Kinder dekorieren Weihnachtsbaum

Nikolaus- und Weihnachtsbräuche für Kinder

Weihnachten und Nikolaus stehen bald vor der Tür. Der erste Advent bringt uns viel Licht ins Dunkle und eine der schönsten Zeiten des Jahres beginnt. Aber wie kam es eigentlich zu unseren Bräuchen? Und welche Bräuche gibt es woanders auf der Welt? Wir haben ein bisschen in der Geschichte und den Mythen rund um die Weohnachtszeit gestöbert.

Wer war eigentlich Nikolaus?

Wer war eigentlich der Nikolaus bzw. wie kam es zu dem Mythos? Wir alle kennen es; in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember kommt uns der Nikolaus besuchen. Wer brav seine Schuhe geputzt hat, und Milch und Kekse hingestellt hat, bekommt etwas in seine Stiefelchen. Mal sind es kleine Geschenke, mal etwas Süßes und Nüsse sowie Mandarinen dürfen natürlich nicht fehlen.

Wenn wir über den Nikolaus sprechen, meinen wir eine Person, die tatsächlich existiert hat. Hierbei handelt es sich um den heiligen Nikolaus von Myra. Dieser soll zwischen 270 und 286 n.Chr. in Myra geboren sein. Später wurde er zum Bischof von Myra ernannt und dann im Jahr 300 n.Chr. auf Grund der Christenverfolgung gefoltert und gefangen genommen. Schon seit dem 6. Jahrhundert gibt es Geschichten und Erzählungen über ihn. Er soll ein guter Mensch gewesen sein, der sich um arme Menschen gekümmert hat. Bei ihm standen besonders die Kinder im Vordergrund, weshalb er von den Christen als Heiliger verehrt wird.

St. Nikolaus

Wie hatte denn der Nikolaus die Möglichkeit, den Bedürftigen zu helfen? Die Geschichte erzählt, dass seine Eltern ihm ein großes Vermögen hinterlassen haben. Mit diesem Vermögen half er den ärmeren Menschen. Auch in der heutigen Zeit ist er eine seelische Stütze und bringt den Kindern kleine Gaben. Aber natürlich nur den braven Kindern! Und woher er weiß, welche Kinder nun brav waren? Natürlich aus seinem kleinen goldenen Buch. Bei sich trägt er außerdem einen großen Sack, in dem seine Gaben und Süßigkeiten für die Kinder sind.

Und wen bringt der Nikolaus mit? Genau, der Nikolaus kommt eigentlich nicht alleine, auch wenn dies bei den Kinderbesuchen meistens übergangen wird. Er bringt Knecht Ruprecht mit. In anderen Regionen ist er auch als Hans Muff oder Krampus bekannt. Ich gebe zu, diese Bezeichnungen hatte ich bisher noch nicht gehört. Knecht Ruprecht ist im Gegensatz zum Nikolaus allerdings gar nicht so gütig. Oftmals trägt er eine Rute bei sich. Dem Mythos entsprechend soll er das gezähmte Böse darstellen, welches dem Guten dient. Der Krampus, wie Knecht Ruprecht zum Beispiel in Österreich genannt wird, soll sogar noch viel schlimmer aussehen. Er trägt nämlich nicht nur eine Rute, sondern soll auch noch eine hässliche Fratze anstatt eines normalen Gesichts haben.

Warum stellt man zu Nikolaus Schuhe vor die Tür?

Die Stiefel und Schuhe werden geputzt und geschrubbt, aber warum erwartet man eigentlich am Morgen kleine Geschenke in den Schuhen? Laut einer Legende soll der heilige Nikolaus von Myra zu seiner Zeit drei junge Frauen heimlich nachts beschenkt haben, damit diese ihre Mitgift bezahlen konnten. Diese Geschenke soll der heilige Nikolaus ihnen in die Schuhe gelegt haben. Diese Gaben bewahrten die drei Frauen davor, als Prostituierte und Sklavinnen verkauft zu werden.

Gefüllte Nikolausstiefel

Gibt es Nikolaus-Bräuche in anderen Ländern?

