baby in Babyschale

Der große Kindersitz-Test

Update: ADAC und Stiftung Warentest haben wieder Kindersitze getestet. Auch die Zeitschrift Auto Motor und Sport hat zusammen mit dem TÜV Süd zu Jahresbeginn 10 Sitze getestet und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen. Die Testauswertungen der einzelnen Anbieter (Auch Stiftung Warentest 2017) findet ihr in diesem Ratgeberartikel chronologisch geordnet. 

ADAC und Stiftung Warentest Kindersitztest 2018

Unsichere Kindersitze oder Schadstoffe sind Dinge, die wir Eltern unseren Kindern einfach nicht zumuten wollen. Als Laien wissen wir meistens leider so gut wie nie über die Gefahren Bescheid. Zum Glück ist das Wohl unserer Kinder auch anderen sehr wichtig. Stiftung Warentest und ADAC klärt jährlich über gute und weniger gute bis schlechte Kindersitze auf.

Was wurde getestet

Ende Mai wurden 23 Babyschalen und Kindersitze auf Sicherheit (Frontal- und Seitencrash), Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt, geprüft und bewertet. Die meisten Kindersitze schnitten mit „gut“ ab, aber auch in diesem Jahr gab es wieder ein paar schwarze Schafe unter den Autositzen.

Kurz zusammengefasst wurden folgende Testurteile vergeben:

  • 17x „gut“
  • 2x „befriedigend“
  • 1x „mangelhaft“ wegen Sicherheitsmängel
  • 2x „mangelhaft“ wegen erhöhter Schadstoffe

Zum ersten Mal wurde nun auch ein Sitz mit eigenem Airbag System getestet. Dieser konnte überzeugen, jedoch muss auch dazu gesagt werden, dass Reboarder im Falle eines Aufpralls Nacken- und Schultermuskulatur besser stützen.

https://www.youtube.com/watch?v=ApGyviyX70w

Testsieger

Der Testsieger der vergangenen Jahre, der Kiddy EvoLuna wurde ja schon vom Test der Auto, Motor und Sport-Zeitschrift bemängelt. Im aktuellen ADAC Test bekommt er Besuch auf dem Siegertreppchen der Babyschalen. Der Maxi Cosi Rock schneidet sowohl mit, als auch ohne Isofixstation mit selber Testnote (1,7) ab. Rein preislich betrachtet, fahrt ihr mit aktuellem Testsieger ohne Isofixstation weit über die Hälfte günstiger. Auch mit dem Kauf einer Isofix-Station, spart ihr im Gegensatz zum Kiddy nochmals ca. 100€. Die FamilyFix Station kann auch für das Nachfolgermodell Maxi Cosi Pearl (ausschließlich rückwärts) und somit bis ungefähr zum 4. Geburtstag, verwendet werden. Der Maxi-Cosi Pearl One + FamilyFix One i-Size schnitt im Test ebenfalls mit „gut“ (Note: 2,0) ab.

In der Kategorie ab Geburt bis 4 Jahre gab es noch einen Sieger. Der Britax Römer Swingfix i-Size gesellt sich also zum Maxi Cosi Rock aufs Siegertreppchen. Er ist ab 40 cm bis 105 cm nutzbar. Das heißt ihr braucht für die ersten 4 Jahre nur diesen einen Sitz. Mit 560€ sind die Anschaffungskosten natürlich wirklich erst mal sehr hoch. Rechnet man aber Maxi Cosi Rock, Pebble und FamilyFix zusammen, liegen wir auch bei diesem Preis.

Der etwas günstigere Britax Römer Dualfix erreichte im Test die Note 2,1 und ist somit auch absolut empfehlenswert. Der Einbau ist anfälliger für Fehler als sein besserer Bruder. Ansonsten gilt auch für diesen Sitz eine Nutzungsdauer von ca. 4 Jahren. Den Dualfix gibt es schon für 364€.

