Banner: Cytotec: GefÀhrliche Pille zur Geburtseinleitung wird immer noch eingesetzt

Cytotec: GefÀhrliche Pille zur Geburtseinleitung wird immer noch eingesetzt

|

In Deutschland wird schĂ€tzungsweise in 50% der KrankenhĂ€user eine Tablette zur Geburtseinleitung eingesetzt, die nie zu diesem Zwecke zugelassen wurde. Durch die Tablette kann es zu schwerwiegenden Komplikationen fĂŒr Mutter und Kind kommen. In Deutschland und Frankreich gab es bereits mehrere TodesfĂ€lle.

Warum die Pille dennoch weiterhin genutzt und nicht verboten wird.

Im Kreißsaal nicht zugelassen

Ärzte im Kreißsaal

Das Medikament, von dem hier die Rede ist, nennt sich Cytotec. Eigentlich handelt es sich hierbei um ein Magenschutzmittel, das auch nur zu diesem Zwecke zugelassen ist. Im Kreißsaal hat es eigentlich nichts zu suchen. Laut einer unveröffentlichten Umfrage der UniversitĂ€t LĂŒbeck zufolge nutzen aber dennoch die HĂ€lfte der deutschen Kliniken Cytotec zur Einleitung der Geburt.

Entsprechende Ärzte argumentieren damit, dass das Medikament zur Geburtseinleitung sehr wirksam sei und durch die Tablettenform leicht zu verabreichen ist. Zudem ist das Medikament sehr gĂŒnstig: Die Tablette kostet nicht einmal einen Euro. FĂŒr die Geburtsmedizin zugelassene, alternative Medikamente kosten mitunter im dreistelligen Bereich liegen.

Was kann passieren?

  • Überstimulation der GebĂ€rmutter und dadurch Wehensturm
  • Reißen der GebĂ€rmutter
  • schwerwiegende Komplikationen, die sogar zum Tod des Kindes(der Mutter fĂŒhren können
  • HirnschĂ€den beim Kind

GeburtsschÀden durch Cytotec

Baby krank

Die Berliner AnwĂ€ltin fĂŒr Medizinrecht Rut Schulze-Zeu, vertritt MĂŒtter und Familien, die einen Geburtsschaden erlitten haben. AuffĂ€llig sei dabei, dass etwa 40% ihrer Klienten Cytotec im Kreißsaal Cytotec eingenommen haben.

Viele Ärzte warnen zudem, dass das Mittel unkontrollierbar sei und es viel zu wenige Untersuchungen dazu gĂ€be. Es habe bereits zahlreiche TodesfĂ€lle verursacht – dennoch kommt es zu keinem großen Umdenken in den meisten Kliniken. Das ist wirklich mehr als fragwĂŒrdig.

Die Gefahr der Überdosierung sei zudem sehr hoch. Die WHO empfiehlt Dosen von höchstens 25 Mikrogramm fĂŒr den Wirkstoff Misoprostol, der in dem Medikament Cytotec steckt. Dem BR und SZ liegen jedoch FĂ€lle vor, in denen das Doppelte bis Vierfache bei der Geburtseinleitung verabreicht wurde. Dass Kliniken sehr unterschiedlich dosieren, bestĂ€tigt auch eine Umfrage unter Kliniken der UniversitĂ€t LĂŒbeck.

MĂŒtter werden selten aufgeklĂ€rt

Arzt und Schwangere

Normalerweise sind Ärzte gesetzlich dazu verpflichtet, explizit ĂŒber die Risiken und Nebenwirkungen aufzuklĂ€ren, wenn sie ein Medikament verwenden, das eigentlich nicht fĂŒr diese Zweck hervorgesehen ist. Nach Recherchen von BR und SZ geschieht dies aber oftmals nicht oder nur ungenĂŒgend.

