Stillende Mami in der Natur

Stillpositionen: Was Football mit Babyernährung zu tun hat

Stillen ist für die meisten Frauen das perfekte Symbol für die enge Verbundenheit von Mutter und Kind, auch wenn sich dieses nicht mehr im Bauch befindet. Wenn das Stillen funktioniert, ist es eine hervorragende Gelegenheit, um eine enge und vertraute Beziehung zum Kind aufzubauen. Viele Mütter haben jedoch Schwierigkeiten. Während die einen kaum Milch produzieren, fühlen sich andere beim Stillen einfach nicht richtig wohl. Dieses negative Befinden wird natürlich auch vom Kind wahrgenommen und entsprechend interpretiert. Das Ergebnis sind eine gestresste Mutter und ein hungriges Kind.

Damit das Stillen richtig funktioniert, ist es wichtig, dass ihr absolut entspannt seid und euch während dieser Situation wohlfühlt. Verschiedene Stillpositionen helfen dabei, eine entspannte Atmosphäre zu erschaffen. Danach klappt das Stillen fast von ganz allein.

gestilltes Baby

Stillposition #1: Der Footballgriff

Warum wird diese Rückengriff auch als Footballposition bezeichnet? Ihr haltet euer Kind hierbei wie einen Football seitlich unter dem Arm. Keine Sorge, diese Position ist weit weniger rabiat als es vielleicht klingt. Tatsächlich ist es für das Kind sehr entspannend, wenn ihr es seitlich vom Körper haltet.

So funktioniert es:

  • Legt euer Kind unter den rechten oder linken Arm, sodass ihr euch gegenseitig in die Augen schaut
  • Die Füße des Kindes zeigen in Richtung des Rückens
  • Die Nase eures Babys zeigt zu eurer Körpermitte
  • Legt den Arm unter den Rücken des Kindes und stützt das Köpfchen mit einer Hand
  • Benutzt die andere Hand, um die Brust in Richtung des Baby-Mundes zu führen

Tipp: Verwendet unbedingt ein Stillkissen, um euren Arm, der das Baby stützt, zu fixieren.

Diese Position eignet sich hervorragend, wenn es Schwierigkeiten beim Anlegen des Kindes gibt. Das Besondere am Rückengriff ist nämlich, dass ihr eine extrem gute Kontrolle über das Kind habt und es gezielt zur Brustwarze führen könnt.

Stillposition #2: Die Wiegenhaltung

Der Klassiker unter den Stillpositionen. Die meisten Mamas werden ihre Babys anfangs immer so anlegen, weil es einfach so ein bekanntes Bild ist, was den meisten bekannt ist.

So funktioniert es:

  • ihr sitzt aufrecht und haltet euer Kind im Arm. Das Köpfchen liegt in eurer Ellenbeuge
  • die Nase des Babys zeigt immer nach außen
  • eure freie Hand umgreift die Brust mit dem Daumen oben, Zeigefinger unten (C-Griff)
  • wenn euch der Arm, der das Baby hält lahm wird, stützt unbedingt mit einem Stillkissen

Tipp: Diese Position ist vielleicht die gängigste, aber achtet unbedingt darauf, dass ihr sie im Wechsel mit der Football-Position anwendet. Die Nase des Babys zeigt immer auf den Bereich der Brust, der ausgesaugt wird und um einen Milchstau vorzubeugen ist es wichtig die Brust rundum zu entleeren.

Die Wiegehaltung ist praktisch für unterwegs, da ihr euch nicht großartig verrenken müsst, und auf die Schnelle auch ohne Kissen o.ä. Hilfsmittel Stillen könnt. T-Shirt hoch, ggf Tuch über eure Schulter und das Baby und los geht’s!

Stillposition #3: Die Seitenlage

Immer wieder wird gesagt, dass die besten Stillpositionen die im Sitzen sind, weil diese angeblich für Mutter und Kind am bequemsten sind. Das ist prinzipiell auch keine falsche Aussage. Es ist jedoch auch möglich, euer Baby bequem im Liegen zu stillen. Diese Stillposition ist besonders angenehm, wenn ihr euer Kind nachts anlegt.

So funktioniert es:

  • Legt euch auf die Seite
  • Lasst euch sich von eurem Partner ein paar Kissen als Stütze in den Rücken legen
  • Platziert das Baby (ebenfalls auf der Seite liegend) vor euch – der Kopf zeigt zu euch
  • Stützt den Kopf des Kindes mit der Hand – Neugeborenen muss auch der Rücken gestützt werden
  • positioniert den Kopf des Kindes so, dass es bequem an die untere Brust kommt

Tipp: Wenn eure Brüste klein sind, ist es sinnvoll, ein Kissen unter das Kind zu legen, damit dieses auch die Brustwarze erreichen kann.

Diese Stillposition eignet sich für alle Mütter, die gern mal etwas Abwechslung beim Stillen haben und nicht immer nur dabei sitzen wollen. Außerdem handelt es sich um eine perfekte Position für Frauen, die einen Kaiserschnitt oder eine extrem anstrengende Geburt hinter sich haben und ihren Körper zunächst noch ein bisschen schonen wollen. Allerdings bedarf es grade mit Neugeborenen etwas Übung, bis das klappt.

