Vater mit Baby schlafend

Männer im Kreißsaal – warum ihr unbedingt dabei sein solltet!

Kaum zu glauben, aber bis vor einigen Jahrzehnten, beispielsweise in den 50ern und 60ern, war es eher eine Seltenheit, dass die Männer bei der Geburt ihrer Kinder dabei waren. Heute können Männer im Kreißsaal wohl eher als Normalfall angesehen werden. Und das ist auch gut so! Denn die meisten Frauen wünschen sich jemanden Vertrauten an ihrer Seite – und wer ist vertrauter als der werdende Papa bzw. der Partner? Wir wollen euch deswegen erklären, warum eure Anwesenheit im Kreißsaal so hilfreich ist und wie ihr euch in dieser lebensverändernden Situation verhalten solltet.

Der Mann  – die Stütze

Wenn der Mann aber glaubt, er könne nur „dekorativ“ herumstehen, irrt er sich gewaltig. Viele Partner fragen sich oftmals „was soll ich eigentlich da?“ oder „stehe ich nicht nur im Weg herum?“ – Nein! Ihr, liebe Männer, seid für eure Frauen mehr als nur Dekoration. Ihr seid die seelische Unterstützung, das Standbein, die Ruhebewahrer. Viele Männer fühlen sich jedoch sehr hilflos, wenn ihre Frau große Schmerzen erleidet, die man ihr nicht abnehmen kann. Vor allem wenn ihr nicht einmal nachempfinden könnt, was eure Partnerin grade fühlt und durchmacht. Das macht euch wahrscheinlich Angst.

Die Ruhe bewahren

Ihr seid nicht die Einzigen, die Angst haben. Auch wenn eure Partnerin vielleicht nicht die erste Geburt durchlebt, hat sie ebenso Angst. Vielleicht habt ihr „Horror-Kreißsaal-Geschichten“ gehört, in denen dem Mann die Hand gebrochen wird oder Eiswürfel nach der Hebamme geworfen werden – das sind wahrscheinlich wirklich alles Dinge, die schon mal passiert sind. Und auch wenn ihr der Mama nicht die Arbeit und die Schmerzen abnehmen könnt, so könnt ihr doch gemeinsam eure Angst bekämpfen. Einfach indem ihr die Ruhe bewahrt. Es hört sich simpel an, doch es hilft wirklich unglaublich. Nehmt die Dinge, die sie euch vielleicht an den Kopf wirft nicht so ernst und lacht später darüber. Trennungsandrohungen und Hasstiraden, dass ihr Schuld an ihren Schmerzen seid, überhört ihr einfach 😉

Übrigens: In modernen Entbindungskliniken und Geburtshäusern wird heutzutage auch nicht mehr darauf gedrungen, dass alle Anwesenden sterile Klinikkleidung tragen. Im Gegenteil: So normal wie möglich. Denn alles was dazu beiträgt, die Situation aufzulockern, ist willkommen. Es geht schließlich auch darum, dass alle Beteiligten sich wohlfühlen.

Der Geburtsvorbereitungskurs hilft euch

Im Geburtsvorbereitungskurs habt ihr einiges über Atemtechniken und verschiedene Massagemöglichkeiten gelernt. Diese könnt ihr nun umsetzen. Atmet mit eurer Partnerin mit. Hechelt und atmet und gebt somit den Rhythmus vor. Vielen Frauen fällt es schwer, sich während der Wehen zu konzentrieren. Es kann also wirklich hilfreich sein, wenn ihr ihr das Atmen einfach vormacht und sie sich ein Beispiel an euch nehmen kann.
Außerdem: Durch die gelernten Massagetechniken könnt ihr eurer Frau – zumindest ein Stück weit – die Schmerzen nehmen. Besonders der Gegendruck im unteren Rückenbereich sorgt für Linderung.

Ablenkung

Eine weitere Art, eure Frau zu unterstützen, ist die Ablenkung. Besonders anstrengend sind die Wehen vor den sogenannten Presswehen. In den Presswehen kann die Frau aktiv mitarbeiten. In den vorherigen Wegen heißt es jedoch eher: Aushalten und Wegatmen. Ablenkung kann hier enorm helfen. Redet über schöne Erlebnisse, lustige Erinnerungen und vielleicht die Zukunftspläne. Lachen und sich einfach auf etwas anderes konzentrieren hilft ungemein. Und gefühlt vergeht die Zeit so viel schneller.

