Schlafendes Baby im Maxi-Cosi

Der richtige Autositz für mehr Sicherheit

Die Sicherheit unserer Kinder im Auto ist ein großes Thema. Passend dazu gibt es jährlich einen großen Test des ADAC und der Stiftung Warentest. Um unseren Ratgeberartikel darüber zu ergänzen, möchten wir hier ein paar Fragestellungen abarbeiten.

Was macht einen guten Kindersitz aus?

Neben den gesetzlichen Anforderungen sind folgende Punkte maßgeblich für einen guten Kindersitz und werden deshalb auch mit größerer Bedeutung beim Test beachtet:

  • Sicherheit:
    • schützt das Kind bei überdurchschnittlicher Unfallschwere
    • Verletzungsrisiko des Kindes wird so gering wie möglich gehalten
  • Bedienung:
    • fehlerhafte Anwendung = Sicherheitsgefahr
    • intuitive und einfache Bedienung sind wichtig
    • ISOFIX vereinfacht die Montage
  • Ergonomie:
    • bequemes und entspanntes Sitzen
    • Sicherheit und Komfort auch für über- oder unterdurchschnittlichen Proportionen von Kindern
  • Schadstoffe:
    • Gesetze, Normen und Vorschriften zum Schadstoffgehalt von Spielzeugen und Textilien werden auch von Kindersitzen erfüllt.

Der passende Sitz für meine Anforderungen

Die Suche nach dem richtigen Kindersitz ist wirklich nicht leicht. Bevor man den passenden Kindersitz oder auch die passende Babyschale für sein Kind sucht, sollte man sich einige Fragen stellen:

  • Wie soll der Autositz im Auto befestigt werden? Habe ich Isofix im Auto?
  • Möchte ich einen Reboarder?
  • Soll der Autositz „mitwachsen“?
  • Wie soll mein Kind angeschnallt werden, mit Gurten oder einem Fangkörper?
  • Soll der Autositz eine bestimmte Marke haben?
  • Wie einfach ist für mich das selbstständige Ein- und Ausbauen des Kindersitzes?
  • Wie sitzt mein Kind in dem Sitz?
  • Muss ich den Sitz oft wechseln und tragen?

Welche Gruppierungen von Autositzen gibt es?

Das Thema Kindersitze ist ein wenig komplex, deshalb müssen wir etwas ausholen. Es gibt in Deutschland und auch Europa zwei Normen, nach denen Hersteller ihre Sitze kategorisieren können. So gibt es Sitze, die sich nach der Größe des Kindes richten (i-Size) oder eben die Norm ECE R 44, die verschiedene Spannen für das Körpergewicht der Kids aufzeigt.

Normen für Kindersitz-Kategorisierung

Für Neugeborene

Babyschalen für Neugeborene Kinder sind immer rückwärts gerichtet. Sie werden Gruppe 0 genannt. Eure Babyschale ist übrigens zu klein, wenn der Kopf eures Kindes über den oberen Schalenrand ragt. Die Füßchen können ruhig rausschauen. Manche Babyschalen können weit über 1 Jahr hinaus genutzt werden. Viele Modelle müssen allerdings mit ca. einem Jahr, 13 kg oder einer Körpergröße von 75 cm gegen einen Kindersitz der Gruppe 1 ausgetauscht werden.

Ab einem Jahr

Ab ca einem Jahr steht ein Wechsel des Sitzes an (wenn kein Kindersitz von ca 0 bis 4 Jahre gekauft wurde). Nun müsst ihr euch entscheiden, ob ihr die Kinder lieber weiterhin rückwärts, oder vorwärts fahren lassen wollt. Empfohlen wird das Rückwärts-Fahren bis zum 4. Lebensjahr, denn dann ist die Rückenmuskulatur besser entwickelt und im Falle eines Aufpralls, kann der Körper den Kopf halten. Ideal ist es bis ca 15 Monate einen i-Size Sitz zu verwenden. Einige dieser Modelle erlauben den rückwärtsgerichteten Transport bis 105 cm, können also ca bis 4 Jahre genutzt werden. Die Autositze, die ihr jetzt benötigt, werden in die Gruppe 1 eingeteilt und können normalerweise bis 18 kg verwendet werden.

