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Scharlach – Was gibt es zu beachten?

Dein Kind hat hohes Fieber, Halsschmerzen und Ausschlag? Dann wirf am besten noch einen Blick in den Mund. Siehst du dort zusätzlich die sogenannte „Himbeerzunge“, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Scharlach. Was jetzt zu tun ist, erfährst du bei uns.

Himbeerzunge bei Scharlach-Erkrankung

Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien (Streptokokken der Gruppe A bzw. Streptococcus pyogenes) verursacht wird. Meist treten die Bakterien über den Nasen-Rachenraum ein. In seltenen Fällen können sie auch über Wunden in den Körper gelangen und den sogenannten Wundscharlach verursachen.

Oft führt eine Infektion nur zu einer Entzündung des Rachens und der Mandeln. Die für Scharlach verantwortlichen Bakterien bilden jedoch zusätzlich ein Toxin, also einen Giftstoff, der die typischen Hautausschläge verursacht.

Wie verbreitet ist Scharlach?

Scharlach ist hochansteckend und gilt als typische Kinderkrankheit. Betroffen sind vor allem Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren. Aber auch Erwachsene können erkranken. In den Wintermonaten ist eine Häufung der Scharlachfälle zu beobachten.

Jeder fünfte bis zehnte Mensch trägt die Scharlacherreger in sich, wobei die Krankheit nicht bei jedem ausbricht. Allerdings kann der Erreger dennoch auf andere Personen übertragen werden.

Jedes Jahr erkranken mindestens 50.000 Menschen in Deutschland an Scharlach.

Wie lang ist die Inkubationszeit von Scharlach?

Eine Scharlach-Infektion zeigt sich recht schnell. Die ersten Symptome treten meist ein bis drei Tage nach der Ansteckung auf.

Welche Symptome verursacht Scharlach?

Kinderhände mit Ausschlag durch Scharlach-Infektion

Die ersten Anzeichen einer Scharlach-Infektion sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Manche Kinder klagen auch über Bauchschmerzen und Übelkeit inkl. Erbrechen.

Im weiteren Krankheitsverlauf liefert ein Blick auf die Zunge meist einen deutlichen Hinweis auf Scharlach. Sie ist erst weiß belegt und verfärbt sich dann tiefrot: die sogenannte „Himbeerzunge“.

Nach ein bis zwei Tagen bildet sich der typische Hautausschlag, der sich über den gesamten Körper ausbreitet. In der Regel juckt der Ausschlag nicht. Nach sechs bis neun Tagen ist er meist wieder verschwunden. Anschließend schält die Haut sich.

Die typischen Scharlach-Symptome im Überblick

Halsschmerzen
Schluckbeschwerden
geröteter Mund- und Rachenraum
gerötete und geschwollene Mandeln
Fieber und Schüttelfrost
geschwollene Lymphknoten
Bauchschmerzen und Erbrechen
Kopfschmerzen
gerötete Wangen
erste belegte, dann dunkelrot gefärbte Zunge
Abgeschlagenheit

Wie wird Scharlach diagnostiziert?

Da die Krankheit recht charakteristische Symptome zeigt, kann der Kinderarzt oft anhand der körperlichen Untersuchung des Kindes eine Scharlach-Infektion feststellen.

Die A-Streptokokken lassen sich auch per Rachenabstrich nachweisen. Das geht unkompliziert im Schnelltest, wobei hier jedoch ein negatives Ergebnis eine Scharlach-Infektion nicht zu 100% ausschließen kann. Für eine gesicherte Diagnose kann der Abstrich auch ins Labor geschickt werden, um die Erreger ggf.  in einer Bakterienkultur anzuzüchten.

Wie wird Scharlach behandelt?

Scharlach wird mit einem Antibiotikum behandelt, meist handelt es sich dabei um Penicillin. Die Vorteile einer Antibiotika-Behandlung liegen zum einen darin, dass die Symptome etwas schneller abklingen, als ohne die Gabe eines Antibiotikums. Zum anderen ist die erkrankte Person bereits 24 Stunden nach der ersten Einnahme nicht mehr ansteckend. Das Antibiotikum sollte über einen Zeitraum von zehn Tagen verabreicht werden.

Zur weiteren Behandlung können fiebersenkende und schmerzstillende Mittel gegeben werden. Außerdem bieten sich milde Speisen und Getränke an, die leicht zu schlucken sind, um die Halsschmerzen etwas erträglicher zur machen.

Ist Scharlach ansteckend?

Die Erkankung ist hochansteckend und verbreitet sich meist per Tröpfcheninfektion. In seltenen Fällen ist auch eine Übertragung über Körperflüssigkeiten oder Oberflächen möglich.

Wie lange ist Scharlach ansteckend?

