Stillen – Was wichtig ist und wie es das Leben erfüllt

Stillen ist ein wichtiges Thema, eines über das man sich bereits vor der Geburt große Gedanken machen sollte. Gleichzeitig ist es ein so komplexes und umfangreiches Thema, dass man sich nicht „mal eben“ damit beschäftigen kann. Wir möchten deswegen hier die wichtigsten Fakten und Fragen mit euch klären. Gerne stehen wir euch auch für weitere Fragen zur Verfügung.

Möchte ich überhaupt Stillen?

Das ist eine Frage, die ihr euch wirklich stellen solltet. Es ist außerdem etwas, worüber ihr euch frühzeitig Gedanken machen solltet, denn sobald euer Schatz auf der Welt ist, muss die Entscheidung bereits getroffen sein. Natürlich hat die Natur oftmals ihre ganz eigenen Pläne, es kann selbstverständlich immer sein, dass das Stillen einfach nicht klappt. Zu den Gründen, Ursachen und Lösungen hierzu aber später.

Wann sollte ich nicht stillen?

Wenn ihr raucht! Ihr wisst ja schon aus unseren Schwangerschaftsartikeln, welchen Schaden das Rauchen während der Schwangerschaft verursachen kann. Natürlich gilt dies auch für das Stillen. Euer Kind nimmt die Schadstoffe und das Nikotin durch die Muttermilch auf. Solltet ihr also rauchen, solltet ihr euch definitiv gegen das Stillen entscheiden. Abnehmen kann euch diese Entscheidung natürlich niemand und auch verbieten kann es euch niemand, ihr solltet aber an die Gesundheit eures Kindes denken. Jede Hebamme und Arzt werden euch vom Stillen abraten.

Baby beim Stillen

Warum ist Stillen so wichtig ist?

Liebeshormon

Das sogenannte Liebeshormon Oxytoxin wird beim Stillen bei Mutter und Kind produziert und ausgeschüttet. Dies stärkt die Bindung. Es beruhigt außerdem Mutter und Kind stark und lässt sie zur Ruhe kommen.

Säuglingstod

Laut Studien beugt Stillen auch den plötzlichen Kindstod vor. Es ist nachgewiesen, dass Kinder, die gestillt werden, viel seltener am plötzlichen Kindstod sterben. Woran genau das liegt, kann aber niemand so genau sagen.

Besseres Immunsystem

Viele Studien belegen, dass Kinder die ausschließlich gestillt wurden, einfach ein besseres Immunsystem haben. Sie sind ebenfalls weniger anfällig für Allergien oder Asthma. Auch Herzerkrankungen oder Diabetes werden durchs Stillen vorgebeugt. Dass so vielen Krankheiten vorgebeugt werden, liegt daran, dass die Säuglinge durch die Muttermilch die Antikörper der Mutter aufnehmen. Und Mutter Natur geht sogar noch einen Schritt weiter: Sollte das Kind noch keine Antikörper der Mutter gegen eine Krankheit erhalten haben und derzeit einem bestimmten Keim ausgesetzt sein,  gibt das Baby diese Information beim Trinken an die Mutter weiter. Der mütterliche Körper bildet nun die speziellen Antikörper und gibt sie beim nächsten Stillen an den Säugling weiter.

Erkrankungen der Mutter vorbeugen

Auch für euch als stillende Mutter hat das ganze Vorteile: Krankheiten wie Brust- oder Ovar-Karzinomen und auch Osteoporose werden durch das Stillen vorgebeugt.

Seltenes Übergewicht

Muttermilch enthält im Gegensatz zu der künstlichen Milch eine hohe Menge an Adinopektin. Dies ist ein Protein, welches den Körper anregt Fette abzubauen. Dadurch werden Herzerkrankungen sowie Übergewicht beim Kind vorgebeugt.

