mutter und sohn

Die schlimmsten Übermuttersprüche

Was ist eigentlich eine Übermutti?

Ja, was sind denn eigentlich Übermuttis? Eigentlich gibt es hierfür keine richtige Definition. Jeder wird auch etwas anderes darunter verstehen. Ich persönlich bezeichne Übermuttis eher als „pingelige Muttis“. Die, bei denen die Kinder nicht dreckig werden dürfen. Bei denen es auch keine Ausnahmen bezüglich des Essens gibt. Welche, die die Kinder sozusagen in Watte packen. Sie könnten ja einen Kratzer erhalten.

Wie Männer darüber denken

Zur Vorbereitung auf diesen Artikel habe ich ein wenig in meinem Freundeskreis und der Familie herumgefragt. Eines wurde dabei besonders deutlich – Männer und Frauen scheinen sich hier in ihrer Meinung zu unterscheiden. Häufige Sätze, die Männer typisch für Übermütter finden:

„Indianer kennen keinen Schmerz, ein Kind stirbt schon nicht durch einen Kratzer.“

„Mama ist ja da!“ Super Mami, und wie nimmst du dem Kind so den Schmerz?

Männer scheinen hier etwas „rabiater“ zu sein. Während Mamis das Behüten und Beschützen für normal ansehen, scheinen sich die Männer zwar darüber zu freuen, bezeichnen uns aber gerne schnell als Übermutti. Und eines kam bei meiner kleinen Umfrage auch sehr deutlich hervor – Mamis lieben es. Denn so sollte es sein. Ihr solltet euch niemals dafür schämen, euer Kind zu lieben und zu verwöhnen.

Dennoch gibt es sicherlich einige Sprüche, die auch uns Mamis zum Schmunzeln bringen, hier kommen sie:

 

Sprüche

Wenn der Teller nicht mit Sagrotan gereinigt wurde, darf mein Kind nicht davon essen.

Kennt ihr diese „Sagrotan-Mamis“? Generell ist das saubere und reinliche Verhalten für Kinder natürlich nicht schlecht. Und gerade wenn es um die Essensumgebung oder den Schnuller geht, sollte man besonders vorsichtig sein. Aber es gibt doch immer wieder Mamas oder natürlich auch Papas, die das Ganze auf die Spitze treiben. Wir selber schauen schmunzelnd auf unsere Kinder, während diese auf den nunmehr sandigen Apfel herumkauen. Das Knirschen scheint einfach zu schön zu sein. Nachdem wir 4 Äpfel weggeschmissen haben, haben wir vielleicht angefangen mit den Schultern zu zucken und uns im piepsigen Sing-Sang zu denken “ 3 Sekunden-Regel, 3 Sekunden-Regel“. Vielleicht haben wir es auch gewagt zu niesen, die Augen für 4 Sekunden geschlossen zu haben und dadurch nicht schnell genug zu sein. „Ein wenig Dreck reinigt den Magen.“ Währenddessen reinigt die „Sagrotan-Mami“ gerade das Klettergerüst mit einem Lappen und den Sagrotan-Sprühreiniger.

Heute hat mein Kind im Kindergarten das neue Kleidchen an – Sie darf auf keinen Fall dreckig werden!

Oh ja, hierüber freuen sich wahrscheinlich besonders alle Erzieher. Aber auch andere Mamas können hier fleißig mit den Augen rollen. Und wie weist man die Übermutti freundlich darauf hin, dass es uns einfach nicht interessiert, ob das Kleidchen dreckig wird. Kopfschüttelnd fragt man sich, wie man überhaupt auf die Idee kommt, so etwas zu einer Erzieherin zu sagen. Hier ist auf jeden Fall einiges an Selbstsicherheit gefragt. Den meisten von uns würde sowas nicht im Traum einfallen. Dennoch lachen wir Tränen bei der Vorstellung, wie eine Erzieherin bei 10 Kindern draußen im Sand oder auf der matschigen Wiese versucht, dass keines der Kinder dreckig wird. Viel Spaß mit eurem Kopfkino!

