Uhr TiProNet GPS

Kinder-Armbanduhr mit GPS-Tracker und Notruf-Funktion TV-900 von TiProNet

Was ist das und wozu braucht man das? Dachte ich mir, als ich erstmals von der Armbanduhr mit GPS Tracker von TiProNet las. Beim weiteren Nachdenken schossen mir sofort Bilder von vermissten Kindern, Blaulicht und Kinderleichen durch den Kopf. Wir leben in einer kranken Welt! Ist es da nicht nur verständlich, dass besorgte Eltern ihren Kids einen GPS-Tracker mit an die Hand geben? Gibt es auch noch andere Fälle, wo es Sinn macht meinem Kind eine Tracking-Uhr umzulegen?

Ich möchte hier aber auf alle Fälle auf die Funktionen dieser Uhr eingehen und einen Test von Kopf bis Fuß mit euch teilen. Ich habe meinen Testbericht nach Fragen, die ich mir im Vorfeld gestellt habe aufgebaut und danach auch beantwortet.

Wozu, weshalb, warum?

Ob die Idee der Eltern, die Sicherheit oder eine Überwachung ist, sei mal dahingestellt. Fakt ist, dass diese „Überwachung“ für den Notfall aber sehr hilfreich sein kann. So ist es möglich den Weg oder den Aufenthalt seines Kindes zu verfolgen. Auch wenn das Spionieren per Trackingsystem, sicher sehr interessant ist, so würde ich es wirklich nur im Notfall auch wirklich nutzen. Etwa wenn das Kind verschwunden ist. Das, liebe Eltern, wünschen wir natürlich Niemandem. Das schrecklichste Gefühl ist es wohl, wenn man nicht weiß was mit seinem Kind passiert ist. Wir gehen mal nicht vom schrecklichsten Fall, einer Entführung aus. Man muss ja gar nicht so weit denken. Es gibt auch unsichere Kinder oder Kinder mit Krankheiten, wie etwa Epillepsie. Für diese Kinder könnte die Tracking Uhr sehr interessant sein. Beziehungsweise wohl eher für die Eltern, um im Notfall immer zu wissen, wo das eigene Kind ist.

Kleines Beispiel zum Gebrauch

Vor ca. 8 Jahren war ich neu in München. Ich hatte noch kein Smartphone und habe mich verlaufen (ja auch Erwachsenen kann das Hin- und Wieder passieren ;-)). Ich verfiel in Panik und fand mich nur nach einigem Umherirren wieder Heim. Ein Kind in solcher Situation, wäre wohl auch erst einmal aufgeschmissen. Mit der Uhr, könnte es den Notfallknopf drücken und mit Mama oder Papa kommunizieren. Diese können sich den Standort schnell anzeigen lassen und ihr Kind abholen.

Was bedeutet GPS?

GPS ist die Abkürzung für Global Positioning System also Globales Positionsbestimmungssystem. Mit dieser Technologie kann man Personen oder Dinge ausstatten und sie dann orten lassen. So auch eure Kinder. Diese Technologie ermöglicht die Ermittlung auf einen bis auf 5 Meter genauen Standort. Auch über die Landesgrenzen hinaus. Das nennt man orten.

Voraussetzungen für das Tracking sind ein vorhandenes GPS-Signal und ein Kommunikationsweg, durch eine SIM-Karte oder durch Satelliten.

Funktionsweise GPS-Tracking

  • GPS-Tracker ermittelt Positione Position mit Hilfe von GPS
  • Daten, wie Position, Uhrzeit und Geschwindigkeit werden an einen Server oder ein Handy gesendet.
  • Daten werden ausgewertet und zum Beispiel als Markierung auf einer Landkarte angezeigt.

Anschaffung

Unser Test bezieht sich auf die TV-900 GPS-Armbanduhr von TiProNet. Beim Kauf gibt man gleich seine persönlichen Vorhaben an und die Uhr wird vor dem Versand auf die einzelnen Bedürfnisse abgestimmt konfiguriert.

Kosten

Die GPS-Uhr zur Ortung von Kindern kostet direkt bei TiProNet 179€. Es wird generell eine SIM-Karte benötigt. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn man auch das Trackerportal nutzen möchte, wird vom Hersteller die Trackerbox-SIM-Karte (inkl. allen deutschen Netzen, mind. 2 Netze in allen weiteren Ländern Europas, keine Telefonie-Funktion) für 35,40€ empfohlen. Alternativ könnte man auch eine eigene internetfähige SIM-Karte verwenden. Es fallen bis zu 10 MB Daten pro Monat an. Wenn das Portal nicht gebraucht wird, genügt bspw. eine Prepaid SIM-Karte zum Senden und Empfangen von SMS-Nachrichten. Auch so kann man die Koordinaten des Kindes abfragen und sich den Standort per google Maps aufrufen. Um Das Ortungsportal nutzen zu können entstehen pro Jahr Kosten in Höhe von 99,24€.