Die Folgesitze (4-12 Jahre) schnitten allesamt gut ab. ADAC verteilte Noten von 1,8 bis 2,0. Getestet wurden die Modelle Joie Traver  (1,8), Besafe iZi Flex Fix (1,9), Nuna AACE (1,9), Recaro Monza Nova Evo (2,0) und Seatfix.

Verlierer

Erster Sitz mit Airbags

Sichere günstige Modelle

Welche Sitze für welches Alter?

Das Thema Kindersitze ist ein wenig komplex, deshalb müssen wir etwas ausholen. Es gibt in Deutschland und auch Europa zwei Normen, nach denen Hersteller ihre Sitze kategorisieren können. So gibt es Sitze, die sich nach der Größe des Kindes richten (i-Size) oder eben die Norm ECE R 44, die verschiedene Spannen für das Körpergewicht der Kids aufzeigt.

Normen für Kindersitz-Kategorisierung

Für Neugeborene

Babyschalen für Neugeborene Kinder sind immer rückwärts gerichtet.

Ab einem Jahr

Ab ca einem Jahr steht ein Wechsel des Sitzes an (wenn kein Kindersitz von ca 0 bis 4 Jahre gekauft wurde). Nun müsst ihr euch entscheiden, ob ihr die Kinder lieber weiterhin rückwärts, oder vorwärts fahren lassen wollt. Empfohlen wird das Rückwärts-Fahren bis zum 4. Lebensjahr, denn dann ist die Rückenmuskulatur besser entwickelt und im Falle eines Aufpralles, kann der Körper den Kopf halten. Ideal ist es bis ca 15 Monate einen i-Size Sitz zu verwenden. Einige Modelle erlauben den rückwärtsgerichteten Transport sogar bis 105 cm, also ca bis 4 Jahre.

Ab 4 Jahren

Ab 4 Jahren ist Fahren in Fahrtrichtung kein Problem mehr. Somit kommen wir auf mindestens 2 Autositze in Folge. Entweder ein i-Size bis 105 cm Körpergröße bzw. 4 Jahre, oder ein Kindersitz der Gruppe 0/0+ und 1 vereint. Ab 15 kg bzw. 4 Jahren gibt es dann Kindersitze die bis 25 kg (7 Jahre) oder 36 kg (12 Jahre) nutzbar sind.

Wahrscheinlicher ist wohl, dass ihr bis zum 12. Lebensjahr eures Kindes drei verschiedene Sitz-Kategorien durchlauft. Wichtig ist aber: Immer ausprobieren! Kinder halten sich nicht an Normen. Es gibt immer mal Kinder, die besonders klein, oder groß, leicht oder schwer sind. Deshalb ist es wichtig die Sitze dementsprechend auszuprobieren ob sie passen.

Eine weitere Tabelle von Stiftung Warentest gibt noch mal einen genauen Überblick aller Gruppen eingeteilt in die beiden gängigen Normen:

Gruppen in Alter, Größe und Gewicht eingeteilt
Quelle: Stiftung Warentest

https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=3mo4lYzKEVo

Ein Sitz für alle Altersklassen?

Ein Anbieter aus den USA rühmt sich damit einen Sitz für alle Altersklassen hergestellt zu haben. Es heißt, dieser eine Sitz wachse mit und ist vom Babyalter, über die ganze Kindheit bis hin zum Jugendalter mit 12 Jahren verwendbar. Wer sich einmal näher mit der Thematik Kindersitz beschäftigt hat, weiß dass das ziemlich utopisch klingt. Der GRACO Milestone hat auch nur die Note 3,9, also ein „ausreichend“ bekommen. Beim Frontcrash herrscht erhöhtes Verletzungsrisiko, beim Seitencrash mittleres Verletzungsrisiko. Der Sitzeinbau und das Anschnallen ist aufwendig und eine Fehlbedienung ist schon fast vorprogrammiert. Somit raten wir von diesem Universalsitz ab. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein, einen einzigen Kindersitz für ca. 250€ kaufen zu müssen.