 

Mein Kind bekommt nur selbstgemachten Brei!

Ja, eine Aussage, die schnell gemacht ist. Natürlich denkt man immer, dass selbst gemacht immer das Beste für das Kind ist. Obwohl die Babynahrungs-Produkte eine sehr hohe Standard-Regelung haben. Dennoch – selbst gekocht ist gesünder. Und sich mal eben hinstellen und vorkochen, ist doch gar kein Problem! Kann man schließlich auch einfrieren oder kühl stellen. Und es  gibt ja so viele Rezepte und Tipps, da wird es ganz einfach!

Na ja, wenn euer Schatz mindestens 5 Gläser täglich isst, fühlt ihr euch am Ende wahrscheinlich nur noch wie in einer Massenproduktion. Natürlich gibt es viele Mamis, die selber kochen und vorbereiten, das ist super! Aber fühlt euch nicht schlecht, wenn ihr auch mal zu Gläschen greift. Smoothies mit Früchten und Obst sind natürlich schnell gemacht. Aber alles andere? Es ist kein Muss! Und vor allem, liebe berufstätige Mamis, es ist vollkommen verständlich, dass ihr nicht unbedingt die Zeit dafür besitzt.

 

Mein Kind wird, bis es 10 Jahre alt ist, kein Fastfood essen.

Ja, ich gebe zu, so etwas habe ich bestimmt in meiner Schwangerschaft auch schon mal gesagt. Es ist ja kein Problem, immer eine Kleinigkeit zu essen dabei zu haben – vor allem Obst! Oder jeden Abend bzw. Mittag zu kochen. Man muss gerade in der heutigen Zeit, in der jedes dritte Kind übergewichtig ist, nicht auch noch Fastfood in die Kinder stopfen!

Hm ja, aber manchmal klingt das einfacher, als es ist. Nachdem wir einen tollen Schwimmausflug hatten, den Vormittag uns ausgepowert haben und das Kind fast auf dem Rücksitz einschläft – Oh nein! – muss es noch etwas zu essen geben. Warm. Warum also nicht eben bei McDonalds anhalten? Wäre doch sicherlich das Einfachste. Ebenso nach einem Zoobesuch. Oder was kocht Mama, wenn sie selbst den ganzen Tag krank im Bett gelegen hat? Einfach etwas bestellen wäre doch gar nicht so schlimm, oder?

Ihr merkt, es gibt Situationen, wo es einfach praktisch wäre. Und ja, ich gebe beschämt zu, mein 2 Jähriges Kind ruft ab und an „Pommes“ vom Rücksitz, wenn es ein McDonalds Zeichen sieht.

Aber hey, ein quengelndes, heulendes Kind in der Stadt, das lauthals ruft „Mama, Huuuunger. Amilia viiiiiel Hunger!“, nachdem sie 2 Äpfel, Himbeeren, ein paar Stücke Gurke und den mitgebrachten Zwieback gegessen hat? Das ist wirklich nicht schön! Vor allem schauen einen auch noch die Leute an, als würde man sein Kind gerade misshandeln. Hey, ich hatte jede Menge zu Essen dabei! Sie ist nur gerade ein Staubsauger, weil sie wächst und daher immer Hunger hat! Vielleicht wäre so ein T-Shirtaufdruck nicht schlecht? Na ja, ich Rabenmutter bin daher kurzer Hand zu McDonalds und habe ihr Pommes gekauft. Oh je!

Also liebe Mamis, es ist nicht so schlimm, wie es sich anhört, wenn ihr eurem Kind ab und an mal etwas Fertigessen gönnt. Es kommt schließlich auf die hauptsächliche gesunde und ausgewogene Ernährung an.

 

Mein Kind wird in 5 Sportklassen, 2 Musikklassen und mindestens 2 Sprachkursen bereits mit 2 Jahren angemeldet werden.

