Schwangere Frau vorm Meer

25./26. Schwangerschaftswoche

Euer Bauch hat nun sicher schon eine beachtliche Größe erreicht. Die Gebärmutter dürfte nun so groß wie ein Fußball sein. An der dicken Kugel seht ihr: Es ist schon viel geschafft! Und trotzdem liegt noch einiges vor euch!

Neben den Schwangerschaftsklamotten steht eventuell auch der Kauf neuer Schuhe an. Wassereinlagerungen machen sich in eurem Körper breit und lassen eure Füße und Hände anschwellen. Auch die lieben Stimmungsschwankungen, könnten in der 25. und 26. Schwangerschaftswoche schon das Ausmaß eines kleineren Baby Blues annehmen.

Schwangere mit bemaltem Bauch

Euer Körper

So langsam endet die Phase, in der ihr eure Schwangerschaft als entspannend empfindet. Bei alltäglichen Dingen, beim Schlafen, Schuhe Anziehen und Aufräumen, wird euch euer Bäuchlein schon etwas im Wege sein. Aktivitäten, die euch nie Schwierigkeiten bereitet haben, bringen euch nun zum Schnaufen. Außerdem wiegt das Baby und sein Drumherum immer mehr und kann euch Rückenschmerzen bereiten. Jetzt ist es wichtig, auf den Körper zu hören. Ruht euch viel aus und versucht langsame Bewegungen zu machen, die euren Körper entlasten und euch gut tun.

Umstandsmode

Bequemlichkeit hat nun Vorrang vor schick. Nichts sollte drücken oder irgendwo zu eng sein. Mittlerweile ist das Sortiment der Umstandskleidung aber sehr vielfältig und modern. Die Modeindustrie weiß: Auch bzw. besonders Schwangere legen Wert auf ihr Aussehen und ihre Kleidung. Von der Latzhose bis zum Hochzeitskleid werdet ihr so ziemlich alles finden. Einziges Manko: Gute Umstandsmode ist meist nicht günstig und oft auch von Rabattaktionen wie dem Winter- oder Sommerschlussverkauf ausgeschlossen. Zu dem Ärgernis kommt, dass man die Sachen ja auch nur für ein paar Wochen tragen kann.

Tipp: Für günstigere Umstandsmode schaut euch auf Flohmärkten um – denn mit Second Hand könnt ihr so einiges sparen. Außerdem werden euch auch Freundinnen und Bekannte aushelfen können, die selbst schon schwanger waren.
Habt ihr euch dann erstmal eingedeckt, behaltet auch eure weitere Familienplanung im Kopf. Vielleicht lohnt es sich einiges davon längere Zeit aufzubewahren!

Gewichtszunahme

Nun beginnt euer Körper verstärkt Fettreserven anzulegen. Diese werden nämlich in der Stillzeit benötigt. Normalerweise ist davon auszugehen, dass sich die Gewichtszunahme nach der Schwangerschaft wieder reguliert. Bei einem unauffälligen Schwangerschaftsverlauf und einer ausgewogenen Ernährung solltet ihr in der 25./26. Schwangerschaftswoche ca 7-11 Kilogramm zugenommen haben.

Übungswehen

Für viele Frauen sind die Übungswehen zu diesem Zeitpunkt bereits Routine. Die  Übungswehen haben wir bereits in dem Artikel zur 19./20 SSW erläutert. Wie ihr Übungswehen von echten Wehen unterscheiden, haben wir euch in dem Artikel zur 23./24. SSW näher erläutert.

Manche haben bis jetzt womöglich noch gar nichts in dieser Richtung gefühlt. Ab dem sechsten Monat treten sie jedoch bei allen Frauen auf. Übungswehen sind kein Grund zur Beunruhigung. Die Muskulatur der Gebärmutter zieht sich zusammen und simuliert sozusagen eine echte Wehe.

Der Zweck dieser Übung ist das Training der Übertragung von Signalen vom Gehirn zu den einzelnen Muskelzellen. Wirklichen Schmerz empfindet man dabei eigentlich nicht. Es handelt sich eher um ein leichtes Ziehen, das hin du wieder kommt und geht. Bei echten Wehen, die auf die Geburt hinarbeiten, wäre Schmerz verspürbar, der in seiner Häufigkeit und Intensität immer weiter zunimmt. In diesem Fall sollte schnellstens der Arzt aufgesucht werden.

Schwangere im Sonnenuntergang

Beschwerden

Natürlich kann es auch in diesem Stadium der Schwangerschaft zu verschiedenen Beschwerden kommen – Kopf hoch, bald ist es geschafft 😉

Rückenschmerzen

Durch den immer größer werdenden Bauch wird der Körperschwerpunkt zusehends nach vorne verschoben. Das Ergebnis ist das für Schwangere typische Hohlkreuz. Natürlich ist das – sowie eine Reihe weiterer Faktoren – eine Ursache für Rückenschmerzen.

