Warum auch auf dem Balkon rauchen gefährlich für unsere Kinder ist

|
Banner: Warum auch auf dem Balkon rauchen gefährlich für unsere Kinder ist

Wir alle wissen, dass Rauchen in der Schwangerschaft einfach zu den No-Go’s gehört. Aber wie sieht es aus, wenn wir unsere Kinder vor dem schädlichen Nikotin schützen wollen, und daher auf dem Balkon rauchen? In der Wohnung gilt natürlich oftmals absolutes Rauchverbot. Aber schützt das Rauchen auf dem Balkon unsere Kinder denn wirklich? Erfahrt hier alles über die Gefahr für unsere Kinder.

Wo sich die Substanzen wirklich festsetzen

Ihr raucht nicht neben euren Kindern und auch nicht in der Wohnung, eure Kinder sind vor dem passiv Rauchen also geschützt – richtig? Nein, leider ganz und gar nicht. Ihr gefährdet eure Kinder wenn ihr auf dem Balkon raucht ebenso.

Wie kommt das? Ganz einfach, anders als bei dem Passivrauchen geht es hier nicht um das gefährliche Nikotin, welches unseren Kindern schadet. Und das, ist fast ebenso gefährlich wie das passive rauchen! Andere Substanzen aus dem Rauch setzen sich an Haut, Haaren, Kleidung und sogar an Hausstaub fest. Ihr seid sozusagen also eine wandelnde Gefahr für euer Kind, ganz ohne Zigarette in der Hand. Ihr müsst euch einfach vorstellen: normaler Tabakrauch enthält sogar mehr als 4.800 verschiedene Substanzen. Davon sind mindestens 250 toxisch – also stark gesundheitsschädlich. „Wer draußen raucht, schleppt Nikotin und krebserzeugende Substanzen, lungengängige Partikel und weitere giftige Stoffe mit in die Wohnung“, erklärt Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Geht ihr also zum Rauchen auf den Balkon, tragt ihr diese schädlichen Substanzen beim erneuten Betreten der Wohnung mit herein. An Händen, an Haaren, an der Kleidung, der Luft um euch herum und sogar in eurem Atem.  Hierdurch übertragt ihr diese schädliche Substanzen auf die Möbelstücke. Ihr haltet euch an der Couch fest oder legt euch zum spielen mit den Kind auf dem Teppich. Schwubs, habt ihr die Substanzen auf die Möbelstücke übertragen und euer Kind ist ihnen täglich ausgesetzt. Es ist außerdem erwiesen, dass einige Nikotinabbauprodukte die über die Haut ausgedünstet werden und in Kleidung und Möbeln hängen auch giftig sind. Habt ihr schon einmal in einem Raucherauto gesessen, indem 10 Jahre nicht mehr geraucht wurde in sicherlich mehr als gründlich gesäubert wurde? Wenn ja, könnt ihr sicherlich bestätigen, dass ihr auch in diesem Auto den Rauch tatsächlich noch wahrnehmen könnt. Alleine dadurch könnt ihr euch vorstellen, wie stark sich die Substanzen in einzelne Textilien setzen. Die Übertragung durch Möbelstücke, Kleidung oder andere Textilien nennt man im Übrigen „Third Hand Smoke“ – also Rauch aus dritter Hand.

Wie kann ich mein Kind dennoch schützen?

Spontan würde ich sagen – hört mit dem Rauchen auf. So schützt ihr eure Kinder am besten. Aber natürlich gibt es noch weitere Dinge, auf die ihr achten könnt, falls ein kompletter Verzicht für euch keine Option darstellt:

  • wascht euch Hände und Gesicht
    Natürlich wäre es besser, wenn ihr einfach duschen geht. Wie ihr gerade erfahren habt, kleben die Substanzen nicht nur an euren Händen, sondern auch den Haaren und der Kleidung.
  • Kleidung wechseln /Raucherkleidung
    tragt besondere Kleidung zum Rauchen. Am besten, ihr habt extra Kleidung auf dem Balkon liegen – die auch niemals in die Wohnung gelangt. Einfach eine Jacke und Mütze überziehen, so können die Substanzen sich keinen Weg in die Wohnung verschaffen. Zumindest solltet ihr, bevor ihr euren kleinen Schatz anfasst oder ihn auf den Arm nehmt, euch etwas anderes anziehen.
  • Zähne putzen
    die schädlichen Substanzen übertragen sich sogar durch Staub, daher könnt ihr kurz nach dem Rauchen diese Substanzen sogar durch einen Kuss übertragen.
  • achtet auch auf Verwandte und Bekannte
    klingt vielleicht hart, schützt aber eindeutig euer Kind: Gebt euren kleinen Schatz nicht in „Raucherhände“. Selbst bei frisch gewaschenen Händen kleben die schädlichen Substanzen noch in der Kleidung. Hier ist kuscheln eindeutig Fehl am Platz.
  • auslüften
    hört sich vielleicht ein wenig seltsam an, hilft aber. Bleibt nach dem Rauchen noch 2 – 3 Minuten auf dem Balkon stehen. So können die Substanzen um euch herum ein „wenig verfliegen“ und ihr tragt sie nicht alle mit in die Wohnung.

