Schlafendes Baby im Maxi-Cosi

Der richtige Autositz für mehr Sicherheit

Wir sind rastlos, wir haben viel zu erledigen und sind ständig unterwegs. Natürlich sind es die Kinder, die uns bei all diesen Aktivitäten niemals von der Seite weichen. Aber wie transportieren wir unsere Kinder sicher von A nach B?

Vorbereitung ist das A und O

Die Suche nach dem richtigen Kindersitz ist wirklich nicht leicht. Bevor man den passenden Kindersitz oder auch die passende Babyschale für sein Kind sucht, sollte man sich einige Fragen stellen:

  • Wie soll der Autositz im Auto befestigt werden? Habe ich Isofix im Auto?
  • Soll der Autositz „mitwachsen“?
  • Wie soll mein Kind angeschnallt werden, mit Gurten oder einem Fangkörper?
  • Soll der Autositz eine bestimmte Marke haben?
  • Wie einfach ist für mich das selbstständige Ein- und Ausbauen des Kindersitzes?
  • Wie sitzt mein Kind in dem Sitz?

Empfehlung: Fahrt definitiv bei einem Autositzkauf für Kleinkinder in einen Laden, egal ob Babys R‘ Us, Babymarkt oder ähnliche Läden und probiert den Sitz mit euren Kindern aus! Oftmals entscheidet ihr euch für einen bestimmten Kindersitz, weil eurer Kind sich darin wohlfühlt. Das Wichtigste bei einem Autositz ist jedoch ganz klar die Sicherheit. Informiert euch deshalb vorab über die Modelle und Marken der verschiedenen Anbieter! Dabei hilfreich sind verschiedene Testseiten wie z.B. der ADAC. Jedes Jahr Testet ADAC die Kindersitze. Auch sehr informativ ist die Testseite über Kindersitze von Stiftung Warentest.

Welche Arten von Autositzen gibt es?

Kindersitze werden im allgemeinen nach Alter, Größe und Gewicht der Kinder eingeteilt.

Gruppe 0/0+ (Babyschale) bis 13 Kilogramm bis 15 Monate
Gruppe 0/1 bis 18 Kilogramm bis 3 Jahre
Gruppe 1 9 kg – 18 kg 9 Monate – 3 Jahre
Gruppe 2/3 15 kg – 36 kg 3 – 12 Jahre
Gruppe 1/2/3 9 kg – 36 kg 9 Monate – 12 Jahre

Babyschalen 0+ (bis 13 Kilogramm).

Die Babyschale genügt für Klein­kinder bis etwa 15 Monate (je nach Größe 76 bis 88 Zenti­meter). Die Babyschale ist stets rückwärtsgerichtet. Sie ist übrigens zu klein, wenn der Kopf eures Kindes über den oberen Schalenrand ragt. Babyschalen können verschieden im Auto befestigt werden, entweder mit einem Gurt oder einer Isofixstationen. Bei den Isofixstaionen sollte man aber auch darauf achten, welchen Folgesitz man bedenkt zu kaufen, denn auch hier gibt es Unterschiede.

Gruppe I (9 bis 18 Kilogramm). 

Von ca. 96 bis 112 Zentimeter. Dies entspricht ca. die Größe eines vierjährigen Kindes.  Hilfreich für diese Sitzgröße ist, einen mitwachsenden Sitz zu kaufen. Bei diesen Sitzen lassen sich Breite, Höhe und Gurt­verlauf bzw. der Fangkörper anpassen. Die Sitzgruppe ist oftmals auch noch als Reboarder rückwärtsgerichtet und kann später in eine Vorwärtsposition geändert werden. Bitte beachten: laut EU-Richtlinien müssen Kinder bis zu einem Alter von 15 Monaten rückwärts fahren.

Gruppe II (15 bis 25 Kilogramm).

Von 108 bis 127 Zentimeter. In dieser Alters­gruppe helfen ebenfalls mitwachsende Sitze. Ein Sitz mit Rückenlehne und Kopfstütze bietet ebenfalls mehr Sicherheit für das Kind. Diese Kindersitze sind nun vorwärtsgerichtete Sitze.

Gruppe III (22 bis 36 Kilogramm).