Interessant zu wissen: Auch in Punkto Rücken zeigt sich ein Mal mehr, wie genial die Evolution am Menschen gewirkt hat. Denn am unteren Ende des Rückens sind Frauen anders gebaut als Männer. Die letzten drei Lendenwirbel sind bei Frauen nicht nur miteinander verzahnt, sondern ragen auch weiter nach hinten als die übrigen Wirbel. Dadurch ergibt sich für die Wirbelsäule an dieser Stelle gleichzeitig mehr Stabilität und Flexibilität. Wäre dem nicht so, hätte die Frau in der Schwangerschaft wahrscheinlich noch viel stärker mit den Rückenschmerzen zu kämpfen.

Müde Beine

Müde Beine wird man jetzt durch die für den Körper ungewohnt große und immer noch größer werdende Last öfter empfinden. Es wird nun immer wichtiger, regelmäßige Pausen und Ruhezeiten einzulegen. Leichte Gymnastik kann in dieser Zeit als besonders angenehm empfunden werden. Sehr effektiv ist jetzt Schwimmen, denn im Wasser wird die zusätzliche Gewichtsbelastung nicht zu spüren sein. So wirkt die Bewegung im Wasser wie eine Auszeit, die Körper und Geist gut bekommen wird.

Sodbrennen

Auch den Magen trifft der wachsende Druck der Gebärmutter. Das Ergebnis ist aufsteigende Magensäure, auch als Sodbrennen bekannt. Der Weg in die Speiseröhre wird der Magensäure auch durch die Wirksamkeit des Hormons Progesteron geebnet. Dieses Hormon soll eigentlich die Muskelspannung der Gebärmutter verhindern. Doch quasi in Übererfüllung seiner Pflicht entspannt es den ganzen Verdauungs- und Harntrakt gleich mit. Das betrifft dann auch den Schließmuskel zwischen der Speiseröhre und dem Magen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Hausmittel, die man gegen Sodbrennen zur Anwendung bringen kann.

Tipp: Bevor man sich hinlegt, sollte man stilles, warmes Wasser in kleinen Schlucken trinken, um die gerade vorhandene Magensäure zumindest ein wenig zu verdünnen. Anschießend kann man die Säure binden, indem man etwas trockenes Weißbrot, Zwieback oder auch trockene Haferflocken zu sich nimmt. Beim täglichen Ruhen wie auch beim Nachtschlaf muss man auch darauf achten, dass der Kopf etwas höher liegt, um dem Aufsteigen der Magensäure entgegen zu wirken. Auf Mandeln kauen oder einen Schluck Milch trinken, hat sich bei Vielen auch als hilfreich erwiesen.

Harndrang

Durch die Entspannung des Harntraktes kommt es zu einer weiteren Beschwerde, die für euch sehr lästig werden kann. Der Harndrang ist praktisch ständig vorhanden und kann sehr stark sein. Auch kann es jetzt relativ schnell zu einer Harnwegsentzündung kommen. Bei Anzeichen für einer solchen Entzündung sollte sofort der Arzt aufgesucht werden, denn in der Schwangerschaft kann sie gefährlich werden – auch für das Kind. Wird sie jedoch schnell behandelt, ist sie harmlos.

Wassereinlagerungen

Die auflockernde Wirkung, die das Hormon Progesteron auf das Körpergewebe hat, kann ab der 25. Schwangerschaftswoche auch dazu führen, dass es sowohl an den Fußgelenken und Füßen, als auch an den Händen und Fingern zu Wassereinlagerungen kommt. Auch andere Körperstellen können betroffen sein. Die Körperteile wirken mit Wassereinlagerungen dicklich und aufgeschwemmt, und die Haut spannt etwas. Wenn man entsprechende Beobachtungen macht, muss man für mehr Bewegung sorgen. Zumindest muss man dafür sorgen, die Körperhaltung öfter zu verändern. Weder zu langes Sitzen noch zu langes Stehen sind hier förderlich.

Tipp: Wenn die Finger dicker werden, sollte man vielleicht in Betracht ziehen, Ringe vorübergehend abzulegen. Es kann sonst passieren, dass diese einschneiden und die Durchblutung des jeweiligen Fingers behindern.

Bei anhaltenden Problemen mit Wassereinlagerungen könnt ihr euch außerdem Kompressionsstrümpfe vom Arzt verschreiben lassen. Außerdem solltet  viel trinken. Wasser mit Wasser bekämpfen klingt komisch, doch die überschüssige Flüssigkeit wird dadurch ausgeschwemmt.

Entwicklung eures Babys

Wenn man das Kind in der 25./26. Schwangerschaftswoche betrachtet, so erscheint es unglaublich, was in nur einem halben Jahr alles passieren kann. Im Großen und Ganzen sieht euer Kleines bereits wie ein Neugeborenes aus. Die Proportionen stimmen alle. Nur an Größe und Gewicht muss es nun noch zulegen.
Durch den Aufbau von Muskeln und Fettgewebe ist die Haut inzwischen längst nicht mehr so faltig, wie sie vor einigen Wochen noch war. Die Reifung der Organe schreitet weiter fort und ganz langsam wird der ganze Organismus des Kindes immer unabhängiger von dem der Mutter. Bis zur völligen organischen Selbstständigkeit ist es allerdings noch ein weiter Weg. Doch gemessen daran, dass sich das Geschehen vor einem halben Jahr auf mikroskopischer Ebene zugetragen hat, darf der Sachstand in der 26. Schwangerschaftswoche durchaus als kleines Wunder ♥ bezeichnet werden.

