Weinendes Baby

Mein Baby hat… – Wie harmlose Dinge uns Eltern in einen Schockzustand versetzen können

„Ich bin grade erst Mutter geworden. Mein erstes Kind. Sie ist noch so klein und ich streichle ihr liebevoll über die Haut. An der Stelle, wo ungefähr das Herzchen sein müsste, merke ich einen Gnubbel. Ich fahre mit meiner Hand noch einmal aufmerksam über die gleiche Stelle. Da scheint etwas unter der Haut zu sein. Es ist ca 1*1cm groß. Die Stelle sieht blau aus. Hat sie sich gestoßen? Aber sie ist doch grad mal 3 Wochen alt. Wo soll sie sich denn stoßen? Wir passen doch so sehr auf. Mir wird heiß und kalt im Wechsel. Es schießen mir Tausend Gedanken durch den Kopf. Wie ein riesiges Monstrum erscheint ein roter Krebs vor meinen Augen. Ich weiß nicht warum ich die Krankheit immer noch mit dem Tier symbolisiere. Ich habe auch viel zu wenig Ahnung davon, mich nie damit beschäftigen müssen – zum Glück. Deshalb kann ich eine Krebserkrankung nicht sicher als wahrscheinlich definieren. Aber ich habe Angst davor. Große Angst. Schreckliche Angst, dass eine derartig böse Diagnose jetzt mein Kind treffen wird. Es ist doch grade erst zu uns gekommen. Schnell ziehe ich sie an und fahre mit der Kleinen zum Kinderarzt. Meine Freundin (sie arbeitet in der Praxis) empfängt uns schon. Sie schleust mich gleich in ein Behandlungszimmer. Wie in Trance ziehe ich mein Baby wieder aus und warte auf die Ärztin…“

Keine Sorge, das ist nicht schlimm!

„Keine Sorge“, sagt sie „das nennt sich Hämangiom, es ist gar nicht so selten. Normalerweise verschwindet es in den ersten zwei Lebensjahren. Kennen Sie Gorbatschow? Er hat wohl das berühmteste Hämangiom – direkt auf der Stirn. Bei ihm verschwand es nicht wieder.“

So erging es mir selbst vor über 2 Jahren. Ich hatte ganz schön Herzrasen in diesem Moment und mal wieder gesehen welche große Angst und Sorge mit einem Baby außerdem ins Haus flattert. Zum Glück war es harmlos. Es gibt einige Dinge, die potentiell schlimm sein können, uns Mütter im ersten Moment schockieren, aber eigentlich gar nicht schlimm sind. Um euch vorzuwarnen, habe ich ein paar harmlose „Schockkrankheiten“ für euch recherchiert und aufgeschrieben. Natürlich gilt immer: Lasst alles was euch komisch vorkommt von einem Arzt abklären! Wir sind keine Mediziner und möchten mit diesem Artikel einfach nur die erste große Angst nehmen. Was euer Kind genau hat, kann aber nur ein richtiger Arzt feststellen!

Hämangiom / Feuermale

Wie oben schon beschrieben, ist das Hämangiom ein Blutschwämmchen. Es taucht meistens in den ersten 5 Wochen eines Neugeborenen auf und verschwindet bis zum 2. Geburtstag von allein (kann sich in Ausnahmefällen auch länger hinziehen). Zunächst ist es ein bläulicher Gnubbel unter der Haut und entwickelt sich mit der Zeit zu einem roten Blutschwamm auf der Haut. In selteneren Fällen können sich die Hämangiome auch im Körperinneren bilden, zum Beispiel auf der Leber. In der Regel wird diese krankhafte Veränderung der Blutgefäße als ungefährlich eingestuft. Sind innere Organe betroffen, muss euer Kind unbedingt behandelt werden. Meine Tochter hat ihr Hämangiom noch. Es befindet sich oberhalb der linken Brust. Ich muss demnächst zur Kontrolle, wenn die Ärzte meinen es wird nicht von allein weggehen, werden wir uns überlegen müssen es entfernen zu lassen. Es wächst ja mit ihrem Körper mit und wird somit auch größer. Es ist nicht gefährlich und wird ihr auch nicht schaden, einzig und allein die „psychische Gesundheit“ könnte drunter leiden.