Der Milcheinschuss

Die meisten von euch werden schon davon gehört haben, aber was genau ist das eigentlich? Und wann findet er statt? Als Milcheinschuss bezeichnet man die Phase nach der Geburt, in der die Mutter beginnt, die volle Muttermilch zu produzieren.  Meistens findet der Milcheinschuss zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Entbindung statt.

Spannend: Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte sind die Brustwarzen, Milchgänge, Milchsäcke und Milchdrüsen bereits so weit entwickelt, dass ihr selbst im Falle einer Frühgeburt stillen könntet. Außerdem fördert alleine schon der Anblick eures Schatzes sowie sein Geruch den Milchspendereflex.

Symptome des Milcheinschusses

  • die Brüste fühlen sich voller und schwerer an,
  • die Brüste spannen
  • es kann Muttermilch aus der Brust tropfen (was völlig normal und kein Grund zur Sorge ist)

 

Wichtig: Um einen Milchstau zu verhindern ist das regelmäßige leeren der Brüste sehr wichtig. Hierbei ist es egal ob dies durchs Stillen oder Abpumpen geschieht.

Urinstinkte – Euer Baby kann schon viel

Das Stillen ist von Natur aus vorgesehen. Deswegen soll das Stillen auch weder schmerzvoll noch kompliziert sein. Wenn ihr euer Kind ganz genau beobachtet, könnt ihr sogar viele unglaubliche Instinkte entdecken. Euer Kind hat z.B. einen Saugreflex: sobald es etwas im Mund hat, fängt es an zu saugen. Das ist ein reiner Überlebensinstinkt. In der Nähe der Brust kann es sogar einfach anfangen zu schmatzen, denn es verbindet den Geruch der Milch mit der Nahrungsaufnahme. Es beginnt sich sogar, wenn es auf dem Bauch der Mutter liegt, Richtung Brust zu bewegen.

Vertraut einfach eurem kleinen Schatz, er weiß schon was er tut. Umso entspannter ihr seid, desto einfacher fällt eurem Kind das Trinken.

Intuition ist Gold wert

Egal was alle anderen Menschen sagen, verlasst euch einfach auf eure Intuition. Ihr kennt euer Kind am besten. Ihr wisst, wie es am liebsten liegt, wie es am besten trinkt. Viele Mamis hören schon am Ton des Weinens, was mit ihrem Kind gerade nicht stimmt. Bleibt ganz ruhig und verlasst euch einfach einmal auf euer Bauchgefühl. Stillen ist etwas schönes, die Gesellschaft verkompliziert das Ganze einfach. Um so ruhiger und gefasster ihr seid, um so einfacher klappt es auch. Euer Kind vertraut euch, vertraut ihm genauso und die Probleme beheben sich von ganz alleine.

Der Unterschied zum Flaschenbaby

Ein Unterschied ist ganz einfach. Stillbabys trinken wenn sie Hunger haben. Sie können nicht überfüttert werden und brauchen auch keine weitere Nahrung, auch kein Tee oder Wasser zusätzlich. Flaschenbabys trinken nach Uhrzeit. Hier ist eine Überfütterung möglich, daher benötigen sie um den zusätzlichen Durst zu löschen zwischendurch etwas Tee oder Wasser zu trinken.

Muttermilch ist gut für euer Baby. Daher könnt ihr stillen wann immer euch danach ist. Auch wenn ihr unsicher seid, ob euer Schatz Hunger hat oder nicht, legt es ruhig an die Brust an. Es hört auf, wenn es satt ist oder nicht mehr durstig ist. Außerdem nimmt es Antikörper von euch durch die Muttermilch auf.

Flaschenbabys bekommen ebenfalls alle benötigten Nährstoffe durch die Milch. Hier ist es wichtig, sich genau an die Maßangaben zu halten. Euer Baby trinkt nach bestimmten Uhrzeiten. Es hört also nicht unbedingt auf, wenn es satt ist. Es ist hier also wichtig, sich an die Uhrzeiten und Mischangaben zu halten und eurem Schatz  nicht noch etwas „zwischendurch“ zu geben. Auch nicht, damit es nachts besser und länger schläft. Dann könntet ihr euer Baby überfüttern. Dabei kann euch aber eure Hebamme super helfen. Antikörper sind in der künstlichen Milch allerdings nicht enthalten.

