Baby mit Schnuller

Tipps & Tricks zum Schnuller abgewöhnen

Für Babys und Eltern ist er fast unverzichtbar: Der Schnuller. Er bietet den Kleinen oftmals Geborgenheit, Beruhigung und Entspannung. Doch irgendwann ist es natürlich an der Zeit, ihn abzugewöhnen. Das ist aber gar nicht mal so einfach – schließlich war er bislang ein treuer Begleiter eures Schatzes. Wir möchten euch ein paar Tipps geben, wie man den Kindern einfach den Schnuller abgewöhnen kann.

Warum sollte man den Schnuller abgewöhnen?

Genauso wie ein Schnuller viele Vorteile bietet, bringt er natürlich auch einige Nachteile mit sich. Viele davon setzen schon zur Zeit der Schnullergewöhnung ein (Saugverwirrung, Ersatz für Emotionenaustausch, Explorationsverhalten etc.). Wir möchten aber viel mehr die Probleme ansprechen, die nach mehreren Monaten und Jahren Schnullerbenutzung auftreten könnten und deshalb zur Abgewöhnung des Schnullers führen sollten.

Zahnfehlstellungen

Hat sich das erste Zähnchen herausgekämpft, besteht das Problem der Zahnfehlstellungen durch die Benutzung des Schnullers. Diese können natürlich auch auftreten, wenn sich das Kind statt eines Schnullers den Daumen als Tröster ausgesucht hat.

Baby mit Zähnen

Infektionsanfälligkeit

Kinder nehmen alles in den Mund, somit auch Keime und Bakterien. Das ist aber nicht unbedingt negativ. Ganz im Gegenteil: Es ist gut für das Training des Abwehrsystems. Versperrt der Schnuller allerdings immer den Eingang zum Mund, kann auch kein Fremdkörper den Weg finden. Studien haben ergeben, dass ein Zusammenhang zwischen der Infektionsanfälligkeit und der Benutzung des Schnullers besteht.

Kommunikation

Der dritte und letzte wichtige Punkt ist, dass die Kommunikation des Kindes stark durch den Nuckel eingeschränkt wird, und das schon seit dem „Brabbelalter“. Auch die Mimik und Gestik kann während des Schnullerns nicht ausreichend ausgeübt werden.

Mal ganz von den medizinischen Faktoren abgesehen, sieht ein Kind mit Schnuller im Mund immer babyhaft aus und wird oft sowohl im Alter als auch seinen bereits erlernten Fähigkeiten weit unterschätzt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Was das Alter des Kindes angeht, so gibt es kaum eine einheitliche Richtlinie zum Abgewöhnen. Natürlich raten Zahnärzte dazu, den Schnuller so früh wie möglich abzugewöhnen. möglichst noch vor dem 2. Geburtstag. In der Praxis haben viele Kinder bis zum 4. Lebensjahr einen Schnuller. Wenn euer Kind allerdings Probleme mit dem Sprechen hat oder außergewöhnlich viel schnullert, sollte der Kinderarzt oder ein Zahnarzt hinzu gezogen werden. Sprachverzögerungen können häufig mit dem Schnuller zusammen hängen. Für euch ist daher wichtig, dass euer Kind sich möglichst früh abgewöhnt, mit Schnuller zu sprechen. Im besten Fall ist das Sprechen mit Schnuller von Anfang an tabu.

Doch auch wenn es keine zeitlich exakte Empfehlung gibt, solltet ihr einige Dinge beachten. Zum Zeitpunkt der Abgewöhnung sollte im Leben eures Kindes gerade nicht allzu viel los sein. Hat euer Kind nun gerade mit dem Kindergarten begonnen, soll trocken werden, hat ein Geschwisterchen bekommen oder ist umgezogen, so wäre das etwas viel auf einmal. Käme dann noch der Abschied vom Schnuller hinzu, ist euer Kind sicher überfordert. Wählt daher einen Zeitpunkt, der für euch alle passt. Vielleicht in den Ferien oder wenn beide Elternteile Urlaub haben. So könnt ihr euch und abends oder nachts mit dem Beruhigen eures Kindes abwechseln, falls es seinen Schnuller doch schmerzlich vermisst.

Baby mit Schnuller

Langsam abgewöhnen oder die radikale Tour?

