Mama kuschelt mit krankem Baby

Schnupfen & Co – welche Hausmitteln helfen wirklich?

In den kühlen und nassen Monaten  gerade bei Kleinkindern keine Seltenheit: rote Schnupfnasen, fiebrige Augen und doofer Husten. Fest steht: Eine Erkältung ist nervig und energieraubend – für Kind und Eltern. Doch bei welchen Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden? Wann reichen sogar schon einfache Hausmittel gegen die Wehwehchen? Und wie verringere ich die Gefahr, dass mein Kind überhaupt erkrankt? Diese und weitere Fragen wollen wir für euch klären!

Vorbeugen ist besser als Nachsorgen

Damit es gar nicht erst zu schweren Krankheiten kommt, braucht es nicht viel. Eltern können die Gesundheit ihrer Sprösslinge tatkräftig fördern. Liebe und Zuwendung, ein sauberes zu Hause, eine ausgewogene Ernährung und die regelmäßigen Untersuchungen beim Kinderarzt sind ein großer Teil, den ihr dazu beitragen könnt.

  • Liebe und Geborgenheit

Es ist nicht viel, kostet nichts und man kann es seinem Kind jederzeit geben: Eine Umarmung, Streicheleinheiten, Anerkennung, liebe Worte und ein Gefühl des Vertrauens. Ein Kind muss sich in dieser Welt angekommen fühlen. Erst dann, wenn es sich seelisch zu Hause fühlt, ist auch der Kampf gegen Krankheiten möglich.

  • Stillen und Ernährung

In den ersten Monaten sollte, wenn möglich, ausschließlich gestillt werden. Nichts ist beim Schutz gegen Krankheiten so wirksam wie Muttermilch. Es ist ein echtes Wunder der Natur: Alles was euer Kleines braucht ist hierin enthalte. Außerdem gehen über die Milch von Mama wichtige Antikörper in das Baby über. Diese Antikörper schützen das Baby vor Krankheitserregern. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt 6 Monate voll zu stillen, um das Kind auch gegen Allergien zu schützen. Danach ist es wichtig, dass Babys Ernährung genau so ausgewogen, vitamin- und ballaststoffreich ist wie unsere es sein sollte. Vermeidet in den ersten Jahren Zucker und „leere Kalorien“, bevorzugt Vollkornbrot dem Weißbrot und kocht möglichst frisch mit viel Gemüse.

Weitere Tipps und Infos zur Ernährung findet ihr in unserem Ratgeber  „Die richtige Ernährung fürs Baby“.

Kleinkind mit Himbeeren

  • Hygiene

Natürlich ist auch ein sauberes (nicht lupenreines) Zuhause von Bedeutung. Denn auch die richtige Hygiene ist wichtig, damit eure Kinder nicht krank werden. Regelmäßiges Waschen und Baden gehören genau so dazu wie saubere und trockene Kleidung. Achtet nach dem Baden darauf alle Körperfalten trocken zu tupfen. Schnell kann sich an versteckten Stellen ein Pilz bilden. Zudem solltet ihr die kleinen Öhrchenam besten mit Babywattestäbchen sauber und trocken machen.

Außerdem sollten Schnuller und Flaschen nach Gebrauch gereinigt und ausgekocht werden.

Obst solltet ihr nur nach dem Motto: „Peel it, wash it or leave it“ geben. Händewaschen vor dem Essen und nach der Erkundungstour draußen, sollte den Kindern schon mit den ersten Schritten antrainiert werden. Sollte euer Baby mal vom Sandkuchen auf dem Spielplatz naschen oder bei euch daheim Krümel aus der Ecke pulen, ist das kein Grund zur Beunruhigung! Mit ein paar Keimen sollten Babys und Kleinkinder sogar Stück für Stück in Berührung kommen. Bei Säuglingen allerdings ist auch eure Hygiene und regelmäßiges Händewaschen Pflichtprogramm.

  • Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen

In Deutschland hat jedes Kind Anspruch auf kostenlose Untersuchungen beim Kinderarzt. Die Abstände sind vorgegeben und finden sich in der Regel in eurem Untersuchungsheft. Sinn dieser Untersuchungen ist es, Krankheiten und eventuelle Entwicklungsstörungen frühzeitig zu testen und somit schnellstmöglich behandeln zu können. Sollte euer Kind einen gesunden und fitten Eindruck machen, sind diese Untersuchungen trotzdem wichtig, da manche Krankheiten oder Entwicklungsfehler erst später Probleme machen.