Leider ist der 6. Dezember in Deutschland kein Feiertag – und doch gehört er, besonders in Haushalten mit Kindern, zu den wichtigsten Traditionen in der Weihnachtszeit. Aber wie sieht es damit in anderen Ländern aus? Wo wird der Nikolaus ähnlich gefeier? Und wo ganz anders?

Der Nikolaus in Österreich

In Österreich steht neben dem Nikolaus auch ganz besonders der Krampus im Mittelpunkt. Während der Knecht Ruprecht in Deutschland in Vergessenheit gerät, ist der Krampus – bzw. die Krampusse, denn sie treten oft sogar in Gruppen auf – dort besonders wichtig. Es finden sogar ganze Krampusumzüge statt – und die sind nicht immer unbedingt für Kinder geeignet.

Der Nikolaus in Luxemburg

Wir sind neidisch, denn in Luxemburg ist der Nikolaustag ein Schulfeiertag! Hier könnt ihr sogar beobachten, wie der Nikolaus mit dem Boot reist und den Bürgermeister begrüßt. Das ist eine noch heute von vielen geliebte Tradition. Auch hier ist es besonders wichtig, dem Nikolaus Kekse auf dem Tisch zu stellen.

Der Nikolaus in den USA

In den vereinigten Staaten gibt es so gesehen gar keinen Nikolaus. Aber wenn ihr euch „Santa Claus“ vor Augen haltet, sieht er dem Nikolaus doch verdächtig ähnlich. Dieser kommt aber erst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Hier kennt ihr sicherlich auch die Rentiere, Rudolf ist wohl das bekannteste von ihnen.

Kind mit Rudolph Stofftier

Der Nikolaus in der Türkei

Wie ihr bereits wisst, stammt der Nikolaus aus Myra, das liegt in der heutigen Türkei. Der Nikolaus heißt hier allerdings „Noel Baba„. Dieser kommt aber – ganz anders als bei uns – nicht am 6. Dezember, sondern an Silvester!

Der Nikolaus in Russland

Den Nikolaus gibt es leider auch hier nicht. Aber die russische Version finde ich ebenfalls unglaublich toll. Hier bringt Väterchen Frost die Geschenke. In den Märchen sieht Väterchen Frost fast so aus wie der Nikolaus. Also ist der Unterschied gar nicht mal so groß. Aber in Russland hat dieser einen ganz besonderen Begleiter! Seine Enkelin Schneeflöckchen begleitet ihn – Süß, oder?.

Auch hier gibt es an Silvester die Geschenke, denn zum sogenannten Jolkafest rufen die Kinder drei mal Väterchen Frost vor dem Weihnachtsbaum und werden dann beschenkt.

Kinder am Weihnachtsbaum

Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?

An Weihnachten feiern wir glaubensgemäß die Geburt von Jesus Christus. Wir alle kennen die Weihnachtsgeschichte, die sicherlich mit den heiligen drei Königen jedes Jahr im Kindergarten von unseren kleinen Schauspielern aufgeführt wird.

Wusstet ihr, dass Jesus allerdings angeblich eigentlich im Sommer geboren sein soll? Der 24. bzw. 25. Dezember wurde eigentlich von den Römern übernommen. Diese feierten zu Ehren des Sonnengottes das Fest „Sol Invictus“ – übersetzt das Fest der „unbesiegbaren Sonne“ am kürzesten Tag des Jahres, der Wintersonnenwende. Laut den Römern war dies der 25. Dezember. Auch mehrere heidnische Feste fielen auf dieses Datum.

Somit hat Weihnachten eigentlich gar nichts mit der Geburt Jesu zu tun, und dennoch feiern wir sie als Fest der Liebe. Alleine der Gedanke ist doch einfach wunderschön. Auch die Bräuche des Weihnachtsbaumes und des Adventskranzes kamen erst später hinzu. Aus diesem Grund gibt es auch so viele unterschiedliche Bräuche in verschiedenen Regionen und Ländern.

In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein ist der 24. Dezember leider kein gesetzlicher Feiertag. Lediglich der 25. und 26. Dezember sind gesetzte Feiertage.

Jesuskind

Wer kommt denn nun an Heiligabend?