Stellt euch vor, ihr habt seit zwei, drei oder vier Jahren etwas in eurem Leben, das immer für euch da ist. Etwas, auf das ihr euch verlassen könnt, das euch beruhigt und wie ein Freund erscheint. Wie würde es euch gehen, wenn man euch diesen festen Lebensbestandteil von heute auf morgen einfach wegnehmen würde? Vermutlich schlecht. Daher sollte man ein Kind langsam von seinem Schnuller entwöhnen und dafür zunächst am Tag beginnen.

Schnuller befindet sich nur noch im Bett

Macht eurem Kind klar, dass der Schnuller in seinem Bett liegt und auch wirklich nur genommen wird, wenn es sich schlafen legt. Es wird womöglich noch einige Tage protestieren, aber dann sicherlich akzeptieren, dass es den Schnuller nun nur noch in Verbindung mit dem Schlafengehen gibt. Damit ist der erste Schritt geschafft.

Der zweite Schritt ist das Abgewöhnen des Schnullers in der Nacht und damit der komplette Verzicht für das Kind. Das ist der weitaus schwierigere Schritt. In wenigen Fällen, wo das langsame Abgewöhnen keinerlei Erfolg zeigt, kann auch die radikale Variante gewählt werden. Hierbei sollte euer Kind aber immer involviert werden. Habt ihr euch dazu entschieden, alle Schnuller zu entsorgen, so macht das mit eurem Kind gemeinsam und entwendet sie nicht einfach. Euer Kind muss wissen, dass sich kein Schnuller mehr im Haus befindet. Allerdings sind diese radikalen Varianten nicht gerade ein schönes Erlebnis für Kinder, die an ihrem Schnuller hängen.

Die ersten Tage sind sicherlich die schwierigsten. Gerade da braucht ihr als Eltern starke Nerven, Durchhaltevermögen und solltet etwas Verständnis für euer Kind aufbringen. Lenkt es ab und macht etwas Schönes zusammen bis es den Absprung geschafft hat. Es benötigt dabei vermutlich etwas Unterstützung. Solange ihr ihm weiterhin mit Liebe und Verständnis begegnet, werdet ihr den richtigen Weg finden. Eine Belohnung jedenfalls ist nichts Schlechtes. Eine Strafe hingegen, wenn es nicht auf Anhieb klappt, solltet ihr vermeiden.

Hilfe beim Abschied: Schnullerbaum und Schnullerfee

Der Schnullerbaum

Schnullerbaum mit Schnullern

Der Mülleimer ist eigentlich kein schöner Ort, um einem Schnuller Lebewohl zu sagen. Für euer Kind war es kein Müll, sondern Teil seines Lebens. Es möchte sich also vielleicht richtig davon verabschieden. In vielen Städten gibt es die so genannten Schnullerbäume. Ein Kind, das sich so langsam von seinem Schnuller verabschieden muss und möchte, kann seinen Begleiter mit einer Schnur dort an den Baum anbringen und sich liebevoll von ihm trennen. Das Schöne ist, dass der Schnuller dort auch immer wieder besucht werden kann. Der Abschied wird eurem Kind so eventuell etwas leichter fallen.

Vom Schnullerbaum gibt es einige Varianten. Manchmal hängen sie an Brücken oder an Büschen. So oder so: In jedem Fall weiß euer Kind, wo sein geliebter Schnuller nun „lebt“ und kann den Ort vielleicht nochmal mit euch gemeinsam aufsuchen, wenn es große Sehnsucht hat. Es wird sehen, dass sein Schnuller gut aufgehoben ist und die Trennung einfacher meistern.

Die Schnullerfee

Selbes gilt auch für die Abwandlung in Form der Schnullerfee: Dem Kind wird dabei erzählt, dass eine liebe Fee in der Nacht kommt und alle Schnuller einsammelt. Wenn es saisonal passt, könnt ihr dem Kind auch sagen, dass der Weihnachtsmann beziehungsweise der Osterhase die Schnuller von allen Kindern in dem Alter einsammelt. So hat das Kind ein festes Datum und kann sich auf den Abschied vorbereiten. Im Austausch erhält es dann womöglich noch die eh üblichen Weihnachts- oder Ostergeschenke. Ähnlich funktioniert auch der Trick, das Kind dazu zu bringen, seine Schnuller einem Baby zu schenken, dass im Bekannten- oder Verwandtenkreis geboren wird. Das macht das Kind stolz, weil es den Schnuller als großes Kind einem kleineren überlassen darf. Ob euch die Varianten mit erfundenen Geschichten zusagen oder nicht, müsst ihr für euch selbst entscheiden. Vielen Kindern fällt der Abschied so leichter.

