Babyfuß

Phasen der Geburt – Anzeichen und Ablauf

Was geschieht eigentlich während der Geburt? Aus unseren Schwangerschaftsratgebern habt ihr bereits viel darüber erfahren, was während der Schwangerschaft in eurem Körper passiert. Doch was passiert eigentlich, wenn sich euer kleiner Schatz auf dem Weg nach draußen macht? Was genau geschieht während einer Geburt? Und was geschieht währenddessen mit eurem Kind? Viele viele Fragen, auf die wir euch die Antworten geben.

Anzeichen der Geburt

Wir fangen einfach ganz von vorne an. Denn bevor wir zu den 4 Phasen der Geburt kommen, möchten wir euch zunächst die Anzeichen der Geburt erläutern: Ein offensichtliches und wahrscheinlich auch allgemein bekanntes Anzeichen für die bevorstehende Geburt ist das Platzen der Fruchtblase. Ein weiteres Anzeichen für die bevorstehende Geburt sind Wehen in kurzen Abständen, die sich anfänglich oft durch Rückenschmerzen und ein „fest werden“ des Bauches bemerkbar machen. Oder vielleicht stellt eure Hebamme oder euer Arzt fest, dass der Muttermund sich schon geöffnet hat. Auch dies ist ein deutliches Anzeichen der Geburt.

Das Platzen der Fruchtblase

Ganz selten kommt es vor, dass es aus der Fruchtblase ganz leicht vor der Geburt „tröpfelt“ und die Fruchtblase wegen der bevorstehenden Geburt einen Riss gekommen hat. Hierbei kann dann etwas Fruchtwasser verloren gehen. Es fühlt sich in etwa so an, als ob ihr ein wenig Urin verliert. Solltet ihr Fruchtwasser verlieren, kann euer Frauenarzt dies aber wirklich schnell feststellen und euch beruhigen.

Das eigentliche Platzen der Fruchtblase ist ein weitaus größeres Ereignis. Hier reden wir nicht einfach von ein paar Tropfen. Stellt euch einfach einen vollen Wassereimer oder großen Luftballon gefüllt mit Wasser vor. Ihr verliert -mit einem mal- einfach eine riesige Menge an Wasser! Im Übrigen ist es kein Muss, dass die Fruchtblase vor der Entbindung platzt. Es ist aber, sollte es passieren, ein eindeutiges Anzeichen der bevorstehenden Geburt. Oftmals wird die Fruchtblase während der Geburt von der Hebamme „gesprengt„.  Es tut nicht weh und gefährdet euer Kind auch nicht, aber ihr verliert sehr viel Wasser. Natürlich erklärt euch eure Hebamme auch immer, was genau sie tut. Also keine Sorge.

Förderung der Wehen

Was hilft wirklich, um die Wehen zu fördern, wenn die Geburt einfach nicht beginnen möchte? Wahrscheinlich schon die ganze Schwangerschaft über hört ihr euch Dinge an, die ihr unbedingt machen und unbedingt lassen solltet. Hierzu gehören auch 100 tolle Sprüche, was ihr zur Wehenförderung tun könnt. Viele dieser Dinge sind durchaus niemals nachgewiesen worden, dass sie tatsächlich helfen.

Habt einfach dabei im Hinterkopf: Tut nur das, wobei ihr euch wohl fühlt.

Solltet ihr also unbedingt etwas ausprobieren wollen, sprecht doch bitte vorher mit eurem Arzt oder eurer Hebamme. Alkohol und Abführmittel sind definitiv niemals zu empfehlen.

Allgemein bekannte Methoden sind:

 

  • lange Spaziergänge
  • Treppensteigen
  • Sex
  • ein warmes Bad nehmen
  • Akupunktur
  • Zimt, Nelken und Ingwer
  • tanzen
  • entspannen

 

Natürlich können euch auch die Ärzte unterstützen, genauso wie eure Hebamme. Diese übernimmt zum Beispiel auch die Akupunktur. Sie wissen am besten, wann für diese Unterstützung der richtige Zeitpunkt ist.

 

Hierbei bekommt ihr voraussichtlich Medikamente. Dazu  gehören:

 

  • Prostaglandine als Vaginalzäpfchen oder Gel: darauf können heftige Wehen folgen
  • Wehentropf aus Syntocinon (Version des Still- und Kuschelhormon Oxytocin): schlagartige Steigerung der Wehentätigkeit und Wehenschmerzen. Es wird zur PDA geraten
  • naturheilkundliche Verfahren durch Hebammen um Geburtsstart und Verlauf zu fördern

Dauer der Geburt

Wie lange dauert so eine Geburt? Wie so viele Dinge ist dieses wieder eines, welches einfach total unterschiedlich ist. Und dennoch ist es einfach sehr verständlich, dass gerade Frauen, denen die erste Geburt bevorsteht, zumindest annähernd wissen möchten, was ihnen bevorsteht.

Zunächst, hört euch, wenn ihr ein wenig ängstlich seid, auf keinen Fall Geburtsgeschichten von Freundinnen oder Bekannten an. Diese erscheinen meistens um einiges horrormäßiger, als sie tatsächlich waren und helfen euch einfach gar nicht.

Eine Geburt dauert durchschnittlich zwischen 10 – 15 Stunden. Bei dem ersten Kind soll sie aber am längsten dauern und bei jedem weiteren soll es dann ein wenig schneller und einfacher gehen.

Natürlich gibt es auch Horrorgeschichten, die bis zu 30 Stunden dauern, ebenso wie Traumgeburten von 1 Stunde.

Phase 1 der Geburt

In der ersten Phase der Geburt geht es hauptsächlich noch um die Vorbereitung auf die „tatsächliche“, aktive Geburt. Der Geburtskanal und der Muttermund sollen sich öffnen. Am Ende wird der Muttermund bis zu 10 cm geöffnet sein.