Stillen und die Flasche geben hat beides seine Vor- und Nachteile.

Stillen:

Vorteile:

  • Überfütterung ist  nicht möglich, stillt wann immer ihr wollt
  • Keine besondere Vorbereitung – das Essen ist immer warm und griffbereit
  • Kein lästiges Einpacken von 100 Dingen bei Ausflügen
  • Antikörper sind in der Muttermilch enthalten
  • Kostet nichts

Nachteile:

  • Die Menge an Nahrung kann nicht gemessen werden, ihr seht nicht wie viel euer Baby tatsächlich trinkt und wie viel Milch aus eurer Brust kommt, die Gewichtszunahme muss also immer überwacht werden
  • Manche Menschen stört das „öffentliche Stillen“
  • Die Brüste können sich verformen/schmerzen

 

Flaschenbabys:

Vorteile:

  • Regelmäßiges Trinken – ihr müsst euch nicht fragen „Wann hat mein Schatz wohl wieder hunger?“
  • Überall möglich, niemand beschwert sich in der Öffentlichkeit
  • Die Nahrungsaufnahme ist überwachbar, ihr wisst immer wie viel euer Kind tatsächlich getrunken und zu sich genommen hat

Nachteile:

  • Keine Antikörper in der Milch
  • Überfütterung durch „falschen Gebrauch“ möglich
  • Es müssen immer alle Sachen (Milchpulver, Flaschenwärmer, Tee etc.) mitgeführt werden
  • Kostet im Gegensatz zum Stillen
  • Die Gebärmutter benötigt ohne Stillen mehr Zeit, um sich zurückzuziehen, die Wochenblutungen und der Ausfluss dauern daher länger an
  • Wochenbettdeprissionen sind wahrscheinicher als bei stillenden Müttern

 

Wo stille ich am besten?

Eigentlich könnt ihr überall stillen, wo ihr wollt. Eins ist dabei wichtig – dass ihr euch dabei wohl fühlt! Ihr müsst euch keinesfalls verstecken. Stillen ist an keinem Ort verboten. Vorteilhaft ist es, sich einen ruhigen Ort zu suchen, um selbst ein wenig entspannen zu können. Manche Einkaufszentren oder auch Möbelhäuser wie Ikea haben sogar einen kleinen Stillbereich z. B. im Wickelraum. Zu Hause ist jeder Ort an dem ihr euch wohl fühlt der perfekte Platz.

Wie lange sollte gestillt werden?

Auch hier gehen die Meinungen wieder weit auseinander. Wichtig ist vorallem eines – euer Bauchgefühl. Stillen ist etwas schönes und sollte so lange wie möglich durchgeführt werden. Aber sobald ihr selber ein Gefühl bekommt, dass euch sagt „es geht nicht mehr„, ist der Zeitpunkt zum Abstillen erreicht. Lasst euch von niemanden beeinflussen. Wenn ihr länger stillt, ist es definitiv nicht so, dass ihr euer Kind nicht loslassen könnt oder wollt. Stillen ist gut für die Gesundheit und daher sehr wichtig.

Standardgemäß sollte ein Säugling volle 6 Monate gestillt werden. Erst dann darf mit Beikost angefangen werden – muss es aber nicht. Ihr selber entscheidet, ob ihr eurem Kind schon festere Nahrung dazugeben wollt, wirklich benötigen tut euer Schatz sie nämlich noch nicht.

