Was ist eine Schwangerschaftsvergiftung und wie erkennt man sie?

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In Vergiftung steckt das Wort Gift und das lässt wohl alle Alarmglocken läuten. Gift heißt in den meisten Fällen nichts Gutes, so ist es auch bei einer Schwangerschaftsvergiftung. Nur wird hier kein Gift von außen zugeführt, sondern der Körper der Mutter hat einfach Probleme sich an die Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, anzupassen. Damit kein falscher Zusammenhang entsteht, spricht man auch eher von einer Präeklampsie oder Gestose. Klingt weitaus neutraler aber ist nicht weniger ungefährlich, sowohl für die Mutter, als auch für das ungeborene Kind.

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient NICHT der Selbstdiagnose und ersetzt KEINE Arztdiagnose.

Was genau ist eine Schwangerschaftsvergiftung?

Einfach gehalten ist es ein (veralteter) Überbegriff einer Anpassungsstörung des Körpers der Mutter an die Veränderungen durch die Schwangerschaft. Früher glaubte man, dass einige Stoffe, die durch die Schwangerschaft freigesetzt wurden, eine Vergiftung hervorrufen. Diese Theorie ist aber falsch.

Schwangere mit Kalender

Krankheiten durch Schwangerschaft = Gestose

Eine Schwangerschaft kann viele Krankheiten mit sich bringen. Diese werden allgemein als Gestose bezeichnet. Eine Frühgestose ist hierbei zum Beispiel die morgendliche Übelkeit und eine Spätgestose (nach der 20. SSW) ist auch eine „Schwangerschaftsvergiftung“. Spätgestosen haben immer Bluthochdruck als Symptom, deshalb bezeichnet man sie auch als hypertensive Schwangerschaftskrankheit. Man unterscheidet zwischen den verschiedenen Arten:

  • Gestationshypertonie bzw Schwangerschaftsbluthochdruck
  • Präeklampsie
  • Eklampsie
  • HELLP-Syndrom
  • Pfropf-Gestose

Was sind die Auswirkungen einer Gestose?

Unter allen Schwangeren rechnet man mit 6-8% Erkrankungen an einer Gestose.  Sie ist sogar der häufigste Grund beim Tod der Mutter und auch zu 20-25% Schuld an der perinatalen Sterblichkeit. Weltweit ist die Präeklampsie und Eklampsie an ca. 70.000 mütterlichen Todesfällen pro Jahr verantwortlich.

Quelle: Leitlinie zu Bluthochdruck-Krankheiten während der Schwangerschaft.

Früh erkannt und behandelt, sollte sie keine weiteren Gefahren mit sich bringen. Ärzte nehmen deshalb jeden Hinweis sehr ernst und werden euch bei Vermutungen auf eine Schwangerschaftsvergiftung rundum untersuchen.

Schwangere Frau beim Ultraschall

Was sind die Ursachen für eine Schwangerschaftsvergiftung?

So richtig ist das noch gar nicht geklärt. Die genauen Ursachen und Wirkungsweisen werden umfangreich erforscht aber haben noch keine hundertprozentigen Ergebnisse gebracht. Mediziner vermuten, dass es verschiedene Faktoren für diese Anpassungsschwierigkeiten des Körpers gibt. Beispielsweise kann es eine Störung in der Plazenta sein, die zu Veränderungen an den Blutgefäßen der Mutter führen und ihr Immunsystem aktivieren. Die Flüssigkeit, die dann aus den Gefäßen austritt lagert sich ein und die Schwangere klagt über Wassereinlagerungen und plötzlicher Gewichtszunahme. Zudem wird durch diesen Prozess auch die Blutgerinnung aktiviert.

Wer bekommt eine Gestose?

Im Prinzip kann es jede Schwangere treffen. Allerdings erhöhen verschiedene Vorerkrankungen die Gefahr an einer Gestose zu erkranken. Folgende Vorerkrankungen oder Umstände können den Ausbruch einer Gestose begünstigen:

  • Nierenerkrankungen
  • Bluthochdruck als chronische Krankheit
  • Erkrankungen der Gefäßsysteme
  • Magnesiummangel
  • Uteroplazentare Dysfunktion (fehlerhafte Versorgung durch Plazenta und Mutterkuchen)
  • Störungen der Mikrozirkulation
  • Vorbelastungen in der Familie
  • Erkrankung an einer Früh-Gestose
  • Alter der Schwangeren (Unter 18 und über 40 Jahre)
  • Erstschwangerschaft
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Fettleibigkeit
  • Diabetes mellitus
  • Autoimmunkrankheiten

Wie erkennt man eine Schwangerschaftsvergiftung?

Das wichtigste Anzeichen auf eine Schwangerschaftsvergiftung oder Spätgestose ist Bluthochdruck. Dann wird nach weiteren Anzeichen, wie etwa Kopfschmerzen und angeschwollenen Gliedmaßen geschaut. Bei einer Untersuchung beim Frauenarzt geben dann erhöhte Eiweißwerte im Urin eventuell mehr Hinweise (vor allem auf eine Präeklampsie oder Eklampsie). In weiteren Fällen gab es auch eine rasche Gewichtszunahme als Anzeiche, sowie Augenflimmern, Sehstörungen und Oberbauchschmerzen. Nach diesen Symptomen wird man natürlich eingangs gefragt und untersucht.

