Baby am Strand wird eingecremt

Sonnenschutz für Kinder – Sonnencreme Test und mehr

Der Sommer brach in diesem Jahr mega plötzlich aus. Kaum war der Schnee getaut, hatten wir 25°C und mehr. So schnell waren die Wenigsten auf die heiße Sonne vorbereitet. Und mit der Hitze ploppen immer wieder die selben Fragen auf: Wie schütze ich mein Kind am besten vor Sonnenbrand? Jeder weiß, wie gefährlich so ein Sonnenbrand sein kann und gerade Kleinkinder sind sehr anfällig, da ihre Haut ja noch gar nicht gewöhnt ist, der Sonne so ausgesetzt zu sein. Neu-Mamas aufgepasst: Für alle Babys gilt im ersten Jahr sowieso absolutes Sonnenverbot! Bitte verzichtet bis zu einem Jahr auf Sonnencremes und zieht lieber den Schatten vor. Welche Sonnencreme für eure Zwerge ab einem Jahr geeignet sind und wovon ihr lieber die Finger lassen solltet, klären wir in diesem Beitrag.

Sonnencremes für Kinder verschiedene Flaschen

Sonnencremes: Inhalte und Unterschiede

Als Mami neigt man ja dazu, sämtliche Inhaltsangaben für Lebensmittel zu durchforsten. Gut, dass ihr darin ja schon Übung habt, denn bei den Sonnencremes geht es weiter. Schaut euch die Verpackungen immer ganz genau an.

Mineralische Filter vs. chemische Filter

Ganz klar werden Sonnencremes mit mineralischen Filtern denen mit chemischen Filtern vorgezogen. Diese wirken physikalisch und bilden auf der Haut beispielsweise mit Zinkoxid oder Titanoxid eine Art Schutzschild, um die Sonnenstrahlen zu reflektieren. Sonnencremes mit chemischen filtern dagegen, gehen in die Haut und wandeln die Strahlen in Wärmeenergie um. Allerdings können sie viel häufiger Allergien auslösen und bringen oftmals auch unerwünschte Hormone mit. Von Hautexperten werden deshalb ganz klar die physikalischen Sonnencremes empfohlen. Aber auch hier muss man aufpassen. Um die Sonnencreme leicht verteilbar zu machen und keinen hässlich-weißen Schlierfilm auf der Haut zu haben, werden die mineralischen Substanzen immer weiter verkleinert. Liegen die Partikel im Nanobereich, können auch diese Sonnencremes gefährlich werden. Das ist mit dem Wissen von heute aber noch nicht bewiesen.

Ein weiterer Pluspunkt für die mineralischen Sonnencremes ist, dass ihr sie in dem Moment, wo Sonnencreme gebraucht wird, auftragen könnt und sie wirken sofort. Die chemischen Sonnencremes brauchen eine halbe Stunde Vorlaufzeit.

Was sind Nanoteilchen in Sonnencremes?

Nanoteilchen sind übrigens auch in chemischen Sonnencremes zu finden. Dank ihnen hinterlassen die Cremes keine weißen Schlierer auf der Haut. Bisher weiß man nicht, ob diese mikroskopisch kleinen Teilchen durch die Haut in den Körper eindringen können, und wenn ja, wie sie dort reagieren. Ob sie dann auch Schäden anrichten können, bleibt als zweite Frage offen. Glücklicherweise sind jene Zusatzstoffe mit „nano“ in der Inhaltsstoffliste ausgewiesen. Ganz auf der sicheren Seite seid ihr, wenn ihr zu einer mineralischen Sonnencreme eines zertifizierten Naturkosmetik-Herstellers (achtet auf Siegel von BDIH, NaTrue oder Ecocert). greift. Diese sind frei von Mikroplastik. Höchstwahrscheinlich lassen sie sich dann aber schwerer verteilen. Für euer Baby bzw. Kleinkind, ist das aber der beste Schutz.

Welche weiteren, bedenklichen Substanzen gibt es in Sonnencreme?

