Schwangerschaftsbauch

Folsäure vor, in und nach der Schwangerschaft – Warum ist das so wichtig?

Folsäure ist ein Vitamin, welches nicht durch unseren Körper hergestellt werden kann und deshalb über die Ernährung in ausreichender Menge aufgenommen werden muss.

Stammt Folsäure aus der Nahrung, wird sie als Folat bezeichnet. Vorrangig finden sich Folate dabei in Blättern (Folium = Blatt) grüner Gemüsesorten. Nur etwa 50 Prozent der Folate aus Lebensmitteln können vom menschlichen Körper aufgenommen werden. In reiner Form kann Folsäure allerdings in doppelter Menge aufgenommen werden.

Für die Entwicklung des ungeborenen Kindes ist das Vitamin von besonderer Bedeutung, weshalb Ärzte zu einer erhöhten Aufnahme von Folsäure raten.

Doch in welchen Lebensmitteln ist eigentlich Folsäure enthalten? Und wie viel Folsäure benötigen wir? Sollte auch vor der Schwangerschaft auf die Zufuhr von Folsäure geachtet werden? Hier wird „aufgeklärt“.

Kohlsorten

Was genau ist Folsäure eigentlich?

Bei Folsäure handelt es sich um ein Vitamin, welches vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann. Deshalb muss Folat über die Ernährung oder auch über spezielle Präparate aufgenommen werden. Es ist auch unter dem Namen Vitamin B9 bekannt. Folat ist dabei das natürlich vorkommende Vitamin. Folsäure wird das Produkt der synthetischen Herstellung genannt.

Folsäurehaltige Lebensmittel

In folgenden Lebensmitteln findet sich Folsäure:

  • Blattgemüse (z. B. Spinat, Rucola)
  • Tomaten
  • Brokkoli
  • Karotten
  • Radieschen
  • Spargel
  • Nüsse
  • Vollkornprodukte
  • Innereien (z. B. Kalbs- und Geflügelleber)

Als Folat ist Folsäure in den Lebensmitteln jedoch nur in geringen Mengen zu finden, weshalb der Bedarf an Folsäure schwer zu decken ist. Dieser liegt bei 300 Mikrogramm Folsäure. Um diesen täglichen Bedarf zu decken, müsste man jeden Tag theoretisch zum Beispiel 300 Gramm Geflügelleber essen. Würden wir nur Vollkornprodukte verzehren, werden erst bei 100 Gramm Vollkornbrot 15 Mikrogramm des Vitamins aufgenommen. Hochgerechnet müssten wir also über 50 Scheiben des Brotes essen, um den Folsäurebedarf decken zu können.

Da die Ernährung jedoch abwechslungsreich sein soll und das Vitamin außerdem hitzeempfindlich ist, sich auch an der Luft schnell zersetzt sowie wasserlöslich ist, sollte bei Lebensmitteln – sofern möglich – auf lange Lager- und Kochzeiten verichtet werden. Folsäurehaltiges Gemüse sollte so schonend wie möglich zubereitet werden, bestenfalls nur mit wenig Wasser und bei geringer Hitze garen.

Schwangere Frauen haben zudem einen leichten erhöhten Bedarf, weshalb täglich eine Menge 400 Mikrogramm Folsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen wird.

Schon vor der Schwangerschaft mehr Folsäure aufnehmen?

In Deutschland leiden etwa zwei Drittel der Erwachsenen an einem Folsäuremangel, da sie weniger als 300 Mikrogramm Folsäure täglich aufnehmen. Doch gerade Frauen mit Kinderwunsch sollten schon frühzeitig – also vor Eintritt einer Schwangerschaft – auf eine ausreichende Folsäurezufuhr achten und gegebenenfalls auch ein entsprechendes Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) rät zu einer täglichen Folsäuremenge von 550 Mikrogramm bestehend aus dem Folat aus den Lebensmitteln und einer zusätzlichen Nahrungsergänzung mit 400 Mikrogramm Folsäure. Gynäkologen empfehlen zur Sicherstellung einer ausreichenden Zufuhr von Folsäure, ca. 3 Monate bis mindestens 4 Wochen vor Beginn einer Schwangerschaft die Einnahme zu beginnen.

