noch ein paar kleine Dinge zu beachten:

  • kein rohes oder ungenügend gegartes Fleisch essen
  • kein roher Fisch
  • Rohmilchkäse ebenso vermeiden
  • Kontakt mit Katzenkot vermeiden
  • nur gut gewaschenes Obst und Gemüse essen

Entwicklung des Babys

Eine wichtige Veränderung in der 10 SSW: Das Kind ist nun kein Embryo mehr, sondern wird zum Fötus. Daher wird die zehnte Woche der Schwangerschaft auch als der Beginn der Fötalphase bezeichnet.

Unterschied zwischen Embryo und Fötus?

Für Menschen, die nur wenig oder gar nichts mit Medizin zu tun haben, ist der Unterschied zwischen Embryo und Fötus nur schwer zu begreifen. Mediziner versuchen den Unterschied folgendermaßen zu beschreiben: Während sich der Embryo zu einem Menschen entwickeln muss, ist es die Aufgabe des Fötus, zu reifen. Oder anders formuliert: Der Fötus besitzt nun alle Organe, die zum Überleben wichtig sind. Diese müssen allerdings noch wachsen und stärker werden, bis das Baby wirklich auf die Welt kommen kann.

Die Fötalphase

Der Beginn der Fötalphase ist für viele Frauen mit einer großen Erleichterung verbunden. Dieser Startschuss bedeutet nämlich, dass sie die wirklich kritische Phase der Frühschwangerschaft hinter sich gebracht haben. Der Fötus schwimmt nun im Fruchtwasser und ist dadurch perfekt gegen äußere Einflüsse geschützt. Auch die Versorgung über die Nabelschnur funktioniert nun einwandfrei und sorgt dafür, dass sich euer Baby rundum wohl im Bauch fühlt. Die Fötalphase ist nicht nur die zweite, sondern gleichzeitig auch schon die letzte Phase der Schwangerschaft. Sie endet mit der Geburt des Kindes. Die Fötalphase kennzeichnet sich durch zwei Faktoren:

  • der Fötus wächst nun sehr schnell
  • auch die Plazenta wird immer schwerer

Für euch als werdende Mutter bedeutet das, dass nun der körperlich anstrengende Teil der Schwangerschaft beginnt. Ihr werdet in den kommenden Wochen und Monaten zunehmen. Außerdem werden eure Bewegungen durch das Wachstum des Bauches immer mehr eingeschränkt.

Tipp: Haltet euch fit. Treibt Sport und haltet euch viel an der frischen Luft auf. Auf diese Weise gewöhnt sich der Körper am besten an die neue Belastung.

Wie groß und schwer ist das Baby?

Die Scheitel-Steiß-Länge in der 10. SSW beträgt schon rund 2,5 cm. Der Fötus ist also mittlerweile gut auf dem Ultraschall zu sehen. Interessant ist außerdem, dass der Fötus nun schon stolze 4 Gramm wiegt. Wichtig: Hierbei handelt es sich natürlich um Durchschnittswerte. Es erklärt sich von selbst, dass nicht jeder Fötus gleich groß und schwer ist. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft werden sich die Differenzen noch vergrößern.

Welche Entwicklungsschritte erfolgen?

Wie bereits erwähnt, wird das Baby nun als Fötus bezeichnet. Das bedeutet, dass nun alle Organe entwickelt sind. Ab der 10. SSW gilt es nun, dass sie noch größer und stärker werden und somit das Überleben des Kindes außerhalb des Mutterleibes garantieren. Ein weiterer Entwicklungsschritt  ist die Rückbildung des kleinen „Schwanzes“. Der Fötus nimmt nun immer mehr und immer schneller menschliche Züge an – sehr zur Freude der werdenden Eltern.

Weitere Entwicklungsschritte:

  • Anzahl der Gehirnzellen nimmt zu
  • Finger und Zehen sind gut erkennbar
  • Knorpel verhärten sich nach und nach zu Knochen

Wissenswert: Das Wachstum des Fötus erfolgt von oben nach unten. Das bedeutet, dass die Arme in der 10. SSW beispielsweise schon weiter entwickelt sind als die Beine. Dieser Unterschied wird allerdings im Laufe der nächsten Wochen noch ausgeglichen – schließlich sind die Beine irgendwann sogar länger als die Arme.

Mädchen oder Junge?

Eventuell findet ihr die Aussage, dass in der 10. Schwangerschaftswoche festgelegt wird, ob das Baby ein Mädchen oder Junge wird, ein wenig verwirrend. Aus diesem Grund soll an dieser Stelle kurz erklärt werden, was dafür sorgt, dass der Fötus männlich oder weiblich wird. Genau genommen steht das Geschlecht des Kindes von Anfang an – quasi ab der Befruchtung – fest. Die Spermien des Mannes sind entweder mit einem Y-Chromosom (für Jungen) oder einem X-Chromosom (für Mädchen) „ausgestattet“. Während der Befruchtung entscheidet der Zufall, ob ein „männliches“ oder „weibliches“ Spermium das Rennen gewinnt. In der 10. SSW bestimmen schließlich Hormone, ob die Keimdrüse des Fötus Eierstöcke oder Hoden ausbildet.

