Familie am Strand

Elterliche Sorge – Das Sorgerecht

Es gibt so viele gesetzliche Vorschriften. Das Sorgerecht ist sehr umfangreich und eines davon. Es ist natürlich nicht nur wichtig, wenn Eltern im Streit liegen. Man sollte sich einfach von vornherein über die Rechte und Pflichten informieren.

Was ist die elterliche Sorge?

Die elterliche Sorge umfasst die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen. § 1626 Abs. 1 BGB. Sie beinhaltet die Personen- und Vermögenssorge, sowie die Vertretung des Kindes. Minderjährige sind alle Kinder unter 18 Jahre. Das ist ja allseits bekannt. Für die Streber unter euch: Kinder unter 7 Jahren sind geschäftsunfähig, Kinder über 7 Jahre bis 18 Jahre sind beschränkt geschäftsfähig.

Personensorge

Was ist denn die Personensorge? Ganz einfach, hier geht es um das Wohlbefinden und die Gesundheit des Kindes. Die Sorge um das Kind als Person.

Vermögenssorge

Eigentlich ist dieser Begriff selbsterklärend. Eltern/Erziehungsberechtigte oder Vormünder verwalten das Vermögen des minderjährigen Kindes.

Vertretung des Kindes

Da minderjährige Kinder geschäftsunfähig oder nur beschränkt geschäftsfähig sind, müssen sie in vielen Situationen vertreten werden. Bei Kaufverträgen (eine neue Spielekonsole oder ähnliches) oder bei vielen verschiedenen Situationen. Kinder unter 7 Jahre sind wie ihr wisst geschäftsunfähig. Kurz erklärt bedeutet das, sie dürfen nicht mal Geschenke ohne Zustimmung der Eltern annehmen. Wenn euer Kind nun zum 5. Geburtstag Geschenke erhält und sie behalten darf, vertretet ihr sogar schon euer Kind. Einfach Wahnsinn, das kommt viel öfter vor, als ihr euch denkt.

Arten des Sorgerechtes

Die verschiedenen Arten des Sorgerechtes sind eigentlich allgemein bekannt:

  • getrenntes Sorgerecht
  • gemeinsames Sorgerecht

 

Familie

 

Gemeinsames Sorgerecht

Eltern eines Kindes, die miteinander verheiratet sind, bekommen automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Schaut für rechtliche Details in den § 1626 BGB. Gemeinsames Sorgerecht erhalten ebenso Eltern eines Kindes, die nach der Geburt heiraten. Hier müssen beide die leiblichen Eltern sein. Der neue Partner einer Mutter erhält nach der Hochzeit keinerlei Sorgerecht für sein Stiefkind.

Das gemeinsame Sorgerecht entsteht allerdings nicht nur durch eine Heirat. Sie kann auch durch eine sogenannte Sorgeerklärung beider Elternteile beschlossen werden. Hierzu findet ihr etwas im § 1626 a Abs.1 Nr. 1 BGB. Wichtig ist hierbei, dass beide Elternteile diese Erklärung abgeben. Eine gerichtlich beschlossene Sorgerechtserklärung kann allerdings nicht abgeändert werden.

Wie gibt man diese sogenannte Sorgeerklärung ab? Die Sorgeerklärung bedarf der öffentlichen Beurkundung. Geht also bitte zu einem Notar oder zum Jugendamt. Zum Thema Termin bei einem Notar schaut doch bitte in den Ratgeber für die Vaterschaftsanerkennung. Hierzu findet ihr genaueres.

 

Getrenntes Sorgerecht

Wenn die oben genannten Voraussetzungen nicht vorliegen (Ehe, spätere Ehe oder Sorgerechtserklärung) erhält die Kindesmutter das alleinige Sorgerecht.

Was ist mit dem Sorgerecht des Vaters? Eine originäre Alleinsorge des Vaters oder eine Möglichkeit für diesen, das gemeinsame Sorgerecht auf gerichtlichem Weg zu erhalten, gab es bislang nicht. Dem nichtehelichen Kindesvater stand bislang auch kein einklagbarer Anspruch auf Abgabe einer Sorgeerklärung gegenüber der Kindesmutter zu. Möglich war bei einer erheblichen Kindeswohlgefährdung lediglich ein Antrag nach 1688 BGB. Das Bundesverfassungsrecht hat allerdings im Jahr 2010 entschieden, dass die bisherigen gesetzlichen Regelungen nicht verfassungsgemäß waren. Mit diesem Gesetz erhält der nichteheliche Vater gem. § 1626 a Abs. 1 Nr. 3 Abs. 2 BGB die Möglichkeit, durch das Gericht auch gegen den Willen der Kindesmutter das gemeinsame oder gegebenenfalls sogar das alleinige Sorgerecht für sein Kind zu erhalten.

Es bleibt trotzdem dabei, dass die Kindesmutter nach der Geburt des Kindes das alleinige Sorgerecht erhält. Der Vater kann das gemeinsame Sorgerecht jetzt aber endlich durch das Gericht auch gegen den Willen der Mutter erhalten. Natürlich solange keinerlei Kindeswohlgefährdung vorhanden ist. Er hat sogar die Chance auf das alleinige Sorgerecht, solange es für das Kindeswohl spricht.

 

Mutter des Kindes minderjährig, und jetzt?

Natürlich kommt es auch ziemlich häufig vor, dass auch minderjährige unverheiratete Frauen ein Kind bekommen. Wer bekommt jetzt das Sorgerecht für den Säugling? Auch hier geht das Sorgerecht an die minderjährige Mutter. Es wird allerdings noch ein Vormund benötigt. Auch wenn die minderjährige Mutter die sogenannte Sorgerechtserklärung abgeben möchte, muss ihr Vormund zustimmen. Sobald sie volljährig ist, liegt die komplette Sorge alleine bei ihr.

 

Wichtig

Denkt bei dem Sorgerecht bitte immer an das Wohl des Kindes. Hier geht es nicht um euren Willen, sondern darum – Was ist das Beste für euer Kind. Ihr wollt alles alleine entscheiden können und bestimmen und versteht euch aufgrund einer Uneinigkeit nicht mit dem Vater des Kindes? Eigentlich ist er aber ein guter Vater und kümmert sich? Warum solltet ihr das Sorgerecht dann nicht teilen? Kinder haben nicht umsonst zwei Elternteile und es ist gut, dass Eltern sich mit verschiedenen Ansichten auseinander setzten müssen. Es gibt mehr als einen richtigen Weg. Möchtet ihr eurem Kind wirklich tolle Chancen verwähren, um euren Dickkopf durchzusetzen? Lasst euch das Ganze einmal zu Herzen gehen.


Carina

Ich bin Carina und habe eine kleine Tochter namens Amilia. Amilia hat mein Leben, seit ihrer Geburt im März 2015, zum Positiven verändert. Ich bin eine Berufsmami und rocke somit Arbeit, Haushalt und Erziehung. Ich begleite euch gerne durch die aufregende Schwangerschaft und dem Leben mit Kind. Gerne gebe ich euch Shoppingtipps und verrate alle kleinen Haushalt-Tipps und Tricks.

Kommentar verfassen

Bild zum Kommentar hinzufügen (JPG, PNG)

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.