Banner: Der Alltags-Wahnsinn einer Mama – Busfahren mit Buggy & Co

Der Alltags-Wahnsinn einer Mama – Busfahren mit Buggy & Co

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Hach, wie herrlich naiv war ich damals. Als mein Mann und ich nach KITAs Ausschau hielten, dachte ich mir – die KITA neben meinem Büro wäre ja ideal. Dann könnten mein Sohn und ich jeden Tag ganz entspannt Bus fahren, ich liefere ihn in der KITA ab und hoppse schnell rüber ins Büro. Sollte mit ihm was sein, wäre ich auch immer schnell bei ihm. Ein perfekter Plan, dachte ich.

Nun. So viel zur Theorie. Jetzt nach knapp 4 Monaten täglichem Busfahrens habe ich vor allem eines gelernt – wie super naiv ich war. Was genau ich meine? Oh, ich erkläre dir gerne mal, wie mein Tag mittlerweile aussieht. Entspannt ist da gar nichts.

In dem Text werden sich natürlich nicht nur arbeitende Mamas wiederfinden – sondern jede Mama, die ab und an mit Kind und Kegel unterwegs ist.

6:30

Wir stehen alle auf. Ich habe 20 Minuten, um mich fertig zu machen. Währenddessen kuschelt sich mein Mann mit meinem Sohn auf die Couch und sie schauen fern (ja, unser Sohn darf morgens fernsehen – ich bin ein Unmensch!). Also schnell(!) Makeup ins Gesicht klatschen und Anziehen.

Gut sitzender Lippenstift und eine topgestylte Frisur werden eh überbewertet. Wir sind hier ja nicht auf dem Catwalk.

6:50

Frau und Mann mit Kind im Stress

Ich sprinte zur Küche, werfe kurz einen Blick zur Couch, wo die beiden langsam wach werden – hach, haben die beiden ein Leben. Jetzt muss ich schnell noch Obst für den Bus schneiden. Also mal überlegen – Mandarine? Banane? Weintraube? Ich nehme einfach das, was mich anspringt. Denn es wird so oder so nicht das sein, was mein Sohn will.

Er scheint der Meinung zu sein, ich kann alles Obst der Welt in die kleine Dose zaubern.

7:00 

Wir müssen los. In 9 Minuten kommt der Bus. Ich parke meinen Sohn im Buggy, denke gerade noch dran, mein Mittagessen mitzunehmen und husche raus. Während ich den Buggy schnell den Berg hoch schiebe, relaxed mein Sohn schön eingemurmelt im Fußsack – ja, ich bin neidisch. Die Sonne ist kaum aufgegangen und ich bin schon gehetzt.

7:04

Kurzer Abstecher zum Brunnen beim Altersheim. Denn mein Sohn liebt es, sich das Geplätscher morgens anzuhören. Immerhin ist mir jetzt warm geworden. Ich schaue auf die Uhr, damit wir nicht zu spät weiter gehen. Entertainment am Morgen ist nun mal wichtig. Auch unter Zeitdruck.

7:07

Puh, wir haben es rechtzeitig zur Haltestelle geschafft – jeden Tag ein kleines Wunder. Ich stehe mit dem Buggy und etwa 10 Schülern herum und warte auf den Bus.

7:09 

Frau und Mann mit Kind im Stress

Der Bus kommt. Wie sollte es auch anders sein, die 10 Schüler wollen alle hinten bei mir einsteigen. Warum auch wie alle anderen vorne einsteigen, wenn die hintere Tür wegen des Buggys eh aufgehen muss?

Und das Tolle – sie kommen natürlich nicht mal auf die Idee, mir den Vorrang zu lassen und quetschen sich alle vor mir rein. Danke dafür. Übrigens rede ich hier nicht nur von Grundschülern, sondern auch von vermeidlich halbwegs „erwachsenen“ Personen. Ich steige also wie immer als letztes ein und muss – ja, es ist leider ein tägliches Vergnügen – die Person im Kinderwagenbereich auffordern Platz zu machen. Oftmals wird nur widerwillig mit unverständlichen Blicken Platz gemacht. Entschuldigen Sie bitte meine Unverschämtheit.