Obstsalat -Fötusgröße im Vergleich

Wir wollen euch natürlich euch eine ungefähre Vorstellung von eurem heranwachsenden Kind geben. Da die Größenangaben oft ziemlich abstrakt und nicht wirklich greifbar wirken, helfen wir uns hier mit dem „Obstvergleich“ aus. So könnt ihr euch einfach besser vorstellen, wie groß euer Baby derzeit ist. In der 9. + 10. Schwangerschaftschaftwoche entspricht die Größe des Fötus einer Heidelbeere.

Heidelbeeren im Krug

Kann es zu Beschwerden kommen?

Natürlich kann es auch in dieser spannenden Phase zu verschiedenen Beschwerden kommen. Da natürlich jede Schwangerschaft einzigartig ist, können sich auch die Beschwerden extrem unterscheiden. Dennoch gibt es einige Symptome, die bei vielen Frauen auftreten.

Vermehrte Anfälligkeit für Harnwegsentzündungen

Etliche Frauen kämpfen während ihrer Schwangerschaft immer wieder mit Blasenentzündungen. Frauen sind ohnehin anfälliger für Entzündungen der Harnwege, da diese kürzer als beim Mann sind und näher am After liegen. Während der Schwangerschaft erschlaffen die Harnwege zudem durch hormonelle Einflüsse. Das hat zur Folge, dass sie schneller von Bakterien und Keimen befallen werden. Wenn ihr merkt, dass ihr eine Blasenentzündung habt, müsst ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen. Sagt diesem außerdem sofort, dass ihr schwanger seid, da diese Information großen Einfluss auf eure weitere Behandlung haben wird. Wenn eine Blasenentzündung nicht behandelt wird, kann die Entzündung in die Nieren wandern und dort bleibende Schäden anrichten. Auch für das ungeborene Kind können Entzündungen und Infektionen gefährlich sein.

So schützt ihr euch vor Blasenentzündungen:

  • kleidet euch immer warm und schützt besonders die Nieren und den Unterleib
  • meidet kalte Sitzgelegenheiten (zum Beispiel Mauern und Bänke aus Metall)
  • trinkt viel (dadurch werden Keime „herausgespült“)
  • achtet auf eure Intimhygiene (beispielsweise beim Reinigen nach dem Stuhlgang oder nach dem Geschlechtsverkehr)

blasenentzuendung_schwangerschaft

Häufiger Harndrang

Wenn ihr bisher noch verschont geblieben seid, werdet ihr sicherlich einen deutlich vermehrten Harndrang spüren. Der Grund hierfür ist der immer größer werdende Uterus, der mehr und mehr auf eure Blase drücken wird. Wichtig ist, dass ihr regelmäßig auf Toilette geht und eure Blase vollständig leert.

Tipp: Wenn ihr befürchtet, im Laufe der Schwangerschaft anfällig für Harninkontinenz zu sein, könnt ihr schon früh mit Beckenbodentraining beginnen. Die verschiedenen Übungen helfen euch dabei, euren Beckenboden zu stärken. Dieser wird in den nächsten Monaten nämlich extrem belastet und gibt unter Umständen auch nach. Dann kann es passieren, dass ihr leicht inkontinent werdet.

Gibt es besondere Symptome?

Veränderungen des Erscheinungsbildes

Sicherlich habt ihr schon häufig gehört, dass schwangere Frauen als ganz besonders schön gelten. Hierbei handelt es sich keinesfalls um Einbildung oder eine subjektive Wahrnehmung, sondern um eine Tatsache. Tatsächlich verändert sich das äußere Erscheinungsbild von Frauen während der Schwangerschaft – und zwar nicht nur in Bezug auf den Bauch. Die hormonellen Schwankungen sorgen dafür, dass sich vor allem Haut und Haare stark verändern. Viele Frauen haben das Glück, dass ihr Haar voller und glänzender und die Haut rosiger und straffer wird. Aus diesen Gründen werden sie auch als besonders schön wahrgenommen. Doch leider hat nicht jede werdende Mutter dieses „Haut-Glück“. Manche Frauen leiden vermehrt unter Pickeln und unreiner Haut. Auch diese Symptome werden durch den veränderten Hormonhaushalt hervorgerufen.

Stimmungsschwankungen

Die Stimmungsschwankungen einer schwangeren Frau sind wahrscheinlich einer der „berühmtesten“. Auch dies lässt sich auf die Hormone zurückführen und ist ganz normal. Wenn ihr etwas gegen eure Stimmungsschwankungen unternehmen wollt, hilft euch vielleicht der folgende Tipp: Tut Dinge, die euch glücklich machen und vermeidet alles, was in irgendeiner Weise stresst. Auf diese Weise könnt ihr eure Hormone vielleicht ein kleines bisschen austricksen. Wenn das nichts bringt, hilft nur noch abwarten. Die gute Nachricht ist: Mit Beginn des zweiten Schwangerschafts-Drittels werden sich eure Hormone beruhigen. Euer Körper hat sich dann voll und ganz an die Schwangerschaft gewöhnt und reagiert wesentlich gelassener auf alles.