Außerdem solltet ihr anti-entzündliche, beziehungsweise hautberuhigende Substanzen in Sonnencremes vermeiden. Aloe-Vera und Co vertuschen oftmals den Sonnenbrand, da sie hautberuhigend wirken. So bleibt man dank eines guten Hautgefühls länger in der Sonne, obwohl der Körper eigentlich schon an der Grenze steht.

Auch PEG-Derivate, Parabene, Alkohol und Aluminium sind bedenklich und müssen beachtet werden. Generell sind für Kleinkinder zudem Duft- und Konservierungsstoffe nicht wirklich geeignet. Zudem stehen Stoffe in chemischen Filtern, wie zum Beispiel Benzophenone, Ethylhexyl Dimethyl PABA, Homosalate, Octocrylene, im Verdacht in den Körper einzudringen und Allergien hervorzurufen bzw. im Hormonhaushalt mitzumischen.

Wichtig sind also Stichworte wie UVA- und UVB-Filter (Beide sind notwendig um die Haut zu schützen), wasserfest sollte sie sein und einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 aufweisen. Besser wäre allerdings Lichtschutzfaktor 50.

Was ist ein Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor (LSF/SPF) gibt an wieviel mal länger man mit einem Sonnenschutzmittel geschützt ist, im Gegensatz zum individuellen Eigenschutz der Haut. Das gibt aber keinen Freifahrtschein dafür, generell lange oder gar den ganzen Tag in der Sonne zu bleiben. Die Aufenthaltsdauer wird durch erneutes Auftragen nämlich NICHT verlängert. Sie hält den Schutz nur aufrecht. Deshalb ist es wichtig von vornherein einen hohen Schutz zu wählen.

Wenn euer Hautselbstschutz also für 5 Minuten stabil ist, würdet ihr mit Lichtschutzfaktor 30, rein rechnerisch 150 Minuten in der Sonne ohne Sonnenbrand bleiben dürfen. Das sind 2 1/2 Stunden.

Achtung! Der Selbstschutz der Haut wird mit dem passenden Sonnenschutzmittel nur einmalig pro Tag verlängert.

GETESTET – Sonnencremes für Kinder bei Stiftung Warentest und Öko-Test

Die Öko-Test hat im Jahrbuch Kleinkinder 01/2017 verschiedene Sonnenschutzmittel für Kinder getestet. Stiftung Warentest führte leider bereits im Jahr 2015 den letzte Sonnenschutz-Test speziell für Kinder durch.

Mama mit Baby am Strand

Was wurde getestet?

Öko-Test nahm 15 Sonnenschutzmittel unter die Lupe. Dabei waren zwei Produkte aus zertifizierter Naturkosmetik. In diesem Test wurde die Wirkung und Wendung der Sonnenschutzmittel komplett außer Acht gelassen. Einzig und allein die Inhaltsstoffe der verschiedenen Cremes wurden in Augenschein genommen.

Die Tester legten hierbei besonderen Augenschein auf chemische Filterstoffe und Nanopartikel, weil genau diese Oberbegriffe der Inhaltsstoffe aufkommen, wenn es um die Wahl eines geeigneten Sonnenschutzmittels für Kinder geht.

Demnach wurden Sonnenschutzmittel mit entzündungshemmenden Substanzen oder chemischen UV-Filtern um bis zu zwei Noten herabgestuft. In Betracht gezogen wurde ebenso der Gebrauch von Paraffinen, Erdölprodukten und Silikonen in der Inhaltsliste.

Leider liegt der Test speziell für Kinder Sonnenschutzmittel der Stiftung Warentest nun schon drei Jahre zurück. Seitdem gab es viele Produkterneuerungen und sicher auch einige neue Erkenntnisse. Deshalb möchten wir die Auswertung dieses Tests außen vor lassen. Getestet wurden damals 19 Produkte.

Welche Sonnencreme ist gut?

