US-Bundesstaat Alabama beschließt härtestes Abtreibungsverbot in den USA

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Könnt ihr euch vorstellen ein Kind abzutreiben? Vielleicht beantworten diese Frage viele mit „Nein“. Auch ich selber kam glücklicherweise nie in die Situation mich für oder gegen ein Baby entscheiden zu müssen. In der einen Schwangerschaft, die ich bisher erleben durfte, war von Anfang an ganz klar, dass wir das Baby bekommen. Trotzdem bin ich froh, dass wir Frauen in Deutschland über unseren Körper bestimmen können, dass es die Möglichkeit einer Abtreibung bis zur 13. Woche gibt. Die Gründe die Menschen zu einer Abtreibung bewegen, mal ganz nach hinten gestellt. Anders soll es zukünftig im US-Bundesstaat Alabama sein. Dort ist derzeit ein heftiges Abtreibungsgesetz in Arbeit. Was es damit auf sich hat, was die Menschen darüber denken und wann das Gesetz in Kraft tritt, lest ihr in folgendem Text.

Welcome to Sweet Home Alabama

Was besagt das neue Gesetz gegen Abtreibung in Alabama?

Künftig sollen in Alabama keine Schwangerschaftsabbrüche mehr vorgenommen werden dürfen. Nur noch eine Ausnahme gibt es in dem bereits verabschiedeten Gesetz: Wenn nämlich die Frau einem hohen Gesundheitsrisiko unterliegt durch die Schwangerschaft unterliegt, darf diese künstlich abgebrochen werden, sonst nicht. Auch nicht, wenn die Frau vergewaltigt wurde, ein behindertes Kind erwartet oder die Schwangerschaft durch Inzest entstand. Bis zu 99 Jahren Haft drohen den Ärzten, die gegen dieses Gesetz handeln. Die Frauen selber bleiben straffrei.

Ultraschallbilder

Warum gibt es dieses Abtreibungsgesetz in Alabama?

Die Mehrheit in Alabama, im südlichen Teil der USA, sind streng katholisch und somit gegen eine Abtreibung. „Das Leben ist kostbar, ein Gottesgeschenk und muss geschützt werden“, sagt Senator Clyde Chambliss in seiner Rede. Die oppositionellen Demokraten hatten leider vergeblich versucht die Republikaner umzustimmen. Leider verloren sie haushoch mit nur 6 Stimmen gegen, und 25 Stimmen für ein Gesetz gegen Abtreibungen. Senatorin Vivian Davis Figures trifft es eigentlich auf den Punkt: „Sie müssen das Kind weder austragen, großziehen, noch versorgen und trotzdem wollen Sie darüber bestimmen, was eine schwangere Frau tun oder lassen soll?“. Auch auf der Straße wurden Proteste laut, vor allem Frauen sieht man mit unechten Schwangerschaftsbäuchen, den Roben der Handmaid’s aus der Serie The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd und Plakate auf denen geschrieben steht „Mein Körper, meine Entscheidung„.

Doch trotzdem steht eine eine Frau an der Spitze im Kampf für die Gesetzesänderung. Die republikanische Abgeordnete Terri Collins stellt sich sogar gegen einen Entschluss des obersten Gerichtshof im Falle Roe vs. Wade von 1973, der in einem Grundsatzurteil besagt, dass Frauen in den USA das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch haben. Auch die Unterschrift unter dem Gesetz stammt von einer Frau, nämlich von Gouverneurin Kay Ivey.

Roe v Wade

Wer oder was könnte dem Abtreibungsgesetz noch in die Quere kommen?

Aktuell setzt die Menschenrechtsorganisation ACLU auf das Grundsatzurteil und will gegen das Abtreibungsgesetz anfechten. Schließlich wird demnach eine legale Maßnahme kriminalisiert. Auch andere Gruppierungen kündigten Klagen gegen das Alabama-Gesetz an. Abtreibungsgegner setzen allerdings auf den obersten Gerichtshof, denn erst kürzlich nominierte Präsident Trump zwei sehr konservative Richter und so herrscht nun auch im Supreme Court konservative Mehrheit. Diese sollen nun womöglich dabei helfen das Verfassungsrecht auf Abtreibung ganz zu eliminieren.

Alabama kämpft außerdem mit hohen Ärztemangel, unzureichenden Krankenversicherungen, Armut und Rasissmus. Die dürftige Gesundheitsversorgung in dem Land dürfte sich in Zukunft, dank des Gesetzes, nur noch verschlimmern. Man befürchtet dass Frauen, die abtreiben wollen, dieses auf illegalen Wegen tun und somit hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. In andere Staaten zu flüchten bleibt vielen Menschen der Bevölkerung verwehrt, weil die finanziellen Mittel fehlen.

Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber wollen das Recht auf Abtreibung nun zum Wahlkampfthema machen. Präsidentenwahlen gibt es in den USA im Jahr 2020. Schon lange betrifft das Thema das ganze Land. In 41 Staaten haben Republikaner finanzielle Mittel gestrichen, sodass Abtreibungen gar nicht mehr vorgenommen werden können, weil es an Ärzten fehlt. Die Nachbarstaaten von Alabama; Georgia, Mississippi und die Staaten Kentucky und Ohio haben ebenfalls Gesetzesanpassungen erlassen, sodass Frauen ihre Babys nicht mehr abtreiben dürfen, sobald es einen Herzschlag gibt. Das geschieht meistens schon in der sechsten / siebten Woche, oftmals bevor die Frau überhaupt von ihrer Schwangerschaft weiß. Weitere Staaten wollen nachziehen und Texas ist ebenfalls an einem kompletten Abtreibungsverbot interessiert. Es bleibt also spannend auf der anderen Seite des großen Ozeans!

Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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