Beschwerden beim Stillen

Stillen ist etwas natürliches. Es verbindet Mutter und Kind und schenkt allen Zufriedenheit. In der Werbung seht ihr meistens strahlende, entspannte Mütter, die sich ihr Säuglich seelig an die Brust halten. Zu schön um wahr zu sein. Tatsächlich ist Stillen all das – aber bis dahin gibt es ersteinmal einen harten und warscheinlich schmerzvollen Weg. Vorab, die Schmerzen sind von der Natur nicht gewollt und auch nicht normal. Stillen sollte nicht weh tun. Es muss immer etwas dagegen unternommen werden. Es ist etwas nicht richtig gelaufen und ihr solltet etwas ändern. Doch kommt es sehr häufig vor. Hier die  Dinge, über die ungerne gesprochen werden. Hier kommt der Teil der unschönen Wahrheit:

Brustwarzen

In der Schwangerschaft hat sich vielleicht schon ein wenig die Farbe eurer Brustwarzen geändert. Eure Brustwarzen werden noch um einiges größer und weiter herausstehen. Euer Kind wird mit einer enormen Saugkraft an eurer Brust saugen, um an die lebenswichtige Milch zu kommen. Das ist sehr anstregend für das Kind. Eure Brustwarzen werden nicht nur groß werden – sondern auch wund! Solltet ihr euch für das Stillen entscheiden, besorgt euch am besten bereits vorab Brustwarzencreme in der Apotheke. Auch einige Drogerien führen eine entsprechende Salbe.

Es kann sogar zu Blutungen an der Brustwarze kommen. Das ist weder für euch, noch für euer Baby gefährlich. Es sieht einfach unschön aus, ist schmerzvoll und unangenehm. Es schadet eurem Säugling nicht, wenn er aus der Brust trinkt, auch wenn die Brustwarze blutet. Zur Sicherheit lasst ab und zu eure Hebamme auf die Brust schauen. Es kann auch passieren, dass ihr Risse an den Brustwarzen seht. Keine Sorge auch das heilt ab.

Schmerzende Brustwarzen verursachen vor allem eins – Angst. Es erhebt eine Hemmschwelle, euer Kind wieder an die Brust zu legen. Was viele Zeitungen und Magazine nicht berichten: Viele Mütter stillen die erste Zeit unter Tränen. Das Anlegen des Babys benötigt am Anfang (vor allem wenn die Brustwarzen gereizt oder offen sind) jedesmal eine riesige Überwindung, sodass Stillen nicht unter Tränen möglich ist.

Was tun gegen schmerzende Brustwarzen?

Zunächst einmal Vorbeugen! Wenn euer Baby getrunken hat neigt man dazu die Brust „schnell wieder einzupacken“. Nutzt die Zeit nach dem Stillen, um die Brustwarzen zu lüften. Zu diesem Zeitpunkt „läuft“ die Milch nach dem Milcheinschuss auch nicht einfach so aus der Brust. Durch das Lüften können bereits entstandene keine Risse schnell wieder heilen. Beim sofortigen „einpacken“ der Brust riskiert ihr, dass die Brustwarzen stehts im feuchten liegen und die Risse immer weiter aufweichen und größer werden.

Die Brust weit genug in den Mund des Kindes schieben.

Diese Schmerzen gehören natürlich eigentlich gar nicht dazu. Und doch kommen sie sehr häufig vor. Die Schmerzen sind ein Anzeichen dafür, dass irgendetwas falsch läuft. Meistens dockt der Säugling nicht richtig an der Brust an. Das kann auch daher kommen, weil er einfach zu hungrig ist und direkt loslegen möchte. Oftmals ist aber einfach nicht genug Brust im Mund des Kindes. Nicht nur die Brustwarze soll in den Mund, sondern auch der ganze Vorhof! Das entlastet die Brustwarze und beugt Reizungen vor.

Entlasten! Solltet ihr nun eine gereizte Brust haben, versucht sie zu entlasten. Meistens ist nur eine Seite schmerzvoll gereizt. Nehmt nunmehr die „gesunde Seite“ einfach ein wenig öfter, um den Heilungsprozess zu fördern. Achtung! Um einen Milchstau (hierzu später mehr) zu vermeiden, ist es ratsam, die gereizte Seite durch eine Milchpumpe zu leeren. Eine Milchpumpe ist meistens um einiges sanfter als euer Schatz. Daher tut es auch nicht so sehr weh, wenn ihr abpumpt, als wenn ihr den Säugling an die Brust anlegt.

