Baby in Glaskugel und Storch

Kinderwunsch – warum dauert es so lange?

Ihr habt euch entschieden, ein Kind zu bekommen? Das ist toll! Nun muss der Plan nur noch in die Tat umgesetzt werden. Was sich theoretisch ja kinderleicht anhört und eigentlich sogar eine Menge Spaß machen soll, ist aber praktisch nicht immer ganz so schnell umsetzbar. Denn bei manchen Frauen will es einfach nicht klappen mit der Befruchtung. Aber woran genau kann das liegen? Und was kann man dagegen tun? Und ab wann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen?

Der richtige Zeitpunkt

Für das Eintreten einer Schwangerschaft ist vor allem der richtige Zeitpunkt von enormer Bedeutung. Denn im Monat kann eine Frau maximal an 6 Tagen schwanger werden. Warum? Ganz einfach: Während des sogenannten Eisprungs wandert eine befruchtungsfähige Eizelle zur Gebärmutter. Diese kann dann ca. 12 – 24 Stunden befruchtet werden. Spermien können 3 – 5 Tage in eurem Körper überleben. So kann die Eizelle also theoretisch (!) in einer Zeitspanne von 5 Tagen vor dem Eisprung bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden.

Alter Wecker in gold und türkis

Wann findet mein Eisprung statt?

Der Eisprung sollte bei einem normalen 28-Tage-Menstruationszyklus am 14. Tag stattfinden. Der erste Tag der Periode gilt als Tag 1 des Menstruationszyklus. Wie ihr euch aber sicherlich denken könnt, funktionieren die meisten Frauenkörper nicht wie ein Schweizer Uhrwerk. Es kann gut sein, dass euer Zyklus kürzer oder länger ist. Zyklen zwischen 25 und 35 Tagen werden dabei als normal angesehen.

Wie ermittle ich meinen Eisprung?

Also wie findet man nun genau raus, wann der Eisprung ist? Die beste Methode, um die fruchtbaren Tage zu ermitteln: Achtet auf euren Körper und lernt die Zeichen zu deuten. Zeichen können zum Beispiel sein:

  • Veränderung des Zervix-Schleim
    • je näher der Zeitpunkt des Eisprungs ist, desto durchsichtiger, dünnflüssiger und transparenter wird der Schleim. Um dies bewerten zu können, ist eine regelmäßige (am besten tägliche) Kontrolle des Schleims Voraussetzung
  • Erhöhung der Körpertemperatur
    • unmittelbar nach dem Eisprung kann die Basaltemperatur (die Temperatur, die direkt nach dem Aufwachen gemessen wird) um 0,2-0,5 Grad steigen. Auch hier wird vorausgesetzt, dass man die Temperatur auch an jedem anderen Tag des Zyklus prüft, um Vergleichswerte zu haben
  • Ziehen im Unterleib
    • manche Frauen spüren den Eisprung durch ein leichtes Ziehen im Unterleib

Zusätzlich könnt ihr auch einen Ovulationstest anwenden. Die Eisprung-Tests findet ihr in der Apotheke, in der Drogerie oder auch online. Die Tests sind darauf ausgelegt, das luteinisierende Hormon (LH) im Körper anzuzeigen. Sie sind häufig genauer als die Temperatur-Messmethode. Außerdem können sie einen Eisprung 24 – 36 Stunden bevor er eintritt vorhersagen.

Faktoren, die eine geplante Schwangerschaft verzögern

Ihr habt nun den „richtigen Zeitpunkt“ ermittelt, doch es will trotzdem nicht so recht klappen? Neben des richtigen Timings, gibt es noch viele weitere Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft beeinflussen. Wir listen euch hier einige, sehr häufige Gründe auf.

Hormonelle Verhütungsmittel

Solltet ihr vorher die Anti-Babypille oder andere hormonelle Verhütungsmittel genommen haben, ist es oft so, dass euer Körper etwas längere Zeit benötigt, um für eine Schwangerschaft bereit zu sein. Denn ihr müsst bedenken, dass die Hormone, die ihr euch unter Umständen jahrelang zugeführt habt, dafür da sind, eine Schwangerschaft zu verhüten. Es dauert oftmals einfach eine Zeit lang, bis euer Körper diese abgebaut hat und euer Hormonhaushalt wieder intakt ist. Die wenigsten Frauen haben das Glück, direkt nach Absetzen der Pille direkt wieder einen geregelten Zyklus zu haben und auf Anhieb schwanger zu werden.

Alter

Biologisch gesehen, ist die Frau zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr am fruchtbarsten. Nach dem 30. Lebensjahr dauert es statistisch gesehen länger, bis es mit der Schwangerschaft klappt. Ab dem 40. Lebensjahr verringern sich die Chancen noch weiter. Zudem steigt auch das Risiko einer Fehlgeburt mit dem Alter der Mutter an.

