Baby mit Holzspielzeug

Der babysichere Haushalt

Ein Baby ist von klein an neugierig auf seine Umgebung – deswegen ist es, vor allem wenn die Kleinen beginnen zu Krabbeln/Laufen, sehr wichtig, die Wohnung kindersicher zu machen. Babys und Kleinkinder bis etwa zum 4. Lebensjahr haben noch kein Gefahrenbewusstsein und können sich daher leicht verletzen.  Laut Statistiken passieren dabei 70% aller Unfälle zu Hause – und mehr als 60% aller Unfälle sind vermeidbar! Wenn das eigene Kind also auf Entdeckungstour munter umherwirbelt und alles anfassen möchte, ist es eine wichtige Aufgabe für die Eltern, ihr Baby vor Gefahren im Haushalt zu schützen. Um euch bei dieser neuen Aufgabe zu unterstützen, findet ihr hier Tipps, wie ihr euren Haushalt babysicher macht und worauf ihr unbedingt achten solltet.

Die Wohnung aus Kinderaugen sehen

Bevor man die eigene Wohnung kindersicher machen will, muss man potentielle Gefahrenquellen erkennen. Geht am besten einmal auf die Knie und schaut euch euer Zuhause mit Kinderaugen an. Was scheint interessant und was kann euer Baby bzw. das Kleinkind leicht erreichen? Dadurch erfahrt ihr am ehesten, an welchen Stellen ihr eure Wohnung kindersicherer machen müsst. Beliebt sind natürlich alle Türen, Klappen, Dekoartikel, Pflanzen, spitze Gegenstände und Steckdosen – um nur einige zu nennen.

Vorsorge statt Nachsorge!

Kurz vorweg: Nicht erst wenn die Babys alleine durch die Wohnung krabbeln, birgt der Haushalt Gefahren für sie. So ist beispielsweise der Sturz vom Wickeltisch eine der häufigsten Unfallarten für Babys. Wichtigste Sicherheitsmaßnahme ist in dem Fall also, dass ihr euer Kind nicht allein am Wickeltisch lasst – auch wenn es nur für ein paar Sekunden ist. Wollt ihr zudem eine Wärmelampe über dem Wickeltisch anbringen, achtet sehr genau auf die sichere Befestigung und den richtigen Abstand zum Tisch. Und auch ansonsten sollte natürlich klar sein, dass der kleine Zwerg viel Aufmerksamkeit braucht – wenn ihr ihn mal kurz aus den Augen lasst, dann natürlich nur an sicheren Plätzen, wie zum Beispiel im Kinderbett. Auch das faulste Kind, das sich noch nie gedreht hat, entdeckt sein Talent ganz plötzlich (bestenfalls wenn Mami grad nicht schaut). Und schon ist es vom Sofa, Wickeltisch oder anderen Ablageflächen runtergefallen. Deshalb immer Acht geben und nie unbeaufsichtigt lassen, wenn Gefahrenquellen in der Nähe lauern. Bis ins Kinderalter sind die Unfallschwerpunkte Verbrennungen und Verbrühungen, Stoßverletzungen und Stürze, Stromunfälle, Vergiftungen und Verätzungen. Die beste Vorsorge:

  • 1. Hilfe Kurs für Babys und Kleinkinder besuchen
  • Sicherheitsset zum Beispiel das MySafeHome der Marke reer kaufen
  • den Notfall mit dem Partner proben und sich darüber austauschen
  • Verbandskasten mit allen nötigen Materialien vorrätig haben

Was sind typische Gefahrenquellen und wie könnt ihr sie verhindern?

Auch wenn jede Familie und jedes Zuhause einzigartig ist, gibt es doch in jedem Haushalt typische Gefahrenquellen.

  • Babybett

Achtet beim Kauf vor allem auf Stabilität und Qualität. Und bedenkt auch, dass sich das Babybett im fortgeschrittenen Alter als Klettergerüst anbietet. Sobald sich das Baby daran in den Stand ziehen kann, sollte die Matratze auf die niedrigste Stufe gestellt werden. Wenn das Kind anfängt, das Bein über die Gitter zu heben, müsst ihr euch über eine neue Bettlösung ohne Gitter Gedanken machen.