Calendula – Viele Hebammen schwören auf Calendula. Hiervon gibt es Lösungen oder auch Salben (bitte immer mit der Hebamme oder zumindest dem Apotheker absprechen). Die könnt ihr auf die gereizte Brustwarze auftragen, es fordert den Heilungsprozess und lindert den Schmerz.

Milchstau

Milchstau ist unangenehm und vor allem schmerzvoll. Den bekommt ihr, wenn die Brust nicht genug geleert wird oder einfach durch eine zu lange Stillpause zu voll wird.

Stilldemenz

Was ist das eigentlich? Der Begriff an sich sagt euch eigentlich schon alles. Unter Stilldemenz leiden oftmals frisch gebackene Mütter, die einfach ein wenig vergesslich sind.

Die „Vergesslichkeit“ oder wie viele es empfinden diese „Schusseligkeit“ beginnt im Übrigen schon in der Schwangerschaft. Vergessen werden übrigens viele normale Kleinigkeiten: der Haustürschlüssel, die Adresse der Eltern, Namen alter Bekannten, wo habe ich das doch gleich hingelegt?

Wodurch entsteht diese Stilldemenz?

Wie es sich vermuten lässt, sind wieder einmal die Hormone an allem Schuld. Zusätzlich zu dem überfüllten Hormonhaushalt kommt außerdem nach der Geburt der häufige Schlafmangel.

Durch das bereits bekannte Hormon Oxytocin, welches zur Milchbildung benötigt wird, wird außerdem die Konzentration der Mutter ganz einfach auf das Baby gerichtet. Daher werden andere „unwichtigere“ Sachen einfach ausgeblendet.

Keine Sorge, die Stilldemenz legt sich von ganz alleine wieder. Es beginnt auf jeden Fall bereits, wenn ihr tiefer und länger schlafen könnt.

trinkendes Baby

Wenn das Stillen nicht klappt..

Warum das Stillen einfach nicht klappen möchte, kann ganz verschiedene Ursachen haben. Lasst euch auf jeden Fall von eurer Hebamme unterstützen.

Zu wenig Milch

Manchmal kommt es vor, dass aus welchen Gründen auch immer einfach zu wenig Milch produziert wird. Wie ihr das feststellen könnt? Zum einen scheint euer Kind einfach unersättlich. Dabei ist es aber schwer zu unterscheiden, ab wann der Hunger bei Stillbabys einfach zu „häufig“ ist. Deutlich wird dies durch die Hebamme – sie wiegt euer Kind regelmäßig und überwacht so die Gewichtszunahme. Sollte euer Kind nicht genug zunehmen, kann es sein, dass ihr zufüttern müsst. Hier seid ihr aber nicht auf euch allein gestellt. Sowohl Kinderarzt als auch eure Hebamme werden euch unterstützen und helfen.

Das Kind nimmt die Brust nicht an

Es kann tatsächlich vorkommen, dass der Säugling die Brust ablehnt. Das ist aber überhaupt nicht natürlich. Habt bitte im Hinterkopf, das euer Kind nicht euch ablehnt. Es lehnt das Trinken ab. Die Natur hat vorgesehen, dass Babys gestillt werden und jeder Mensch hat einen natürlichen Überlebensinstinkt. Hier gilt es, die Ursache der Ablehnung zu finden. Vielleicht hat euer Schatz eine Infektion im Mund und das Trinken tut ihm weh. Vielleicht ist euer Kind auch einfach verspannt. Studien haben herausgefunden, dass die sogenannten „Schreibabys“ zu 50 % tatsächlich einfach verspannt sind. Hier gibt es Physiotherapeuten, die durch Einrenkungen und Massagen tatsächlich sehr gut helfen können.