Manchmal schauen sie mich nicht mal beim Einsteigen an – Kinder und Erwachsene und meinen ein Recht zu haben, dort bei den aufklappbaren Sitzen sitzen zu bleiben. Ich fordere heute also mal wieder einen Teenager auf, Platz zu machen. Danke. Warum nicht gleich so? Ich klicke die Bremse ein und setze mich hin. Step 1 geschafft.

Die Busfahrt

Ich atme kurz tief durch und bin froh, dass ich alles rechtzeitig irgendwie hinbekommen habe, ohne etwas zu vergessen. Mein Sohn ruft direkt „Kekse“. Wir starten also eine fundierte Diskussion, wieso man Kekse nicht zum Frühstück isst. Ein paar Leute gucken schon. Ich zeige ihm, welches Obst ich mit habe. Heute sind es Mandarinen – er hatte sich gestern beschwert, wieso ich Weintrauben dabei hatte und nicht Mandarinen.

Ich wollte ihm also eine Freude machen und habe heute Mandarinen dabei, aber mein 2-Jähriger schaut mich nur an und fordert lautstark Weintrauben. NICHT. DEIN. ERNST. Die Leute gucken weiter – jaja, ich hab in der Erziehung versagt. Aber der Hunger ist zu groß, er isst es trotzdem. Der Bus füllt sich mit jeder Haltestelle, mein Sohn hat alles aufgefuttert und spielt mit mir.

Er tut so, als hätte er Pakete für mich. Ich öffne das tausendste Mal das Paket an diesem Morgen und denke eine kleine Millisekunde daran, wie schön es gleich im Büro sein wird, wenn ich Musik auf den Ohren habe. Wir müssen uns langsam bereit zum Aussteigen machen.

Das heißt – alles wieder anziehen, Jacke zu. Natürlich möchte er den Knopf zum Aussteigen drücken. Also biege ich den Buggy im vollen Bus so, dass er mit seinen kleinen Fingerchen dran kommt. Er ist stolz und wir sind bereit auszusteigen. Ich hingegen bin stolz auf meine akrobatischen Leistungen.

Das Aussteigen

Klar, alle wollen schnell auf die Arbeit. Verstehe ich. Aber es nervt mich trotzdem, dass ich mal wieder nicht vorgelassen werde und mit dem Buggy aussteigen kann, wenn alle schon raus sind. Danke. Manchmal bleiben auch Leute im Türbereich stehen und schauen mir zu, wie ich mich zwischen ihnen durchquetsche. Ja, ich denke in so einer Situation auch darüber nach, einfach den Buggy „ganz ungünstig“ zu drehen – „Huch, war das ihr Fuß?“.

Auf zur KITA.

Wir laufen in Richtung KITA. Innerlich bin ich froh, dass mein Sohn keinen Schreikrampf wegen irgendwas bekommen hat – wir wissen doch alle, wie schnell sowas gehen kann. Auf dem Weg dorthin zeigt mir mein Sohn alles, was er erkennen kann – Bäume, Vögel…

Während ich ihm mit einem Ohr zuhöre, achte ich darauf, dass uns kein Auto in der verkehrsberuhigten Zone umfährt, denn überraschenderweise hält sich da niemand an das Tempolimit. Wir sind an der KITA angekommen. Ohne Unfall, ohne Wutanfall, ohne große Verspätungen – auch keine Selbstverständlichkeit. Also an dieser Stelle mal ein lautes WUHU! Ich parke den Buggy, schnappe unsere Sachen und lade meinen Sohn aus. Wir gehen rein.

Mittlerweile müssen wir nicht mehr darüber diskutieren, rein zu gehen. Das ist schon mal ein toller Fortschritt. Wir müssen eine Treppe hoch zu seinem Platz gehen. Statt Geweine wird nun getrödelt und versucht, mich zu provozieren. Auch schön. Er quakt, faucht wie ein Löwe und hebt sein Bein, um 2 Treppenstufen auf einmal zu nehmen. Klappt natürlich nicht.

Ich versuche ihn nach oben zu locken und sage ihm, dass wir schauen, ob sein Freund schon da ist. Ganze 3 Stufen hab ich damit erreicht. Dann schaut er die Treppe runter und winkt jemanden. Ich denke innerlich dran, gleich im Büro meinen ersten Kaffee endlich zu trinken und wünschte, er würde sich endlich beeilen.