Lieferumfang

Im Paket enthalten ist die Uhr selber, ein USB-Kabel, ein Ladegerät und ein kleines Heftchen zur Beschreibung. Wenn ihr eine SIM dazubestellt habt, ist diese natürlich auch gleich dabei. Die Uhr kommt in einem ansprechenden, sehr süß designten Karton.

TiProNet GPS Uhr

Unterschied zum Handy GPS

Jetzt könnt ihr euch vielleicht fragen, ob man die Kosten nicht umgehen kann und dem Kind ein Handy mit Ortungs-App einstecken kann. Sicher geht das auch, aber ich finde die Uhr gerade toll, weil sie nicht zum Spielen verleitet und am Handgelenk immer dabei ist. Man sieht im Portal sogar wenn sie abgenommen wurde. Das kann das Handy nicht bieten. Und gerade für den befürchteten Notfall fällt eine Uhr weniger auf als ein Handy.

Die Uhr

Aussehen und Ausstattung

Ihr könnt wählen zwischen einem lässigen Blauton oder dem coolen Gelb/Orange. 3 Knöpfe an der Seite und ein Knopf direkt auf der Uhr verschaffen verschiedene Funktionen. Die Uhr lässt sich wunderbar am Armgelenk tragen und auf verschiedene Größen einstellen. Beim Ein- und Ausschalten erscheint ein Smiley samt Begrüßungston. Die Uhrzeit gibt die Uhr nur bekannt, wenn man einen der Knöpfe drückt. Dann leuchtet sie kurz auf und man sieht das Display. Unten rechts dreht sich ein Oreo-Keks, der als eine Art Sanduhr dienen soll.

GPS Uhr Hallo

Folgende technische Details gibt der Hersteller über die TV-900 Kids smart watch heraus:

  • Maße: 45 mm / 38 mm / 15 mm (ohne Armband)
  • Gewicht: 40g
  • GSM: GSM 850/900/1800/1900 MHz Quadband
  • Genauigkeit: bis zu 5 Meter
  • Uhrzeit: wird via GPS synchronisiert
  • Arbeitstemperatur: -20 bis +65 Grad Celsius
  • Spannung: 5 V
  • Stromversorgung: 3,7 V / 400mAh Li-Ionen-Akku bis zu 80 h Laufzeit (Stand-By)
  • Tasten: 4: Power, Kurzwahl 1, Kurzwahl 2, SOS

Akkulaufzeit/ Ladezeit

Es wurde angegeben, dass der Akku 3 Tage hält. Gerade aber wenn es schwierig ist Signale zu finden und die Verbindung immer wieder unterbrochen wird, hält der Akku nur ca einen Tag. Liegt die Uhr daheim nur rum, sind drei Tage definitiv drin, aber das ist ja nicht Sinn und Zweck. Also ähnlich wie ein Handy, müsste die Uhr auch alle zwei Tage bis täglich geladen werden. Die Uhr komplett zu laden dauert ungefähr 2 Stunden. An sich ist das aber auch kein Problem, die Uhr einmal am Ende des Tages zu laden – ist beim Handy ja schließlich auch schon Gewohnheit.

Reichweite

Da das Orten über GPS-Signal gesteuert wird, gibt es keine Reichweite. Die Uhr zeigt euch den Standpunkt auf, egal wo sie ist, vorausgesetzt sie bekommt ein Signal von den Satelliten.

Möglichkeiten mit der Uhr

Die wichtigste Funktion ist wohl die Möglichkeit der Ortung. Mit Zugangsbuchung des Trackerportals habt ihr ein komplexes System und könnt euch Wege und Stopprouten die euer Kind zurückgelegt hat, mit entsprechender Uhrzeit und Entfernung ansehen. Mit dem Portal hat man wirklich viele Möglichkeiten und für den Notfall somit auch mehrere Anhaltspunkte.

Des Weiteren kann man mit der Uhr eine Notfall SMS absenden. Das heißt das Kind kann den Notfallknopf drücken und die hinterlegte Handynummer bekommt eine SMS mit den Koordinaten, Tag und Uhrzeit. Diese Koordinaten kann man sich gleich in google Maps öffnen. Sollte sich das Kind also verlaufen haben, in Schwierigkeiten stecken oder einfach nur Hilfe benötigen, so hat es mit der Uhr jederzeit die Möglichkeit seinen Standpunkt an Mama und Papa zu senden.

Mit einer SIM, die auch die Kommunikation erlaubt (eine ganz normale Handy-SIM), hat man sogar die Möglichkeit miteinander zu sprechen. Man kann die Uhr „anrufen“ und mit seinem Kind sprechen. Man kann aber auch unbemerkt die Uhr samt Umgebung abhören.

Kontakte Alarmieren

Bis zu 3 Kontakte kann man im Trackerportal hinterlegen und diese mit dem Notrufknopf auf der Uhr alarmieren. Das ist wirklich praktisch, sollte euer Kind Probleme haben. Schlüssel vergessen, Schulbus verpasst, verlaufen, in der Not… es muss nur ein Knopf gedrückt werden und ihr werdet kontaktiert und könnt eurem Kind helfen.