Es passiert nur in eurem Kopf

Manchmal ist die Ursache des Problems ganz einfach. Eigentlich gibt es gar kein Problem, ihr macht euch einfach eins. Manchmal merkt euer Kind eure eigene Anspannung und Nervosität. Dadurch klappt das Stillen einfach nicht. Egal, ob der Knirps falsch liegt, ihr Rückenschmerzen habt oder irgendetwas anderes ist. Merkt euch eines. Stillen ist von der Natur gewollt. Es soll nicht kompliziert oder schmerzvoll sein. Es ist gut für euch und euer Kind. Wenn ihr das im Hinterkopf habt, fällt einem gleich vieles leichter.

Tipps um das Stillen zu erleichtern

Stillen wird von der Gesellschaft oft komplizierter gemacht als es ist. Wie halte ich mein Kind richtig? Welche Stillposition nehme ich? Wann soll ich mein Baby von der Brust nehmen? Wie lange trinkt mein Kind ?

Diese ganzen Anforderungen und Fragen kann einen echt unsicher machen. Gerade bei dem ersten Kind und kurz nach der Geburt ist das Stillen am schwierigsten. Wie lange ein Kind trinkt, ist ganz unterschiedlich. Je nachdem wie groß der Hunger ist. Vielleicht will es auch nur einmal schauen, ob Nahrung in der Nähe ist und lässt nach ein mal Saugen direkt wieder ab. Es ist  ganz unterschiedlich. Am einfachsten ist das Stillen, wenn ihr euch wohl fühlt. Hier eine kleine Routine die euch das Stillen erleichtern wird.

  1. In welche Position wollt ihr stillen? Macht es euch einfach. Setzt oder legt euch gemütlich hin. Egal, ob ihr aufrecht sitzt und euer Kind gleich vor euch legt, oder euch seitlich hinlegt und euer Baby dann neben euch liegt und so an die Brust kommt. Es ist völlig egal, so wie es für euch am gemütlichsten ist, ist es die richtige Position!
  2. Bereitet euch ein wenig vor. Oftmals kann man abschätzen, wann der nächste Zeitpunkt zum Stillen kommt. Legt euch einfach mal alles griffbereit hin. Ein Buch, etwas zu trinken und zu essen, vielleicht eine Decke.
  3. Nehmt euch die Zeit! Nachdem ihr jetzt gemütlich sitzt, eingekuschelt seit und rundum versorgt seid, nehmt euch einfach die Zeit und genießt die Nähe.

Klingt das nicht schön? Ja! Denn das ist es !

Meine kleinen Helfer

Brustwarzenaufsatz

Wie ihr bereits wisst, nimmt Stillen die Brustwarzen stark in Anspruch. Um die Hemmschwelle bei gereitzen oder blutenden Brustwarzen zu senken, könnt ihr einen kleinen Plastikaufsatz über eure Brustwarze legen. Das wird den Schmerz nicht lindern, es schützt aber gleichzeitig eure kaputte Brustwarze und senkt einfach die Hemmschwelle. Vielen Frauen fällt einfach der Gedanke schwer, die eingerissene Brust wieder in den Mund des Säuglings zulegen. Durch den Brustwarzenaufsatz legt ihr aber den dünnen Plastilaufsatz in den Mund des Kindes. Alleine dieser Gedanke hilft oftmals.

Stillkissen

Das Stillkissen war nicht nur in den letzten Monaten der Schwangerschaft ein klasse Helfer, sondern ist es jetzt immernoch. Auf dem Stillkissen könnt ihr euren keinen Schatz sicher lagern und entlastet dadurch euren Rücken und die Arme. Ihr habt je nach Position die Hände frei und könnt euch bei Stillen entspannen und zurücklehnen.

Milchpumpe

Wie ihr bereits wisst, hilft euch die Milchpumpe gegen Milchstau oder einfach, um überflüssige Nahrung gut aufbewahren zu können.