  • Steckdosen

Eine Kindersicherung für Steckdosen ist ein MUSS in jedem Haushalt, in dem ein Baby aufwächst – das ist bereits vielen (werdenden) Mamas und Papas bewusst. Zusätzlich ist es ratsam alle erreichbaren Kabel unerreichbar zu machen. Diese werden nämlich gern in den Mund genommen. Vor allem wenn euer Schatz bereits kleine Zähnchen hat, ist das sehr gefährlich.

  • Treppen & Kanten

Ein Treppenschutzgitter sowie Kantenschutz an allen Kanten (Tisch, Regale etc) sollten ebenso Standard sein.

  • Küche

Die Küche allgemein birgt sehr viele Gefahren. Da ist zum Einen der Ofen, der bei Benutzung ziemlich heiß werden kann. Wenn das Kind schon größer ist, kann zudem auch der Herd zu einer Gefahrenquelle werden. Außerdem gibt es in den Augen der Babys und Kleinkinder viele Schranktüren und Schubladen mit interessanten Dingen, die sich dahinter verstecken. In den Schranktüren, können auch mal schnell die kleinen Fingerchen eingeklemmt werden. Der Müll wird gern auseinandergerupft und in den Mund gesteckt und im Geschirrspüler gibt es Messer in Greifweite.
Lösung für all diese Probleme: Spezielle Schrankschlösser, können angebracht werden, damit das Kind die Türen gar nicht erst öffnen kann. Für den Herd gibt es einen speziellen Herdplattenschutz und für den Backofen entsprechend ein Backofenschutzgitter.

  • Gefährliche Flüssigkeiten und Gegenstände

Der Haushaltsschrank mit dem Putzkram sollte definitiv nie erreichbar für euer Kleines sein. Außerdem verschließt ihr Schubladen, in denen sich für Babys gefährliche Dinge wie Messer, Scheren, Werkzeuge oder andere Chemikalien befinden, am besten mit speziellen Kindersicherungen. Und auch Alkohol oder Zigaretten sollten sich auf keinen Fall in Reichweite eures Kindes befinden. Falls doch einmal etwas verschluckt wird, dessen Auswirkungen ihr nicht kennt, meldet euch schnell beim Giftnotruf. Die entsprechende Nummer dafür findet ihr weiter unten unter dem Punkt „Giftnotrufnummern in Deutschland“.

  • Fenster und Türen

Bei Fenster und Türen solltet ihr zudem drauf achten, dass diese nicht eigenständig vom Kind geöffnet werden können. Ansonsten rüstet vorsichtshalber mit speziellen Fenster- und Tür-Kindersicherungen auf. Für Türrahmen, wenn die Türen innen immer offen stehen, gibt es einen spezielle Fingerklemmschutz

  • Regale und Kommoden

Babys und Kleinkinder wollen grundsätzlich nach oben. Schließlich sieht man von unten ja gar nicht so viel. Deshalb klettern viele Kindern gerne. Am besten solltet ihr deswegen Schränke und Regale, die nicht sonderlich massiv und standhaft sind, mit Dübeln in der Wand befestigen. So können diese nicht umstürzen, wenn sich euer Kind daran hochzieht. Außerdem könnt ihr eurem Kind auch eine Steighilfe zur Verfügung stellen, wenn es soweit ist. Beispielsweise für die Küchenzeile, oder Tische. Aber Achtung! Diese können kippen, das Kind fällt unsanft zu Boden und verletzt sich vielleicht. Solche Hilfen sollten also auf jeden Fall stabil sein.