Feuermale sind ähnliche Erscheinungen auf der Haut. Allerdings wird das Baby schon damit geboren. Es befindet sich immer auf der obersten Hautschicht. Feuermale befinden sich meistens im Gesicht- und Nackenbereich. Sie bilden sich nicht von allein wieder zurück. Das heißt, dass man sie im Störfall nur per Lasertherapie entfernen kann.

Vielen von euch ist das Feuermal sicher als Storchenbiss bekannt, wobei das Baby am Nacken derartige Flecken vorweist.

Hömangiom im Gesicht Baby

Regelblutung

Auch das haben wir mitgenommen. Ich staunte nicht schlecht, als kurz nach der Geburt Blut in der Windel war. Die Hebamme beruhigte mich gleich und meinte das ist Babys erste Menstruation. Ich hatte vorher nie davon gehört, dass auch Babys schon eine Regelblutung bekommen können.

Das sieht schlimmer aus, als es ist. Mamas Hormone stimulieren Babys Gebärmutter Tage und Wochen vor der Geburt. Wenn euer Baby nun zur Welt kommt, fehlen diese Hormone und es kommt zu einer Art Abbruchblutung. Erschreckt euch nicht, nach höchstens einer Woche ist die erste Regelblutung eurer kleinen Mädels vorbei und sollte bis zur Pubertät auch nicht wiederkommen.

Geschwollene Brüste und Hexenmilch

Im Zuge dessen, erklärte mir meine Hebamme, dass kleine Neugeborene auch schon angeschwollene Brüste haben können. Das kann bei Jungs und bei Mädels passieren. Ebenfalls ist dieses Phänomen auf die mütterlichen Hormone zurückzuführen. Angeschwollene Brüste können in den ersten zehn Lebenstagen auftreten. Außerdem kann es sein dass aus den Brustwarzen eurer Babys die sogenannte Hexenmilch kommt. Bitte vermeidet unbedingt diese Milch auszudrücken. Das Gewebe vom Baby ist noch sehr fein und schnell können die zarten Drüsen durch Druck verstopfen und sich somit entzünden. Gegen die Spannungsschmerzen könnt ihr die Brustwarze mit einem Wattebausch schützen. Diesen bitte mehrmals täglich auswechseln. Ansonsten bleibt euch nicht viel Aktionsspielraum. Abwarten und Tee trinken. Stellt ihr allerdings fest, dass die Brust gerötet und warm ist, müsst ihr unbedingt schnell einen Arzt aufsuchen, denn dann liegt eine Entzündung vor, die schnellstmöglich behoben werden sollte.

Wachstumsschmerzen

Wenn unser Kind geplagt wird vom Wachstum, schreit es manchmal aus voller Seele. Sie tut mir dann so unendlich Leid. Außer ein paar Globolis und viel Liebe geben, kann man aber auch leider in diesem Fall nichts machen. An die Art von Schmerz kann sich sicherlich noch jeder von euch aus seiner eigenen Kindheit erinnern. Gar nicht so selten treten diese Schmerzen auch schon im Kleinkindalter auf. Wichtig ist, dass mit den Schmerzen keine äußerliche Veränderung kommen darf, also keine Schwellungen oder Rötungen. In jedem Fall sollten starke Schmerzen in den Beinen mit dem Kinderarzt abgeklärt werden. Sind es wirklich nur diese sogenannten Wachstumsschmerzen, versucht es mit einer Wärmflasche, Massagen, oder Dehnungen der Beinmuskulatur.

Nabelbruch

Ihr entdeckt eine kleine Beule am Bauchnabel eures Babys. Diese tritt besonders hervor wenn euer Baby presst oder weint? Das könnte ein Nabelbruch sein. Im Mutterleib wird das Baby durch die Nabelschnur versorgt. Damit die Versorgung von Mutter zum Baby funktioniert, ist in der Bauchwand eine offene Stelle. Normalerweise verschließt sich diese Stelle nach der Geburt ganz schnell wieder. Bei manchen Babys dauert es aber gegebenenfalls etwas länger und somit bietet die Lücke dem Darm Platz herauszutreten. Hört sich schlimmer an, als es ist. Meistens wird dagegen auch nichts unternommen. Bei den meisten Kindern wächst die Wand innerhalb des ersten Lebensjahres total unkompliziert von allein wieder zu. Experten raten von Nabelpflastern, Kompressen oder anderen Dingen dieser Art ab.