Alkohol

Vor allem häufiger Alkoholgenuss steht unter Verdacht Menstruationsbeschwerden und Störungen des Eisprungs zu begünstigen. Solltet ihr euch ab und an mal ein Wein oder Bier genehmigen, sollte es jedoch keine Auswirkungen auf den Eisprung haben. Nur bei erhöhtem Konsum kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft sinken. Die Betonung liegt hier auf „kann“, da sich die Experten in dem Punkt nicht wirklich einig sind. Fest steht aber so oder so: Erhöhter Alkoholgenuss ist gesundheitsgefährdend. Und ein ungesunder Körper ist keine gute Voraussetzung für eine Schwangerschaft.

Rauchen

Vor allem aktives (aber auch passives!) Rauchen ist für Schwangere und das ungeborene Kind höchst ungesund – das weiß sicherlich jeder. Aber wusstet ihr, dass das Rauchen auch eine Schwangerschaft verhindern bzw. dieser im Weg stehen kann? Rauchen kann euren Hormonhaushalt durcheinander bringen und somit auch im negativen Sinne die Fruchtbarkeit beeinflussen.

Kaffee – Koffein

Kaffee erscheint doch eigentlich viel harmloser als Rauchen oder Alkohol, richtig? Deswegen würden die wenigsten vermuten, dass auch Kaffee – bzw. das darin enthaltende Koffein – die Kinderplanung verzögern kann. Mehrer Studien belegen, dass vermehrter Koffeingenuss eine verminderte Fruchtbarkeit von Mann und Frau zur Folge haben kann.

Ernährung und Gewicht

Jeder weiß, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung ein wichtiger Eckpfeiler der Gesundheit ist. Damit unser Körper problemlos funktionieren kann, muss er nämlich kontinuierlich mit guten Nährstoffen und Energie in den richtigen Maßen versorgt werden. Wer zu wenig, zu viel oder schlichtweg zu ungesund isst, verringert seine Chancen auf eine Schwangerschaft. Vor allem stark untergewichtige oder stark übergewichtige Frauen haben deswegen oftmals Probleme mit dem Schwanger werden.

Stress

Stress vermindert oftmals nicht nur das sexuelle Verlangen, sondern auch die Fortpflanzungsfähigkeit. Frauen, die unter Stress stehen, haben zum Beispiel häufiger unregelmäßige Blutungen bzw. Zyklen. Bei Männern wiederum kann durch Stress die Samenproduktion vermindert werden.

Medikamente

Einige Medikamente können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Solltet ihr zur Zeit der Familienplanung bestimmte Medikamente einnehmen, klärt unbedingt mit eurem Arzt ab, inwiefern diese vielleicht die Chance einer Schwangerschaft beeinflussen können.

Aber Achtung, jeder Körper ist individuell:

Wie immer gilt: Jeder Körper ist einzigartig und reagiert anders. Auch wenn es normal ist, dass das Eintreten einer Schwangerschaft oftmals monatelang auf sich warten lässt: Ein allgemeiner Gesundheitscheck zu Beginn der Schwangerschaftsplanung sowie ein Gespräch mit dem Frauenarzt über euren Kinderwunsch kann nicht schaden.

Ruhe bewahren

Wer von euch einen bisher unerwünschten Kinderwunsch hat, sollte vor allem eines: Ruhe bewahren. Egal ob Mann oder Frau – zu viel Stress tut eurem Körper nicht gut. Besonders, wenn ihr euch selbst so sehr unter Druck setzt. Atmet tief durch, und macht euch klar, dass dies einfach in den meisten Fällen ein wenig Zeit benötigt.

Keine Sorge, ihr seid nicht alleine: Es dauert bei vielen Frauen einfach eine Weile, bis sie schwanger werden. Das kann Monate lang oder sogar bis zu einem Jahr dauern – ohne dass mit eurem Körper oder dem eures Partners etwas „nicht stimmt“. Macht euch daher keinen Stress.

Buddhastatue aus Holz

Ab wann sollte man zum Arzt aufsuchen?

Doch ab wann dauert es denn eigentlich wirklich „zu lange“? Ab wann gilt der Grundsatz „Ruhe bewahren und abwarten“ nicht mehr? Wir sagen’s euch: Solltet ihr unter 28 Jahre sein, solltet ihr nach 18 Monaten einen Arzt aufsuchen. Zwischen 28 und 32 Jahren sollte der Besuch schon nach 12 Monaten erfolgen. Wenn ihr älter als 33 seid, dann sucht nach 6 Monaten den Arzt auf.

Der Arzt wird zunächst einige einfache Untersuchungen machen, um die häufigsten bzw. wahrscheinlichsten Gründe für das Ausbleiben der Schwangerschaft auszuschließen. Lässt sich hier nichts feststellen, sollten weitere, komplexere Tests erfolgen. Das weitere Vorgehen wird dann aber im Einzelfall mit dem Arzt besprochen.


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.

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