Mutter mit Baby

Alleinerziehend trotz Mann

Alleinerziehend trotz Mann, geht das überhaupt? Liebe Mamis, nehmt diesen kleinen Ratgeber als Zusammenhalt der Mamigang, denn hier bekommt ihr durch und durch das Gefühl, nicht alleine zu sein. Liebe Papis, ihr seid grandios und wir wollen euch echt nicht vermissen; ohne euch wäre so vieles viel, viel schlechter. Aber manchmal müssen auch die Mamis mal Klartext reden, nehmt diesen Artikel bitte daher mit Humor auf, oder als kleine Anregung, das Leben eurer Frau ein wenig leichter zu machen. Öffnet die Augen in eurem Alltag und schaut mal, was Mama nebenbei so alles macht.

Hier darf gelacht, zustimmend genickt, geschmunzelt und auch manchmal mit aufgeregt werden!

Ihr seid nicht alleine

Das schlimmste Gefühl im Alltag ist wohl das Gefühl, „alleine“ mit seiner Situation zu sein. In der heutigen Social Media-Welt seht ihr Bilder von tollen Familienausflügen, von fertig gekochtem Essen wenn die Mama von der Arbeit kommt und von einem aufgeräumten und organisierten Zuhause. Bitte bedenkt – das ist nicht die echte Welt. Natürlich zeigen wir unseren Followern nur das, was wir gerade als schön empfinden. Ich poste auch nicht die häufigen „Schatz, hast du meine T-Shirts gebügelt“ oder „wo haben wir einen Lappen“ (nachdem wir über ein Jahr dort wohnen frage ich mich, wie er bisher sauber gemacht hat… Ihr kennt wohl die Antwort…) Textnachrichten. Viel lieber zeige ich der Welt „Hey, schaut mal womit mich mein Schatz überrascht hat“. Und so ein Post einmal im Jahr reicht dann vollkommen aus, um allen anderen zu vermitteln, dass wir einen perfekten, kleinen und ausgeglichenen Haushalt führen. Aber ihr irrt euch! Wenn wir ehrlich sind, führe ich den Haushalt und räume meinem Mann hinterher.

Wie alleine ich mich mit meinen kleinen Sorgen aber wirklich gefühlt habe, ist mir erst bewusst geworden, als wir mit Freundinnen gequatscht haben und das Thema plötzlich ausnahmsweise mal in eine ganz bestimmte Richtung ging (Ja, wir haben es tatsächlich geschafft, uns zu verabreden. Trotz Mama Alltag!)

Freundinnen lachen gemeinsam

Meine Freundin, ich nenne sie jetzt mal Sophie, hat vor einem Jahr ihr zweites Kind bekommen. Ihre ältere Tochter ist bereits 8 Jahre alt und daher eine große Hilfe. Jetzt möchte Sophie liebend gerne wieder Arbeiten, in Teilzeit, ein paar Stunden die Woche. Gleichzeitig möchte sie das gleiche Studium am Wochenende absolvieren wie ich es getan habe. Sie wäre daher jeden Samstag in der Uni. Jetzt verkündete uns Sophie: „Ich werde zwar das Studium machen, aber das mit der Arbeit schaffe ich nicht so ganz. Ich muss noch eine perfekte Betreuung für die Kleine finden. Der Haushalt kann sich auch nicht so stapeln und ich weiß nicht, wann ich abends für meinen Mann kochen soll„. Irgendwie war ich leicht entsetzt. Es sollte doch wohl möglich sein, mit zwei Erwachsenen den Haushalt zu regeln. Stimmt. Aber Sophie verkündete im nächsten Satz, dass ihr Mann sich weder am Haushalt, noch wirklich an der Kinderbetreuung beteiligt und eigentlich lieber hätte, dass sie Arbeit und Fortbildung sausen lässt – um sich vernünftig um alles zu kümmern. Wie bitte?

Kurz darauf eiferte auch unsere kinderlose Freundin, nennen wir sie Marie, mit. Marie erkennt ihre Schwester kaum wieder. Maries Schwester ist verheiratet und hat einen zwei Jahre alten Sohn. Sie ist gebildet, Ärztin und super fleißig – und schmeißt neben Kind und Arbeit auch noch den kompletten Haushalt alleine. Während ihr Mann seine Mutter mit dem Kind besuchen fährt – seine Mutter kümmert sich also eigentlich um den Enkel – hat sie endlich mal Freizeit. Und wie nutzt eine Mutter die kinderlose Zeit am besten? Genau, sie räumt mal so richtig auf! Und ihr Mann? Kann die Seele baumeln lassen. Daraufhin schaute Marie in die Runde: „Sagt mal, läuft das bei euch auch so?