Symptome erkennen und einschätzen

Die Vorsorge verringert zwar das Risiko des Krankwerdens, doch ganz vermeiden lässt es sich nun mal doch nicht immer. Da das Immunsystem der Kleinen noch nicht so ausgereift ist, werden werden Babys und Kinder ohnehin häufiger krank als Erwachsene. Statistiken zufolge rechnet man bei KiTa-Kindern mit bis zu 12 Infekten pro Jahr. Bei Schulkindern verringert sich die Zahl auf ca. 7 und Teenager bringen es auf 5 Krankheiten pro Jahr. Ist der Fall nun eingetreten, ist es wichtig, die Symptome zu erkennen und richtig einzuschätzen. Die ersten Anzeichen von Krankheiten sind beispielsweise Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit. Außerdem weinen Kinder viel, wenn sie sich nicht wohlfühlen.

Ab etwa 3 Jahren kann ein Kind sagen, dass es ihm nicht gut geht. Allerdings fällt kleinen Kindern schwer, die Schmerzen genau zu schreiben oder zu lokalisieren. So werden Halsschmerzen schnell zu Ohrenschmerzen oder Übelkeit ist einfach nur Bauchweh. Es ist also manchmal nicht ganz so einfach, herauszufinden, was dem kleinen Schatz nun genau fehlt.

Tipp: Bei Fieber, Durchfall und Erbrechen ist das Ausmaß und das Alter des Kindes sehr wichtig. Viel Erbrechen innerhalb von ein paar Stunden kann bei einem Säugling tödlich enden!

Kleinkind schläft und kuschelt mit Teddy

Bei folgenden Symptomen sollte ein Arzt konsultiert werden (ein Anruf in der Praxis hilft auch erst einmal weiter):

  • Fieber über 39°C
  • Fieber mit Krampfanfällen, Erbrechen, Durchfall, Benommenheit, Kopfschmerzen, Nackensteife, Husten
  • Baby: Erbrechen oder Durchfall über 6 Stunden
  • Kleinkind: Erbrechen oder Durchfall länger als 1 Tag
  • Erbrechen mit Schwindel, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen
  • Erbrechen 48 Stunden nach einem Unfall mit Kopfverletzung
  • Fieber das länger als 3 Tage anhält oder immer wieder kommt
  • Husten der länger als eine Woche anhält, ohne besser zu werden
  • Husten mit Atemnot

Tipp: Generell solltet ihr bei allen Krankheitssymptomen, die ihr euch nicht erklären könnt, die plötzlich auftreten und sich nicht nach 3 Tagen Selbstheilung bessern lassen, den Kinderarzt aufsuchen.

„Erste Hilfe“ von Zuhause aus

Allgemein ist bei einer Erkrankung (egal wie stark) eurer kleinen Lieblinge zu beachten, dass sie nun viel Fürsorge, Ruhe und Flüssigkeit brauchen. Je nach Symptom gibt es aber auch noch weitere Vorkehrungen und Hilfsmittel.

kranker Teddy

Erhöhte Temperaturen

  • Wadenwickel: Beide Waden im Wechsel ca. 2 Stunden lang mit einem feuchten Tuch (Zimmertemperatur) umwickeln

Bauchweh durch Koliken und Verstopfung

  • Bäuchlein einreiben mit Windsalbe im Uhrzeigersinn
  • Ballaststoffreiche Ernährung
  • Vermeiden von stopfenden und blähenden Nahrungsmitteln
  • Trockenpflaumen oder Trockenpflaumensaft
  • Viel Flüssigkeit

Durchfall

  • Wichtig ist es, den Flüssigkeitshaushalt intakt zu halten: Gebt eurem Baby viel Flüssigkeit (z.B. Elektrolytetee)
  • Babys ab 5 Monate: geriebener Apfel oder Bananenmus
  • Babys ab 6 Monate: Karotten- und/oder Salzkartoffelmus

Husten

  • Feuchtigkeit ins Zimmer bringen, zum Beispiel feuchte Handtücher aufhängen oder einen Diffuser benutzen
  • Trockener Brustwickel: Warmes Tuch (oder Traubenkernkissen z.Bsp. von Grünspecht) auf den Brustkorb legen und fixieren
  • Feuchter warmer Brustwickel: Handtuch mit heißem Wasser tränken und warm auf den Brustkorb legen und fixieren
  • Schmalzwickel: Schweineschmalz mit Zwiebel in einer Pfanne erhitzen und warm auf der Brust des Kindes verteilen. Mit einem warmen Handtuch umwickeln.
  • Frische Luft, viel rausgehen
  • Schwarzer Rettich-/ oder Zwiebelsaft: Schwarzen Rettich oder Zwiebel aufschneiden und Zucker oder Honig in eine kleine Mulde geben. Stehen lassen und den Saft abschöpfen und zu trinken geben