Oh ja, die „Überfliegermamis“. (Gibt es eigentlich für jede Art von Kuriosität einen Begriff?)
Diese Mamas, oder natürlich auch Papas, die versuchen, durch ihre Kinder ihre eigenen Kindheitsträume zu verwirklichen. Während wir uns freuen, dass unser Sohn beim Fußball überhaupt den Ball trifft, muss deren Kind alle Tore schießen. Es muss immer das Beste vom Besten sein – und natürlich geht es beim Sport ums Gewinnen. Da weiß man eigentlich gar nicht, ob man darüber lachen soll, oder die Kinder insgeheim bemitleiden soll. Eigentlich geht es doch, egal ob bei der Musik oder dem Sport, darum, Spaß zu haben. Natürlich ist es wichtig, die Kinder zu fördern. Körperlich und geistig. Aber wir sollten den Spaß bei der Sache nicht vergessen, oder? Es ist schließlich deren Kindheit.

 

Mein Kind ist bestimmt hochbegabt.

Für jeden ist doch eigentlich das eigene Kind immer das beste und tollste Kind. Und das ist auch gut so! Aber kennt ihr das, wenn Mamis bei Kindern immer vergleichen, was sie denn schon alles können? Sobald ein Kind etwas früher kann als ein anderes, ist es dann besonders „begabt“ oder ein Überflieger. Liebe Mamis, all eure Kinder sind intelligent und einfach grandios! Aber bitte vergesst doch nicht, dass die Kinder einfach unterschiedlich sind und sich ebenso unterschiedlich entwickeln. Das sagt wirklich nichts über die Intelligenz aus. Der eine läuft eher, der andere spricht besser. Wenn das aber etwas über die Intelligenz des Kindes aussagen würde, wäre ja schon im Alter von 1-2 Jahren klar, welche weiterführende Schule unsere Kinder besuchen werden.

 

Atmet es noch?

Kurz nach der Geburt mutiert wohl so gut wie jeder zur Übermutti. Besonders die Angst vor dem plötzlichen Kindstod treibt uns an. Ich schäme mich auch überhaupt nicht dafür, es gibt nichts Schlimmeres, als sich um die Gesundheit seines Kindes zu sorgen! Wie oft habe ich nachts an dem Bett gesessen und den leisen Atemzügen gelauscht. Nur zur Sicherheit. Wie oft habe ich mein Handy auf den Babybauch gelegt, nur damit ich ganz sicher sein kann. Auf dem Babyphone wurde jede Atmung gesucht, auf dem wirklich winzig kleinen Bildschirm. Geben wir es zu, wenn es darum geht, waren wir doch alle im ersten Lebensjahr Übermuttis – und das ist auch gut so!

 

Einzelkinder

Ja ja, vielleicht sind hier doch die „anderen Mamis“ etwas voreilig mit dem Lachen. Warum gelten die meisten Mamis von Einzelkindern als Übermamis? Gut, es gibt sicherlich vieles, was man bei seinem nächsten Kind anders machen würde. Und doch heißt es, mit jedem Kind wird man etwas lockerer. Einzelkinder werden verhätschelt und von Übermamas behütet und beschützt. Dass das nicht stimmt, können euch sicherlich 99 % der Mamis von Einzelkindern bestätigen. Und liebe Mehrkind-Mamis, auch ein Kind kann so anstrengend wie zwei oder drei Kinder sein. So sehr wir auch über Übermamis lächeln oder die Augen verdrehen können – Mamis, die vorschnell urteilen, sind auch nicht gerade besser.

 

Bevor mein Kind in den Kindergarten kommt, wird es keine Süßigkeiten essen!

Hm, ja. Das ist irgendwie wie mit dem Fastfood. Zum einen wird es schwer, das den Verwandten beizubringen. Zum anderen wird es am schwierigsten bei der älteren Generation „uns hat das auch nicht geschadet“ – auch Großeltern genannt. Besonders zu Ostern oder zum Nikolaus wird es hart. Wie wir alle wissen, gilt sowieso der böse, böse Kindergarten als Gefahrenquelle und Zuckerort, in dem die Kinder alle gut anerzogenen Verhaltensmuster ablegen und zu kleinen Satansbraten mutieren. Also müssen wir die schrecklichen Dinge, wie Süßigkeiten, so lange es geht von unseren Kindern fern halten.