  • Tischdecken

Da Kinder liebend gerne an Tischdecken ziehen, ist es wohl zumindest in den ersten Jahren das Beste, auf diese zu verzichten oder sie zumindest mit speziellen Klemmen zu befestigen. Ansonsten kann das nicht nur zerbrochenes Geschirr, sondern vor allem auch ernsthafte Verletzungen mit sich bringen. Sei es durch herunterfallende Gegenstände oder heiße Flüssigkeiten (Kaffee, Tee und Co), durch das euer Kind vielleicht Verbrennungen erleidet.

  • Flachbildfernseher

Fernseher sind für fast alle Kinder sehr interessant. Die bunten Bilder und Geräusche animieren zum mitmachen. Außerdem erscheint die Technologie dem Kind nicht logisch. Wie viele Kinder haben schon hinter den TV schauen wollen, um zu sehen, ob sich die Personen aus dem Fernsehen dahinter verstecken. Um ein Umfallen und ein auf das Kind drauffallen zu verhindern, gibt es eine TV-Kippsicherung, die den Bildschirm an der Wand fixiert.

  • Feuer

Nicht nur für einen Haushalt mit Baby, sondern für JEDEN Haushalt von enormer Wichtigkeit: Installiert in den verschiedenen Räumen unbedingt einen Rauchmelder. Sollte ein Feuer ausbrechen, können mit dem Frühwarnsystem wertvolle Minuten gespart und somit Leben gerettet werden!

Was mache ich im Notfall?

Auch trotz größter Vorsorge und Vorsicht kann es zum Notfall kommen. Hier einige Tipps:

  1. Ruhe bewahren
  2. Situation erkennen und beurteilen
  3. Handeln: Gefahr beenden/beseitigen, Kind beruhigen und wichtigste Maßnahmen einleiten: Im Zweifelsfall den Notruf 112 anrufen!

Giftnotrufnummern in Deutschland:

  • Berlin & Brandenburg: 030-19240
  • Baden-Württemberg: 0761-19240
  • Nordrhein-Westfalen: 0228-19240
  • Rheinland-Pfalz, Hessen: 06131-19240
  • Bayern: 089-19240
  • Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: 0361-730730
  • Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein: 0551-19240
  • Saarland: 06841-19240

Informationen, die ihr am Telefon mitteilen müsst:

  • Wer? Alter, Geschhlecht, Gewicht
  • Was? Arzneimittel, Haushaltsprodukt, Chemikalien, Lebensmittel, Droge, Pflanze, Tier, Pilz
  • Wann? Zeitpunkt der Einnahme, Dauer der Einwirkung
  • Wie? Geschluckt, eingeatmet oder über Haut aufgenommen
  • Wie viel? Mengenangabe möglichst genau

Gemeinsam die Welt entdecken

Je älter euer Kind wird, desto mehr Erfahrungen sammelt es. Mit der Zeit entwickelt es langsam ein Gefahrenbewusstsein und kann besser abschätzen, wo es sich verletzen könnte. Wichtig ist: Ihr solltet diese Entwicklung von Beginn an fördern. Erklärt eurem Kind immer, warum gewisse Dinge, wie zum Beispiel die Herdplatte zu berühren, verboten sind. Verbietet nicht nur gewisse Bereiche im Haus, sondern erklärt den Grund dahinter – natürlich ohne eurem Kind große Angst zu machen. So fördert ihr nicht nur das Bewusstsein für Gefahren, sondern könnt gemeinsam euer Zuhause entdecken! Selbst wenn euer Heim komplett abgesichert ist, reicht das allein für den Schutz nicht aus. Seid ihr zum Beispiel irgendwo zu Besuch, könnt ihr nicht von einem vollkommen abgesicherten Haushalt ausgehen, deshalb ist es wichtig, dass euer Kleines lernt, mit den Gefahren umzugehen.


Theresa

Ich bin Theresa, 25 Jahre alt und (noch) kinderlos. Ich bin aber in einer großen, bunten Familie aufgewachsen und liebe Kinder - deswegen macht mir die Arbeit (wenn man das überhaupt so nennen darf ;-)) an und mit MeinBaby123 sehr viel Spaß!

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