Ich schluckte – ja.

Frau kümmert sich um Baby

Haushalt – Frauensache?

Manchmal habe ich das Gefühl, Frauen und Männer haben eine ganz andere Auffassung von Sauberkeit. Stimmt aber gar nicht, manchmal sind Männer wohl doch das schlauere Geschlecht. Warum? Naja, wenn sie Dinge einfach lange genug liegen lassen, erledigen sich die Sachen wirklich von alleine. Oder wie lange könnt ihr euch die dreckigen Socken im Wohnzimmer anschauen? Ich habe diese Taktik auch mal ausprobiert. Leider konnten wir danach die benutzen Tupperdosen meines Mannes wegschmeißen, diese wurden einfach nicht geleert. Putzen? Für Männer kein Problem, er hat ja schließlich heute schon die Wohnung gesaugt! Oh, man sollte vorher Staub wischen? Naja vielleicht klappt es das nächste mal.

Wart ihr schonmal bei einem allein lebenden Mann zu Hause? Stellt ihr euch auch vor, dass er zwischen riesigen Staubhaufen und Pizzakartons lebt? Ja, wenn ich an zu Hause denke, kann ich mir das richtig gut vorstellen. Meistens sind die Haushalte der allein lebenden Männer allerdings mindestens genauso sauber wie die Haushalte der Frauen. Es liegt also eindeutig nicht am Geschlecht, aber woran dann?

Zum einen, sollten wir Mamis uns ebenfalls an die Nase fassen. Wir haben kein Problem damit, Mädchen im Haushalt helfen zu lassen. Es fängt mit dem ersten Putzspielzeug an und hört beim Wäsche waschen auf. Wieso können unsere Söhne uns nicht auch im Haushalt helfen? Wir erziehen uns kleine Prinzen heran, die wir von vorne bis hinten verwöhnen. Vielleicht weil wir es selber nicht gewöhnt sind, dass unser Mann im Haushalt hilft, schließen wir unsere kleinen Buben ebenfalls von dem Geschehen aus. Aber gerade deshalb sollten wir sie mit einbringen. Nicht nur ihre zukünftigen Frauen werden uns danken – Sie werden auch um einiges selbstständiger und weniger hilflos durchs Leben gehen.

Retrro Frau macht den Haushalt

Nach dem Kind ist alles anders

Natürlich sind nicht alle Männer unfähig, einen Haushalt zu führen. Dennoch, viele Frauen kennen es, dass sich die Situation nach einem Kind oftmals komplett ändert. Wenn wir können, bleiben wir mindestens ein Jahr mit unserem Kind zu Hause. Natürlich haben wir hier eine komplett andere Zeiteinteilung. Auch wenn unser Schatz viel Aufmerksamkeit benötigt, bespaßt und betüdelt werden möchte, oftmals können wir ein wenig mehr Zeit für den Haushalt bewerkstelligen als im eigentlichen Arbeitsleben. Während unser Schatz tief und fest schläft mal eben eine Waschmaschine anschmeißen, mit dem Schatz kurz einkaufen gehen oder den Staubsauger als Einschlafhilfe benutzen – gar kein Problem.

Aber irgendwann ist auch dieses erste Jahr vorbei, indem der Haushalt langsam aber sicher auf uns übergegangen ist. Wenn ihr euren kleinen Schatz stillt, wisst ihr ebenfalls, dass es leichter ist, wenn ihr die Kinderbetreuung übernehmt. Auch wenn abpumpen gar kein Problem ist und Papa durchaus mal einspringen kann.