Warum bereits bei Kinderwunsch Folsäure einnehmen?

Folsäure trägt zu einer gesunden Entwicklung der Zellen im Körper des ungeborenen Kindes bei. Es sorgt für die Zellteilung und das mütterliche Gewebewachstum während der Schwangerschaft. Bereits in der Frühschwangerschaft beginnt auch die Ausbildung des Neuralrohrs beim Kind. Aus dem Neuralrohr bilden sich Rückenmark und Gehirn. Das Neuralrohr bildet sich dabei meist in einem so frühen Stadium der Schwangerschaft, in dem Frauen oft noch nichts von der Schwangerschaft wissen.

Ein verspäteter Einnahmebeginn von Folsäure – also erst bei Feststellen der Schwangerschaft – kann unter Umständen bereits dazu beitragen, dass die Nährstoffversorgung des Embryos nicht optimal erfolgt. Denn vor allem in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft ist der Folsäurebedarf doppelt so hoch, erst nach einigen Wochen baut sich der notwendige Folsäurespiegel auf.

In den ersten 4 Wochen einer Schwangerschaft finden beim Embryo außerdem eine Vielzahl an Zellbildungs- sowie Zellteilungsprozessen statt, eine ausreichende Folsäurezufuhr ist dafür essentiell wichtig.

Auch für die Mutter ist Folsäure natürlich wichtig, denn sie sorgt für eine normale Blutbildung auch während der Schwangerschaft.

Aus diesem Grund raten Frauenärzte schon bei Kinderwunsch zur zusätzlichen Einnahme von Folsäurepräparaten. Im besten Fall wird damit schon nach dem Absetzen des Verhütungsmittels begonnen, mindestens aber 4 Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft.

Schwangere Frau wird untersucht

Folsäurebedarf besteht auch nach der Geburt

Vor allem für stillende Mütter gilt, dass auch nach der Geburt der Folsäurebedarf gedeckt werden sollte. Folsäure sorgt auch über die Muttermilch für eine optimale und gesunde Entwicklung des Babys, denn es ist an unterschiedlichen Entwicklungsvorgängen im Körper beteiligt. So spielt es beim Wachstumsprozess eine wichtige Rolle, ebenso bei der Zellteilung. Auch für die Blutbildung ist Folsäure sehr wichtig, denn die blutbildenden Zellen teilen sich sehr häufig. Um die Entwicklung und das Wachstum des Babys zu unterstützen, sollte deshalb auch während der Stillzeit auf eine ausreichende Menge Folsäure geachtet werden.

Welche Präparate eignen sich zum täglichen Einnehmen vor, während und nach der Schwangerschaft?

Wenn ihr dann also beim Frauenarzt rausgeht mit dem Hinweis, Folsäure zu besorgen, weil ihr jetzt mit der Kinderplanung starten wollt – wo sucht ihr dann am besten? Meistens gibt es vom Frauenarzt eine kleine Packung Femibion geschenkt. Es gibt Femibion 0 (vor der Schwangerschaft)1 (1.-12. Schwangerschaftswoche) und 2 (ab 13. Schwangerschaftswoche bis in die Stillzeit). Den entsprechenden Sorten unterscheiden sich nur durch die Menge an Folsäure, Folaten und Metafolin. Letzterer ist eine von Merck patentierte Premium-Folsäure, die dem Körper direkt zur Verfügung steht und nicht erst noch umgewandelt werden muss. Viele Frauen können Folsäure nicht vollständig verwerten und zu Folat umwandeln. Femibion ist allerdings unheimlich teuer.

Wer nicht so tief in die Tasche greifen möchte ist auch mit Folio forte, Avitale Folsäure, femmoal plus, Babyforte und vielen weiteren ganz gut beraten.

Weitere Hinweise zur Ernährung in der Schwangerschaft lest ihr in unseren Ratgeberartikel Richtige Ernährung in der Schwangerschaft


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!

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