Der Gebärmutterhals wird währenddessen kürzer und weicher.

Diese Vorbereitungsphase beginnt weit vor der tatsächlichen Geburt. Sogar bereits vor den ersten Wehen. Eigentlich eine ziemlich seltsame Vorstellung, wie lange sich euer Körper auf die Geburt eures Engels vorbereitet.

Phase 2 der Geburt

Um es einfach zu erklären: Die zweite Phase der Geburt ist wohl die schwierigste und auch anstregendste Phase. Wann beginnt sie? Aus Phase 1 wisst ihr, dass diese zur Vorbereitung dient und sich der Muttermund bis auf 10 cm öffnet. Die Zweite Phase beginnt, wenn der Muttermund auf ca 8 cm geweitet ist. Sie endet allerdings schon, wenn der Muttermund 10 cm geweitet ist- Das klingt jetzt ziemlich kurz und einfach. Dieses Weiten kann sich aber über Stunden hinziehen.

Gleichzeitig habt ihr Wehen. Die Wehen werden inzwischen weniger, dauern aber langer. Sie sind daher schwerer auszuhalten, weil sie ganz einfach über einen längeren Zeitraum gehen. Das ist eigentlich ach die Hauptaktion dieser Phase – die Wehen aushalten und ertragen, um zur nächsten Phase überzugehen. Eigentlich ist es ein Warten auf das Pressen, denn dieses steht nun kurz bevor.

Ihr könnt euch also denken, warum es die anstregendste und auch schwierigste Phase ist. Warten und Schmerzen ertragen ist definitiv nicht angenehm. Atemübungen, die ihr in den Geburtsvorbereitungskursen gelernt habt, können hierbei gut helfen.

Dieser Phase entspringen auch die ganzen wundervollen Horrorgeschichten über die Geburt. Die Hormone rasen und viele Frauen schwanken mit den Gefühlen zwischen Wut, Müdigkeit, Trauer und Vorfreude hin und her.

Wenn ihr die Schmerzen nicht mehr ertragen könnt, helfen euch homöopathische Mittel, Akupunktur, schmerzlindernde Medikamente (Meptid, Pethidin) oder – bei sehr starken Schmerzen – eine Epidural-Anästhesie.

Wie lange die Phase genau dauert, kann niemand sagen. Das ist bei jedem unterschiedlich. Zudem erfolgt oftmals der Blasensprung in dieser Phase.

Baby nach der Geburt

Phase 3 der Geburt

Es geht los. Jetzt ist euer Part an der Reihe und das Warten hat endlich ein Ende. Endlich könnt ihr Pressen und bald schon euren kleinen Schatz in den Armen halten. Hierbei handelt es sich um die sogenannte Austreibungsphase. Keine Sorge, ihr werdet wissen, wann es endlich soweit ist, denn euer Körper wird euch sagen – Es ist Zeit zum Pressen. Auch wenn es eure erste Geburt sein sollte, oftmals wisst ihr sogar vor den Hebammen, dass ihr diese Phase erreicht habt. Das klingt vielleicht etwas seltsam, aber die Natur hat es einfach so vorgesehen. Euer Körper spricht mit euch, schon die ganze Schwangerschaft über und auch jetzt bei der Geburt. Wenn ihr also das Gefühl habt, unbedingt pressen zu müssen – sagt ihr eurer Hebamme sofort Bescheid, sie wird dann euren Muttermund überprüfen und euch sagen, ob ihr loslegen dürft. Wie ihr aus der zweiten Phase wisst, ist das der Fall, wenn sich der Muttermund auf 10 cm geöffnet hat.

Zwischen den Wehen könnt ihr durchatmen. Es kann sein, dass wenn ihr während des Pressens die Luft anhaltet, ihr ein wenig „Sternchen“ seht. Keine Sorge, dass ist normal. Eure Hebammen werden euch gut durch diese Phase leiten

Die Phase dauert meistens zwischen fünf und zwanzig Minuten. Sie sollte jedoch niemals länger als zwei Stunden dauern.

Phase 4 der Geburt

Endlich ist es geschafft. Die „eigentliche“ Geburt ist beendet und ihr könnt euren kleinen Schatz in den Amen halten. Im eigentlichen Sinne ist die Geburt aber noch nicht beendet. Sonst würde es ja schließlich keine vierte Phase geben.

Es folgt die Nachgeburt. Ihr werdet immer noch Wehen haben, wenn auch nur schwach. Diese Wehen sorgen dafür, dass auch die Plazenta ausgestoßen wird.

„Im Nachhinein zieht sich eure Gebärmutter stark zusammen, das soll starkes Nachbluten verhindern. Ihr werdet aber trotzdem noch einige Wochen nach der Geburt ziemlich viel bluten. Sobald euer Schatz zum Stillen angelegt wird, produziert euer Körper außerdem starke Hormone, die das Abstoßen der Plazenta unterstützt.

 

Die Geburt ist einfach etwas wunderbares und aufregendes. Die Natur zu verstehen ist nicht leicht und jede Phase der Geburt ist etwas besonderes.

 

Gemeinsame Zeit

Ihr merkt, so einfach ist das Ganze nicht. Natürlich wollen alle Freunde und Verwandte jetzt euren kleinen Schatz betrachten, aber bitte – nehmt euch ein paar Stunden oder Tage Zeit für euch. Der Prozess ist anstrengend, körperlich aber auch emotional. Alle werden dafür Verständnis haben, wenn ihr erstmal keinen Besuch möchtet. Die Zeit mit eurem Kind ist einfach Gold wert!

Herzlichen Glückwunsch für euch und eure kleine Familie.


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.

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