Das erste Jahr mit eurem kleinen Engel ist vorbei, ihr wollt gerne wieder in die Arbeitswelt einsteigen. Komisch, das Aussuchen der Tagesmutter oder Finden eines geeigneten Kitaplatzes bleibt wie selbstverständlich an euch hängen. Ihr habt euch ja schon vorher um die Betreuung gekümmert. Auch der Haushalt bleibt ganz plötzlich liegen. Es ist als ob der Mann mit Scheuklappen durch die Wohnung läuft. Sieht er nicht, dass die Spülmaschine ausgeräumt werden muss? Dass eingekauft werden muss oder die Wäsche sich stapelt? Nein, unser Mann ist in diesem Jahr bequem geworden. Jetzt kümmern wir uns nicht nur um den Haushalt und das Kind, sondern wir gehen nebenbei auch noch arbeiten. Frauen sollten wirklich Superheldenumhänge tragen.

Ein offenes Gespräch soll helfen

Manchmal fressen wir den ganzen Frust wirklich in uns hinein. Wortwörtlich. Den Abend zuvor haben wir die Wohnung geschrubbt und geputzt, bringen morgens gut gelaunt unseren Schatz in die Kita, kommen mittags mit dem Kind nach der Arbeit wieder nach Hause – und finden eine „Müllhalde“ vor. Das dreckige Geschirr stapelt sich in der Spüle. Wieso hat es den Weg in die Spülmaschine nicht geschafft? Achso, die hätte ausgeräumt werden müssen. Der Müll wird einfach auf den vollen Mülleimerdeckel gelegt und die nassen Handtücher liegen im Badezimmer auf den Boden. Wie konnte das nur passieren? Während wir also unseren kleinen Schatz für eine Runde Mittagsschlaf hinlegen, verschieben wir unser geplantes Serientreffen und die Tasse Kakao – und fangen mit dem „mal eben“ putzen eigentlich von vorne an. Jede Frau hat sicherlich schon einmal zu einer Freundin gesagt: „Mit einem Mann zusammen zu leben ist wie ein zweites (drittes, viertes) Kind zu haben. Ich bin alleinerziehend und habe einfach mehr Dreck und Wäsche!„.

Aber seien wir mal ehrlich, manchmal nehmen wir die Sachen einfach so hin und putzen tatsächlich. Warum sollte Mann sich dann auch bewegen? Warum machen wir das? Sogar absolute Karrierefrauen fallen wieder in das Muster der 50er Jahre wo sie den Haushalt schmeißen und das warme Essen auf dem Tisch steht wenn der Mann nach Hause kommt – nur das Ganze jetzt neben dem Job. Wie ist das möglich?

Gar nicht! Und wisst ihr was? Es ist gar nicht schlimm um Hilfe zu bitten. Hierbei solltet ihr vor allem an einer Stelle nachfragen: Bei eurem Mann! Natürlich könnt ihr auch mal Oma und Opa um Hilfe bitten, aber zu allererst sollte euch euer Mann zur Seite stehen. Es sind schließlich eure Kinder und euer Haushalt. Es ist ebenso sein Geschirr, seine Wäsche und sein Dreck der zu beseitigen ist! Es ist nämlich viel schlimmer jemanden an seiner Seite zu haben, der helfen könnte und es einfach nicht macht. Als generell alleine dastehen und sich dabei über niemanden ärgern zu müssen, weil er schon wieder seine dreckigen Klamotten in der Küche hat liegen lassen. So ist der Haushalt wenigstens immer noch genauso sauber wenn ihr nach Hause kommt wie vorher.

Ihr werdet überrascht sein, wie viel eure Männer im Haushalt und bei den Kindern mit anpacken können, wenn sie merken, dass es wirklich ernst ist. Wieso müsst nur ihr eure Arbeitszeiten nach den Kindern richten? Auch euer Mann kann versuchen seine Arbeitszeiten abzuändern!

Denkt auch an euch

Wie oft nehmen Mamas sich frei? Genau, gar nicht. Während der Mann sich öfters mit Freunden auf ein Bier oder zum Zocken trifft, sitzt ihr abends alleine zu Hause. Aber ihr sitzt nicht einfach zu Hause, lasst euch eine Wanne ein, trinkt einen Wein und genießt die Ruhe. Nein, wenn der Mann  gerade sowieso nicht da ist, kann man die Zeit schließlich auch effektiv nutzen! Die Fenster werden auch im dunkeln geputzt, ihr brecht alle Bügelrekorde und wischt endlich mal das Wohnzimmer. Euer Mann  kommt dann abends freudestrahlend in ein frisch geputztes und gereinigtes Heim nach Hause, tiefenentspannt und von den freudigen Gesprächen mit den Freunden angeheitert, während ihr nach einem langen Tag total verschwitzt, viel zu müde zum duschen, einfach ins Bett fallt.

