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Würde mein Kind mit Fremden mitgehen? Wie du deine Kinder sensibilisierst

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Wir Eltern haben sicherlich alle dieses Bild im Kopf: Jemand verspricht einem Kind Süßigkeiten und das Kind geht einfach mit. Wahrscheinlich sagst du dir jetzt aber leise „Das würde mein Kind aber niemals machen!“ – richtig?

Genau dafür gab es in der Vergangenheit unzählige Tests. Eltern behaupteten felsenfest, dass ihre Kinder niemals mit einem Fremden mitgehen würden und letztendlich taten sie es doch. Auch diese Doku zeigt es relativ deutlich. Oftmals schätzen Eltern ihre Kinder falsch ein.

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Du siehst, man kann sein Kind noch so gut kennen. Manchmal reagiert es in Situationen ganz anders als du es erwarten würdest. Eben deswegen ist es so wichtig, eure Kinder so früh wie möglich für diese Thematik zu sensibilisieren. Doch wie geht das?

Wann und wie bringe ich meinem Kind bei, nicht mit Fremden mitzugehen?

Mutter redet mit Kind

Doch wann ist dafür der richtige Zeitpunkt gekommen? Am besten sobald es sprechen kann und man selbst das Gefühl hat, es würde die Thematik verstehen. Wann genau es soweit ist kommt natürlich auf dein Kind drauf an.

Psychologen meinen, dass Kinder erst mit fünf Jahren in der Lage sind zu verstehen, wann eine Situation komisch oder befremdlich ist.

Es ist wichtig, dass du deinem Kind zuhörst und so früh wie möglich das intensive Gespräch suchst. Idealerweise erzählen sie dir alles, was ihnen nicht normal vorkommt. Egal, ob es sich dabei um Kleinigkeiten handelt oder gar um Lappalien, höre ihnen bei ihren Beobachtungen zu.

Kinder dafür sensibilisieren, nicht verängstigen

Sollte für dich bzw. dein Kind der Zeitpunkt gekommen sein, ist eines ganz wichtig: Versuche sie zu Gefahren zu sensibilisieren, aber verängstige sie nicht – das ist leider ein recht schmaler Grad bei der Thematik.

Erzähle ihnen, dass es eben nicht nur liebe Menschen gibt und sie gerade gegenüber Fremden sehr vorsichtig sein sollen. Erzähle dabei aber keine – leider wahren – Horrorgeschichten von entführten Kindern.

Du kannst deinem Kind beispielsweise auch sagen, dass es auf gar keinen Fall Süßigkeiten von anderen annehmen soll. Stattdessen sollen sie dich oder ihren Papa fragen, ob ihr ihnen welche kaufen könnt.

Wer ist ein Fremder?

Fremder Mann bietet Kind Süßigkeiten aus dem Auto heraus an

Für uns als Erwachsene ist das ganz klar: Ein Fremder oder eine Fremde ist jede Person, die weder Kind noch Eltern kennen. Doch hier gibt es schon das erste Problem. Woher soll mein Kind wissen, wen du kennst und wen nicht?

Also, bevor du beispielsweise erwartest, dass dein Kind höflich Guten Tag zu jemandem sagt, solltest du ihm erst erklären, wer die Person ist: „Das ist Tine, die kennt die Mama vom Yoga und wir sind Freundinnen geworden. Wir gehen heute zusammen Eis essen, damit du Tine auch kennen lernst.“

Auf diese Weise sensibilisierst du dein Kind unterbewusst für „fremd“ und „nicht fremd“. So kannst du ihm sagen, dass alle Leute, die das Kind nicht kennt und die Mama oder Papa nicht vorstellen, Fremde sind.

Problem Nummer zwei: Nun kommt es aber oft vor, dass selbst Fremde das Kind ansprechen. Der Kellner im Restaurant, die Kassiererin an der Kasse, die Oma im Park etc. Zeige deinem Kind in solchen Situationen deutlich, dass es in diesem Fall in Ordnung ist, mit Fremden zu sprechen. Zum Beispiel, indem du dich mit in das Gespräch einbringst. Zeige ihnen, dass alles in Ordnung ist, solange Mama und Papa oder andere Vertrauenspersonen (wie Oma, Opa & Co) dabei sind.