Blutdruck messen bei Schwangerer

Alle Anzeichen für eine Schwangerschaftsvergiftung im Überblick:

  • Bluthochdruck (über 140/90 mmHg)
  • Eiweiß im Urin
  • Kopfschmerzen
  • Gewichtszunahme / angeschwollene Gliedmaßen
  • Wassereinlagerungen in der Lunge
  • Störungen des Nervensystems (Augenflimmern, Sehstörungen)
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
  • Wachstumsverzögerungen beim Fötus
  • Oberbauchschmerzen
  • Verminderte Anzahl der Blutplättchen

Kann ich einer Schwangerschaftsvergiftung vorbeugen?

Wir raten euch: Seid Achtsam mit euch selbst und beobachtet euren Körper ganz genau. Tut die oben genannten Symptome nicht als lästige Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft ab, sondern lasst es vom Arzt abchecken. Je früher die Gestose erkannt wird, desto besser für euch und euer Ungeborenes Baby.

Macht euch regelmäßig Termine beim Frauenarzt

Die Vorsorgetermine finden meistens im Abstand von 2-4 Wochen statt. Hier wird euer Blutdruck gemessen und auch der Urin untersucht. Sollte euch zwischen den Terminen etwas merkwürdig vorkommen, so geht sofort zum Arzt.

Die Ernährung ist ein wichtiger Punkt einer jeden Schwangerschaft

Ein ganz wichtiger Punkt ist eine gesunde und an die Bedürfnisse eurer Schwangerschaft angepasste Ernährung! Besonders wichtig ist Eiweiß, welches ihr ausreichend aus der Ernährung (Milch, Eier, Käse, Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen etc.) zu euch nehmt. Zur Verwertung der Proteine benötigt ihr zudem Kohlenhydrate (Kartoffeln, Vollkornbrot, Nudeln).

Keine Entwässerungskuren bei Wassereinlagerungen!

Wassereinlagerungen können der erste Hinweis auf eine Gestose sein. Bitte versucht diese nicht mit Entwässerungskuren zu stoppen. Auch heute wird den Schwangeren, die über Wassereinlagerungen klagen, sogar noch ab und zu empfohlen, einen Reistag oder Obsttag einzulegen und auf Salz zu verzichten. Durch den Salz- und Wasserentzug wird das Blut dann noch dicker und fließt noch langsamer. Die Folge ist Bluthochdruck. Außerdem gelangen nicht mehr genug Nährstoffe über die Plazenta zum Baby. Es ist unterversorgt.

Wenn schon mal eine Gestose vorlag

Habt ihr in einer früheren Schwangerschaft schon einmal eine Gestose entwickelt, so ist die Gefahr recht hoch, dass ihr bei der neuen Schwangerschaft wieder betroffen seid. Vorsorglich müsst ihr ab der 16. Schwangerschaftswoche Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen, der Wirkstoff, der zum Beispiel in Aspirin zu finden ist. Ansonsten wird von einer regelmäßigen Einnahme von ASS in der Schwangerschaft eher abgeraten.

Schwangere nimmt Tabletten

Wie wird die Schwangerschaftsvergiftung behandelt?

Zunächst muss erst einmal geklärt werden, welche Art der Schwangerschaftsvergiftung bzw. Gestose vorliegt. Habt ihr Wassereinlagerungen, was ja definitiv als „Vorstufe“ gilt, reicht es erst mal sich zu schonen und die Beine so oft wie möglich hoch zu lagern. Auch Stützstrümpfe könnt ihr euch vom Arzt verschreiben lassen.

Vorstufen der Gestose werden ambulant behandelt

Bei einem schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck ohne weitere Symptome, müsst ihr auf alle Fälle euren Körper gut beobachten. Bei jedem kleinsten Symptom, das dazu kommt, solltet ihr einen Arzt aufrufen. Ihr wisst ja, je schneller ihr handelt desto besser. Außerdem solltet ihr jede Form von Stress meiden, gegebenenfalls sogar eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder ganz und gar ein Beschäftigungsverbot ausstellen lassen.

Gestose im Krankenhaus behandeln lassen

Ist euer Bluthochdruck 150/100 mmHg und höher, werdet ihr stationär im Krankenhaus behandelt. Keine Angst! Hier steht ihr unter bester Kontrolle.

Neben der Überwachung, werdet ihr hier sicher auch blutdrucksenkende Medikamente bekommen. Auf diese müsst ihr erst mal eingestellt werden. Das ist aber sehr wichtig, weil so verschiedene Komplikationen bezüglich der Versorgung oder sogar Hirnblutungen vermieden werden können.

Die Behandlung einer Präeklampsie kann nur durch die Geburt erfolgen. Bei Krampfanfällen werdet ihr wohl Magnesium nehmen müssen. Ansonsten wird versucht das Baby bis zur 37. Schwangerschaftswoche im Bauch zu belassen. Zum Zeitpunkt, wo Mutter oder Kind aufgrund der Präeklampsie einer Gefahr ausgesetzt sind, wird die Geburt eingeleitet. Bis zur 24. Woche wird individuell entschieden, ob die Schwangerschaft abgebrochen wird.

Schwangere beim Arzt

Die Gesundheit des Babys wird im Krankenhaus ständig mit dem CTG überwacht.

Liegt das HELLP-Syndrom vor, so müsst ihr in jedem Fall mit einem sofortigen Abbruch der Schwangerschaft rechnen. Egal wie weit das Baby ist. Da bei HELLP sowohl Mutter als auch Kind einer lebensbedrohlichen Gefahr ausgesetzt sind, wird sofort eingeleitet.

Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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