Überlegt euch mal, was euer Mann zu Hause macht, wenn ihr doch mal ausgeht. Fehrnsehschauen? Zocken? Glaubt ihr ernsthaft, er würde abends bis 23:00 Uhr einen Putzmarathon hinlegen? Nein, dass glaube ich auch nicht. Vielleicht solltet ihr den Haushalt auch mal liegen lassen. Das dreckige Geschirr wird auch morgen noch da stehen und der Fußboden wird später sowieso wieder dreckig. Schaltet mal den Mamamodus ab, legt die Füße hoch und macht, was immer euch gefällt. Wenn das bedeutet, dass ihr um 20:00 Uhr bereits ins Bett geht, ist das einfach so.

Frau entspannt

Sätze, die wir einfach nicht mehr hören können

Da wir im Bullshitbingo als Mütter 1000 Möglichkeiten haben zu spielen, hier eine weitere. Dinge die wir von unseren Männern einfach nicht mehr hören können. Lacht ein wenig und nickt zustimmend. Gönnt euch ein Gläschen Sekt oder ein Bier -auch wie Frauen dürfen Bier mögen- und genießt die absurdesten Männeraussagen:

  • Wenn der Haushalt dir zu viel wird, arbeite doch einfach weniger
    Super lieb, oder? Dann arbeite doch einfach weniger. Und was ist mit dem fehlenden Geld? Der Unabhängigkeit? Der Einzahlung in die Rentenkasse? Wenn Man(n) einfach mithelfen würde, wäre der Haushalt gar nicht so viel.
  • Du hast es gut, jeden Abend hast du Ruhe
    Mann nennt es Ruhe, ich nenne es aufräumen, waschen, Einkaufsliste schreiben etc. Natürlich nachdem man noch gefühlte 100 mal im Kinderzimmer war
  • Heute hat das Baby durchgeschlafen oder?
    Nein, du hast durchgeschlafen, nicht das Baby. Du bist anscheinend taub.
  • Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Dieses bisschen babykuscheln hätte ich auch gerne.
    Aufräumen, kochen, einkaufen, erneut aufräumen, waschen und das Kind beruhigen. Entgegen männlicher Annahemn schläft ein Baby nämlich nicht den ganzen Tag. Ja an schlechten Tagen kann es auch mal 3 Stunden am Stück schreien, aber dieses bisschen Schreiben, was stellen wir uns denn auch so an…
  • Kannst du noch mal eben…?
    Nein, es gibt kein „noch mal eben“. Ich Sitze endlich auf der Couch und kein Kind ruft „Mamaaaaaa“, nein jetzt ist der Mann der „Schaaaatz“ ruft. Uff
  • Also bügeln ist wirklich nicht so mein Ding.
    Natürlich nicht. Mit dieser Aussage ist das Thema dann erledigt und Frau übernimmt. Was wenn büggeln und vielleicht saugen auch nicht „so mein Ding“ ist?
  • Wie kann man nur zu müde für Sex sein?
    Hier könnte ich eine Liste schreiben, Bitte liebe Männer, unterschätzt unseren Alltag manchmal nicht. Wusstet ihr, dass nichts sexier ist als eine komplett gereinigte Wohnung? Vielleicht wäre das mal eine neue Version der „Anmache“?
  • Das Kind bekommt viel mehr Aufmerksamkeit als ich
    Wer konkurriert bitte mit einem Baby oder kleinen Kind? Wir wissen alle, dass die Kinder viel Aufmerksamkeit benötigen. Aber hey, machmal hilft es, wenn ihr euch einfach bedeiligt, dann bekommt ihr nämlich die selbe Aufmerksamkeit. Wieso spielt ihr nicht einfach mal mit? Oder übernehmt, sodass wir später Ruhe und Zeit haben euch mit Aufmerksamkeit zu überschütten?
  • Ich habe heute auch schon etwas im Haushalt erledigt
    Sagte er, weil er den Müll mit raus genommen hat, weil er sowieso raus musste…
  • Mach das doch, wenn das Kind schläft
    Was laut Männerrechnung anscheinend mindestens 18 Stunden täglich sind

Die Gesellschaft ist ebenfalls ein Problem

Aber manchmal sind weder wir, noch unser Mann das eigentliche Problem, sondern unsere leicht zurückgebliebene Gesellschaft. Wir versuchen Bildern zu entsprechen, die einfach gar nicht mehr aktuell sind. Gegen aller Glauben, haben Mütter tatsächlich keine Superkräfte sondern haben auch eigene Bedürfnisse. Ja, tatsächlich!