GPS Uhr SOS

Meine Testläufe

Nun ist meine Tochter noch zu klein, als dass sie längere Zeit ohne mich irgendwo auskommen muss. Deshalb habe ich die Uhr des Öfteren auf die Reise geschickt und von daheim im Trackerportal beobachtet. So war die Uhr in München unterwegs und in der Arbeit meines Mannes. Sie war außerhalb der Großstadt in ländlicher Umgebung mit zur Schule und durfte auch den ein oder anderen Ausflug miterleben. 3 Testläufe möchte ich euch gern näher erläutern.

GPS-Uhr in München

Schule im Nachbarort

Ich habe die Uhr auf die Reise in die Schule geschickt. Dafür ist sie ja größtenteils auch gedacht. Kinder in die Schule begleiten und den Tag im Schulgebäude, auf dem Schulhof und gegebenenfalls im Café gegenüber verbringen. Auf dem Schulweg und im Schulgebäude konnte die Uhr ganz gut geortet werden. Als sie dann aber beim Sportunterricht im Rucksack verschwand, fand sie kein Signal mehr und machte von der Schule zurück nach Hause einen großen Sprung. Nach Rücksprache mit dem Hersteller, wurde klar, dass sie bestenfalls immer am Handgelenk getragen wird, um das beste Signal zu bekommen.

Straße, Autobahn und Stadtverkehr mit dem Auto

Mit dem Auto unterwegs auf Landstraßen, Autobahnen mit einem Stopp hier und da, hat die Uhr ihr Bestes gegeben. Sie konnte alles wunderbar aufzeichnen und hat auch die Stopps ziemlich genau bestimmen können. Das ist schon ziemlich cool, wenn man anhand der Aufzeichnungen ziemlich genau sagen kann, wo man wann gewesen ist.

München Stadtzentrum

Ich wollte einfach auch mal testen, was passiert wenn die Uhr etwas weiter (30km) entfernt wird. Im Normalfall trifft das auf Kinder ja nicht zu, dass sie regelmäßig weite Strecken zurücklegen, aber für Ausflüge und Klassenfahrten sind auch diese Werte interessant. Noch dazu musste die Uhr U-Bahn fahren und mitten durchs Zentrum von München laufen. Leider gab es hier ein paar Punkte, die nicht ganz so gut liefen. In der U-Bahn ging das GPS Signal mit dem Abtauchen unter die Erde natürlich verloren. Als sie wieder an die Oberfläche marschierte, hatte sie Probleme mit den hohen Häusern ringsumher. Sie fand einen Satelliten aber der hatte bei der ganz genauen Ortung Probleme. Es konnte mir den ganzen Tag über per GPS nicht genau angezeigt werden, wo sich die Uhr befand. Mit der Ortung über das Handynetz, klappte es ein wenig genauer, allerdings auch ca mit 20 Metern Verschiebung.

Fazit

Nach einem Monat ausgiebigem Testen, kann ich nun zu einem Fazit kommen. Noch ist mein Kind wie gesagt nicht so groß, dass die Anschaffung einer Ortungs-Uhr für uns in Frage kommt. Ich denke aber, dass es für die Zukunft eine tolle Sache ist. Es verschafft Sicherheit. Mit der Uhr weiß ich, das Kind kann mich jederzeit erreichen und wenn mir etwas komisch vorkommt, weiß ich wo mein Kind ist. Ob sie nun für einen wirklichen Notfall auch richtig funktioniert, kann man leider nicht garantieren. Es gibt jedoch auch einige Punkte, die eine lückenlose Ortung zu jeder Zeit beeinträchtigen können. Für Anhaltspunkte und gerade auch in Problemsituationen, die alltäglich auftauchen könnten, wäre die Uhr gegebenenfalls eine große Hilfe.

Pro

  • Schickes Design
  • Trackerbox zeichnet Routen bis auf 5 Meter Genauigkeit auf
  • Sollte GPS-Signal verloren gehen, kann per Funk und/oder SMS geortet werden.
  • Notfallknopf schickt Standort an hinterlegte Handynummer (per SMS)

Contra

  • Uhr muss bestenfalls am Handgelenk getragen werden. In Taschen verschlechtert sich das Signal
  • Akkulaufzeit
  • Verliert das Signal teilweise in „Häuserschluchten“ oder auch U-Bahnen, Kellern etc.
  • Wenn das Funksignal verloren geht, vergehen 5 Minuten bis zum nächsten Versuch.

Ihr seht, die Uhr hat hier und da auch einige kleine Schwachpunkte, ist aber an sich ein wirklich tolles und größtenteils auch nützliches Gadget. Wie steht ihr dazu? Macht die Benutzung eines GPS Trackers für eure Kinder Sinn?


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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