Empfohlen wird, mindestens 2 Sitze nacheinander zu kaufen. 2 bzw. 3 Kindersitze zu kaufen, kostet zwar mehr, ist allerdings auch um Weiten sicherer!

Was macht einen guten Kindersitz aus?

Neben den gesetzlichen Anforderungen, sind folgende Punkte maßgeblich für einen guten Kindersitz und werden deshalb auch mit größerer Bedeutung beim Test beachtet:

  • Sicherheit:
    • schützt das Kind bei überdurchschnittlicher Unfallschwere
    • Verletzungsrisiko des Kindes wird so gering wie möglich gehalten
  • Bedienung:
    • fehlerhafte Anwendung = Sicherheitsgefahr
    • intuitive und einfache Bedienung sind wichtig
    • ISOFIX vereinfacht die Montage
  • Ergonomie:
    • bequemes und entspanntes Sitzen
    • Sicherheit und Komfort auch für über- oder unterdurchschnittlichen Proportionen von Kindern
  • Schadstoffe:
    • Gesetze, Normen und Vorschriften zum Schadstoffgehalt von Spielzeugen und Textilien werden auch von Kindersitzen erfüllt.

Was ist eigentlich ein Reboarder?

Reboarder sind Sitze, in denen euer Kind auch über die 12 Monate hinaus rückwärts fährt. Wie schon gesagt, wird mittlerweile empfohlen das Kind bis zum 4. Lebensjahr rückwärts fahren zu lassen. Die Rückenmuskulatur ist im Kleinkindalter noch nicht so gut ausgebildet um den großen Kopf (im Verhältnis zum restlichen Körper) halten zu können. Bei einem Aufprall kann das verheerende Folgen haben und sogar zur Querschnittslähmung führen. Dieses Video veranschaulicht es noch mal etwas genauer:

https://www.youtube.com/watch?v=IbCgIyHEJn4

Oft lehnen Eltern einen Reboarder aufgrund der hohen Anschaffungskosten ab. Die Mama des kleinen querschnittsgelähmten Mädchens sagt: „Eins ist sicher – ein querschnittsgelähmtes Kind ist teurer als ein Reboarder„. Somit überlegt euch ganz genau, wie ihr eure Kinder am sichersten im Auto mitnehmt. Der ADAC weiß um diese große Sicherheitslücke bei vorwärtsgerichteten Sitzen, jedoch schnitten die wenigen Reboarder im Test nicht immer mit Bestnote ab, da der Einbau oftmals etwas schwierig ist.

Wo kann ich den kompletten Test lesen?

Den kompletten Test der Stiftung Warentest gibt es auf deren Website. Alle Daten zum aktuellen Test und auch zu denen der Vorjahre, inkl. Datenbank aller getesteter Sitze, erhaltet ihr allerdings nur gegen eine Gebühr von 5€. Auf der Seite vom ADAC gibts aber auch viele und ich denke ausreichend Informationen zum Test – GRATIS 🙂

Kindersitztest der Zeitschrift Auto Motor und Sport, sowie TÜV Süd Januar 2018

Babyschalen

Ein überraschendes Testergebnis liegt uns hier vor. Haben ADAC und Stiftung Warentest den Kiddy Evo-Luna i-Size noch in den Himmel gelobt, so wird er bei diesem Test nur bedingt empfohlen. Aber dazu später mehr.

gb Platinum Vaya i-Size

Zunächst schauen wir mal welche Kindersitze in der Rubrik „Babyschalen“ getestet wurden. Der gb Platinum Vaya i-Size schnitt mit „empfehlenswert“ ab. Der Sitz ist zwar ziemlich schwer und durch die Station nicht unbedingt zum Herausnehmen gedacht, jedoch können ihn auch größere Kinder bis ca. 4 Jahre benutzen. Der Test-Dummy hatte ungefähr die Maße eines 1,5 jährigen Kindes und dieses überstand die mehrmaligen Testläufe hervorragend. Den Sitz gibt es aktuell für knapp 377€ bei mytoys.de.