Mit dem Testurteil „sehr gut“ und somit zum Testsieger gekürt, wurde die Lavera Sun Sensitiv Bio Sonnenblumenöl Sonnencreme mit dem LSF 30. Leider lässt sich die Creme sehr schwierig auftragen und könnte auch auf Kleidung und andere Textilien abfärben.

Weiterhin empfehlenswert für Kinder und mit dem Testurteil „gut“ ausgezeichnet sind folgende vier Produkte:

  • Eco Cosmetics Baby & Kids Sonnencreme LSF 50+
    • Diese benutzen wir selber auch. Achtung, auch sie ist nicht ganz so leicht zu cremen, aber mit ein wenig Übung funktioniert das gut. Daumen hoch! Mit 16,50€ über Amazon ist sie auch nicht ganz günstig. Die Anschaffung lohnt sich aber. Leichter im Auftragen und damit auch beliebter bei den Kunden ist die Eco Cosmetics Baby & Kids Sonnencreme LSF 45. Leider gibt es hierzu keinen Test, aber auch diese beruht auf einem mineralischen Filter und ist frei von Nanotechnologie.
  • Bübchen Sensitive Sonnenlotion LSF 50+
  • Ladival Sonnenschutzmilch für Kinder 50+
    • Soll besonders bei sensibler Kinderhaut gut verträglich sein. Habt ihr Probleme mit Neurodermitis, Pickelchen oder reagiert die Haut der Kleinen auf andere Sonnencremes eher nicht so gut, probiert doch diese mal aus.
  • Sun Ozon Sonnenmilch Kids LSF 30 von Rossmann
    • leider nicht im Online-Shop verfügbar. Am besten besorgt ihr dieses Produkt direkt bei Rossmann. Die Sun Ozon Kids Sonnenmilch ist eines der günstigsten Produkte mit dem Testurteil „gut“.

Aus früheren Tests (Öko-Test 2015) trat das Alverde Sonnenbalsam Baby LSF 30 als einer der Testsieger hervor. Auch dieses ist eher im günstigen Preissegment angesiedelt, online jedoch nicht verfügbar. Ihr bekommt Alverde Produkte in eurem dm-Markt.

… und die Verlierer?

Wie so oft in Produkt-Tests, gibt es auch mal Verlierer. Schade nur dass diese Verlierer wirklich zu Lasten unserer Gesundheit gehen. Vier der 15 getesteten Sonnenschutzmittel schnitten mit „mangelhaft“ ab. In folgenden Produkten wurden kritische Inhaltsstoffe gefunden und wichtige Warn- oder Anwendungshinweise fehlten auf der Verpackung. Vorsichtig solltet ihr also sein bei: Daylong Kids Sonnenschutz- Lotion SPF 30 (diese wurde uns in der Apotheke empfohlen), Eucerin Kids Sun Spray 50+, Garnier Ambre Solaire Kids Sonnenschutz- Milch 30 und Bioderma Photoderm Kid Sonnenmilch für Kinder SPF 50+.

Verhaltensregeln mit Kleinkindern im Sommer

Ca. 80% der Schäden, die unsere Haut im Erwachsenenalter aufweist, entstehen bereits im Kinder- und Jugendalter. Mit dem heutigen Wissensstand ist es also unverantwortlich, die paar wenigen Sonnen-Regeln für Kinder nicht zu beachten. Bitte lest folgende Hinweise daher sorgfältig und nehmt euch die Tipps zu Herzen! Kleiner Tipp am Rande: Zwischen 11 und 15 Uhr ist die Sonnenstrahlung am höchsten und die bekannte Mittagshitze sollte deshalb gerade im Sommer gemieden werden.

Baby am Strand

Rundum geschützt

Wie oben schon erwähnt, solltet ihr eure Babies der Sonne absolut fernhalten. Auch Kleinkinder unter 2 Jahren sollten der prallen Sonne nicht ausgesetzt werden. Generell gilt, dass auch im Schatten Sonnenschutz, Hütchen und UV-Kleidung selbstverständliche Begleiter eurer Kinder sein müssen. Durch Reflektionen oder beispielsweise unter Bäumen, kann die Sonne eure Kids auch im Schatten erwischen. Wichtig ist außerdem ein Augenschutz für die Kleinen. Achtet beim Kauf einer Kindersonnenbrille auf braun- oder grau-getönte Gläser und auf das CE-Zeichen oder „UV-400“.

