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Kinder unter 6 Jahre verboten – Hamburger Café in der Kritik

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Jetzt wurde in Hamburg ein Cafe mit einem ganz neuen Werbeslogan entdeckt. „Essen.Trinken.Glück“, so das Verkaufsprinzip des Hamburger Cafés „Moki’s goodies„. Um in Ruhe glücklich essen und trinken zu können, sind Kinder (und Babys) unter 6 Jahren allerdings nicht erwünscht. Das niedliche Cafè bietet hausgemachten Kuchen und sogar gratis W-Lan an, hier soll man sich wohl fühlen. Auch die Sternbewertungen sind demendsprechend: Das Essen soll unglaublich lecker sein.

Monika Ertl ist die Besitzerin des Cafès mit dem außergewöhnlichem Werbeslogan. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat durch ihren Artikel aber gerade einen Shitstorm unter Müttern hervorgerufen. Auch viele anderen Zeitungen wie die Berliner Morgenpost oder der Kölner Stadtanzeiger bringen das kleine Cafè in die Schlagzeilen. Die Überschriften – durchgehend negativ. Hier geht es von „Café verbietet Kinder“ bis zu „Hamburger Cafè will keine Kinder

Mütter und Väter regen sich auf : „Hierer wird eine Personengruppe ausgegrenzt„, „Das ist Diskriminierung“ und „Diese Philosophie unterstütze ich nicht„. Die Ausrufe sind laut und deutlich.

Hier hat Frau Monika Ertl eine ganz andere Meinung: Falls ihr es nicht wusstet, sie ist selbst Mutter, hat ein Patenkind und einige Nichten und Neffen – Kinderfeindlichkeit findet man bei ihr also nicht. Warum dann also dieses außergewöhnliche Geschäftsprinzip?

In ihrem Instagrampost unter dem Hashtag #Schnullergate erläutert sie ihre Beweggründe und nimmt Stellung:

 

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Jetz mal ehrlich – es reicht. Liebe Supermuttis, ich finde es ist an der Zeit, die Verhältnismäßigkeit dessen, was Ihr hier seit einigen Tagen im Netz veranstaltet, ernsthaft in Frage zu stellen. Ich habe ein Restaurantkonzept, das Euch nicht gefällt und das ist einigen als Anlass genug für einen Shitstorm vom feinsten. Ohne dass auch nur eine einzige von Euch vorher das persönliche Gespräch gesucht hätte, verurteilt Ihr mit heiligem Eifer mein Unternehmen mit erstaunlicher verbaler Aufrüstung und Feindseligkeit. Überträgt man die Situation mal gedanklich von Muttis im Internet zu Schülern auf dem Pausenhof, dann wäre die Bezeichnung glasklar „Mobbing“. Ich wünsche Euren sicher ganz wundervollen Kindern sehr, dass sie so etwas nie erleben müssen. Ich bin erwachsen und habe ein breites Kreuz und eine hohe Frustrationstoleranz, ohne die könnte ich meinen Job gar nicht machen. Und ich möchte gerne mal ein paar Sachen klarstellen. Erstens: Überraschung Überraschung – auch ich bin Mutter. Kenne mich also durchaus im Thema aus. Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen, habe eine großartige Tochter, ein sehr süßes Patenkind und Nichten und Neffen. Kinderfeindlichkeit zu unterstellen ist also schonmal Blödsinn. Zweitens: Das moki’s goodies ist kein spendenfinanziertes demokratisches Mutter-Kind-Projekt, sondern ein Restaurant für das ich mir ein Konzept überlegt und in das ich mein privates Geld investiert habe. Weil ich meine eigenen Entscheidungen treffen möchte ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen. (…)

Ein Beitrag geteilt von moki’s goodies (@mokisgoodies) am

Natürlich bekommt das neue Geschäftsprinzip nicht nur Abneigung zu spüren, nein, auch der Zuspruch ist groß. So äußert sich ein Instagram-Nutzer zu ihrem Post: „Wo ist das Problem? Ich persönlich finde es super. Ich war letztens erst in einem Café, in dem 3 Kinder vom Nebentisch die ganze Zeit um unseren Tisch rannten und Fangen spielten und die Eltern hat das null interessiert

Ertl ist allerdings nicht die Erste mit diesem außergewöhnlichen Geschäftsprinzip, auch auf Rügen hat ein Restaurant bereits Schlagzeilen gemacht, welches Kindern unter 14 Jahren den Zutritt verwehrt.