Ich versuche es mit einem Psychologie-Trick und sage, ich warte oben auf ihn und spiele mit seinem Freund. Jackpot! Er geht die Treppe bis nach oben. So, jetzt muss ich ihn nur noch umziehen. Aber er will natürlich seinen Freund suchen, der nicht direkt zu sehen ist. Mist.

Ich schaue auf die Uhr. Wir sind schon 10 Minuten hier. Man. Zum Glück kommt sein Freund und begleitet uns zur Umkleide. Glück gehabt. Ich ziehe ihn um, kriege ein Küsschen und die beiden rennen weg. Ich habe es geschafft.

Das Ziel: Das Büro

Ich sprinte aus der KITA raus, damit mein Sohn gar nicht erst traurig werden kann, weil ich los muss. Ich gehe ein kleines Stück und dann – yeeeeeeah – ich bin im Büro angekommen und der ganze Stress fällt von mir ab. Ich ziehe mir meinen Kaffee und beginne mit der Arbeit.

Innerlich lächle ich, wenn ich meine müden, kinderlosen Kollegen begrüße, die darüber stöhnen, wie schwer sie heute aus dem Bett kamen, wie anstrengend es doch ist und überhaupt. Während meine lieben Kollegen denken, jetzt beginne der stressige Teil ihres Tages, kann es bei mir nur ruhiger werden.

Frau arbeitet neben Kindern

…und alles von vorn!

Zumindest bis 14 Uhr – bis es heißt, den kleinen Räuber wieder von der KiTa abzuholen. Manchmal auch früher – denn dann ruft die KiTa an: „Ihr Kind scheint krank zu sein…“. Ich sprinte also los. Das Bus-Spiel geht von vorne los, diesmal mit einem kranken und doppelt nörgelndem Kind (wer kann es ihm verübeln?). Und wenn das kranke Kind dann selig schläft, wird nochmal der Laptop ausgepackt und alles, was auf der Arbeit liegen blieb, nachgearbeitet. Hach, so ein entspannter Tag.

Und euer Tag so?


Susanne

Hey! Ich heiße Susanne und bin seit 2017 stolze Mama meines kleinen lebhaften Sohnes Sammy. Mit Ratgebern und tollen Tipps werde ich dich durch die Schwangerschaft und die erste Zeit als Mama begleiten.

Iggiz

25.02.2020, 15:10

Straffer Zeitplan

Zauberhaft

24.02.2020, 06:26

😱

Ewcha

19.02.2020, 05:59

@Susanne: v.a bei uns auf dem Land

Mini-me

18.02.2020, 11:04

Mamas schaffen alles

Maria86

17.02.2020, 20:25

@Susanne: Das ist natürlich ein Argument. Und trotzdem würde ich wahrscheinlich, um den Stress zu vermeiden, 15-30 min früher aufstehen.
Aber ich muss sowieso mit dem Auto fahren.

Zlatina

16.02.2020, 22:44

Ich bin jetzt schon gestresst wenn ich daran denke und ich muss meinen Sohn erst in etwa halbes Jahr in die Kita/Tagespflege abgeben 😅… Und dasselbe Spielchen jeden Morgen 😳… Aber Wiederholung macht den Meister, nicht wahr 😁.

    Susanne Meinbaby-Team

    18.02.2020, 08:59

    @Zlatina:
    Da sagst du was 😀 Man wird auf jeden Fall ein Organisationsgenie! Und du wirst das auch schaffen, wie wir alle! Aber – das hast du sicher schon tausend Mal gehört – genieße die Zeit mit deinem Spatz, bevor der KITA-Alltag los geht 🙂

Maria86

16.02.2020, 09:18

Ich glaube, ich würde einfach noch etwas aufstehen… Und wenn der Bus häufig fährt, vielleicht auch einen früher. Warum muss man sich das auch so knapp gestalten?

Ewcha

16.02.2020, 04:33

Bin froh das ich mit dem Auto fahren kann

Maverike

15.02.2020, 15:08

Mamas sind Helden!l

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