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Erstmals Corona-Übertragung auf ungeborenes Kind nachgewiesen

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Die Corona-Pandemie verunsichert viele (werdende) Mütter. Bisher gibt es wenig Erkenntnisse zum Verlauf der Krankheit während einer Schwangerschaft. Schwangere scheinen zunächst keinem außerordentlich erhöhten Risiko ausgesetzt zu sein.

Erstmals Übertragung im Mutterleib nachgewiesen

Schwangere Frau liegt auf Sofa

Ärzte in Frankreich haben nun aber festgestellt, dass sich die Krankheit im späteren Verlauf einer Schwangerschaft auch auf das Kind übertragen kann. Mitte März wurde eine 23-jährige schwangere Frau in der 35. Schwangerschaftswoche mit starkem Husten und Fieber in ein Krankenhaus nahe Paris eingeliefert.

Der durchgeführte Corona-Test fiel positiv aus. Da sich die Herztöne des ungeborenen Jungen verschlechterten, wurde er per Kaiserschnitt geholt. (Quelle: ZDF)

Hohe Viruslast in der Plazenta

Während des Kaiserschnitts und danach wurden der Mutter und ihrem Sohn verschiedene Proben entnommen: u.a aus der Plazenta, dem Fruchtwasser, dem Blut sowie aus Nase und Rachen der Mutter und des Neugeborenen. Die Proben waren positiv und die höchste Viruslast konnte in der Plazenta nachgewiesen werden.

Da der Junge direkt nach dem Kaiserschnitt getrennt von seiner Mutter untergebracht wurde, kann eine Virusübertragung nach der Geburt ausgeschlossen werden. Außerdem wurde die Lungenflüssigkeit des Jungen, welche sich noch im Mutterleib bildet, ebenfalls positiv getestet.

Welche Symptome hatte das Neugeborene?

Frau im Kreißsaal

Der Junge wies nach der Geburt schwere Symptome einer Corona-Infektion auf. Er litt u.a. unter einer Hirnschwellung, Muskelversteifungen und neurologischen Symptomen, welche auch bei Erwachsenen auftreten können. Die schweren Symptome klangen bereits wieder ab, bevor die Ärzte mit einer Behandlung begannen.

Die guten Nachrichten: Der kleine Kämpfer erholte sich innerhalb von drei Wochen und die Mutter war laut der Studie nach drei Monaten symptomfrei.

Wie gefährlich ist Corona für Schwangere und Neugeborene?

mutter baby

Aufgrund der Neuartigkeit des Corona-Virus, befindet sich die Forschung aktuell noch in einem frühen Stadium. Das gilt natürlich auch für Schwangere und Neugeborene.

Mit dem Fall der 23-jährigen Schwangeren in Frankreich wurde nun erstmals in einer Studie methodisch einwandfrei eine Übertragung von der Mutter auf das Kind noch im Mutterleib nachgewiesen.

Das sollte aber noch kein genereller Grund zur Panik sein! Mario Rüdiger, Leiter der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin im Uniklinikum Dresden, weist auf das Corona-Schwangerschafts-Register der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin hin, an dem sich 118 Kliniken beteiligen.

In diesem Register sind aktuell 137 Schwangere mit nachgewiesene Corona-Infektion erfasst, von denen 88 bereits entbunden haben. Lediglich bei fünf der Neugeborenen wurde das Corona-Virus nachgewiesen. Keines wies schwere Symptome auf.

Auch für Schwangere gilt bisher keine erhöhte Gefahr sich mit dem Virus anzustecken und es scheint ähnliche Krankheitsverläufe wie bei Nicht-Schwangeren zu geben.

Hier sei jedoch die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC zu erwähnen, welche vor Kurzem auf die Möglichkeit schwerer Verläufe bei Schwangeren hingewiesen hat. In den USA wurden Schwangere daher auf die Liste der Risikopatienten gesetzt.

Um verlässliche Aussagen treffen zu können, fehlt es allerdings an Forschungsdaten.

Was ist weiterhin ungewiss?

Der Fall aus Frankreich bestätigt, dass eine Übertragung auf das Ungeborene im letzten Trimester möglich ist. Ob dies auch im frühen Verlauf der Schwangerschaft passieren kann, bleibt weiterhin ungewiss. Ebenso mögliche Auswirkungen auf Mutter und Kind.

Um zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen, führt die Uni Erlangen aktuell eine Studie mit 2.400 Schwangeren durch. Der Schwerpunkt der Studie liegt auf den Auswirkungen einer Corona-Infektion in den frühen Schwangerschaftswochen.

Was bedeuten die neuen Erkenntnisse für Schwangere?

Corona Ansteckung für das Baby

Grundsätzlich solltest du jetzt nicht in Panik verfallen! Eine gestresste Mutter ist nie gut für das Ungeborene. Bisher scheint das Risiko für einen schweren Verlauf bei Mutter und Kind nach wie vor eher gering zu sein.

Um eine Infektion zu vermeiden, halte dich weiterhin an die momentan geltenden Regeln:

  • Abstand von mindestens 1,5m zu anderen Personen
  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen
  • Niesen und Husten in die Armbeuge oder ein Taschentuch
  • Alltagsmasken im Supermarkt, öffentlichen Verkehrsregeln etc. tragen

Vermeide außerdem allzu belebte Orte und übermäßige Kontakte zu verschiedenen Personen. Mache es dir Zuhause gemütlich oder genieße einen ausgiebigen Spaziergang in der Natur. Bewegung ist ohnehin gut für Körper und Geist.


Katharina

Ich heiße Katharina und bin seit 2017 stolze Mama einer sehr agilen, kleinen Quasselstrippe. Still sitzen oder still sein? Fehlanzeige! Der kleine Mann hat unser Leben komplett auf den Kopf gestellt und bereichert es Tag für Tag. Ich freue mich dich mit Tipps und Tricks durch die aufregende Zeit von Schwangerschaft bis Kleinkindalter zu begleiten.

Kaddarina

06.08.2020, 08:23

Echt ein ungünstiger Zeitpunkt für Schwangerschaft und Krankenhausaufenthalte… 🙄

Mirela

05.08.2020, 09:36

Ich habe mit der Zeit immer mehr Angst wegen diese Corona…..
Kommt es irgendwann zum Ende????

Moehre 111

05.08.2020, 04:29

Uih… gut das alles gutgegangen ist bei Mutter und Kind!

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