Lob

Auch Lob gehört dazu. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eurer Frau zu sagen, wie gut sie die Situation meistert. Und auch wie gut sie die Schwangerschaft und die Schmerzen gemeistert hat. Vermittelt ihr Stolz und Liebe. Das gibt unglaublich Kraft und bestärkt die werdende Mama.

Aktive Mitarbeit

Außer der seelischen Unterstützung könnt ihr auch auf ganz andere Weise mithelfen. Nicht nur mit einer schmerzlindernden Massage könnt ihr sie aktiv unterstützen. Macht euch bewusst, das bis zu den Presswehen wirklich viel Zeit vergehen kann. Nehmt ihr in dieser Zeit, die sich ohnehin schon wie eine Ewigkeit anfühlt, sämtliche Sorgen, indem ihr euch um alles andere kümmert. Das heißt konkret: Besorgt ihr etwas zu Trinken oder wenn gewünscht auch was zu Essen. Wischt ihr den Schweiß mit einem nassen Lappen ab. Helft ihr vielleicht in die Wanne und wieder hinaus. Helft ihr auf die Toilette zu gehen oder sich etwas Frisches anzuziehen. Das sind alles Dinge, die sie ohne euch nicht bewältigen könnte.

Außerdem: Ihre Eltern müssen angerufen werden? Jemand muss sich um den daheim gebliebenen Hund sorgen? Ältere Geschwisterchen müssen vom Kindergarten oder der Schule abgeholt werden? Denkt mit und kümmert euch drum, ohne dass die werdende Mama euch darauf hinweisen muss. Sie soll sich voll und ganz auf die Geburt konzentrieren.

Dokumentation

Auch wenn es nicht so oft vorkommt: Manche Mamas bzw. Eltern wollen die verschiedenen Phasen der Geburt dokumentieren. In Bild oder Videoform –  oder vielleicht auch beides. Das wäre in dem Fall auch eine Aufgabe für euch Väter. Denn das ist nun wirklich nichts, was Frau selbst übernehmen kann. Vielleicht habt ihr auch eine Kamera dabei und es soll direkt nach der Geburt ein Bild von eurem kleinen Schatz gemacht werden. Alles ist möglich.

Tipp: Sowas sollte im Vorfeld unbedingt besprochen werden. Kommt als Mann bitte nicht auf die Idee, plötzlich während der Presswehen die Kamera auszupacken, ohne dass die werdende Mama vorher eingeweiht wurde. Das sollte aber eigentlich selbstverständlich sein.

Fazit

Ihr seht, liebe Männer: Ihr seid alles andere als hilflose Deko im Kreißsaal. Ihr könnt unterstützen, Mut machen, Angst nehmen, Schmerzen lindern und euch um alles drumherum kümmern. Außerdem ist die Geburt auch als Mann ein lebensveränderndes Ereignis, das wahrscheinlich kaum ein Mann im Nachhinein missen möchte – auch wenn es zerdrückte Hände, Hasstiraden von der Mama und Stress mit sich brachte. Sobald ihr euren kleinen Wurm auf dem Arm haltet, ist alles vergessen. Und ihr seid froh, dass ihr von der ersten Sekunde an am Leben eures Babys teilnehmen konntet.


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.


webi92

10.06.2017, 21:35

Super Artikel! Wie war es denn damals bei dir, war dein Partner dabei?
Ich war bei meiner Freundin dabei, es ist noch relativ "frisch" und ich bereue es nicht. Es hat mir das Herz zerrissen, sie so leiden zu sehen aber ich denke, ich habe sie ganz gut unterstützt 😀 Ein Kumpel wollte bei seiner Freundin nicht dabei sein wegen dem ganzen Blut etc. aber ich persönlich fand es gar nicht schlimm. Habe meiner Freundin aber auch nicht direkt zwischen die Beine geschaut, sondern mich im oberen Bereich aufgehalten, wo ich sie mehr unterstützen kann. Ich glaube, das wäre ihr sogar unangenehm, wenn zusätzlich zu den Hebammen etc. auch noch ich "unten" wäre…

Maria

15.07.2017, 20:03

Seufz!
Ja, ihr Männer seid wichtig.
Mein zweites Kind habe ich mit meiner Freundin zur Welt gebracht. Sie war Stütze und dennoch leide ich darunter, dass der Vater meiner Tochter nicht dabei war…

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