Grenzen der Kinder akzeptieren

Kind zeigt Stopp mit der Hand

Dein Kind sollte zudem lernen, dass es Herr über seinen eigenen Körper ist und seine Grenzen beachtet werden müssen. Dabei muss es sich gar nichts gefallen lassen, was es nicht möchte – nicht von dir, nicht von Papa, von keinem eigentlich und vor allem nicht von Fremden.

Angefasst zu werden oder gar zu anderem körperlichen Kontakt genötigt zu werden, muss, darf und soll es unbedingt verneinen.

Das fängt eigentlich auch schon bei sowas Banalem wie Hände schütteln anderer Personen oder Oma ein Küsschen geben an. Dein Kind entscheidet. Und diese Entscheidung solltest du ihm niemals abnehmen. Einfach, damit es lernt, dass seine ganz persönlichen Grenzen wichtig sind und beachtet werden müssen.

Kind entscheidet über Körper - Erziehung

Was ist richtig und was falsch?

Das wissen Kinder nicht! Woher auch? Das Problem ist, dass Täter ihre Opfer ohnehin so um den Finger wickeln, dass es für das Kind richtig wirkt. Vielleicht denkt es, „ich darf nicht mit Fremden mitgehen, aber der Mann sagt meinen Eltern sei etwas passiert und er bringt mich zu ihnen…“ Klingt dann erst mal wieder richtig, oder?

Wir müssen also alle möglichen Szenen gedanklich durchspielen.

Für das oben genannte Szenario gibt es beispielsweise den Codewort-Trick. Erfinde mit deinem Kind ein Codewort und warnt es immer und immer wieder „Wenn jemand euch mit nehmen will, weil Mama und Papa nicht können, sagt er dir das Codewort. Erst dann gehst du mit. Alle wichtigen Personen kennen das Codewort.“ Mit diesem Wort muss dann natürlich auch höchstsensibel umgegangen werden, ähnlich wie mit deiner EC-Karten-Pin.

Auch oben bereits erwähnte Problematik dass Eltern oft die Bedürfnisse, Gefühle oder Grenzen ihrer eigenen Kinder übergehen, macht Kinder angreifbarer für die Täter. Denn Täter können so leichter suggerieren, dass etwas Verbotenes, vollkommen in Ordnung ist. Doch das Oberste Gebot ist hier immer: Kein Fremder darf den eigenen Körper anfassen!

Kontinuität: Immer wieder darüber sprechen

Mutter redet mit Kind

Spreche das Thema immer wieder an. Versuche aber verschiedene Methoden zu finden, damit deinKind nicht genervt ist.

Versuche die Thematik im vollen Umfang anschaubar und verständlich zu machen. Frage beispielsweise auf der Straße, was das Kind machen würde, wenn Mama beispielsweise am Gemüsestand steht und jemand Fremdes das Kind anspricht und bittet mitzukommen.

Wann darf das Kind allein irgendwohin gehen?

Wann darf das Kind allein zur Schule, wann darf es mal alleine in den Supermarkt um die Ecke, wann kann es auch mal allein mit anderen Kindern auf dem Spielplatz bleiben? Kurz gesagt: Dafür gibt es keine Regel. Eltern müssen von alleine merken, wann der richtige Augenblick ist.

Wichtig ist jedenfalls immer, wenn es endlich so weit ist – lass dein Kind sich bei bei dir abmelden, damit ihr genau wisst, wo es ist. Handys bekommen heutzutage schon viele jüngere Kinder.

In dem Fall sind sie sogar ganz nützlich. Bitte darum, dass sich dein Kind immer meldet, wo es ist oder installiert sogar in Absprache mit dem Kind eine App, die euch zeigt, wo sich dein Kind aufhält.

Bücher vorlesen

Kinderbücher, die das Thema aufgreifen, sind speziell auf Kinder ausgerichtet. Hier mal ein paar Buchtipps:

Conni geht nicht mit Fremden mit für 3,99€

Ich bin stark, ich geh nicht mit!

Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit€

Mein Körper gehört mir

Ich bin stark ich sag laut Nein

Wo könnte mein Kind in Gefahr sein?

Im ersten Moment sagen wahrscheinlich alle Eltern von Kleinkindern „Mein Kind ist absolut sicher, ich lasse es ja nie aus den Augen.“ Wir nehmen die einzelnen Situationen, in denen dein Kind alleine sein könnte, deswegen mal unter die Lupe.

Gefahr in der KiTa?

Kinder stehen am Zaun

Viele Kitas funktionieren am Eingang mit Code, Fingerabdruck etc. Das macht es schwieriger für Fremde rein zu kommen, aber nicht unmöglich. In vielen KiTas dürfen zudem nur Personen, denen vorher eine Vollmacht erteilt wurde, gegen Vorlage eines Personalausweises die Kinder abholen.

Ist aber das ganze Gelände abgesichert? Kann wirklich niemand an einer unbeobachteten Ecke auf dem Außengelände mit den Kindern ins Gespräch kommen? Sich langsam mit ihnen „anfreunden“? Möglich ist das auf alle Fälle, vor allem wenn dem Kind gut zugesprochen wird.

Gefahr beim Einkaufen?

Kind mit Mama im Supermarkt

Und wie ist es beim Einkaufen? In diversen Filialen (beispielsweise bei dm) gibt es Spielecken für die Kleinen. Dort werden sie dann (ab einem gewissen Alter) von Mama und Papa „geparkt“, damit diese schnell den Einkauf zusammensuchen können. Manchmal lässt man die kleinen aber auch im Supermarkt ihren Weg gehen – vielleicht nicht weit, aber im schlimmstfall reicht es, einmal um die Ecke abzubiegen.

Gefahr auf dem Spielplatz?

Kind auf dem Spielplatz

Was ist auf dem Spielplatz? Wie viele Mütter sehe ich dort immer mit dem Handy spielen und nicht auf ihre Kinder achten. Wäre für jeden Kriminellen ein Kinderspiel, ein Kind wegzulocken. Oder man muss gar nicht mal die Aufsichtspflicht der Mütter anzweifeln. Spielst du mit deinen Kindern beispielsweise gerne verstecken? Sowohl im Versteck als auch oft beim Suchen ist dein Kind unbeobachtet.

Das gilt übrigens auch für Babies im Kinderwagen. Nie unbeaufsichtigt stehen lassen, auch nicht wenn ihr eurem größeren Kind auf dem Spielplatz durch die Röhre hinterher kriechen müsst. Bittet einfach eine andere Mamaoder einen Papa, ein Auge auf deinen Wagen zu haben.

Fazit

Theoretisch besteht immer die Gefahr, dass das Kind auch gegen seinen Willen mitgenommen wird. Dieser Artikel soll euch jedoch nicht in Panik versetzen, sondern einfach nur dafür sensibilisieren und immer so achtsam zu sein, wie nur möglich.

Generell möchte ich dich, liebe Mama, lieber Papa, einfach nur an die Hand geben, dass eure Sorgen völlig OK und normal sind. Leider gibt es so viel Schlechtes in der Welt und wir alle wollen nur das Beste für unsere Kinder.

Trotzdem, und auch wenn es schwer ist, dränge sie nicht zu sehr ein, schenke ihnen Vertrauen. Versuche ihre Sinne zu schärfen und gehe mit wachsamen Augen durch die Welt.


Juliane

Ich bin Juliane und Mama einer 4-Jährigen. Zu gern erinnere ich mich an die Schwangerschaft, Babyzeit und die ersten Monate bzw. Jahre unseres Eltern-Daseins. Das Leben dreht sich um 180 Grad. Gern begleite ich auch dich durch diese Zeit, gebe Tipps, Empfehlungen und bin für dich da.

Kaddarina

06.07.2020, 08:34

Die schlimmste Vorstellung überhaupt! 🙁🙁🙁

Ewcha

12.01.2020, 04:50

Ich sag das zwar immer meinem Kind, aber man weiß ja nie

Iggiz

05.11.2019, 07:38

Richtig.

EinfachKaro

17.06.2019, 19:58

Jeder sollte sein Kind früh genug aufklären.

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