Joie i-Gemm

Der Joie i-Gemm wird nur in Verbindung mit der Isofix-Basis empfohlen. Andernfalls sind die Belastungswerte im Brustbereich einfach zu hoch.  Den Sitz gibt es auf Amazon schon ab 115€, hinzu kommt noch die Station für 99€.

Recaro Zero.1 Elite i-Size

Der Recaro Zero.1 Elite i-Size hat zwar mit knapp 600€ einen stolzen Preis. Allerdings schnitt auch dieser Sitz sehr gut ab und kann auch bis zu einem Alter von 4,5 Jahren verwendet werden.

Kiddy Evo-Luna

Unser Favorit aus dem ADAC Test, der Kiddy Evo-Luna wurde in diesem Test nur bedingt weiterempfohlen. Die Bedingung ist, dass sich der Sitz nur in einer aufrechten Position befindet. Eine flache Liegeposition bietet kein anderer Sitz in diesem Ausmaß an. Diese ist rückenschonend und erholsam für das Baby, jedoch beim Crash absolut gefährlich! Die Kräfte wirken stark auf den Gurt, sodass beim Crashtest sogar eine Niete vom Gurt nachgegeben hat. Die Tester von Auto, Motor und Sport finden das Handling des Sitzes und die teils lieblose Verarbeitung ebenfalls nicht dem Preis angemessen. Den Kiddy bekommt ihr nämlich für stolze 340€ auf Amazon und ihr könnt ihn nur bis zum Alter von 15 Monaten nutzen.

Sitze für Kleinkinder

Ist bei den Babyschalen die rückwärts-Fahrtrichtung noch Standard und vorgeschrieben, könnt ihr euch im Folgemodell (1-4 Jahre) entscheiden, ob das Kind mit Blickrichtung nach vorn oder zurück fahren soll. Experten empfehlen allerdings weiterhin einen rückwärts gerichteten Sitz. Sogenannte Reboarder sind schon allein beim starken Bremsen viel schonender für die noch nicht ausgereifte Rückenmuskulatur der Kleinkinder. Unter den Kleinkind-Sitzen gibt es glücklicherweise keine Wackelkandidaten. Alle 3 getesteten Sitze werden empfohlen und Eltern können sich aus den verschiedenen Sitzen, den für ihre Anforderungen besten Sitz aussuchen.

Nuna Rebl Plus

Der Nuna Rebl Plus kann sogar als Babyschale umgebaut werden. Ab 15 Monate kann der Sitz auch gedreht werden, der Crashtest bezieht sich allerdings auf die rückwärtsgerichtete Position. Zum leichteren Ein- und Aussteigen kann man den Sitz sogar zur Tür drehen. Ein paar Minuspunkte gibt es, da der Sitz allein sehr schwer ist (15 Kilogramm) und nur mit Isofix verwendet werden kann. Der Sitz ist für 400€ kein Schnäppchen aber in Hinblick auf hochwertiges Material und die Nutzung als Babyschale ist die Anschaffung doch lohnenswert.

Chicco Youniverse Fix

Der Chicco Youniverse Fix kann ab 9 Kilogramm bis zum 12 Lebensjahr genutzt werden. Somit würde dieser Sitz als zweiter und letzter Sitz ins Auto einziehen. Außerdem kann der Sitz mit Isogurt oder auch ohne jegliche Fix-Station benutzt werden. Der Crashtest bezieht sich allerdings auf die Verwendung mit Isofix-Station. Der Chicco schneidet gut ab. Die Kräfte wirken höher als bei den anderen Testsitzen, jedoch noch absolut im grünen Bereich. Ein paar kleinere Minuspunkte beim Handling (schwer, Probleme beim Festziehen des Gurtes) relativieren sich aber mit dem außerordentlich günstigen Preis von 175€.