Ersatz schaffen

Euer Kind hat etwas verloren, an dem es sehr hing. Überlegt euch, dass ihr frühzeitig etwas schafft, das dafür bleiben kann. Das kann beispielsweise ein Schnuffeltuch oder ein Stofftier sein. In jedem Fall muss es Trostspender sein. Sie sollten vor allem in der Nacht immer etwas in ihrem Arm wissen, das ihnen bleibt. Hat euer Kind noch kein heiß geliebtes Kuscheltier, so schafft den Schnullerersatz möglichst frühzeitig an.

Kind mit Seifenblasen

Belohnung

Natürlich kann auch eine Belohnung dabei helfen, sich auf Dauer vom Schnuller zu trennen. Kurzfristige Belohnungen wie ein Stückchen Schokolade beispielsweise sind eher weniger sinnvoll. Viel besser hingegen sind Belohnungen, wie ein schönes Familienereignis. Also ein Erlebnis, an das das Kind sich noch lange zurück erinnern kann. So könnt ihr eurem Kind beispielsweise versprechen, dass ihr einen schönen Ausflug zusammen macht, wenn es schafft, 2 Tage ohne Schnulli zu überstehen. Euer Kind wird sich das merken und den Abschied vom Schnuller nicht als negatives Erlebnis empfinden.

Fazit

Ob ihr die sanfte oder die radikale Methode wählt, ob ihr eine Belohnung braucht, einen Schnullerbaum oder die gute Fee: Ihr kennt euer Kind am besten. Die beste Voraussetzung für das Gelingen des Abgewöhnens ist, wenn ihr es liebevoll gestaltet und Verständnis dafür aufbringt, dass es für euer Kind mehr ist als ein Abschied von einem Objekt.
Auch wann der richtige Zeitpunkt zum Abgewöhnen ist, könnt letztendlich nur ihr entscheiden. Sobald ein Kind 5 Jahre alt ist, wirkt es allerdings auch für Außenstehende sehr irritierend, wenn es noch immer einen Schnuller trägt. Ansonsten ist Geduld ein wichtiger Punkt. Ist euer Kind bereit dafür, wird die Entwöhnung einfach und ohne Tränchen passieren!

Das sind eure Tipps und Tricks

Wir haben euch gefragt und ihr habt geantwortet <3 Vielen Dank liebe Facebook Community für eure vielen Antworten. Damit kann ja nun nichts mehr schief gehen:

  • tagsüber mit 2,5 Jahre – ein paar Monate vor Kindergarteneintritt – einfach weg weil sie jetzt ja bald große Kindergartenkinder sind – hat problemlos geklappt
  • wir haben unsere Schnuller auf dem Grab meiner Oma und Opa vergraben damit im Himmel für die Babys ein Schnullerbaum wachsen kann
  • meine erste Tochter (2.5 Jahre) liebt ihre Schnuller. Ich weiß dass sie diese irgendwann freiwillig her gibt. So war es mit der Nachtmilch auch. Ich warte einfach.
  • bei uns war es der erste Zahnarzt Besuch, danach sind alle Schnuller freiwillig abgegeben wurden und seitdem keins mehr gebraucht
  • bei uns hat Rudolf letztes Jahr vor Weihnachten den Schnuller abgeholt und hat vom Weihnachtsmann einen Brief da gelassen und es hat wunderbar geklappt
  • wir haben den Nuckel auch an einen Nuckelbaum gebunden, versucht ihm dem Weihnachtsmann mitzugeben und vieles mehr. Im Endeffekt hat alles nichts gebracht, als sie soweit war hat sie ihn selber abgegeben. Ich habe mir damals soviel Stress gemacht, weil alle irgendwie eingeredet haben. Nochmal würde ich meinem Kind und mir diesen Stress nicht nochmal antun. Sie machen es wenn sie bereit sind
  • Wir haben die Schnuller an Silvesterraketen gebunden und sie zur Oma in den Himmel geschossen
  • Zähne kann man Richten, Kinderseelen nicht. Das ist unser Motto, die Kids werden früher oder später die Schnuller selber abgeben. Wenn SIE bereit dafür sind.
  • Als sein kleiner Bruder im September geboren wurde hat unser Spatz den Schnuller freiwillig abgegeben.. haben ihn die gesamte Schwangerschaft drauf vorbereitet dass er dann den Schnuller abgeben soll und es hat ohne Probleme und ohne Tränen geklappt. Hätte ich nie gedacht,da er ihn nachts immer noch wollte (er ist 3 Jahre)
  • Ich habe mit meiner Tochter eine Schachtel gebastelt und mit ihr zusammen gestaltet. u.a. ihren Namen drauf geklebt. dann durfte sie sich von all ihren Schnuller einen aussuchen. den haben wir dann in die Schachtel gelegt. ich habe ihr erzählt dass die Shnullerfee kommen wird, die die Schwester von der Zahnfee ist. Die Schnullerfee holt den Schnuller ab und hängt ihn an einen Schnullerbaum. und sobald der da hängt hat sie einen Wunsch frei. Ich hab eine Feen Figur genommen und das dann so gespielt als nimmt diese nun die Schachtel mit. Das war wirklich super und es gab null Probleme.
  • Wir haben unsere Schnuller alle in einen Becher getan, Deckel drauf und im Garten vergraben… Allerdings waren die beiden da schon 4… Danach gab es, von einem der beiden, noch einen Ausgrabungsversuch und dann war das Thema durch
  • Meine Eltern haben mir bei der Ankunft auf dem Campingplatz im Urlaub gesagt, sie hätten den Schnuller zuhause vergessen. Hab ich dann auch so hingenommen. Sie hatten ihn sicherheitshalber natürlich dabei, aber ich brauchte ihn nicht mehr.
  • Man kann den Schnuller in den Bach im Ort werfen und er schwimmt in die weite Welt hinaus
  • Ich hab meiner Maus erklärt das der Schnuller bei uns hieß er Ninni jetzt mal einen Urlaub braucht weil er so erschöpft ist.Nach dem Urlaub wäre er wieder fit und kommt zurück. Sie hat es eingesehen und ihn reisen lassen.Nach 2 Wochen kam er wieder.Sie freute sich sehr aber meinte dann sie will nur noch kuscheln nicht ihn in den Mund nehmen das wäre komisch auf einmal. Dann schlug ich ihr vor ihn wieder weg zu schicken für ein anderes kleines Baby und dann war er für immer abgeschrieben und meine Maus stolz weil sie einem anderen Baby “ geholfen“ hat.
  • Unsere Maus hat den Schnuller bei ihr Lulu genannt gestern persönlich in den Müll geschmissen da der einen riss auch hatte und sie sagte dann nur noch lulu kaputt tuh ich Mülleimer und sagte dann auch noch das die bäh ist  und die erste Nacht war auch ohne Probleme hat nicht einmal wieder danach gefragt
  • Mein Sohn hat damals, glaube so mit ca 2 Jahren, seine Schnullis ins Spielzeuggeschäft gebracht (war vorher mit denen dort abgesprochen), ganz stolz auf die Theke geknallt und in ein Playmobilfeuerwehrauto getauscht. Gab kein Geschrei danach, war für ihn okay!
  • Unser Sohn hat seinen eigenen Nuckibaum gepflanzt bei der Oma im Garten. Loch gebuddelt,Nucki rein und Baum drauf,es gab auch kein Theater. Jetzt hofft er das neue Nuckis für sein Brüderchen dran wachsen.
  • Ich hab auch nen Trick der 10000 Prozent funktioniert! WARTEN

Theresa

Ich bin Theresa, 25 Jahre alt und (noch) kinderlos. Ich bin aber in einer großen, bunten Familie aufgewachsen und liebe Kinder - deswegen macht mir die Arbeit (wenn man das überhaupt so nennen darf ;-)) an und mit MeinBaby123 sehr viel Spaß!

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