Ab 4 Jahren

Ab 4 Jahren ist Fahren in Fahrtrichtung kein Problem mehr. Es gibt bis zum Ende der Kindersitzpflicht noch zwei Gruppen (2 + 3). Normalerweise reichen die meisten Sitze aber von 15 kg bis 36 kg. Ein Sitz mit Rückenlehne und Kopfstütze bietet ebenfalls mehr Sicherheit für das Kind.

Wie viele Sitze bis zum 12. Geburtstag?

Wahrscheinlicher ist wohl, dass ihr bis zum Ende der Kindersitzpflicht drei verschiedene Sitz-Kategorien durchlauft. Wichtig ist aber: Immer ausprobieren! Kinder halten sich nicht an Normen. Es gibt immer mal Kinder, die besonders klein, oder groß, leicht oder schwer sind. Deshalb ist es wichtig die Sitze dementsprechend auszuprobieren ob sie passen.

Kinder ab einer Größe von 1,50 Meter benötigen keinen Kinder­sitz mehr. Kleinere Kinder sollten stets noch in einem Autositz transportiert werden.
Bitte achtet darauf, dass der Gurt über die Schulter läuft und am Hals nicht einschneidet!

Ihr seht, dass die Gruppen sich teilweise überschneiden, dass liegt einfach daran, dass es Kindersitze gibt, die um einiges mehr mitwachsen und variabler sind als andere.

Eine weitere Tabelle von Stiftung Warentest gibt noch mal einen genauen Überblick aller Gruppen eingeteilt in die beiden gängigen Normen:

Gruppen in Alter, Größe und Gewicht eingeteilt
Quelle: Stiftung Warentest

Folgendes Video von Britax Römer veranschaulicht die Funktion der neuen i-Size Sitze besonders gut:

Youtube Video Preview

Mitwachsende Autositze – oder für jedes Alter einen?

Mitwachsende Autositze sind natürlich teurer. Aber inwieweit lohnt es sich, und vor allem ist es sinnvoll, einen mitwachsenden Kindersitz zu haben? Wie oft soll ein neuer Autositz gekauft werden? Die Gruppe 1/2/3 (9kg – 36kg) beinhaltet wirklich einen großen Spielraum. Hierbei sollte man sich die Frage stellen: Gibt es wirklich einen Autositz, der die perfekte Sicherheit für einen so langen Zeitraum (9 Monate – 12 Jahre) gewährleistet? An und für sich, kann man die Frage mit JA beantworten. Es gibt mittlerweile sehr ausgeklügelte Modelle. Demnach ist es auch nicht verkehrt, sich einen mitwachsenden Autositz zuzulegen. Alleine deshalb, weil jedes Kind individuell ist und somit der Autositz für die entsprechende Größe und das Gewicht ganz speziell für das Kind eingestellt werden kann.

Viele gruppenübergreifende Sitze schneiden in den Tests gut ab

Die Sitze werden immer ausgeklügelter und schneiden in den Tests auch immer besser ab. Trotzdem raten Experten immer noch für jede Altersgruppe einen Sitz zu kaufen. Studien belegen, dass die meisten Eltern das auch so machen.

Ein Sitz für alle Altersklassen?

Ein Anbieter aus den USA rühmt sich damit einen Sitz für alle Altersklassen hergestellt zu haben. Es heißt, dieser eine Sitz wachse mit und ist vom Babyalter, über die ganze Kindheit bis hin zum Jugendalter mit 12 Jahren verwendbar. Wer sich einmal näher mit der Thematik Kindersitz beschäftigt hat, weiß dass das ziemlich utopisch klingt. Der GRACO Milestone hat auch nur die Note 3,9, also ein „ausreichend“ bekommen. Beim Frontcrash herrscht erhöhtes Verletzungsrisiko, beim Seitencrash mittleres Verletzungsrisiko. Der Sitzeinbau und das Anschnallen ist aufwendig und eine Fehlbedienung ist schon fast vorprogrammiert. Somit raten wir von diesem Universalsitz ab. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein, einen einzigen Kindersitz für ca. 250€ kaufen zu müssen.