Britax-Römer Trifix i-Size

Am besten schneidet der Britax-Römer Trifix i-Size ab. Auch wenn Eltern mit Modellen, die für mehrere Altersgruppen genutzt werden können, unheimlich Geld sparen, so sind die Sitze die speziell nur für eine Gruppe konzipiert sind doch am sichersten. Der Römer hat somit nur eine kurze Einsatzdauer, jedoch fährt euer Kind zwischen dem 1. und 4. Geburtstag absolut sicher mit diesem Sitz. Der Preis von 300€ ist zwar sehr stattlich anzusehen, aber das gute Handling und eine solide Verarbeitung rechtfertigen diesen absolut!
Kind spielt mit einem Spielzeug Auto

Fazit

Den ausführlichen Test lest ihr auf den Seiten des Magazins Auto Motor und Sport. Der Test ist als kleine Zwischenbilanz und zur Auffrischung des ADAC-Tests recht gut geeignet. Mir fehlen lediglich ein paar Testvarianten. Zum Beispiel wurden die Sitze nicht in Hinblick auf Schadstoffen und Ergonomie getestet. Gerade das finde ich persönlich auch sehr ausschlaggebend für den Kauf eines Kindersitzes.

Sobald der neue ADAC Test online verfügbar ist, werden wir diese Seite wieder aktualisieren. So seid ihr in Sachen Sicherheit eurer Kinder auf der Straße top informiert bei uns.

ADAC und Stiftung Warentest Kindersitz Test 2017

Die Sicherheit unserer Kinder ist uns allen wichtig! Und wo sonst ist es so gefährlich, wie im Straßenverkehr? Der jährlich stattfindende Test vom ADAC und Stiftung Warentest zeigt auch in diesem Jahr, welche Kindersitze für euer Baby sicher genug sind und wovon ihr lieber die Finger weglassen solltet.

Was wurde getestet?

Mit 37 Sitzen war der Test in diesem Jahr erstaunlich umfangreich. Getestet wurde in den Bereichen Sicherheit bei jeweils Seiten- und Frontaufprall, Ergonomie der Sitze, Bedienung bzw. Handhabung und Schadstoffgehalt aller Teile, mit denen das Kind in Berührung kommt.

37 neue Sitze im Test – 4 Sitze mangelhaft

Die gute Nachricht zuerst. In vielen Modellen saß der Prüfdummy im Test sicher. Von 37 neu-getesteten Sitzen, haben 22 Sitze mit „gut“ abgeschnitten und 9 mit „befriedigend“. Leider musste 2 mal das Testurteil „ausreichend“ verteilt werden und sogar 4 mal „mangelhaft“.

Testsieger

Viele gute Testnoten – wer ist der Gewinner der Babyschalen?

Den Testgewinner vom letzten Jahr hat auch in 2017 kein anderer Sitz übertrumpfen können. Der Kiddy Evo-Luna i-Size ist und bleibt der beste Sitz laut Testurteil (1,5). Genutzt werden kann er für Babys bis 83 cm Körpergröße. i-Size weist nämlich darauf hin, dass die Norm nicht nach Körpergewicht geht, sondern nach Körpergröße. Der Evo-Luna punktet in Unfallsicherheit, Handhabung und Ergonomie. Einzig und allein im Bereich Schadstoffe gibt es nur ein „befriedigend“. Der Evo-Luna von Kiddy ist für 479€ bei Amazon erhältlich.

Und die Flops?