Euer Baby kann so an beiden Brüsten trinken, ohne dass ihr euch drehen müsst. Legt es zuerst an die untere Brust an, danach an die obere, da ihr euch dann ein wenig auf die untere Brust legen müsst.

Vorsicht: Nachts im Liegen zu stillen macht euch nicht unbedingt wach. Das heißt, wenn ihr euer Kind nachts liegend anlegt, rechnet damit schnell wieder einzudösen. Für eine sichere Stillumgebung müsst ihr vorher unbedingt sorgen.

Stillposition #4: Laid-Back-Nursing

Stilllen im Liegen

Diese Stillposition wird immer wieder als Wiederentdeckung beschrieben. Sie erlangt immer mehr Beliebtheit, weil sie als Lösung vieler Still-Probleme gilt. Vor allem Frauen, die Probleme beim Anlegen haben, schwören mittlerweile auf die diese Stillposition.

So funktioniert es:

  • Macht euren Oberkörper frei
  • Nehmt eine Position zwischen Liegen und Sitzen ein
  • Legt euer Kind (möglichst ebenfalls nackt) bäuchlings auf euren Oberkörper im 90°-Winkel dazu
  • Lasst das Kind selbst entscheiden, wann es mit dem Trinken beginnt

Diese Stillposition zeigt, dass jedes Kind einen angeborenen „Andock“-Instinkt besitzt. Ihr müsst nichts tun, um den Stillprozess zu beeinflussen. Euer Baby wird die Brustwarze eigenständig finden und mit dem Trinken beginnen.

Die Laid-Back-Nursing-Position eignet sich vor allem für Mütter und Kinder, die Probleme mit dem Stillen haben. Durch die geringen Vorgaben fällt es besonders leicht, sich zu entspannen und die Dinge einfach geschehen zu lassen. Vertraut hierbei auf die Fähigkeiten eures Kindes und lasst euch  davon überraschen, wie selbstständig euer Baby schon als Säugling ist.

Diese und weitere Ur-Stillhaltungen werden genauestens im Buch „Intuitives Stillen“ von Regine Gresens beschrieben.

Stillen im Tragetuch/in der Babytrage:

Liebe Tragemamis, auch ihr könnt eure Kinder Stillen. Es bedarf einiger Übung aber wenn es gut klappt, dann funktioniert das sogar unterwegs, ohne dass auch nur jemand ahnt, dass euer Baby grad seine Mahlzeit nimmt.

So funktioniert es:

  • Knoten beim Tuch bzw. Träger bei der Trage lockern und das Kind mit dem Kopf auf Brusthöhe runterrutschen lassen.
  • Brust raushohlen und Baby andocken lassen
  • ggf. ein leichtes Tuch drüber legen
  • nach dem Stillen wieder hochbinden (ihr solltet in normaler Position ohne Probleme das Köpfchen eures Babys küssen können)

Ihr und euer Baby solltet dem Tragetuch gegenüber vertraut sein und euch damit wohl fühlen. Vielleicht übt ihr das Stillen daheim ein paar Mal und dann sollte es auch unterwegs keine Probleme geben.

Allgemeine Tipps zum Stillen

Abschließend soll an dieser Stelle noch eine kleine Checkliste für euch bereitgestellt werden, die dabei hilft, die zukünftigen Still-Zeiten noch entspannter und angenehmer zu gestalten

  • Sorgt Sie für eine entspannende Stimmung, zum Beispiel mit Kerzen und Musik
  • Schaltet den Fernseher aus, denn euer Kind will euch in die Augen schauen
  • Stellt euch etwas zu Trinken bereit
  • Benutzt (falls vorhanden) auch einen Schaukelstuhl, um das Kind während des Stillens zu beruhigen
  • Probiert verschiedene Stillpositionen aus, um herauszufinden, welche am besten zu euch und eurem Kind passt
  • Bringt das Kind zur Brustwarze – nicht umgekehrt!
  • Wendet den C-Griff an, um eure Brust zu stützen
  • Erzwingt nichts

Weitere Infos rund ums Stillen gibt es in unserem speziellen Ratgeberbeitrag: Stillen – Was wichtig ist und wie es das Leben erfüllt

Bild: © Depositphotos.com / logoboom


Juliane

Ich bin Juliane und Mami unserer kleinen Greta. Seit der Schwangerschaft hat sich mein Leben um 180° gedreht - gern begleite ich euch auf dem Weg zum Eltern sein und gebe euch wertvolle Tipps und Ratschläge! Außerdem möchte ich euch beim Sparen helfen, denn Babyspielzeug, Windeln, Klamotten und Co sind teuer genug!


Lisa

02.08.2017, 22:51

Schöner ausführlicher Artikel über die verschiedenen Stillpositionen. Ich liebe es unsere Kleine in meinem Stillstuhl zu stillen und dabei klassische Musik leise im Hintergrund zu hören. Die Entscheidung für den richtigen Stillstuhl fiel uns echt schwer, aber letztendlich haben wir uns diesen gegönnt, unter anderem weil wir ihn nachher noch im Wohnzimmer weiterverwenden können: https://www.stillstuhl.net/produkt/stillstuhl-hauck-metal-glider-recline-black/
Macht weiter so und ich freue mich schon auf viele weitere Artikel!
LG Lisa

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