Der Ultraschall

Da auf dem Ultraschall in der 10. SSW noch nicht erkennbar ist, welches Geschlecht der Embryo hat, beginnt nun die große Zeit des Spekulierens. Ihr könnt aber nun deutlicher den Kopf, Arme und Beine erkennen, da alle Organe bei dem jetzigen Fötus ausgebildet sind.

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Am meisten wird euch wahrscheinlich auffallen, dass euer Uterus nun wächst. Er ist jetzt schon so groß wie eine Grapefruit. Dementsprechend wölbt sich auch der Bauch allmählich. Bei Frauen, die sehr schlank sind, ist dies besser zu sehen als bei fülligen Frauen. Vielleicht spürt ihr euren Uterus nun auch zum ersten Mal bewusst. Er befindet sich mittig, etwa auf Höhe des Schambeins. Es kann auch immer noch wie in den Wochen zuvor zu einem leichten Ziehen im Bauch kommen, das von manchen Frauen auch mit dem Gefühl von Muskelkater verglichen wird. Darüber hinaus werden eure Hüften langsam wachsen und in die Breite gehen. Doch keine Angst, noch werdet ihr gewohnte Kleidung für ein paar Wochen tragen können. Es kann dennoch nicht schaden, sich schon einmal nach Umstandskleidung umzuschauen.

Tipp: Wenn ihr eure Schwangerschaft noch nicht bekannt geben wollt, solltet ihr nun vermehrt figurumspielende Kleidung tragen. Andernfalls kann der kleine Babybauch schnell auffallen – erst recht, wenn ihr eher schmal gebaut seid.

Sportliche No Go’s

Natürlich dürft ihr auch während der Schwangerschaft Sport machen, jedoch solltet ihr gewisse Aktivitäten eher vermeiden, da sie dem Kind schaden können. Dazu gehören vor allem Kampfsport und High Impact Sport wie beispielsweise Joggen, Tennis oder intensives Aerobic. High Impact bedeutet in diesem Fall, dass die körperliche Betätigung durch die schnellen und intensiven Bewegungen mit einer höheren Belastung einhergeht.
Generell solltet ihr jedoch ohnehin nur dann Sport machen, wenn ihr euch körperlich wohlfühlt. Im ersten Schwangerschaftsdrittel kämpfen viele Frauen mit Müdigkeit, Übelkeit und anderen Beschwerden. Wenn ihr dazugehört, ist es ratsam, zu warten, bis diese Beschwerden abgeklungen sind. Bald wird es ruhiger in eurem Körper und dann könnt ihr euch auch wieder auf andere Dinge eures alltäglichen Lebens konzentrieren.

Tipp: Eine Schwangerschaft ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, um neue Sportarten wie Yoga und Pilates auszuprobieren. Auch Schwimmen wirkt besonders entspannend und auch entlastend. Hier findet ihr einen ausführlichen Artikel zur Sport in der Schwangerschaft.

Risiko einer Fehlgeburt

Die 10. SSW ist für viele werdende Eltern eine magische Grenze, die nicht selten großes Aufatmen hervorruft. Da die Ausbildung der Organe nun weitestgehend abgeschlossen ist und der Embryo zum Fötus wurde, sinkt das Risiko einer Fehlgeburt enorm. Dennoch wird Eltern immer wieder geraten, noch weitere zwei Wochen zu warten, ehe die frohe Botschaft verkündet werden kann. Dann sind nämlich 12 Wochen, sprich drei Monate oder auch das erste Trimester rum. Dieser Zeitpunkt ist für die meisten Eltern der perfekte Anlass, um von der bestehenden Schwangerschaft zu berichten.

Wissenswert: 80 % aller Fehlgeburten finden in der Frühphase der Schwangerschaft statt. Nach der 10. Beziehungsweise 12. Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt also rapide.

Ihr seht: Die 9. und 10. SSW hält wieder viele verschiedene Überraschungen und Neuigkeiten für euch bereit. Nachdem euer Körper in den ersten Wochen aufgrund der Schwangerschaft mehr oder weniger verrückt gespielt hat, wird er nun allmählich zur Ruhe kommen. Symptome wie Übelkeit und Müdigkeit lassen nun nach und klingen bei vielen Frauen sogar komplett ab. Stattdessen stellt sich ein Gefühl des Wohlbefindens ein. Genießt diese Zeit und die Schwangerschaft im Allgemeinen.


Theresa

Ich bin Theresa, 25 Jahre alt und (noch) kinderlos. Ich bin aber in einer großen, bunten Familie aufgewachsen und liebe Kinder - deswegen macht mir die Arbeit (wenn man das überhaupt so nennen darf ;-)) an und mit MeinBaby123 sehr viel Spaß!

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