Von den 37 Neu-getsteten Babyschalen und Kindersitzen haben 4 mit der Note 5,5 = Mangelhaft abgeschnitten. Das ist in der Gruppe Babyschalen der joolz iZi Modular (mit und ohne Base). Der Sitz bekommt in der Kategorie Sicherheit sogar recht gute Bewertungen, fällt aber letztendlich durch eine unheimlich hoheMenge des Flammschutzmittels TCCP im Sitz selber auf. Da das im Falle eines Unfalls höchste Gefahr bedeutet, wird er mit mangelhaft bewertet. Zwei weitere Sitze aus der Gruppe 9-36 kg schnitten ebenfalls mit mangelhaft ab, weil sie beide erhebliche Mängel in der Unfallsicherheit aufwiesen. Beim Crashtest des Casualplay Multipolaris Fix schleuderte die Testpuppe halb aus dem Sitz. Der LCP Kids Saturn iFix bekam die schlechteste Note, da beim Frontalaufprall der Beckengurt in den Bauch einschnitt. Außerdem ist er auch unheimlich schwer anzubringen. Neben dem Graco Milestone bekam noch ein weiter Sitz das Testurteil ausreichend (Note 3,8). Der Axkid Wolmax nur mit ausreichend in der Kategorie Handhabung bewertet und auch für die schlechte Ergonomie bekam er ein befriedigend.

 

Babyschalen im Test

Neben den Autositzen wurden auch Babyschalen getestet. Die beste Babyschale im aktuellen Test von 2017 ist der Britax Römer Baby-Safe i-Size plus i-Size Base (319€). Der Cybex Aton Q i-Size  mit und ohne Basis und auch der Joie i-Gemm (140€) sind ebenso sicher für euer Baby in der i-Size Kategorie. In der Kategorie nach Körpergröße, platziert sich der Cybex Aton 5 für nur 130€ auf Platz eins. Für 90€ mehr bekommt ihr den gleichen Sitz mit Basis. Der Einbau erfordert etwas Aufmerksamkeit aber dafür ist das Einrasten der Schale danach umso einfacher.

Gruppe 0/0+ und 0/1 Sitze ab Geburt bis ca. 4 Jahre:

Leider wurden für diese Kategorie nur 2 neue Sitze getestet. Über den Allrounder von Graco Milestone, haben wir bereits ausführlich berichtet. Besser bewertet wurde der Joie Spin 360. Allerdings schnitt auch hier ein Sitz aus dem letzten Jahr besser ab, nämlich der Recaro Zero 1.

Gruppe 1 und 2/3 – Sitze ab Laufalter:

Als bester Sitz schnitt auch hier ein Sitz aus dem letzten Test ab. Der Kiddy Phoenixfix 3 (259€) ist geeignet von 9 bis allerdings nur 18 Kilogramm. Aus dem Test im Jahr 2017 dürfen sich eure Kinder in den Sitzen Cybex Pallas M-Fix SL mit Isofix (300€) und M SL ohne diese Bindung (180€) und im Kiddy Guardianfix 3 (320€) sicher fühlen. In der Gruppe ab 15 kg sind die besten Platzierten das Geschwisterpaar Cybex Solution M-Fix SL mit Isofix (150€) und der gleiche Sitz nur ohne Bindung (130€).

ADAC Stiftung Warentest

Maxi-Cosi – altbewährt!

Im Gesamtranking von 403 Kindersitzen (2009-2017), folgt auf den Kiddy Evo-Luna direkt der Maxi-Cosi Pebble Plus, der 2015 getestet wurde. Die Babyschale Pebble Plus ist für die ersten ca. 12 Monate geeignet. Er kann sowohl mit Isofix, als auch mit den Anschnallgurten befestigt werden. Maxi Cosi, ist zudem kompatibel mit vielen Kinderwagen Gestellen, sodass ihr euer Baby für kurze Wege nicht extra aus der Babyschale nehmen müsst. Je nach Farbe ist dieser auf Amazon.de schon für 165€ erhältlich. Tipp: für diese Babyschale gibt es auf Amazon, Babymarkt, windeln.de etc. häufig Angebote. Abwarten lohnt sich also! Die Isofix-Station ist ab 150€ erhältlich und kann auch für den Nachfolger Pearl (bis 18 Kilogramm) genutzt werden. Achtet unbedingt darauf, dass es vom Modell Pearl 2 Verschiedene Modelle gibt. Der 2-way kann auch rückwärts fahren, dann braucht ihr aber auch die Isofixstation mit 2-way-Funktion.