Ganz selten muss der Bruch aber operativ entfernt werden. Hat euer Kind bei Berührung starke Schmerzen und lässt sich die Wölbung auch nicht mehr reindrücken, müsst ihr sofort einen Arzt aufsuchen. Es kann sein, dass sich der Darm in der Lücke eingeklemmt hat und eine Entzündung androht.

Fieberkrampf

Säuglinge und Kleinkindern können unter Fieberkrämpfen leiden. Der Schock für die Eltern ist sicher groß, wenn das eigene Baby plötzlich zuckt und bewusstlos wird. Aber ein Fieberkrampf geht auch ebenso schnell wieder vorbei wie er gekommen ist und ist bei Ausschluss anderer Erkrankungen völlig harmlos. Der Krampf selbst erinnert stark an einen epileptischen Anfall. Auch wenn der Krampf vom Fieber begleitet eindeutig auf einen Fieberkrampf hindeutet, so solltet ihr beim ersten Auftreten trotzdem unbedingt einen Notarzt rufen. Laut diverser Medizinern, können die Kinder bei einem Fieberkrampf nicht ersticken, somit ist dieser nicht lebensbedrohlich.

Neugeborenengelbsucht

Davon habt ihr bestimmt schon im Geburtsvorbereitungskurs gehört. Die Neugeborenengelbsucht kommt sehr häufig vor. Knapp über die Hälfte der Neugeborenen weisen Anzeichen der Neugeborenengelbsucht auf. Ganz einfach erklärt, sammelt sich bei einer Neugeborenengelbsucht der gelbe Gallenfarbstoff Bilirubin im Körper des Babys an. Dieser färbt je nachdem wie viel sich angesammelt hat die Haut und Schleimhäute der Kleinen mehr oder weniger gelb.

In den meisten Fällen ist die Neugeborenengelbsucht nicht krankhaft sondern ein normaler Prozess des kleinen Körpers. Der Bilirubinwert sollte während des 3. – 5. Tages nach der Geburt den Höchstwert erreichen und danach wieder sinken. Nach 10 bis 14 Tagen sollte er sich komplett wieder stabilisiert haben. Ist das nicht der Fall, muss eine Therapie unbedingt durchgeführt werden. Glücklicherweise wird der ganze Verlauf im Krankenhaus, vom Kinderarzt bzw. von eurer Hebamme kontrolliert. Ihr müsst euch daher nicht sorgen.

Da das Bilirubin ausgeschieden wird, hilft bei leicht erhöhten Werten schon, das Baby öfter an die Brust zu legen. Sind die Werte stark erhöht, so wird euer Baby eine Lichttherapie machen müssen. Das blaue Licht regt nämlich die Ausscheidung an.

Babyakne

Babyakne

Kleine und viele rote Pickelchen, hauptsächlich im Gesicht, die in den ersten Tagen auftreten, weisen auf die Babyakne hin. Genau wie die unreine Haut in der Pubertät, bekommen es einige Babys mehr, andere weniger und wiederum andere vielleicht gar nicht. Macht euch keine Gedanken, die Pickelchen sind nicht gefährlich oder ansteckend. Sie sehen halt nur unschön aus. Blöderweise tritt die Babyakne meistens in den ersten zwei Wochen auf, gerade dann, wenn die meisten schöne Newbornshootings machen wollen. Wenn ihr stillt, tropft einfach ein wenig Milch auf die wunden Stellen. Das hilft Wunder und die Pickelchen sind schneller verschwunden, als sie kamen!

 

Hatte euer Baby auch eine der genannten Krankheiten? Oder kamen bei euch sogar noch andere Krankheiten zum Vorschein, die eigentlich ganz harmlos waren, aber euch zunächst tief geschockt haben? Wir freuen uns, wenn ihr eure Erfahrungen mit uns und anderen Mamis teilt!


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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