Um hier alle Möglichkeiten aufzuzählen, ist die Frage einfach viel zu umfangreich. In vielen Regionen ist das Christkind mit dem goldenen Haar bekannt. Wenn es die Geschenke gebracht hat, hat das Glöckchen geklingelt. Bei anderen kommt der Weihnachtsmann, der ist wohl am bekanntesten. In Amerika kommt der Weihnachtsmann – dort als Santa Claus bekannt – erst in der Nacht vom 24. auf dem 25. Dezember, daher packen die Kinder die Geschenke erst am eigentlichen Weihnachtsmorgen aus.

Und wann ist eigentlich Heiligabend?

Na, wie jedes Jahr, am 24. Dezember. Stimmt doch, oder nicht? Prinzipiell schon, allerdings ist dies nicht in jedem Land gleich. Bei den orthodoxen Christen entspricht unser Heiligabend zum Beispiel dem 6. Januar. Auch in Russland steht nicht der 24. Dezember, sondern der 7. Januar im Fokus. Dieser ist ein offizieller Feiertag und beginnt für die meisten Russen mit einer feierlichen Weihnachtsmesse. In Deutschland gilt aber, so, wie wir es kennen, der 24. Dezember im Fokus.

Schaden die Weihnachtsmärchen meinem Kind?

Wir haben jetzt viele verschiedene Märchen und Mythen kennengelernt. Verschiedene Bräuche und den Aberglauben betrachtet. Aber wie wirken sich die ganzen Dinge eigentlich auf unsere Kinder aus? Wir können gar nicht verhindern, dass unsere Kinder auch von Anfang an andere Bräuche, als unsere selbst ausgedachten Geschichten, kennenlernen.

Erzählen wir unseren Kindern also alles über das Christkind, dass am Heiligabend die Geschenke bringt, wundern sie sich vielleicht, dass in ihren Kinderserien der Weihnachtsmann die Geschenke in der Nacht auf den 25. Dezember bringt. Vielleicht stammt diese Serie ja zufällig aus Amerika?

Andere Wissenschaftler überlegen, ob diese ganzen „kleinen Lügen“ nicht das Vertrauen unserer Kinder in uns schädigen. Schließlich versuchen wir sie ständig und konsequent zu veräppeln, egal ob der Osterhase, Nikolaus, die Zahnfee oder das Christkind. Sind wir alle also potentielle und konsequente Lügner und vermitteln unseren Kinder so, dass Lügen in Ordnung ist?

Entwarnung: Bisher konnte dies noch keine Studie belegen. Wissenschaftler tüfteln ja immer an vielerlei herum und somit auch hieran.

Was wäre unsere Kindheit denn auch ohne die ganzen Geschichten?

Meine persönliche Meinung: Ich persönlich finde die Märchen wunderschön und sie machen die Kindheit besonders. Kinder sehen die Welt sowieso mit anderen Augen, irgendwie ist alles magisch. Warum sollen wir ihnen nicht auch ein wenig Magie liefern? Der feste Glaube an etwas ist einfach schön. Und niemand kann so fest an das Unmögliche glauben wie ein Kind. Ich selbst war auch niemals wütend auf meine Eltern, als ich dann doch irgendwann die Wahrheit erfahren habe. Und seien wir doch einmal ehrlich – uns macht es doch selbst auch eine riesige Freude!

Staunendes Kind an Weihnachten

Habt ihr eigene Nikolaus- und Weihnachts-Bräuche?

Woher kommt ihr und was für Bräuche habt ihr? Jedes Land und jede Region hat ihre ganz eigenen kleinen Traditionen, wie ihr jetzt wisst. Aber was sind eure Bräuche? Wer kommt denn nun an Heiligabend eigentlich zu euch?

Habt ihr vielleicht ganz eigene Familienbräuche? Wir führen gerade in unserer kleinen Familie einige kleine Bräuche ein. Das Weihnachtsshooting ist schon fester Bestandteil. Jetzt werden „hässliche Weihnachtspullis“ und Weihnachtskarten eingeführt. Erzählt uns von euch, wir sind gespannt!


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.


Sturmhilde

19.12.2017, 17:31

wow sehr interessant 🙂

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