Von 139 bis 168 Zentimeter. Kinder ab einer Größe von 1,50 Meter benötigen keinen Kinder­sitz mehr. Kleinere Kinder sollten stets noch in einem Autositz transportiert werden.
Bitte achtet darauf, dass der Gurt über die Schulter läuft und am Hals nicht einschneidet!

Ihr seht, dass die Gruppen sich teilweise überschneiden, dass liegt einfach daran, dass es Kindersitze gibt, die um einiges mehr mitwachsen und variabler sind als andere.

Mitwachsende Autositze – oder für jedes Alter einen?

Mitwachsende Autositze sind natürlich teurer. Aber wie weit lohnt es sich, und vor allem wie weit ist es sinnvoll, einen mitwachsenden Kindersitz zu haben? Hierbei sind die Meinungen und Erfahrungen der Eltern ganz wichtig. Wie oft soll ein neuer Autositz gekauft werden? Die Gruppe 1/2/3 (9kg – 36kg) beinhaltet wirklich einen großen Spielraum. Hierbei sollte man sich die Frage stellen: Gibt es wirklich einen Autositz, der die perfekte Sicherheit für einen so langen Zeitraum (9 Monate – 12 Jahre) gewährleistet? An und für sich, kann man die Frage mit JA beantworten. Es gibt mittlerweile sehr ausgeklügelte Modelle. Demnach ist es auch nicht verkehrt, sich einen mitwachsenden Autositz zuzulegen. Alleine deshalb, weil jedes Kind individuell ist und somit der Autositz für die entsprechende Größe und das Gewicht ganz speziell für das Kind eingestellt werden kann.

Standardmäßig legen sich laut Studien Eltern jedoch meistens trotzdem verschiedene Kindersitze zu:

  1. Die Babyschale, diese wird meistens ausgiebig solange genutzt bis das Kind zu groß dafür wird.
  2. Gruppe 1, diese wird meistens direkt nach der Babyschale übernommen und ist durch einen mitwachsenden Sitz oft sogar bis zum 4 Lebensjahr nutzbar.
  3. Gruppe 2/3 wird dann meistens ab dem 4 Lebensjahr genutzt, oft wird im den Alter von 8 Jahren nochmals ein neuer Kindersitz angeschafft um die Sicherheit und den Komfort durch die Erneuerungen bei den Kindersitzen zu gewährleisten.

Baby mit Stoffauto

Reboarder  – was ist das und warum ist er so wichtig?

Ein Reboarder ist ein rückwärts gerichteter Kindersitz, ähnlich einer Sitzschale. Wie bei einer Babyschale fahren die Kinder rückwärts. Schon bei einem Unfall mit geringer Geschwindigkeit ist der Rückstoß bis zu 70fach so hoch. Bei Babys und Kindern sind die Bänder, Sehnen und Muskeln natürlich noch nicht so ausgeprägt wie bei uns Erwachsenen. Den Kopf alleine zu halten ist eine große Belastung für das Kind, auch wenn es schon alleine Sitzen und den Kopf halten kann. Das Rückwärtsfahren stabilisiert den Kopf des Kindes bei einem Aufprall. Auch bei einer Seitenkollision ist die Gefahr für das Kind geringer. Beim Bremsen durch eine Seitenkollision bleibt der Kopf nicht ruhig liegen, sondern wird zur Seite gewirbelt. Reale Unfälle sowie Crashtests beweisen, dass dies bei rückwärtsgerichteten Kindersitzen nicht passiert.

  • Vorteile
    • Höhere Sicherheit bei Unfällen
    • Umso älter die Kinder werden, desto mehr wollen sie während der Autofahrt sehen, dies ist in einer Babyschale nicht möglich, in einem Reboardersitz jedoch schon – Sie haben einen Rundumausblick da sie durch die Heckscheibe meistens viel mehr sehen, als durch die Frontscheibe
    • es gibt außerdem Modelle, die man später auch vorwärts richten kann
    • keine Verletzungen durch durch das Fahrzeug fliegende Gegenstände wie z.B. Splitter
    • größere Sicherheit bei einem Front-Crash
    • Vermeidung von Fehlinstallationen
    • individuelle Einteilung nach Körpergrößen des Kindes
  • Nachteile
    • kostenintensiv
    • Kinder wollen nicht dauerhaft rückwärts fahren
    • nicht jeder Reboarder kann auch vorwärts genutzt werden

Welche Marken bieten Reboardersitze an?