Während die Männer beklatscht werden, wenn sie jeden Dienstag 2 Stunden am Nachmittag mit Ihren Kindern verbringen, weil sie ihrer Frau ja so sehr helfen, ist es selbstverständllich, dass die Mama sich jeden Tag nach einem 6-8 Stundenjob um die Kinder, das Essen und den Haushalt kümmert. Falls ihr es noch nicht wisst, auf die eigenen Kinder aufpassen ist kein Babysitten!

Mutter arbeitet mit Kind am Laptop

Wir und die Gesellschaft vermittelt den Männern – mit ein wenig Zeitaufwand hast du deine Aufgabe getan. Du bist grandios! Eltern sein bedeutet aber nicht, alle paar Tage ein paar Stunden zu investieren. Eltern ist man 24/7. Gleichzeitig wird den Frauen in der Gesellschaft vermittelt, dass es total normal und super easy ist, sich um den Haushalt, den Job und das Kind zu kümmern. Nein, ist es nicht! Ein alleinerziehender Vater wird mit Gott gleichgestellt, eine alleinerziehende Mutter wird zwar gut gelobt, dennoch herrscht hier eine Einstellung mit „die macht das schon“. Wieso sollte ein Mann soetwas schlechter hinbekommen als eine Mutter? Wieso gibt es eigentlich Strampler und Bodys mit „Bedienungsanleitungen“ für den Papa? „Hier den linken Arm reinstecken“ „Papa du schaffst das“ „Im Notfall einfach Oma anrufen„, zwar müssen wir darüber schmunzeln, aber vermitteln wir nicht irgendwie den Männern damit, dass sie es nicht so gut wie die Mama hinbekommen? Ich habe noch nie einen Aufdruck mit „Mama du schaffst das“ entdeckt, ihr etwa?

Die Gesellschaft bringt den Männern leider auch heutzutage immernoch bei – Frauen können das eben besser, denen fällt das leichter. Nein, wir heulen nur weniger rum. Entschuldige liebe Männerwelt, aber es gibt keine Krankheit die Frauengrippe heißt. Und Muttergrippe schon gar nicht, Mütter werden nicht krank. Wir haben mit der Schwangerschaft bestimmte Hormone entwickelt, die unser Imunsystem so stärken, dass Krankheiten wie Schnupfen, Husten oder Margendarm einfach an uns abprallen. Ja wir könnten warscheinlich sogar noch nicht entdeckte Krankheiten überleben. Klingt nicht ganz real? Dann fragt euch mal warum.

In dem unteren Video seht ihr, wie eine Frau warscheinlich vielen von uns aus der Seele spricht. Die Balance des Alltags ist gar nicht so einfach. Das schönste für mich an dem Video: Sie spricht Männer, die offensichtlich Väter sind, offen auf der Straße an: „wie schafft ihr das, zu arbeiten und eine Familie zu haben?“. Eine Frage, die Frauen ziemlich häufig hören. Wie bekommt man das alles unter einen Hut? Wisst ihr was die Männer antworten? „Das wurde ich noch nie gefragt!“ Merkt ihr was das Problem ist? – Männer müssen das gar nicht unter einen Hut bekommen, niemand erwartet von ihnen, sich auch um die Kinder oder die Familie zu kümmern.

 

Youtube Video Preview

Buchempfehlung – Alleinerziehend mit Mann

Ich bin zwar ein absoluter Lesefan, leider finde ich Elternratgeber oder Beziehungsratgeber meistens aber gar nicht so gut und kann mich nur schwer überwinden so ein Buch zu lesen. Allerdings finde ich besonders im Social Media immer wieder kleinere Stories mit Themenüberschriften wie „Warum Männer die Frauen mehr stressen als Kinder“, „Trotz Mann alleinerziehend“ oder ähnlichem. Hier stöbere ich gerne mal durch, denn ich erkenne vieles aus meinem Alltag wieder. Manchmal macht es mir auch einfach Spaß mich über die Männer in den Artikeln aufzuregen.