Empfohlen wird, mindestens 2 Sitze nacheinander zu kaufen. 2 bzw. 3 Kindersitze zu kaufen, kostet zwar mehr, ist allerdings auch um Weiten sicherer!

Baby mit Stoffauto

Reboarder  – was ist das und warum ist er so wichtig?

Ein Reboarder ist ein rückwärts gerichteter Kindersitz. Wie bei einer Babyschale fahren die Kinder auch über die 15 Monate hinaus rückwärts. Schon bei einem Unfall mit geringer Geschwindigkeit ist der Rückstoß bis zu 70-fach so hoch. Bei Babys und Kindern bis ca. 4 Jahre sind die Bänder, Sehnen und Muskeln natürlich noch nicht so ausgeprägt wie bei uns Erwachsenen. Den Kopf alleine zu halten ist eine große Belastung für das Kind, auch wenn es schon alleine sitzen und den Kopf halten kann. Das Rückwärtsfahren stabilisiert den Kopf des Kindes bei einem Aufprall. Auch bei einer Seitenkollision ist die Gefahr für das Kind geringer. Beim Bremsen durch eine Seitenkollision bleibt der Kopf nicht ruhig liegen, sondern wird zur Seite gewirbelt. Reale Unfälle sowie Crashtests beweisen, dass dies bei rückwärtsgerichteten Kindersitzen nicht passiert.

Dieses Video veranschaulicht es noch mal etwas genauer:

Youtube Video Preview

Oft lehnen Eltern einen Reboarder aufgrund der hohen Anschaffungskosten ab. Die Mama des kleinen querschnittsgelähmten Mädchens sagt: „Eins ist sicher – ein querschnittsgelähmtes Kind ist teurer als ein Reboarder„. Der ADAC weiß um diese große Sicherheitslücke bei vorwärtsgerichteten Sitzen, jedoch schnitten die wenigen Reboarder im großen ADAC Test nicht immer mit Bestnote ab, da der Einbau oftmals etwas schwierig ist.

  • Vorteile
    • Höhere Sicherheit bei Unfällen
    • Schonung der Muskel, Wirbel und Gelenke auch beim Bremsen
    • Je älter die Kinder werden, desto mehr wollen sie während der Autofahrt sehen, dies ist in einer Babyschale nicht möglich, in einem Reboarder-Sitz jedoch schon – Sie haben einen Rundumblick da sie durch die Heckscheibe meistens viel mehr sehen, als durch die Frontscheibe
    • es gibt außerdem Modelle, die man später auch vorwärts richten kann
    • keine Verletzungen durch durch das Fahrzeug fliegende Gegenstände wie z.B. Splitter
    • größere Sicherheit bei einem Front-Crash
  • Nachteile
    • kostenintensiv
    • Kinder wollen nicht dauerhaft rückwärts fahren
    • nicht jeder Reboarder kann auch vorwärts genutzt werden

Was ist eigentlich Isofix?

Isofix ist eine Befestigungsart des Autositzes im Auto. Sie besteht aus zwei Haltebügeln, welche sich in dem Spalt zwischen Lehnen- und Sitzfläche befinden. Den Kindersitz könnt ihr dort mit einem Isofix einfach einhaken.

Bitte beachtet: Es gibt Sitze, die funktionieren mit oder ohne Isofix. Manche Sitze kauft ihr gleich inklusive einer Isofix-Station. Manche werden ohne angeboten und müssen extra dazugekauft werden. Es gibt Isofix Stationen die von zwei Folge-Sitzen verwendet werden können, andere passen nur jeweils für einen Sitz. Da das Angebot so unterschiedlich und komplex ist, sind Preisvergleiche unter verschiedenen Sitzen und Marken echt schwierig.

