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Gibt es in Deutschland auch bald die Zuckersteuer?

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Das Thema ist schon länger im Gespräch, doch aktuell gibt es wieder vermehrt Diskussionen über die Einführung einer Zuckersteuer. Warum und weshalb die Frage „Zuckersteuer ja oder nein“ gerade wieder sehr aktuell ist, wollen wir euch im folgenden Ratgeber erklären.

Was ist eine Zuckersteuer?

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) fordert eine derartige Besteuerung schon seit 2016. Genau genommen sollen vor allem zuckerhaltige Getränke teurer werden, um so den Verbrauch zu minimieren. Die Steuer wird also vom Staat auf die Produkte auferlegt, um den Preis somit in die Höhe zu treiben.

Worauf soll die Zuckersteuer eingeführt werden?

Die Zuckersteuer soll auf alle zuckerhaltigen Lebensmittel gelten. Noch gibt es aber keine genauen Anhaltspunkte, derzeit wird allgemein viel darüber diskutiert. Es steht ja noch nicht einmal fest, ob es eine solche Steuer in Deutschland überhaupt geben wird. Besonders für zuckerhaltige Getränke wie Limonaden, Brause, und Säfte wäre eine Besteuerung sinnvoll, wenn der Zuckergehalt beispielsweise die 5 Gramm pro 100 Milliliter überschreitet. Getränke gelten als besonders gefährlich, da man Kalorien zu sich nimmt, aber kein Sättigungsgefühl beim Trinken einsetzt. Aber auch die klassischen Süßigkeiten, wie Schokolade und Gummibärchen würde die Besteuerung wahrscheinlich treffen.

Zuckerhaltige Getränke

Warum soll es eine Zuckersteuer geben?

Die WHO plädiert seit 2016 für eine Zuckersteuer, weil es immer mehr Übergewichtige gibt. In manchen Ländern wurde sie in den letzten Jahren schon eingeführt, in Deutschland bisher noch nicht. Studien zufolge ist jeder zweite Deutsche übergewichtig. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat sich nun auch für diese Zuckersteuer ausgesprochen, da immer mehr Kinder und Jugendliche an Fettleibigkeit leiden. Derzeit sind wohl über 15% zu schwer.

Übergewichtiger Junge mit Donut

Die Südzucker AG hält dagegen und versichert, dass Zucker allein nicht die Hauptursache ist. Natürlich spielen hier auch Veranlagung, Bewegung usw. neben der Ernährung eine beachtliche Rolle. Die Ärzte aber meinen, dass auch Karies und Stoffwechselstörungen Folge eines zu hohen Zuckerkonsums sind. Außerdem habe eine Besteuerung in anderen Ländern den Zuckerkonsum bereits eingeschränkt. Selbst in Deutschland können wir auf positive Effekte durch Strafsteuern zurückblicken, denn mit Einführung der Alkopop-Steuer ging der Konsum um 80% zurück. Auch das Rauchverbot wird als Positiv-Beispiel genannt.

Wo gibt es schon eine Zuckersteuer?

Eine Zuckersteuer wurde schon in einigen Ländern weltweit eingeführt, unter anderem in Frankreich, Ungarn, Finnland, Großbritannien und Mexiko. Der Vorsitzende des BVKJ Thomas Fischbach macht darauf aufmerksam, dass der Absatz von zuckerhaltigen Lebensmitteln hier sichtlich zurück ging seit Einführung der Zuckersteuer.

Funktioniert eine Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie?

Während die Verbände wie BVKJ und Foodwatch eine Zuckersteuer fordern und die Verantwortung in den Händen der Politik sehen, plädieren einige Politiker auf die Vernunft. Beispielsweise setzt Julia Klöckner (CDU) auf das freiwillige Herunterfahren der Zuckerzusätze in Lebensmitteln bis 2025. Neben Zucker betrifft diese Selbstverpflichtung auch die Salz- und Fettgehalte.

Zuckerhaltige Lebensmittel

Was sind Nutri-Scores?

Als Nutri-Scores wird ein Kennzeichnungssystem zum Nährwert von Lebensmitteln bezeichnet. Die Erweiterung der Nährwert-Tabelle ist wohl schon auf einigen Produkten zu finden. Die Produkte werden mit Hilfe einer Angabe von A (grün) bis E (rot) bewertet. Diese Lebensmittel Ampel sieht man schnell und weiß, ob ein Produkt allgemein als gesund zählt oder nicht. Das Feld, welches als problematisch gilt, wird dann in der Tabelle hervorgehoben.

Die Vernunft stirbt zuletzt

Letztendlich bleibt zu sagen, dass wir für unsere Gesundheit alle selber verantwortlich sind. Eine Zuckersteuer würde zuckerhaltige Lebensmittel zwar verteuern, aber den Verbrauch nicht verbieten. Es wäre außerdem denkbar, dass mit dieser Steuer mehr Zuckerersatzstoffe verwendet werden, wovon ja viele (Aspartam, etc.) ebenfalls keinen guten Ruf für die Gesundheit genießen. Wie wir das mit dem Süßigkeiten-Konsum in unserer Familie handhaben, berichtete ich bereits. Generell verbieten wir keine Süßigkeiten, bieten unserer Tochter aber auch keinen unerschöpflichen Vorrat. Lieber gibt es gesunde Alternativen. Nach dem Kindergarten steht beispielsweise beim Nachmittags-Spiel immer ein Snack-Teller mit Obst und Gemüse, Nüssen und ungezuckerten Trockenfrüchten (je nach Saison) parat, eventuell selbst Gebackenes dazu. Zu Trinken gibt es eigentlich fast ausschließlich Wasser oder ungesüßten Tee. Der wichtigste Punkt ist wohl ein gutes Vorbild zu sein. Mittlerweile ist auch mein Mann zur zuckerfreien Ernährung gewechselt. Wir wissen, dass es für uns gesünder ist und nach einer anfänglich schwierigen Phase, ist es auch gar nicht mehr schlimm, keine Süßigkeiten zu essen. Wir kochen täglich frisch und ausgewogen. Ich versuche unsere Tochter in Ernährungsfragen stets mit einzubeziehen.

Innerhalb dieser ganzen Zuckersteuer-Diskussion meldete sich ein Kindergarten zu Wort, der Kulinarische Früherziehung anbietet. Die Kinder bereiten ihr Frühstück selber zu und lernen sehr viel über Ernährung allgemein. Das finde ich ist eine tolle Idee. Vor allem Kinder, die zu Hause mäkeln, probieren im Verbund der Gruppe doch vielleicht mal das eine oder andere Gemüse. Generell denke ich auch, dass mehr Informationen vielleicht mehr helfen als Steuern. Für Kindergärten wäre ein Ernährungsbeauftragter toll, der Projekte mit den Kindern durchführt. In der Schule würde ich persönlich mehr Bewegung und mehr Ernährungsthemen in den Unterrichtsfächern sehr begrüßen.

Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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