Folgen für unsere Kinder

Was sind nun die Folgen für unsere Kinder, wenn die Eltern oder ein Elternteil draußen auf dem Balkon raucht? Wenn in der Schwangerschaft geraucht wird, wissen wir bereits dass dies schwere Folgen für das ungeborene Kind haben kann. Zum Einen sind dies Frühgeburten und Kinder-Asthma-Anfälle.  Aber auch jetzt können wir unseren Kindern mit dem falschen Verhalten noch schaden. Nicht ohne Grund haben einige Länder ein Rauchverbot in Autos, in denen Kinder fahren, ausgesprochen. Es ist nachgewiesen, dass folgende Krankheiten viel häufiger in Raucherhaushalten (inklusive „Balkonraucher“) als Nicht-Raucherhaushalten vorkommen:

  • Bronchitis
  • Lungenentzündung
  • starker Husten
  • bei Babys in Raucherhaushalten ebenfalls der frühe Kindstot
  • verkürzter Schlaf von Neugeborenen – kognitiven Defizite und schlechtere Leseleistungen

Mann raucht im Auto während das Kind auf dem Beifahrersitz sitzt

Ziemlich erschreckend, oder? Da wollen Eltern schon ihre Kinder schützen und verlassen die Wohnung zum Rauchen – und gefährden ihre Kinder dennoch. Vielleicht denkt ihr vor der nächsten Balkonzigarette einfach an unsere Tipps!

Rauchverbot für Erzieher?

Natürlich gibt es für Erzieher kein Rauchverbot. Es kommt auch eigentlich gar nicht vor, dass Erzieher während ihrer Arbeitszeit oder überhaupt auf dem Kindergartengelände rauchen. Aber was ist mit ihrer Mittagspause oder der Weg zur Arbeit? Der Kindergarten ist wie ein zweites zu Hause für unsere Kinder – daher sollten dort natürlich die selben Regeln zum Schutz der Kinder gelten. Wir haben gerade ausgiebig über die Folgen gesprochen und wie stark sich die schädlichen Substanzen in der Kleidung und auch auf der Haut und den Haaren festsetzen. Im Winter tragen wir alle ja noch dicke Jacken draußen, das ist super, denn diese werden natürlich in der Nähe der Kinder ausgezogen.

Stellen wir uns jetzt folgende Situation vor:

Im Sommer benötigen wir keine Jacke mehr, die Erzieherin raucht auf dem Weg in den Kindergarten ihre Zigarette. Noch 100 Meter vor dem Kindergarten wird diese ausgemacht. Im Kindergarten wäscht sie sich natürlich verantwortungsbewusst sofort die Hände. Dann trägt sie das kleine einjährige Kind den halben Tag auf dem Arm – es ist nämlich heute besonders weinerlich.

Hier entsteht sofort eine große Gefahr für das Kind. Aber nicht nur durch das Knuddeln. Erkundigt euch, wie euer Kindergarten – oder auch Tagesmutter- diese Situationen handhaben. Auch in der Mittagspause spricht für eine Erzieherin an sich nichts dagegen, wenn sie außerhalb des Kindergartengeländes eine Zigarette raucht. Dies ist schließlich ihre private Zeit, und über diese kann natürlich niemand bestimmen. Gibt es extra Raucherkeidung für diese Fälle? Hat euer Kindergarten eine Lösung parat? Wir sind gespannt auf eure Antworten.

Ich selbst habe mir erst vor kurzem Gedanken über rauchende Erzieherinnen gemacht, die Folgen der schädlichen Substanzen -oder auch kalter Rauch genannt- waren mir vorher gar nicht so bewusst. Sobald ich Rücksprache mit unserem Kindergarten gehalten habe, erfahrt ihr das Ergebnis als Erste!

Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.

Profilbild von Mira Ruppel

Mira Ruppel

02.03.2019, 19:42

Was ebenfalls unterschätzt wird, sind die Aluminium-Deos. Diese Partikel sind nur Nanometer groß und setzen sich überall fest! Im Bad, auf den Kacheln, auf den Handtüchern und der Kleidung. Sie sind so klein, dass sie Problemlos durch die Kleidung wandern und sich auf das Kind übertragen.
Achtet also darauf, dass ihr selbst keine solchen Deos benutzt und haltet eure Lieben von anderen fern, die solche Deos verwenden.
Das Thema Rauch versteht sich von selbst, da leider überall am Bahnhof Raucherzonen sind, fahren wir nicht mehr mit dem Zug.

Kommentar verfassen

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.