Maxi Cosi Pebble

 


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!


Ketsch

14.07.2017, 09:59

Liebe Jane, vielen Dank für diesen interessanten und vor allem enorm wichtigen Beitrag.

Sweetnephele

15.07.2017, 18:56

Sehr schön zusammen gestellt und gut zu wissen, dass unsere Kinder sicher fahren

Saito88

17.08.2017, 07:52

Der Kiddie Evo-Luna war nicht nur Testsieger sondern auch unser Favorit. Leider ist er extrem groß sodass in einem Fabia kaum noch jemand vorne Sitzen kann =(

Carla

28.08.2017, 17:39

Die Test Datenbank der Stiftung Warentest ist super. Alternativ kann ich diese kostenlose Seite empfehlen:
https://www.kindersitztests.com

Dort werden zu den Testergebnissen vom ADAC und der Stifung Wartentest auch die Testergebnisse des östereichischen (ÖATMC) und des Schweizer (TCS) Mobilclubs geführt.

Wir haben einen Cybex Juno 2-Fix und einen Cybex Sirona Plus im Einsatz 🙂

Viele Grüße
Carla

Tina

07.09.2017, 12:46

Leider taucht in dem Test der Cybex Sirona garnicht auf. Schade oder Absicht ??? Ist ein toller und sicherer Sitz gerade auch für das rückwärtig gerichtete fahren.

Kerstin

23.09.2017, 21:02

Hallo ich hab eine Frage. Was mach ich mit meinen Sohn der deutlich mehr wie 36 kg hat aber erst 10 ist und noch nicht 150 cm? Die Sitzerhöhung sind alle bis 36 kg.

    Juliane

    24.09.2017, 07:19

    Hallo Kerstin,

    also der ADAC sagt dazu folgendes:

    Bis zu einer Körpergröße von 150 cm bzw. bis zum vollendeten 12. Lebensjahr gilt die Pflicht zur Verwendung von Kinder-Sicherungssystemen. Im Bereich 6 bis 12 Jahre wird in Verbindung mit einem Sitzerhöher insbesondere ein guter Fahrzeuggurt-Verlauf im Becken- und Schulterbereich erreicht. Obwohl die ECE-Zulassung für Sitzerhöher aus prüftechnischen Gründen auf 36 kg beschränkt ist, müssen auch schwerere Kinder die Systeme verwenden. Nach Auskunft der Bundesanstalt für Straßenwesen und dem Verkehrsministerium ist die Eignung der Sitzerhöher auch für Kinder über 36 kg gegeben. Es empfehlen sich möglichst breite und stabile Modelle. Eventuell muss auch auf einen Sitzerhöher mit sehr niedrigen Gurthaken zurückgegriffen werden. Nur für den Fall, dass der Körperumfang des Kindes so groß ist, dass es in keinen im Handel erhältlichen Kindersitz passt, kann durch die Straßenverkehrsbehörde (Stadt bzw. Landratsamt) eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.
    Folgende Kindersitze bieten überdurchschnittlich viel Platz:
    z. B. Concord Transformer Click (Sitzerhöher)

    https://www.adac.de/infotestrat/ratgeber-verkehr/kindersicherheit/kindersitzberater/probleme/gewicht-oberhalb-systemgrenze-antwort-4.aspx

    Ich hoffe, wir konnten weiterhelfen!
    Liebe Grüße
    Juliane

daheba

27.09.2017, 14:43

Sehr hilfreich, danke!

Sabine

18.02.2018, 19:29

Hallo und danke für diesen hilfreichen Artikel. Wollte nur fragen, warum die Ergebnisse des schwedischen Plustest nicht mit aufgeführt werden?

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