AuslÀndische Behörden warnen vor Cytotec

Diverse Hersteller, wie beispielsweise Searl, warnten bereits vor Jahren vor dem Medikament. „Zu den schwerwiegenden unerwĂŒnschten Ereignissen, die nach der Off-Label-Anwendung von Cytotec bei schwangeren Frauen gemeldet wurden, gehören der Tod der Mutter oder des Fötus; eine Überstimulation der GebĂ€rmutter, Ruptur oder Perforation der GebĂ€rmutter“, hieß es damals in einem Schreiben.

Auch Behörden anderer LĂ€nder, wie die französische Gesundheitsbehörde ANSM, warnen vor dem Einsatz in der Geburtsmedizin. So sei das Risiko gegenĂŒber dem Nutzen viel zu hoch. Die Behörde warnt vor schwerwiegenden Komplikationen, wie einem GebĂ€rmutterriss und Todesrisiko von Baby und Mutter.

Warum warnen deutsche Behörden nicht?

In Deutschland warnt bisher keine Behörde vor dem Einsatz von Cytotec zur Einleitung der Geburt. Es scheint, als sei hier das schlimme Ausmaß gar nicht bekannt. Das liegt unter anderem an fehlenden Meldungen. Ärzte sind nicht gesetzlich verpflichtet, Risiken und Nebenwirkungen den Behörden zu melden. So weiß die deutsche Behörde nur von einem Fall, in dem ein Kind nach Vergabe von Cytotec starb.

Viele Ärzte melden die Nebenwirkungen nicht, wenn es zu SchĂ€den oder einem Todesfall kommt, da sie unsicher sind, was die juristischen Folgen anbelangt.


Theresa

Ich bin Theresa, 25 Jahre alt und (noch) kinderlos - aber hier bin ich quasi die Projekt-Mutti: Ideenfindung, Marketing und Social Media - ich mische ĂŒberall mit.

Kaddarina

12.04.2020, 08:41

đŸ˜Č

Lexi

02.03.2020, 13:44

Wurde bei mir benutzt. Ich hatte dadurch eine einzige heftige Wehe, die einen Tag dauerte

MaNiJaMa

19.02.2020, 20:33

Wir waren auch bei unserem 2kind 10 tag ĂŒberfĂ€llig und wurden eingeleitet, bei uns gab es eine spitz

Maria86

17.02.2020, 20:26

@Bunny180: Super, die Tampon-Variante hatte ich. Ich glaube, ich muss da vielleicht mal bei der Hebamme nachfragen

Bunny180

16.02.2020, 15:29

@Maria86: das Medikament gibt es von einem anderen hersteller auch als StĂ€bchen was wie ein Tampon eingefĂŒhrt wird und als gel was direkt um den Muttermund appliziert wird. Ist aber teurer, weshalb viele Kliniken die Tabletten geben.

Bunny180

16.02.2020, 15:26

@Maria86: das Medikament gibt es von einem anderen hersteller auch als StĂ€bchen was wie ein Tampon eingefĂŒhrt wird und als gel was direkt um den Muttermund appliziert wird. Ist aber teurer, weswegen viele Kliniken es als Tablette verabreichen.

schmutzeline

16.02.2020, 09:30

Ja wird als Tablette eingenommen. Hatte cytotec bei je 2 Geburten

ilian

16.02.2020, 03:37

Schrecklich,das so was passiert

Gina_Sbg

15.02.2020, 11:01

@Maria86: das wĂŒrs mich auch interessieren. Hab aber dazu leider noch nichts Genaues gefunden 😔

Maria86

14.02.2020, 16:36

Wird das oral als Tablette eingenommen oder gibt es noch andere Möglichkeiten?
Ich war 10 Tage ĂŒber den Termin und dann wurde eingeleitet. Musste aber keine Tablette schlucken, habe das Medikament anders bekommen.

Ewcha

13.02.2020, 21:17

Wird ja in vielen Kliniken benutzt

Kommentar verfassen

Bild zum Kommentar hinzufĂŒgen (JPG, PNG)

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die DatenschutzerklÀrung und die Nutzungsbedingungen.