Einfrierbecher /-tüten

Um einen Milchstau zu vermeiden oder auch aus Vorsorge oder ganz einfach anderen Gründen, könnt oder sollt ihr abpumpen. Die Milch ist aber nicht vergeudet. In bestimmten Behältern oder Tüten könnt ihr eure Milch ganz einfach einfrieren. So habt ihr immer einen kleinen Vorrat zu Hause. Auch ermöglicht es z.B. eurem Partner, sich für ein paar Stunden ohne euch um das Kind zu sorgen. Er kann die Milch mit einem Flaschenwärmer ganz leicht aufwärmen, so ist euer Engel auch in eurer Abwesenheit vollkommen mit Muttermilch umsorgt.

Häufige Fragen zum Stillen

Mein Baby schläft beim Stillen ein und hat noch nicht aufgestoßen – ist das schlimm?

Nein, Stillbabys machen meisten gar kein Bäuerchen. Sie stoßen ab und zu zwar nach dem Trinken auf, es ist aber kein Muss. Die Brust ist perfekt für das Trinken ausgelegt, euer Schatz schluckt also eigentlich keine oder kaum Luft, daher wird kein Bäuerchen benötigt. Ihr könnt euren schlafenden Engel beruhigt ins Bettchen legen und müsst ihn nicht  noch einmal wecken. Es ist sogar sehr sehr häufig, dass Stillbabys beim trinken einschlafen. Viel länger und öfter als Babys, die durch die Flasche trinken. Warum? Ganz einfach, durch die Brust trinken ist einfach viel anstregender.

Was sollte man beim Stillen nicht zu sich nehmen?

Essen dürft ihr jetzt eigentlich alles wieder! Keine Sorge wegen rohem Fleisch, Sushi oder halb gekochten Eiern. Auf Alkohol müsst ihr weiterhin verzichten, der Alkohol gerät unverdünnt zu 100 % in die Muttermilch. Auch bei Medikameten müsst ihr weiter vorsichtig sein. Sprecht mit eurer Hebamme oder eurem Arzt, bevor ihr irgendetwas einnehmt.

Soll ich mein Baby zum Stillen wecken?

Wie ihr bereits wisst, kann euer Schatz trinken, wann immer er will. Das führt dazu, dass es immer Milch bekommt, wenn es Hunger oder Durst hat. Wenn euer Schatz also schläft – ist er rundum zufrieden. Euer Kind hat jetzt keinen Hunger, sonst würde es sich melden. Lasst euren Schatz also schlafen und genießt die Ruhe.


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.


webi92

10.06.2017, 21:53

Meine Freundin war sich die ganze Zeit nicht sicher, ob sie stillen möchte oder nicht. Wir haben viel geredet und dabei herausgefunden, dass sie einfach nur Angst hat, was falsch zu machen. Daraufhin haben wir uns gemeinsam mit unserer Hebamme zusammengesetzt, die gesagt hat, dass man da im Grunde gar nichts falsch machen kann. Die Natur wird es schon regeln und die Instinkte ihr Übriges tun. Trotzdem wollte sie sich nicht festlegen.

Und siehe da: nach der Geburt hat sie sich überhaupt keine Gedanken darum gemacht und einfach darauf losgestillt. Wir haben nämlich für uns beschlossen, dass wir es so machen, wie es sich eben ergibt. Wenn es die Flasche sein soll, wird es eben die Flasche, aber zum Glück hat sie sich für das Stillen entschieden. Wenn es körperlich und seelisch möglich ist, warum sollte man es dann anders machen? Sie war also total entspannt und hat sich keine Gedanken mehr darum gemacht. Es klappt auch zu Hause hervorragend, das Einzige, was wir gemacht haben, ist vorsorglich eine Brustwarzensalbe in der Apotheke zu holen, die musste aber bisher nicht zum Einsatz kommen.

Aber auch meiner Meinung nach ist eine Flasche nichts Falsches! Ich denke, jede Frau wird es für sich selbst herausfinden, wie sie sich wohler fühlt und was dem Kind besser tut. Es muss nämlich beiden passen.

LG

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