Schnupfen

  • Kopfdampfbad: Kochendes Wasser in eine Schüssel geben, Salz dazu und mit einem Handtuch über dem Kopf darüber beugen. Achtung Verbrühungsgefahr! Setzt euch mit unter das Handtuch! Anstatt Salz kann auch Thymian oder Kamille benutzt werden.
  • Nasensauger um den Schleim abzusaugen
  • Kopf höher lagern in der Nacht
  • Wasserdampf: Wenn ihr heiß duscht, nehmt das Baby mit ins Badezimmer
  • Erkältungsbad zum Beispiel mit Babix Baby Thymianbad
  • Thymiansalbe zum Einreiben für die Brust
  • Engelwurz Balsam für die Nasenflügel (3 Mal einmassieren)
  • Wenn ihr noch stillt, einfach einen Tropfen Muttermilch in je ein Nasenloch träufeln
  • Zwiebel schneiden und in einem Feinstrumpf über Nacht in Babys Zimmer hängen

Halsweh

  • Salbei-/Thymian- oder Kamillentee
  • Kleinkinder ab 1 Jahr: warme Milch mit Honig
  • Halswickel: Tuch mit Quark bestreichen, erwärmen und um den Hals legen – mit Schal fixieren

Erkältung allgemein

  • Hühnersuppe
  • Holunderbeersuppe
  • Tee und Flüssigkeiten

Wunder Po

  • Po mit Öl reinigen
  • Luftbaden, also den Po sogut es geht nackig lassen, damit Luft an die wunden Stellen kommt
  • häufiges Windelwechseln und ggf Windelmarke/ Stoffwindel wechseln oder Windelfrei ausprobieren
  • Heilwolle in die Windel legen
  • Wundsalbe nach den Luftbädern auftragen
  • Feuchte Schwarzer-Tee Beutel auf die betroffenen Stellen legen

Homöopathische Medizin

Besonders als Eltern kommt man irgendwann mit Homöopathischer Medizin in Kontakt. Da gibt es Osanit Globulis zum Zahnen, Sambucus Nigra für den Babyschnupfen, Arnica für Stöße und vieles Weitere. Jeder muss selbst entscheiden, ob er seinem Kind Homöopathische Medizin geben möchte. Sprecht am besten mit eurem behandelnden Kinderarzt, der kann euch sicher einige Ratschläge geben.

Das sollte man immer daheim haben

  • Pflaster und Verband
  • Lebensmittel: Fenchel-, Kamille- und Salbeitees, Honig, Zwiebel und Zitronen
  • Fiebersaft/Fieberzäpfchen
  • Carum Carvi Kümmelzäpfchen
  • Salbe aus Thymian und Babix
  • Elektrolytetee oder -Pulver
  • Pulver gegen Verstopfungen

In die Heimapotheke für kleine Kinder gehören auf alle Fälle Fiebersaft/Fieberzäpfchen. Achtet darauf, dass das Medikament dem Gewicht eures Kindes angepasst ist. Außerdem sind gerade für kleine Babys Carum Carvi Kümmelzäpfchen für Blähungen und Bauchleiden eine super Hilfe. Zudem sollte auch eine Salbe aus Thymian und Babix für die ersten Erkältungserscheinungen im Medikamentenschrank vorhanden sein. Des Weiteren helfen Elektrolytetee oder -Pulver bei hohen Flüssigkeitsverlust (Durchfall, Erbrechen). Ein Pulver gegen Verstopfungen wie Laxbene Junior (wahlweise auch Früchtewürfel oder Trockenpflaumen-saft) ist sicherlich auch sinnvoll. Pflaster und Verband für Stürze oder andere Unfälle. Weiterhin sind Fenchel-, Kamille- und Salbeitees, Honig, Zwiebel und Zitronen sinnvoll.

Junge draußen mit Tee

Fazit

Für Babys und Kleinkinder ist eine Erkrankung besonders schlimm. Denn wenn wir Erwachsenen krank werden, wissen wir, dass es vorüber geht. Ein Kind hat jedoch noch kein Verständnis für Zeit und denkt den Zustand dauerhaft ertragen zu müssen. So stehen liebevolle Worte, Streicheleinheiten, die Nähe zu den Eltern und deren Zuneigung an erster Stelle. Packt euer Kleines ins Tragetuch – so ist es immer bei euch. Lasst es nachts bei euch im Bett schlafen. Durch die eure Nähe wird es beruhigt sein und besser schlafen. Wenn euer Kind weint, wiegt es im Arm und redet ihm aufbauend zu, dass es ihm bald besser gehen wird.

Des Weiteren sind einige Heilmittel für den ersten Versuch der Besserung sehr hilfreich. Eure Eltern und Großeltern haben sicher auch noch einige Tipps auf Lager. Denkt dran bei akuten, oder nicht besser werdenden Beschwerden, einen Arzt aufzusuchen. Lieber einmal mehr als zu wenig ist hier die Devise.

Wir wünschen gute Besserung!


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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