Kinder basteln zusammen

Gute-Kita-Gesetz: Tut sich jetzt endlich was?

Seit 18.10.2018 berät der Bundestag über das Gute-Kita-Gesetz. Für mich als Mama hört sich das wirklich toll an. Die Wörter „gut“ und „Kita“ und „Gesetz“ in einem Kontext machen Hoffnung, dass sich jetzt endlich was tut. Egal wo man hin hört, nirgends scheint es ausreichend Kita-Plätze zu geben. Ja, und wenn man dann endlich einen der wenigen Plätze ergattert hat, kann man immer noch Pech haben und die Qualität ist einfach nur schlecht. Und dafür soll man dann so viel Geld bezahlen? Oder hat man eventuell Glück und wohnt in einem der Bundesländer, die die Kitagebühren schon abgeschafft haben – und hat dann aber gleichzeitig Pech, weil man erst gar keine Chance auf einen Platz in der Nähe bekommt? Leider lässt sich heutzutage nicht wirklich viel Gutes über das Thema Kita sagen. Deshalb ist ein Gute-Kita-Gesetz vielleicht wirklich die richtige Herangehensweise um diese Kritikpunkte endlich alle aus der Welt zu schaffen.

Kinder spielen im Kindergarten

Was beinhaltet das Gute-Kita-Gesetz

Das Gesetz ist eines der größten Vorhaben dieser Legislatur und Bundesfamilien-Ministerin Franziska Giffey bringt es direkt auf den Punkt „Es geht um mehr Qualität und weniger Kosten“ (laut Interview mit vorwärts.de). Das Gesetz soll den Ländern helfen, für mehr Qualität in den Kitas zu sorgen. Denn eine gute und qualitative Betreuung der Kinder ist ein gemeinsames Ziel von Bund, Ländern, Kommunen  und Trägern. Der Bund wird in den kommenden vier Jahren 5,5 Milliarden Euro für das Gesetz bereitstellen. Die Maßnahmen liegen wie in einer Art Baukasten und sollen von den einzelnen Ländern selber ausgewählt werden. Inhaltlich passen sie alle gut zueinander und ergänzen sich. Die 10 Bausteine, bzw. die Maßnahmen in den zehn Handlungsfeldern, sind folgende:

  • guter Betreuungs-Schlüssel
  • kindgerechte Räume
  • Netzwerke für mehr Qualität
  • vielfältige pädagogische Arbeit
  • bedarfsgerechtes Angebot
  • starke Kindertagespflege
  • starke Kitaleitung
  • gesundes Aufwachsen
  • sprachliche Bildung
  • qualifizierte Fachkräfte

Neben diesen Maßnahmen stehen auch Möglichkeiten zur Entlastung der Eltern bei den Gebühren im Raum. Bund und Länder schließen individuelle Verträge, aus denen hervorgeht welche der zuvor genannten Maßnahmen jeweils verstärkt in Angriff genommen werden.

Warum kommt es zu einem solchen Gesetz?

Jedes Kind in der Bundesrepublik soll einen gleichwertigen Zugang zu hoher Qualität in der frühkindlichen Bildung sichergestellt bekommen. Leider ist das bisher nicht der Fall. Je nach Wohnort haben Kinder unterschiedliche Bedingungen für das Aufwachsen und unterschiedliche Bildungschancen. Es gibt zwischen den einzelnen Bundesländern massive Unterschiede. Ziel dieses Gesetzes ist es deshalb, diese Unterschiede dauerhaft zwischen den Ländern anzugleichen und weiterzuentwickeln. Dieser Schritt soll gleichwertige Lebensverhältnisse für Kinder in Deutschland schaffen und zur Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte des Kindes der vereinten Nationen beitragen. Außerdem werden den Eltern im gesamten Bundesland gleichwertige Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.

Ein Bundesgesetz muss her, damit die Bildung weiter in der Hand der Länder bleiben kann, gleichzeitig aber auch eine deutschlandweite Angleichung stattfinden kann. Giffey sieht die frühkindliche Bildung als nationale Zukunftsaufgabe. Noch nie habe der Bund eine so große Summe in die frühkindliche Bildung investiert. Dieses Gesetz hilft das Geld auch zukünftig gerecht aufzuteilen.

Frühkindliche Bildung in den Kitas

Warum gibt es keine einheitlichen bundesweiten Qualitätsstandards?

Laut Giffey ist jedes Bundesland so unterschiedlich und soll in seinem Tun, die frühkindliche Bildung betreffend nicht eingeschränkt werden. Jedes Bundesland hat ganz unterschiedliche Grundvoraussetzungen und das Thema ist viel zu komplex um alle nötigen Maßnahmen für alle Länder gleichermaßen anzugleichen. Viele Punkte sind ja auch schon allein von Kita zu Kita und von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Demzufolge suchen wir Eltern uns die Kita so aus, damit es mit unseren Ansprüchen am besten zusammenpasst, vorausgesetzt wir kriegen einen Platz 😉 Stellt euch vor, jede Kita in Deutschland hätte die gleichen Öffnungszeiten, das gleiche bedarfsgerechte Angebot, die gleiche sprachliche Bildung und die Forderung nach gleicher Qualifizierung der Fachkräfte. Ich glaube, das würde ein heilloses Durcheinander geben und letztendlich würde man den Eltern noch weniger gerecht werden können.

Langfristig soll das Kita-Angebot für alle kostenlos sein

Manche Bundesländer haben es schon vorgemacht, langfristig sollen alle nachziehen. Der Bund wünscht, dass die Gebühren für alle Bundesländer langfristig gesehen kostenlos sein sollen. Leider gibt es sehr viele Haushalte, die die Gebühren für Kita und Co nicht aufbringen können. Da viele Maßnahmen gezielt auf Kinder angepasst wurden, die sprachliche Barrieren haben oder einen Lerndefizit aufweisen, ist es sinnvoll, dass auch alle Kinder die Möglichkeit haben eine Kita zu besuchen. Das Gute-Kita-Gesetz schreibt deshalb nun vorerst fest, dass es ab 2020 eine bundesweite soziale Staffelung der Gebühren geben soll. Familien, die eh schon Zuschüsse wie zum Beispiel Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung, Sozialhilfe, Leistungen für Asylbewerber beziehen, wird der Kita-Beitrag komplett abgeschafft.

Die Länder sollen zudem die Gelder des Bundes zur Senkung der Kita-Gebühren einsetzen. Trotzdem darf die Qualität aber keinen Schaden nehmen, denn die Beitragssenkung soll nur als Teil von Qualität für alle gelten.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Gesetzesentwurf wurde bereits vom Bundestag beschlossen, nachdem dieser im Bundesrat vorgestellt und diskutiert wurde. Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung nun an den Bundespräsidenten weitergegeben. Das Gesetz soll ab 01.10.2019 in Kraft treten.


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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