Eincremen und Spaß haben

Für Spaziergänge, zum Spielen auf dem Spielplatz oder am Strand/Pool; eure Kinder sollten ab Ostern (im Urlaub in wärmeren Regionen – immer) ständig mit Sonnenschutzmittel eingecremt werden. Bestenfalls geschieht das Eincremen schon vor dem Gang nach draußen. Dabei ist es wichtig, die Creme-Schicht dick zu halten und ständig zu erneuern. Denkt dran, auch in den Schatten kann das UV-Licht durch Reflektion gelangen.

Wenn die Kinder ins Wasser möchten, sollten Schultern, Brust und Rücken mit UV-Schutzkleidung geschützt werden. Auch ein Hut macht Sinn, wenn das Kind nicht unbedingt auf Tauchgang gehen möchte. Nach dem Plantschen ist es wichtig, den kompletten Körper gut abzutrocknen, denn die kleinen Wassertropfen wirken wie eine Linse und können die Sonnenstrahlen verstärken. Auch wenn ihr vorm Baden wasserfeste Sonnencreme verwendet habt, cremt bitte nach dem Baden noch einmal nach.

Viel hilft viel“ passt nicht immer, aber bei Sonnencreme schon. Tragt Sonnencreme bei euren Kindern immer großzügig auf den nackten Körper auf. Beachtet dabei die Teelöffel-Regel. 4 Teelöffel für Vorschulkinder und 5 Teelöffel für Schulkinder. Im Video wird deutlich, warum so viel Creme gebraucht wird und welche Stellen gern vergessen werden.

https://www.youtube.com/watch?v=t4xndX-xayI

Wusstet ihr schon, dass gerade in den Bergen , die Strahlung pro 1000 Höhenmetern um 30% zunimmt? Hier ist regelmäßiges Eincremen also unabdingbar, auch bei Nebel und Schnee!

Lasst euch von Wolken, kühlem Wind und einem bedeckten Himmel nicht irritieren. Die gefährliche UV-Strahlung kommt auch da durch und ein Sonnenschutz muss her!

Bei Sonne auf die Ernährung achten

Ja, ihr lest richtig. Nicht nur was auf den Körper kommt, kann die Haut schützen, auch was rein kommt, ist wichtig um vor Verbrennungen der Haut vorzubeugen. Dabei wirken manche Lebensmittel schützend und andere sollten lieber vermieden werden.

Aufgepasst bei Pastinaken und Sellerie

Pastinaken werden gern genommen, um daraus den Babybrei zu Kochen. Aber Achtung, im Sommer sollte bestimmtes Gemüse lieber vermieden werden, da es in Verbindung mit Sonneneinstrahlung die Verbrennung der Haut nur begünstigt. Pastinaken, Petersilie und Sellerie enthalten eine Menge Furocumarine, die die Haut empfindlicher gegen die Sonnen macht.

So gut schmeckt Sonnenschutz

Carotinoide sind hier das Zauberwort. Sie begünstigen die Verlängerung des Eigenschutzes der Haut auf ganz natürliche Weise. Nehmen eure Kinder genügend Carotinoide und Zink zu sich, entspricht dies schon einem LSF 4, allein durch die Ernährung. Im Klartext heißt das, eine tägliche Aufnahme von Betakarotin und Zink, kann den Selbstschutz der Haut aufbauen. Tomaten, Spinat, rote Paprika und Karotten sind also Lebensmittel, die täglich auf eurem Speiseplan vorkommen sollten.


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!


FalkJ

18.05.2018, 14:39

Sehr informativer Artikel, vielen Dank. Wir bekommen in fünf Wochen Nachwuchs und da ist Sonnenschutz ein wichtiges Thema.

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