Größe und Gewicht

Das Baby ist nun etwa 34 bis 35 Zentimeter lang und kann schon bis zu 900 Gramm wiegen. Es wird in den kommenden Wochen um jeweils etwa 85 Gramm wachsen.

Nabelschnur

Bis zur Geburt wird die Nabelschnur die lebensnotwendige Verbindung mit der Mutter darstellen. Dem Kind dient sie allerdings auch als Spielzeug. Im Lauf der Schwangerschaft wird sie deshalb auch immer kräftiger. Die Blutgefäße in ihrem Innern können nicht abknicken, abgedrückt oder gestaucht werden, denn sie sind durch eine gelatineartige Substanz, die Whartonsche Sulze, umgeben und geschützt. Durch die Nabelschnur gelangt frisches Blut und Nährstoffe von der Mutter zum Kind. Und das verbrauchte, sauerstoffarme Blut fließt mit allen Abfallprodukten zurück in den Blutkreislauf der Mutter. Zur Geburt hat sie eine Länge von etwa 60 cm und ist bis zu zwei Zentimeter dick. Es kann passieren, dass ein Kind mit der Nabelschnur um den Hals geboren wird. Das klingt jedoch meist schlimmer als es.  Dem Kind geschieht dadurch nichts, denn die Versorgung erfolgt ja nach wie vor durch die Nabelschnur. Zu einem Ersticken des Kindes kann es deshalb nicht kommen.

Hörvermögen

In der 26. Schwangerschaftswoche wird nun auch das Innenohr fertig entwickelt sein. Das bedeutet, dass das Kind nun über sein volles Hörvermögen verfügt. Steht man nun auf der Straße und es fährt ein Feuerwehrfahrzeug mit Martinshorn vorbei, oder fangen die Kirchenglocken an zu läuten, dann kann es passieren, dass ein Zucken durch den Babybauch geht, weil sich das Kind erschreckt hat. Tipp: Legt eurem Baby eine Spieluhr auf den Bauch. Wenn euer Kleines dann endlich da ist, wird es die gewohnte Melodie beruhigend finden.

Schlafrhythmus

Es könnte sein, dass euer Kind mittlerweile seinen Schlafrhythmus gefunden hat. Während man tagsüber in Bewegung ist, wird es dann einigermaßen verlässlich schlafen. Erst wenn man selbst abends zur Ruhe gehen möchte, geht im Bauch die Turnstunde los. Für die Schwangere ist das wirklich nicht einfach, denn irgendwann möchte man ja nun mal schlafen. Aber wie soll man das anfangen, wenn da im eigenen Bauch jemand ist, der Purzelbäume schlägt, oder jetzt sogar versucht, sich trotz der enger werdenden Umgebung auch noch zu strecken?

Reflexe des Babys

Mit dem Lutschen am Daumen wird der Saugreflex trainiert, den das Kind beim Stillen oder aber beim Trinken aus der Flasche bald brauchen wird. Das Spielen mit der Nabelschnur dient einem ähnlichen Zweck. Hier geht es um das Schulen des Greifreflexes. Sobald man einem Neugeborenen einen Finger hinhält, wird es ihn ergreifen und festhalten.

Insgesamt bildet das Kind bereits im Mutterleib etwa 70 verschiedene Reflexe aus. Reflexe erfolgen als unwillkürliche Reaktionen des Körpers auf sehr unterschiedliche Reize

Obstsalat – Fötusgröße im Vergleich

Um die Größe etwas mehr greifbar für euch zu machen, stellt euch eine Pomelo vor. So groß nämlich ist euer Baby in der 25. Und 26. Schwangerschaftswoche. Ganz schön groß schon oder? Übrigens, so groß wie eine Mandarine, Zitrone und Grapefruit, war euer Baby auch schon mal.

Pomelo und andere Zitrusfrüchte im Vergleich

Kommunikation mit dem Baby

Noch immer hat das Baby im Bauch der Mutter genug Platz für ausgiebige, tägliche Trainingseinheiten. Manchmal können die Stöße und Tritte des Babys schon durchaus wehtun, je nachdem wo sie euch treffen. Mit der zunehmenden Muskulatur wird das Kind einfach insgesamt kräftiger und dementsprechend wird auch jede seiner Bewegungen spürbarer. Euer Kind reagiert nun auch aktiver auf Berührungen von Außen. Legt man nun die Hand vorsichtig auf eine Beule, die das Kind durch den Bauch nach Außen drückt, dann wird man unter Umständen erleben, dass es durch die Berührung zurückzuckt, so dass die Beule verschwindet.


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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