Die bekanntesten Marken für die Reboardersitze sind:

Was ist eigentlich Isofix?

Isofix ist eine Befestigungsart des Autositzes im Auto. Sie besteht aus zwei Haltebügeln, welche sich in dem Spalt zwischen Lehnen- und Sitzfläche befinden. Den Kindersitz könnt ihr dort einfach einhaken.

  • Vorteile
    • einfaches Befestigen des Kindersitzes
    • Risiko einer falschen Befestigung minimiert
    • Nachgeben des Haltegurtes bei einem Unfall nicht vorhanden – daher wird die Verletzungsgefahr minimiert
  • Nachteile
    • die Sitze lassen sich meistens nur auf den äußeren Plätzen befestigen
    • nicht jeder Isofixsitz lässt sich auch ohne Isofix befestigen
    • meistens etwas teurer
    • nicht jedes Auto hat Isofix – gerade die älteren Modelle müssten nachgerüstet werden

Bitte beachten: Es gibt auch für die Babyschalen so genannte Isofixstationen. Hier solltet ihr euch in den entsprechenden Fachgeschäften aber nochmals beraten lassen, denn es gibt große Unterschiede. Einige Isofixstationen sind für die nächstgrößere Gruppe auch nutzbar, je nachdem welches Folgemodell man sich jedoch anschaffen möchte, sind nicht alle Isofixstationen mit den größeren Sitzen kompatibel.

Der Unterschied zwischen Fangkörper und Gurt

Ob Fangkörper oder ein Gurt zum anschnallen des Kindes am sichersten ist, ist sehr umstritten. Die Meinungen gehen hier weit auseinander. Letztendlich müssen die Eltern hier nach ihrem eigenen Gefühl entscheiden. Oftmals hängt es auch damit zusammen, womit sich das Kind am wohlsten fühlt.

  • Fangkörper
    • Vorteile
      • sicherer für die Wirbelsäule bei einem Aufprall
      • die Kinder kommen meistens nicht an den Abschnaller und können sich daher nicht selber abschnallen
      • einfachere Handhabung
      • keine Verletzung der Inneren Organe durch einschneiden des Sicherheitsgurtes
    • Nachteile
      • die Rausrutschgefahr ist höher als bei einem Gurt
      • viele Kinder fühlen sich durch einen Fangkörper beengt
  • Gurt
    • Vorteile
      • mehr Bewegungsfreiraum für das Kind
    • Nachteile
      • ab einem gewissen Alter schaffen es viele Kinder sich selbst abzuschnallen
      • starke Belastung für den Nackenbereich bei einem Unfall

Unsere Empfehlung – Cybex Sirona

Der Cybex Sirona ist z.B. vielseitig nutzbar. Zunächst ist er als Reboarder rückwärts gerichtet. Später kann man ihn vorwärts richten und anstatt der Gurte einen Fangkörper zum anschnallen des Kindes nutzen. Außerdem ist er auch seitwärts drehbar, durch Rotation könnt ihr ihn immer so drehen, dass euer Kind beim An- und Abschnallen Richtung Tür schaut, so bekommt ihr euer Kind auch in engen Parklücken einfach und ohne große Verrenkungen aus dem Auto heraus.

Fazit: Der Cybex Sirona ist ein Komplettpaket! Er ist Reboarder, kann aber später auch vorwärts gerichtet werden. Das Kind ist zunächst mit einem Gurt anzuschnallen – später ist aber auch die Sicherheit durch einen Fangkörper gegeben. Als Highlight hat er zur Ein- und Austeighilfe auch ein seitliches Drehmodul für mehr Komfort für die Eltern und das Kind.

Viel Spaß beim Suchen und Stöbern für den perfekten Autositz für euer Kind – verlasst euch hierbei einfach auf euer Bauchgefühl und das eures Kindes, denn das Kind entscheidet mit.


Theresa

Ich bin Theresa, 25 Jahre alt und (noch) kinderlos. Ich bin aber in einer großen, bunten Familie aufgewachsen und liebe Kinder - deswegen macht mir die Arbeit (wenn man das überhaupt so nennen darf ;-)) an und mit MeinBaby123 sehr viel Spaß!

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