Meine Stellungnahme zum #Schnullergate

Auch, wenn ich mich dafür jetzt läutern werdet. Ich sehe das Problem hier nicht. Wir Mamas, Papas, Omas und Opas fühlen uns wahrscheinlich nicht durch Kinder gestört. Dabei muss es gar nicht heißen, dass Kinder als „laut“ abgestempelt werden. Es fällt ihnen einfach schwerer ruhig sitzen zu bleiben. Das ist auch vollkommen in Ordnung.

Ich gehe z.B. mit meiner Tochter selbstverständlich auch in Restaurants oder Cafès – und habe eine kleine eigene Spielzeugabteilung mit dabei. Ein Puzzel, ein kleines Brettspiel, ein Malbuch oder ein einfaches Buch. Was soll mein Kind auch sonst im Cafè die ganze Zeit machen? Löcher in die Luft starren und ruhig sitzen bleiben – ganz ohne Beschäftigung – oder sich eine Stunde lang „vernünftig“ mit mir unterhalten? Wohl kaum. Wenn meine Tochter malt, kann es passieren, dass sie leise vor sich hin singt. Das ist für mich in Ordnung. Aber ich kann mir vorstellen, wenn sich 10 Kinder – auch wenn sie sich eigentlich ruhig am Tisch beschäftigen – so verhalten wie meine Tochter, kann der Lärmpegel schon enorm sein.

Für mich gibt es hier einfach keinen großen Grund sich aufzuregen oder gar einen Shitstorm los zu treten. Ihr könnt eure Kinder nicht mitbringen, wollt es aber gerne? Geht in ein anderes Cafè. Das Einzige was passieren kann – das Cafè verliert potentielle Kunden, das ist aber nichts, worüber wir Mamas uns aufregen bräuchten.

Kleiner Junge im Café

Andererseits verstehe ich auch gleichzeitig: wenn man es genau nimmt, bräuchten die Erwachsenen nur nach 19:00 Uhr in ein Cafè gehen. Dann sollten sowieso alle Kinder bereits im Bett oder zu Hause sein – zumindest Kinder unter 6 Jahren. Aber na gut, warum sollte man das den Erwachsenen nicht gönnen? Nicht jeder muss meine Kinderliebe teilen oder das Lachen und Singen von Kindern für angenehm empfinden. Und seien wir mal ehrlich, nur weil eine Kneipe um 12 Uhr am Mittag schon geöffnet hat – hier dürfen wir unsere Kinder auch nicht mit hin nehmen. Außerdem: Eine bessere Werbung als diesen Shitstorm gab es für das Cafè sicherlich nicht – und das auch noch kostenfrei.

Ich persönlich würde mir einfach ein ganz anderes Prinzip von Cafè wünschen. Eltern-Kind Cafès, die sind nämlich viel zu selten zu finden. Eben einen Ort, an dem es erlaubt ist, dass die Kinder spielen. Wo es vielleicht auch mal eine kleine Spielküche gibt, kleine Spieltische oder ähnliche Sachen. Wo Eltern ganz in Ruhe ihren Kaffee trinken können, und unsere Kinder spielen können, und dass direkt neben unserem Tisch. Diese Cafès gibt es nämlich leider viel zu selten.

 


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.

Iggiz

07.11.2019, 10:17

Ist schwierig mit Kindern. Vieles liegt aber in der Erziehung.

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