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Wie viel Fernsehen ist erlaubt? 9 Tipps zum Umgang

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Am Wochenende erstmal eine Schüssel Fruit Loops voll machen, den Fernseher anschalten und eingekuschelt auf dem Sofa Cartoons schauen. Na, sah deine Kindheit ähnlich aus?

Zugegeben: Die Eltern der 80er und 90er Jahre haben sich wahrscheinlich wenig Gedanken über Fernsehkonsum gemacht. Heutzutage wird jedoch kritischer hinterfragt, wie viel Fernsehen denn überhaupt ok ist.

Also wie viel Fernsehen ist für welche Altersstufe geeignet? Und wie gehe ich richtig mit dem Fernsehen um?

Schadet Fernsehen der Entwicklung meines Kindes?

Kind schaut Fernsehen

Diese Frage lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten.

Fakt ist jedoch, dass Kinder vieles adaptieren. So kopieren sie beispielsweise Verhaltensmuster von Mama und Papa, aber auch aus dem Fernsehen. Zudem sehnen sich Kindern prinzipiell nach Vorbildern. Und auch diese suchen sie nicht nur im nahen Umfeld, sondern gern auch in Filmen und Serien.

Fernsehen kann also sowas schaden, als auch nützen. Das kommt ganz darauf an, was du dein Kind schauen lässt. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Kindersendung, die von Pädagogen und Co mitentwickelt wurden, um beispielsweise Wissen zu vermitteln.

Wichtig ist also: Wählt immer altersgerechte Inhalte aus. 

Wie viel Fernsehen ist erlaubt?

Dies sind die Empfehlungen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

  • Kinder unter drei sollten nach Expertenmeinungen am besten gar kein Fernsehen schauen, da sie mit der Bilderflut eher überfordert sind
  • Für Kinder ab vier Jahren: ca 30 Minuten Fernsehen am Tag
  • Schulkinder: maximal 60 Minuten am Tag
  • Schulkinder ab 10: Bis zu 90 Minuten am Tag
  • ab 13 Jahre sollten Kinder lernen, ihren Fernsehkonsum selbst zu regeln
    • Tipp: Plant doch ein „Wochenmaximum“, dass sich dein Kind selbst aufteilen kann

Merke: Auch beim Fernsehen macht die Menge das Gift. Selbst wenn du passende Kinderserien aussuchst, sollten deine Kinder nicht unbegrenzt Fernsehen schauen. 

Man muss sich hierfür einmal vor Augen führen, was denn überhaupt (auch bei kindgerechten Inhalten) gegen Fernsehen spricht: Fernsehen ist prinzipiell auch anstrengend für Kinder. Kinder müssen durch die schnellen Bewegtbilder viele Informationen und Reize verarbeiten – das kann auch unterbewusst anstrengen und zu aggressivem Verhalten führen.

Ein weiteres Problem: Kleine Kinder können oftmals noch nicht zwischen Realität und Fantasie unterscheiden. Ältere Kinder sind dazu zwar in der Lage – jedoch fällt es ihnen schwer, eine emotionale Distanz zum Gesehenen aufzubauen.

Zudem wäre da auch noch der Bewegungseffekt: Wer vor dem Fernseher sitzt bewegt sich meistens nicht viel. Auf Dauer schadet wenig Bewegung der Entwicklung.

9 Tipps zum richtigen Umgang

Kind mit Fernbedienung in der HAnd

Wenn dein Kind also nicht gänzlich ohne Fernsehen aufwachsen soll, solltest du einige Punkte für den richtigen Umgang beachten.

1. Klare Regeln festlegen
Für jüngere Kinder sollten klare Zeitspannen (Empfehlungen siehe oben) festgelegt werden. Darüber hinaus kannst du auch ein Belohnungsprinzip einführen. Beispiel: Fürs Aufräumen gibt es ausnahmsweise 10 Minuten extra Fernsehen.

Die Betonung liegt hier aber wirklich auf „Ausnahme“. Im Groben und Ganzen sollten die eingehaltenen Maximalzeiten eingehalten werden.

2. Schaue gemeinsam mit deinem Kind fernsehen

Familie schaut fernsehen
So hast du einen besseren Überblick darüber, was dein Kind da überhaupt konsumiert. Im Notfall kannst du dann auch erklärend eingreifen oder bemerkst schneller, wenn es überfordert ist.

3. An Altersbeschränkungen halten
Die Altersbeschränkungen sind nicht grundlos gewählt. Sie helfen dir dabei altersgerechte Filme und Sendungen zu finden.

4. Mit dem Kind über das Gesehene sprechen
Wie bereits erwähnt, bieten Filme und Serien viele Informationen und Reize. Das kann Fragen, aber im schlimmsten Fall auch Ängste auslösen. Also sprich mit deinem Kind über Gesehenes.

5. Kein Fernseher im Kinderzimmer
Das Kinderzimmer sollte eine fernsehfreie Zone bleiben. Andernfalls hast du keine Kontrolle darüber, wie viel Fernsehen deine Kleinen konsumieren.

6. Werbung vermeiden
Werbung animiert zum Konsum und vermittelt, dass der Verkauf bestimmter Produkte glücklich macht. Werbung sollte also so gut es geht gemieden werden, um kein ungesundes Konsumverhalten zu fördern.

Damit werden sie im Laufe des Lebens nämlich noch genug konfrontiert.

7. Kein Fernsehen unmittelbar vorm Schlafen

Papa und Kind schauen Fernsehen unter Deckenhöhle

Lass dein Kind nicht kurz vor dem Zubettgehen fernsehen. Die ganzen Bewegtbilder sind anstrengend und aufwühlend. Es fällt ihnen also schwerer einzuschlafen und zur Ruhe zu kommen.

8. Bewegung als Ausgleich
Achte unbedingt darauf, dass deine Kinder im Ausgleich genug Bewegung bekommen. Wie wärs zum Beispiel mit einem ausgedehnten Spielplatzbesuch oder Spaziergang vor oder nach dem Fernsehen?

9. Vorbild sein
Hinterfrage auch deinen eigenen Fernsehkonsum. Es ist einfacher, deinen Kindern ein gesundes Fernsehverhalten zu vermitteln, wenn du es vorlebst.

Wenn du lediglich sagst, viel Fernsehen sei schlecht, bei dir aber selbst ständig der Fernseher läuft, wirkst du nicht gerade glaubwürdig.

 

 

 


Theresa

Ich bin Theresa, 25 Jahre alt und (noch) kinderlos - aber hier bin ich quasi die Projekt-Mutti: Ideenfindung, Marketing und Social Media - ich mische überall mit.

Kaddarina

17.11.2020, 08:55

Mal sehen ob man das kleinere Geschwisterkind auch so lange davon fern halten kann… wird sicher schwierig, wenn die großen das dann irgendwann dürfen…

Moehre 111

28.10.2020, 04:30

Danke für die Tipps!

evafl21

26.10.2020, 07:12

Tolle Tipps, danke! Ich hoffe bei uns wird unter 3 Jahren wirklich nicht geschaut.

Biber

20.10.2020, 13:26

Ohje ja 🙈wir hatten damals ein 📺 und Spielekonsole im Zimmer und beides wurde sehr stark konsumiert. Aus uns ist trotzdem etwas geworden 🤪 bei meinem Sohn werde ich das aber definitiv anderst machen 👌🏼

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