  • Vorteile
    • einfaches Befestigen des Kindersitzes
    • Risiko einer falschen Befestigung minimiert
    • Nachgeben des Haltegurtes bei einem Unfall nicht vorhanden – daher wird die Verletzungsgefahr minimiert
  • Nachteile
    • die Sitze lassen sich meistens nur auf den äußeren Plätzen befestigen
    • nicht jeder Isofix-Sitz lässt sich auch ohne Isofix befestigen
    • meistens etwas teurer
    • nicht jedes Auto hat Isofix – gerade die älteren Modelle müssten nachgerüstet werden

Der Unterschied zwischen Fangkörper und Gurt

Ob Fangkörper oder ein Gurt zum Anschnallen des Kindes am sichersten ist, ist sehr umstritten. Die Meinungen gehen hier weit auseinander. Letztendlich müssen die Eltern hier nach ihrem eigenen Gefühl entscheiden. Oftmals hängt es auch damit zusammen, womit sich das Kind am wohlsten fühlt.

  • Fangkörper
    • Vorteile
      • sicherer für die Wirbelsäule bei einem Aufprall
      • die Kinder kommen meistens nicht an den Abschnaller und können sich daher nicht selber abschnallen
      • einfachere Handhabung
      • keine Verletzung der Inneren Organe durch einschneiden des Sicherheitsgurtes
    • Nachteile
      • die Rausrutschgefahr ist höher als bei einem Gurt
      • viele Kinder fühlen sich durch einen Fangkörper beengt
  • Gurt
    • Vorteile
      • mehr Bewegungsfreiraum für das Kind
    • Nachteile
      • ab einem gewissen Alter schaffen es viele Kinder sich selbst abzuschnallen
      • starke Belastung für den Nackenbereich bei einem Unfall

Unsere Empfehlung – Cybex Sirona

Der Cybex Sirona ist z.B. vielseitig nutzbar. Zunächst ist er als Reboarder rückwärts gerichtet. Später kann man ihn vorwärts richten und anstatt der Gurte einen Fangkörper zum anschnallen des Kindes nutzen. Außerdem ist er auch seitwärts drehbar, durch Rotation könnt ihr ihn immer so drehen, dass euer Kind beim An- und Abschnallen Richtung Tür schaut, so bekommt ihr euer Kind auch in engen Parklücken einfach und ohne große Verrenkungen aus dem Auto heraus.

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Fazit: Der Cybex Sirona ist ein Komplettpaket! Er ist Reboarder, kann aber später auch vorwärts gerichtet werden. Das Kind ist zunächst mit einem Gurt anzuschnallen – später ist aber auch die Sicherheit durch einen Fangkörper gegeben. Als Highlight hat er zur Ein- und Austeighilfe auch ein seitliches Drehmodul für mehr Komfort für die Eltern und das Kind.

Illustration - Katze sitzt im Auto

Tipp: Schaut einfach mal in einem Fachgeschäft vorbei und lasst eure Kids Probesitzen. Kaufen könnt ihr immer noch im Onlineshop, wenn ihr beispielsweise ein besonderes Angebot im Auge habt. Lasst euer Kind mitentscheiden, es wäre schade wenn ihr einen teuren Sitz kauft und letztendlich schreit das Mäuschen, weil es beispielsweise die Fangkörper nicht mag.


Theresa

Ich bin Theresa, 25 Jahre alt und (noch) kinderlos. Ich bin aber in einer großen, bunten Familie aufgewachsen und liebe Kinder - deswegen macht mir die Arbeit (wenn man das überhaupt so nennen darf ;-)) an und mit MeinBaby123 sehr viel Spaß!


radharay

17.06.2018, 00:08

Wooww super! Danke!

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