Bei einer Behandlung der Scharlach-Infektion mit einem Antibiotikum, ist das erkrankte Kind bereits 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Therapie nicht mehr ansteckend.

Ohne die Gabe eines Antibiotikums beträgt die Ansteckungsdauer bis zu 3 Wochen nach Symptombeginn.

Ist Scharlach gefährlich?

Durch die Gabe eines Antibiotikums verläuft Scharlach in der Regel problemlos und es tritt eine schnelle Besserung ein. Es ist jedoch wichtig, dass das Antibiotikum ausreichend lange, also i.d.R. 10 Tage, eingenommen wird. Nur so können Rückfälle und Resistenzen vermieden werden.

Ohne Antibiotikum kann es z.B. zu Mittelohrentzündungen, Lymphdrüsen-Schwellungen oder Rachenmandel-Abszessen kommen.

Drei bis fünf Wochen nach der Erkrankung kann rheumatisches Fieber auftreten, was zu schmerzhaften Gelenkveränderungen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Auch Herzmuskel- oder Nierenentzündungen sind möglich.

Treten die Scharlach-Erreger über eine Wunde in den Körper ein, beim sogenannten Wundscharlach, können sie in die Blutbahn gelangen und eine lebensbedrohliche Sepsis (Blutvergiftung) auslösen. Dies ist in  Deutschland jedoch nur sehr selten der Fall.

Können Erwachsene Scharlach bekommen?

Zwar gilt Scharlach als typische Kinderkrankheit, aber auch Erwachsene können sich mit der Krankheit infizieren. Bei ihnen treten jedoch nicht unbedingt die typischen Scharlach-Symptome auf, weshalb die Infektion häufig unerkannt bleibt.

Scharlach sollte auch bei Erwachsenen unbedingt mit einem Antibiotikum behandelt werden, da ansonsten verschiedene Spätfolgen und Komplikationen entstehen können. Darunter fallen z.B. rheumatisches Fieber, Gelenkbeschwerden (Polyarthritis), Herzmuskelentzündung, Lungenentzündung, Nierenschäden oder Hirnhautentzündung (Meningitis).

Starke Halsschmerzen in Verbindung mit Hautausschlag und hohem Fieber sollten daher auch bei Erwachsenen immer ärztlich abgeklärt werden.

Ist Scharlach für Schwangere gefährlich?

Hände liegen auf Bauch einer schwangeren Frau

Schwangere sind grundsätzlich anfälliger für Infektionskrankheiten und sollten sich daher von erkrankten Personen fernhalten. Scharlach an sich birgt jedoch kein erhöhtes Risiko für die Schwangere und ihr ungeborenes Kind. Die Infektion hat keinen direkten Einfluss auf das Baby.

Wichtig ist jedoch auch hier die richtige Behandlung in Form einer Antibiotika-Therapie. Treten z.B. Komplikationen in Form einer Herzmuskelentzündung auf, kann dies auch Einfluss auf die Versorgung des Ungeborenen mit Sauerstoff und Nährstoffen haben.

Gibt es einen Nestschutz gegen Scharlach?

In der Regel stecken sich Säuglinge in den ersten sechs Monaten nicht mit Scharlach an. Durch die Antikörper der Mutter greift der sogenannte Nestschutz.

Infiziert sich ein Baby dennoch mit Scharlach, können sich die Bakterien schnell in die Mittelohren und die Lunge ausbreiten.

Gibt es eine Impfung gegen Scharlach?

Obwohl es inzwischen gegen einige Kinderkrankheiten Impfungen gibt, ist dies bei Scharlach leider nicht der Fall. Der Grund für die fehlende Impfung sind die vielen verschiedenen Typen von A-Streptokokken. Die vielen Varianten sind nur schwer durch einen einzigen Impfstoff abzudecken.

Wie kannst du dein Kind schützen?

Da es keine Impfung gegen Scharlach gibt, bleibt nur sich an die üblichen Hygieneregeln zu halten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Wasche dir und deinem Kind also regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife.

Das Offensichtliche soll nicht unerwähnt bleiben: Vermeide den Kontakt zu erkrankten Personen, um den Erregern so von vornherein aus dem Weg zu gehen.


Katharina

Ich heiße Katharina und bin seit 2017 stolze Mama einer sehr agilen, kleinen Quasselstrippe. Still sitzen oder still sein? Fehlanzeige! Der kleine Mann hat unser Leben komplett auf den Kopf gestellt und bereichert es Tag für Tag. Ich freue mich dich mit Tipps und Tricks durch die aufregende Zeit von Schwangerschaft bis Kleinkindalter zu begleiten.

Kaddarina

31.10.2022, 10:25

Dieser Kelch ist bisher zum Glück an uns vorbeigegangen…

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