Also habe ich mir eine neue Abendlektüre zugelegt. „Alleinerziehend mit Mann“ von Monika Bittl und Silke Neumayer.

Alleinerziehend mit Mann - Buch

Der Titel ist beinahe schon selbsterklärend, ich dachte mir außerdem, das kleine Büchlein nebenbei im Wohnzimmer auf dem Tisch liegen zu lassen, kann auch als Wink mit dem Zaunpfahl gelten. (Dachte ich, aber nein)

Das Buch ist mit unglaublich viel Humor geschrieben, es bringt einen wirklich zum Lachen und Schmunzeln. Und vor allem – man weiß man ist mit de Situation nicht alleine. Das beruhigt einen ungemein. Frech und witzig bekommen hier die Männer ihr Fett weg und öffnen in manchen Situationen einfach die Augen. Von der Märchen- bis zur Rechenstunde hier ist alles mit dabei. Und manchmal öffnen sie auch mir die Augen – nämlich dass die Männer es manchmal gar nicht so böse meinen, wie wir es manchmal auffassen. Wenn wir den Haushalt, den Job und die Kinder tadellos hinbekommen, merken sie vielleicht gar nicht, dass wir in Arbeit ertrinken. Und durch das Müll herunter tragen übernehmen sie schließlich 50 % des Haushaltes. Grandios und witzig –  ganz mein Humor!

Das Buch für 9,99€ bei Amazon kaufen

Bei uns Zuhause

Liebe Mamis, Offenheit gegenüber anderen Müttern ist glaube ich die schwerste Angelegenheit überhaupt. Dennoch ist sie so wichtig, besonders, weil sie uns alle ein wenig menschlicher macht. Wir müssen die anderen nicht beeindrucken. Wir müssen zusammenhalten und uns unterstützen. So können wir immer das Beste für unsere Kinder garantieren.

Wer mich kennt, weiß wie wichtig mir die Arbeit und die Karriere ist. Am liebsten würde ich noch viel mehr arbeiten, besonders in den Abendstunden wenn mein kleiner Engel schläft. Ich bin ergeizig und nehme mir manchmal viel mehr vor, als auf die Schnelle machbar ist. Ich habe mein Kind in der Ausbildung bekommen, war zwischenzeitlich alleinerziehend, habe nebenbei studiert. Und ja, oftmals bin ich eine 50er Jahre Frau. Ich schmeiße den größten Teil des Haushaltes, kümmere mich zu 99 % um Amilia, arbeite und lerne, und wenn ich abends schlafen gehe, schlafe ich direkt ein. Ja, ich habe unterstützung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Mein Mann hilft mit – so wie es Männer eben tun. Wenn er voller Stolz Zuhause steht und mir verkündet „ich habe für dich schonmal die Wohnung geputzt„, kann ich schlecht herummeckern. Ich meine, warum heißt es „für mich“? Auch unter Wohnung putzen empfinden wir warscheinlich etwas anderes, zumindest der Tisch sollte wohl abgewischt werden. Aber, der Gedanke zählt, richtig? Ja, es gab viele viele Diskussionen um den Haushalt, um die Aufgabenverteilung, die immernoch nicht vorhanden ist, und um die Unterstützung. Aber wisst ihr was? Wenn ich mal keine Lust habe, dann mache ich auch einfach nichts. Dafür entschuldige ich mich auch nicht. Und ich denke, das wird in jedem Haushalt zu sein. Wenn ihr mich also spontan und überraschend besucht, entschuldigt bitte die Krümel auf dem Esstisch, die Stofftiere auf der Couch und das dreckige Geschirr in der Spüle. Ja, meine Wohnung wäre warscheinlich ohne Mann tatsächlich sauberer und ordentlicher, aber es wäre halt kein Familienleben mehr. Schraubt einfach die Ansprüche an euch selbst runter und genießt auch mal die Ruhe. Wenn ich ein Foto von mir oder meiner Familie online stelle – muss ich immer darauf achten, dass nicht doch nicht die Mülltüte von gestern mit auf dem Bild ist, oder die Klamotten von gestern, oder der umgekippte Teebecher.


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.

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