Aber ist es wirklich gut, den Kindern so überhaupt keine Süßigkeiten zu geben? Schokolade macht schließlich glücklich!? Vielleicht sollten hier die Übermamis daran denken: Manchmal ist es besser dem Kind eine Maßeinteilung und guten Umgang mit einer „schädlichen“ Sache beizubringen, als es ihnen komplett vorzuenthalten. (Ich für meinen Teil halte Süßigkeiten für Gottes Geschenk, dass ich genüsslich genieße! – Sobald das Kind schläft)

Manchmal müssen wir natürlich auch etwas flunkern, um auch das gesunde Essen in die Kinder zu bekommen. Es wäre ziemlich schwer, wenn wir da die Wahrheit sagen würden. Gleichzeitig gilt – wir müssen Süßigkeiten auch nicht gerade anpreisen, sondern können auch schon den Kleinsten erklären, dass Süßigkeiten nur in Maßen gut sind – „Nur ein bisschen“ antwortet meine Tochter dann sofort.

Mein Kind würde nie..

Mein Kind würde niemals herumschreien. Mein Kind würde niemals beim Essen kleckern. Mein Kind trinkt ordentlich, es würde niemals Wasser auf den Boden schütten. Mein Kind würde nie ohne Hand vor dem Mund niesen. Mein Kind würde nie die Wand anmalen. Mein Kind würde nie mit Sand schmeißen. Mein Kind würde nie den Hund mit Joghurt füttern. Mein Kind würde niemals auf die Idee kommen, meine Schminke zu benutzen.

Oh, ich verbeuge mich! Ihr habt die wohlerzogensten Kinder aller Zeiten! Denn mein Kind würde zwar alles davon wahrscheinlich genau in dieser Reihenfolge innerhalb von nur 10 Minuten machen.

Aber das heißt natürlich nicht, dass mein Kind schlecht erzogen ist. Es ist sehr gut erzogen und ich kann ebenfalls ziemlich streng sein. Meine Maus ist an sich der liebste, kleine Engel, den ich kenne, und sie liebt es zu teilen. Aber glaubt mir – sie würde!

Liebe Mamas, wenn ihr behauptet „mein Kind würde nie“ ist es sehr verwunderlich, dass euch keine lange Nase wächst. Das heißt nicht, dass euer Kind die Dinge auch tatsächlich tut. Oder dass es alle diese Dinge tun würde. Aber Kinder sind eben Kinder. Sie sind kleine Menschen, die ihre Grenzen testen, ihre Launen ausleben und einfach ausprobieren. Wie wir wissen, lernen wir vor allem durch Fehler. Wie soll unser Schatz also wissen, dass man nicht mit Sand schmeißt, wenn er das doch noch nie ausprobiert hat? Ein Kind benimmt sich selten daneben – es durchläuft einfach verschiedene Phasen. Und da sind es nicht die Kinder, über die geschmunzelt wird, sondern eher die Mamis, die behaupten „mein Kind würde nie“.

 

Jetzt seid ihr gefragt – welche Übermutter-Sprüche kennt ihr noch?


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.


Andreas

29.10.2017, 14:52

Schöner Artikel, Danke! 🙂

Sturmhilde

19.12.2017, 17:34

genial! xD

Paulalankwitz

06.02.2018, 11:04

Herrlich, gut gelacht. Schöner Artikel

daheba

10.02.2018, 08:32

Danke, gut gelacht 👍🏻

Sony1984

18.02.2018, 09:41

Also ich gehöre nicht dazu. Meine darf mit dem Hund spielen, sich dreckig machen und andere Dinge. Das stärkt so ganz nebenbei auch noch das Immunsystem 🙂

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